In China könnten sich Kinder mit Abwaschen bald Gaming-Zeit verdienen

Der China-Riese Tencent überlegt, die Spielzeit von Kindern mit Verträgen zu limitieren. Die würden die Kids mit ihren Eltern abschließen. Dann könnten sie sich durch gute Noten oder das Verrichten von Hausarbeiten mehr Zeit fürs Gaming verdienen. Tencent reagiert damit auf Sorgen der Eltern und Lehrer: Die finden, chinesische Kinder zocken viel zu viel Honor of Kings, eine Art Mobile-LoL.

China ist verrückt nach Honor of Kings, das in Deutschland als „Arena of Valor“ bekannt ist. Das ist so eine Art LoL als Smartphone-Spiel. Dessen Publisher Tencent hat alle digitalen Fäden in der Hand: kontrolliert zusätzlich zu den Spielen auch Messenger-Apps oder Bezahl-Dienste.

Tencent ist riesig, setzt in einem Vierteljahr so viel Geld um wie die westlichen Mega-Publisher zusammen in einem ganzen Jahr. Honor of Kings ist wahnsinnig erfolgreich. Es sollen allein 108 Millionen Frauen spielen.

tencent

Chinas Jugend in den Krallen von Videospielen?

In China sind viele Eltern und Lehrer besorgt, dass die Kinder des Landes zu viel Zeit mit dem Game verbringen. Honor of Kings gilt als Elternschreck. Die Kinder zocken das ohne Ende.

Der Vizepräsident einer Universität nannte Videospiele das „neue Opium, um Teenager zu vergiften.“ Auch die Staatspresse berichtet über die Probleme. Die Situation ist also ernst.

Arena of Valor Titel

2017 hat Tencent schon auf diese Sorgen reagiert und das Spielen von Honor of Kings für unter Zwölfjährige auf eine Stunde am Tag begrenzt. Zwölf bis Achtzehnjährige dürfen zwei Stunden am Tag spielen. Doch die Beschwerden haben seitdem nicht aufgehört.

Jetzt überlegt Tencent weiter, wie man die Sorgen der Eltern beschwichtigen kann.

Tencent: Verträge zwischen Kinder und Eltern sollen Videospielzeit regeln

Der Chef von Tencent ist wohl kein Fan der strengen Reglementierung und hat andere Pläne. Er fände es besser, wenn die Spielzeit zwischen Kindern und Eltern ausgemacht werden würde.

So schlägt CEO Pony Ma vor, dass Eltern und Kinder einen digitalen Vertrag schließen, in dem Leistungen und Spielzeit zueinander in ein Verhältnis gesetzt werden. Wenn das Kind etwas Gutes macht, etwa sich draußen zu beschäftigen, Hausarbeiten erledigt oder gute Noten schreibt, dann könnte längere Spielzeit als Belohnung für das Kind herausspringen.

Ob Tencent das wirklich durchzieht, weiß man zur Stunde nicht.


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Quelle(n): cnet
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Andy Boultgen

Naja ob die Kinder jetzt Fussbälle zusammen nähen oder Chipsätze aufsetzen oder dann doch lieber im Haushalt helfen dürfte nicht so viel schlechter für die Kinder sein.

Ectheltawar

Ehrlich jetzt…Fussbälle nähen? Chipsätze? Willkommen im Jahr 2018, etwas mehr mit China beschäftigen hilft Vorurteile abzubauen…

Leon

108 mio frauen 🙂
Bei 1,3 millarden chinesen normal gg

TheCatalyyyst

„Er fände es besser, wenn die Spielzeit zwischen Kindern und Eltern ausgemacht werden würde.“

—————————————

Sollte das nicht sowieso so sein?
Schon merkwürdig, die Eltern haben das Spielverhalten ihrer Kids nicht im Griff, und jetzt muss es der Publisher richten?
Ich verstehe, dass es vielleicht schwer fällt, da als Eltern einzugreifen. Es kommt ja noch dazu, dass „Handy wegnehmen“ nicht so einfach ist, wie mal eben den PC über den Router vom Internet abzuknipsen. Trotzdem sollten doch in erster Linie die Eltern mit ihren Kindern darüber reden, wie viel sie spielen sollten / dürfen. Und, wenn da „Sanktionen“ fällig sind, weil es anders nicht geht, die dann auch konsequent und vor allem SELBER durchsetzen – und nicht nur beim Publisher beschweren…

EDIT: Es schadet sicherlich nicht, den Publisher in dieser Sache anzusprechen, darüber eine Debatte zu führen etc. Ich finde es nur einfach merkwürdig, dass da die (wie es bei uns so schön heißt) Erziehungsberechtigten offenbar wollen, dass andere die Erziehung für sie übernehmen…

Ectheltawar

Ich kann das Problem durchaus nachvollziehen, gerade wenn es auch noch ein Spiel für Smartphones ist. Von der Theorie her klingt als „Sanktion“ das Handy wegnehmen ja recht sinnvoll, aber bei der heutigen Jugend nehme ich vielen davon weit mehr weg als ein einfaches Telefon. Für die meisten Kids ist das Gerät quasi mittlerweile so in den Alltag integriert, das ein abnehmen gleichbedeutend mit Stubenarrest, Fernsehverbot und im Grunde ein Weltverbot darstellt.

Dann darf man auch nicht vergessen das es mittlerweile üblich ist, das beide Elternteile Vollzeit arbeiten. Auch das nimmt vielen Eltern die Möglichkeit mehr Einfluss auf solche Dinge zu nehmen.

Es ist heute nicht mehr machbar solche Dinge komplett auf die Eltern abzuwälzen. Letztere haben einfach nicht mehr die Möglichkeiten wie vor 40 oder 50 Jahren. Sollte der Staat oder in dem Fall halt der Publisher da aktiv werden, ist das ohne Frage zu begrüßen.

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