Blizzard sagt: In China posten nicht wir als Blizzard, sondern eine chinesische Firma

Bei Hearthstone gab es Ärger um einen Post, der in einem asiatischen sozialen Netzwerk aufgetaucht ist. Dort sagte ein Blizzard-Account, man wolle den Stolz Chinas schützen. Jetzt macht Blizzard am Rande der BlizzCon 2019 klar, wer diesen Post im Zuge der „Hongkong“-Affäre verfasst hat.

Das ist der Hintergrund: Am 6. Oktober hat sich ein Hearthstone-Großmeister in einem Blizzard-Stream politisch geäußert. Er rief „Freiheit für Hongkong, die Revolution unseres Zeitalters.“

Blizzard bannte den Großmeister daraufhin für ein Jahr, warf ihn aus dem Großmeister-Programm und strich sein Preisgeld für die laufende Saison. Zusätzlich beendete Blizzard die Zusammenarbeit mit den beiden Castern, die beim Vorfall dabei waren, ihn aber nicht unterbanden. Mit denen wollte man nie mehr zusammenarbeiten.

Der Bann gegen den Großmeister war so hart, dass die Strafe seine Karriere als eSportler in Hearthstone quasi beendet hätte. Das sorgte für viel Aufregung in den Tagen darauf: Sogar Blizzard-Mitarbeiter protestierten.

Blizzard „entschuldigt“ sich im Westen

So reagierte Blizzard im Westen: In Folge dieses Banns und der Proteste gab Blizzard hier im Westen ein Statement über die offizielle Webseite von Blizzard ab.

Der Chef von Blizzard, J. Allen Brack, betonte die globalen Werte von Blizzard und rechtfertigte den Bann.

Allerdings gab er sich versöhnlich. Man habe zu schnell gehandelt und Fehler begangen.

Der Blizzard-Chef lenkte ein: Die Strafe für den Hearthstone-Großmeister wurde reduziert. Man gab ihm die Möglichkeit, nach 6 Monaten wieder professionell Hearthstone zu spielen. Die Strafe der Caster wurde von „Wir arbeiten nicht mehr mit ihnen“ auf „6 Monate Suspendierung“ herabgesetzt.

Hearthstone-Blitzchung
Das ist Blitzchung, der den Vorfall mit seinem Statement auslöste.

Blizzard „verteidigt“ den Stolz Chinas im Osten

Das passierte in China: In China erschien allerdings ein Posting auf „Weibo.“ Das ist eines der größten chinesischen sozialen Netzwerke. Auch das war ein offizielles Posting von Blizzard, aber mit einem anderen Tenor.

Hier hieß es, man sei wütend und enttäuscht über die Vorfälle beim Event. Man werde immer den Stolz des Landes, also von China, respektieren und verteidigen.

Blizzard-Weibo
Das Posting wurde im Westen scharf kritisiert. (quelle: reddit)

So kam das Posting an: Hier im Westen wurde eine Übersetzung des Postings negativ aufgenommen (via reddit).

Denn es klang so, als sendet Blizzard zwei Nachrichten zu jeweils zwei verschiedenen Ländern.

Mit den Werten von Blizzard „Think globally“ war so eine nationale Sicht nicht in Einklang zu bringen. Das kritisierte auch Cortyn auf MeinMMO.

Es gab einige Proteste von Blizzard-Fans im Zuge der Affäre.

Das sagt Blizzard jetzt: Im Gespräch mit PCGamer stellt der Chef von Blizzard, J. Allen Brack, nun klar:

  • Blizzard darf in China keine Spiele veröffentlichen, dafür braucht man zwingend den chinesischen Partner NetEase – das sei Gesetz
  • NetEase sei keine Regierungs-Agentur, sondern eine Firma und ein Publisher
  • Blizzard darf gesetzlich nicht die Kanäle von „Blizzard Weibo“ verwenden – man darf hier „nichts beitragen“
  • Es sei letztlich die Entscheidung von NetEase, was dort gepostet wird. Sie sind der Publisher in China.
  • Die Aussage „man verteidigt den Stolz Chinas“ habe Blizzard nicht autorisiert und nicht genehmigt. Man hätte es auch nicht genehmigt, wenn sie gefragt hätten.

Brack macht also klar: Mit diesem speziellen Posting hatte Blizzard nichts zu tun. Sie wurden nicht um Erlaubnis gefragt.

„Zu schnell gehandelt“ – unser Fehler

Das ist jetzt die Situation: Brack übernimmt allerdings einen Teil der Verantwortung. NetEase war in Kontakt bei verschiedenen Themen rund um diesen Vorfall.

Die Entscheidung des Banns wurde letztlich von Blizzard Taiwan, der Hearthstone-Führung, dem eSport-Team und NetEase getroffen.

Hier hat man zu schnell gehandelt. Das sei der Fehler gewesen, als die Gruppen zusammenkamen und sehr rasch entschieden, wie man reagieren würde.

Diesen Fehler hatte Brack auch zur Eröffnung der BlizzCon schon eingeräumt.

Blizzard Blitzchung Hearthstone
Das war der Vorfall, der die Gemüter erhitzte.

Allerdings wird Blizzard trotz Entschuldigung nicht den Bann gegen die zwei Caster aufheben. Es wäre deren Job dafür zu sorgen, dass eine Blizzard-Übertragung beim Thema bleibt.

Man habe die Strafe gegen die Caster schon reduziert von „Wir arbeiten nie mehr mit ihnen zusammen“ auf einen „6-monatige Suspendierung.“ Weiter runter wird Blizzard offenbar nicht gehen.

Brack betont, dass es bei dem Bann nicht um den Inhalt von BlitzChungs politischem Kommentar ging, sondern rein darum, dass er nicht über das Spiel, in dem Fall Hearthstone, gesprochen hat.

Man glaube an die freie Meinungsäußerung – aber die offiziellen Übertragungen sollten sich nur um die Spiele drehen.

Die Reaktion vom Blizzard-Chef zu Hearthstone macht mich richtig wütend
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TheDivine
TheDivine
6 Monate zuvor

War abzusehen daß das auf Blizzard Taiwans Konto geht.

Was mich daran allerdings noch ins grübeln bringt ist die Frage ob das wirklich rein Blizzard Taiwans Entscheidung war oder ob da vom Staat noch Druck kam ein Exempel zu stattuieren.

Andersrum wären im Westen Köpfe gerollt während hier gekatzbuckelt wird.

40kFulgrim
40kFulgrim
6 Monate zuvor

Ich wünschte Blizzard würde wieder alle 5 Jahre ein Mega spiel veröffentlichen und gut ist. Geld zu scheffeln ist nicht einvernehmlich mit Qualität über dauer.

Gerd Schuhmann
Gerd Schuhmann
6 Monate zuvor

Es stimmt aber, dass Blizzard nicht kontrollieren kann, was andere in ihrem Namen tun, ist ein großes Problem.

Die Gründe, warum sie das nicht kontrollieren können … die sind verständlich.
Aber es hat ja keiner Blizzard mit vorgehaltener Pistole gezwungen, diese Kompromisse einzugehen.

Es gibt einen Preis, den sie zahlen müssen, wenn sie in China Geschäfte machen. Und den Preis zahlen sie gerade.

Wenn du keinen Einfluss darauf hast, was jemand in deinem Namen postet … uff. Das ist echt ein Problem für deine Marke und deine Firma.

DerJoker
DerJoker
6 Monate zuvor

Brack macht also klar: Mit diesem speziellen Posting hatte Blizzard nichts zu tun. Sie wurden nicht um Erlaubnis gefragt.
Das wird immer lächerlicher. Es wird ein Spieler gebannt, weil er eine Aussage macht die das Image von Blizzard beschädigen kann, was laut Regeln untersagt. Soweit okay und an sich auch nachvollziehbar obwohl das sehr viel Spielraum lässt. Wenn jetzt aber in China etwas gepostet wird was das Image im Westen beschädigen kann ist es Banane oder was. Mag sein das sie dort nur Spiele verkaufen dürfen, wenn sie mit Publisher dort zusammen arbeiten. Aber Blizzard wird in China durch NetEase vertreten es ist trotzdem Blizzard.
Wenn die deutsche Botschaft in irgendein Land scheiße baut ist auch mehr oder weniger Deutschland an sich dafür verantwortlich.

Voidy
Voidy
6 Monate zuvor

Brack betont, dass es bei dem Bann nicht um den Inhalt von BlitzChungs politischem Kommentar ging, sondern rein darum, dass er nicht über das Spiel, in dem Fall Hearthstone, gesprochen hat.

Und wie lange ist der Bann fürs Familie grüßen?
Der glaubt seinen Quatsch wirklich, oder?

Belpherus
Belpherus
6 Monate zuvor

Es gibt keinen Bann für das grüßen der Familie.
Und ja ich weiß das es Sarkasmus war, aber wenn man so unlustig ist muss man auch mal trocken einem die Wahrheit ins Gesicht werfen. Du kannst ja einfach selber Esporter werden und versuchen bei nem Interview politische Ansichten zu verbreiten, die nichts mit Hongkong und China zu tun haben . Nur weils bisher nur jemand aus Hongkong gemacht hat, bedeutet nicht das andere davon nicht betroffen sind.

Voidy
Voidy
6 Monate zuvor

Ich denke es geht explizit nicht um politische Kommentare, sondern „Offtopic“.
Hätte man so hart bei „Stoppt Tierversuche!“ oder „Kauft mein Merch!“ reagiert? Ich glaube nicht.

Belpherus
Belpherus
6 Monate zuvor

Der Artikel in dem Vertrag, dem Blitzchung zum Opfer wurde ist in der Tat wage. Es ist aber trotzdem unwahrscheinlich, das Leute keine Konsequenzen zu befürchten haben wenn sie deine beiden Beispiele nehmen würden. Selbstwerbung wird warscheinlich eine Verwarnung geben, genau wie dein Beispiel mit Tierversuchen.

Blitzchungs Fall ist aber anders. Seine Aktion war ganz klar „Pro Hongkong/Contra China“ Und das wird nicht nur von der Regierung negativ aufgefasst, auch diverse normale Chinesen werden solche Dinge nicht gut heißen. Und das sag ich als einer der Xi Jinping als widerlichen Verbrecher sieht der in Honig ertränkt gehört, nachdem er 1000000 Iphones per Hand zusammenschrauben muss bis ihm die Hände abfallen, und die Leute die ihn gutheißen als Idioten, fast sogar schlimmer als Trumpwähler.

Und um es nochmal klar zu machen, er wusste das dies solche Konsequenzen haben wird. Und wenn jemand bestraft wird für etwas, von dem er weiß das er bestraft wird, wieso regen sich die Leute dann über die jenigen auf, die bestrafen? Und wenn was er da erzählt hat stimmt, regt man sich sogar noch so oder so über nahezu unbeteiligte auf, wenn wirklich ein Asiazweig von Blizzard war, der den Bann ausübte.

Voidy
Voidy
6 Monate zuvor

Seine Aktion war ganz klar „Pro Hongkong/Contra China“ Und das wird nicht nur von der Regierung negativ aufgefasst, auch diverse normale Chinesen werden solche Dinge nicht gut heißen.

Und genau das beißt sich mit der scheinheiligen Aussage

Brack betont, dass es bei dem Bann nicht um den Inhalt von BlitzChungs politischem Kommentar ging, sondern rein darum, dass er nicht über das Spiel, in dem Fall Hearthstone, gesprochen hat.

auf die ich mich ausschließlich beziehe.

Und ja, Xinnie Poohping in Honig ertränken klingt gut wink

Belpherus
Belpherus
6 Monate zuvor

Was soll man sagen, macht auf jeden Fall mehr Sinn als sämtliche Verschwörungstheorien die rumposaunt werden. Ich hab schon damals gesagt das der chinesische Post nicht mal von Blizzard selber gekommen sein muss.

BussDee
BussDee
6 Monate zuvor

FREE GERMANY !

Seska Larafey
Seska Larafey
6 Monate zuvor

Sagt ich doch, das Asia Blizzard Büro hat den Westen Blizzard einen Bärendienst gemacht

Aber das sagt auch aus, Ich esse von denen Teller und ich darf alles machen was ich will

Sevenghost
Sevenghost
6 Monate zuvor

Ich schau zwar kein Hearthstone und wenige E-Sport, trotzdem zeigt das sehr gut das es im Grunde nur um den Umsatz geht. Blizzard ist trotzdem gezwungen die Schiene zu fahren wie, damals Coca Cola mit Fanta. Trotzdem schade dass da eine so große Firma, eine Firma die für frei Meinung steht, sowas macht. Das ist für mich nicht „Blizzard-Übertragung“ sonder dass schütze des Umsatzes in China den man dort macht. Ist aber natürlich heikel für Blizzard, den die müssen sich überlegen ob sie den Wirtschaftlichen weg, den weg des Umsatzes oder den Moralischen weg, den Menschlichen weg, wählen. Beides verärger jeweils die andere Seite, nur was schlägt sich negativer aus am Ende.

LightMaster
LightMaster
6 Monate zuvor

„Blizzard „vertedigt“ den Stolz Chinas im Osten“ da stimmt doch was nicht

Triky313
Triky313
6 Monate zuvor

Alles lesen was im Artikel steht, hilft.

LightMaster
LightMaster
6 Monate zuvor

? Was meinst du hab nur drauf hingewiesen das da ein Schreibfehler drin ist war nicht böse gemeint passiert halt wurde ja auch dann geändert

Qefx
6 Monate zuvor

Der Staat posted… Ftfy

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