China verbietet jungen Gamern jetzt 3 Dinge – Das sind die neuen Regeln

Die chinesische Regierung hat harte neue Regeln für minderjährige Gamer erlassen. Die sind seit Dienstag in Kraft. Sie beschränken die Spielzeit für Spieler unter 18 und ihre Möglichkeit, Geld in Spielen auszugeben.

Das sind die neuen Regeln: Am Dienstag wurden die Regeln angekündigt. Sie betreffen Videospieler unter 18 Jahren. Ihnen werden drei Dinge verboten:

  • Nächtliches Spielen – Das Spielen zwischen 22 Uhr abends und 8 Uhr morgens ist komplett verboten
  • Zu langes Spielen – Sie dürfen nur 90 Minuten an Werktagen und 180 Minuten an Wochenenden und Feiertagen spielen
  • Zu hohe Ausgaben in Cash-Shops – Ihre Ausgaben für virtuelle Gegenstände werden auf 28$ bis 57$ begrenzt, das hängt vom Alter des Spielers ab
Arena of Valor Gruppieren
Nach „Honor of Kings“ ist China verrückt – bei uns heißt das „Arena of Valor“ und ist eine Art Mobile League of Legends.

Was will China damit erreichen? Die chinesische Regierung sieht drei Probleme, die sie mit den neuen Regeln bekämpfen möchten:

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Das ist das chinesische LoL-Team FunPlus Phoenix. Die stehen im WM Finale. Das wäre wohl nach neuen Regeln kaum möglich – das Training würde fehlen.

Wie sollen die Regeln umgesetzt werden? Bei nikopartners heißt es, die Spieler-Firmen müssten jetzt dafür sorgen, dass diese neuen Regeln auch durchgesetzt werden:

  • Spieler müssten sich mit ihrem „echten Namen“ registrieren – der werde dann mit einer nationalen Datenbank abgeglichen. Daraus folgen Einschränkungen für den Account, wenn der Spieler minderjährig ist
  • Spiele-Entwickler müssen ein „Anti-Sucht“-System einbauen, um die Spielzeit zu begrenzen
  • so ein System braucht es auch für die Cash-Shops
Dieses MOBA darf nur spielen, wer sein Gesicht scannen lässt
  • China wird ein System für Altersempfehlungen einführen
  • Publisher sollen Kampagnen finanzieren, die klarmachen, wie verantwortungsvolles Gaming läuft
  • und es gibt Regeln, die Publisher dazu zwingen, mit örtlichen Behörden zusammenzuarbeiten, um die Durchsetzung der Regeln zu gewährleisten
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Gamer rücken ins Visier von Xi Jingping

Das steckt dahinter: In China boomt der Online-Markt. Es gibt dort hunderte Millionen von Spielern.

Vor allem Free2Play-Titel sind in China beliebt – Mobile-Gaming wächst ständig. So ist das Land verrückt nach Titeln wie League of Legends, dessen Mobile-Ableger Honor of Kings oder Dungeon Fighter Online.

In den letzten Monaten hat sich das Klima gegenüber Gaming verschärft, wie die New York Times berichtet. Die Staatsmedien verglichen Spiele mit „Gift“. Einige Spiele wurden gesperrt, weil sie zu gewalttätig seien.

Xi Jinping, der Präsident Chinas, hat sich persönlich dazu geäußert, dass Kinder ein schlechtes Augenlicht hätten. Das erhöhte den Druck auf die Behörden, hier zu handeln.

League of Legends Artwork

Vor allem die großen chinesischen Gaming-Konzerne wie Tencent hatten unter den beginnenden Einschränkungen in den letzten Jahren zu leiden. So gab es einen Stillstand bei der Neuzulassung von Videospielen, der sich erheblich auf den Börsenwert von Tencent ausgewirkt hat.

Spiele wie Monster Hunter World konnten im August 2018 in China nicht verkauft werden, weil die Genehmigung der Regierung fehlte.

Tencent konnte in der Vergangenheit einige der Maßnahme von China umgehen und wollte mit selbst auferlegten Regeln (wie Hausarbeit) einer härteren staatlichen Regulierung vorbeugen.

Experten gehen davon aus, dass sich die chinesische Industrie darauf eingestellt hat, dass diese Regularien kommen würden. Zudem waren schon ähnliche Regeln in Kraft, konnten aber relativ leicht umgangen werden.

Die Firmen arbeiten schon länger an der Technik, um etwa das Alter von Spielern zu ermitteln und zu verifizieren.

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Autor(in)
Quelle(n): New York Times
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