Dieses MOBA darf nur spielen, wer sein Gesicht scannen lässt

Der chinesische Gaming-Riese Tencent führt eine Gesichtserkennung in das Onlinespiel Honor of Kings (hierzulande Arena of Valor) ein. So sollen unter anderem jüngere Spieler geschützt werden.

In China wird es wohl bald nur noch per Gesichtserkennung möglich sein, das Onlinespiel Honor of Kings zu spielen. Laut Tencent sollen so Gesundheitsproblemen entgegengewirkt und jüngere Spieler geschützt werden. Das System erweckt allerdings den Eindruck von Überwachung.

Spielen nur noch per Gesichtserkennung

Warum Gesichtserkennung? Chinas Präsident Xi Jinping hat Spielestudios dazu aufgefordert, die Verantwortung für Kurzsichtigkeit in China zu übernehmen. Die verbreitet sich vor allem unter Jugendlichkeiten.

Man geht davon aus, dass exzessives Spielen mit der Augenerkrankung zusammenhängt.

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Darüber hinaus ist Abhängigkeit von Videospielen seit 2008 eine anerkannte Krankheit in China, die auch aktiv bekämpft wird.Arena of Valor Schlächter

Wie soll die Gesichtserkennung funktionieren? Das Spiele-Unternehmen Tencent will nun mit Gesichtserkennungssoftware feststellen, ob Spieler älter als 12 Jahre sind und, ob sie sich zu nahe am Monitor befinden, was auf eine Augenerkrankung schließen lassen würde.

  • Das Gesicht wird mittels einer Webcam eingescannt und mit dem Foto auf dem zuvor eingereichten Personalausweis abgeglichen.
  • Ist jemand zu nahe am Monitor, dann verschwimmt das Bild.

Die Gesichtserkennung ist eine weitere Stufe des schon 2017 in Kraft getretenen Systems von Tencent, dass sich nur noch Spieler über 12 Jahre eine längere Zeit einloggen können und dafür Daten aus dem Personalausweis hinterlegen müssen:

  • Spieler unter 12 Jahren dürfen nur eine Stunde am Tag zwischen 8 Uhr morgens und 21 Uhr am Abend spielen.
  • Minderjährige über 12 Jahren sind auf zwei Stunden Spielzeit beschränkt.

Da dieses System aber umgegangen werden kann, kommt nun die Gesichtserkennung zum Einsatz.

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Bei welchem Spiel findet das System Verwendung? Besonders im Fokus der chinesischen Regierung befindet sich das extrem beliebte MOBA Honor of Kings, das hierzulande als Arena of Valor bekannt ist. Es gehört zu den umsatzstärksten und am meisten gespielten Onlinegames in China.

Arena of Valor Win

Ein System, das ausgenutzt werden kann

Wo liegt das Problem? Das System kann natürlich missbraucht werden und das auf mehrere Arten:

  • Zum einen erweckt diese Gesichtserkennung mit Abgleich des Personal-Ausweises den Eindruck von Überwachung.
  • Zum anderen kann der Webcam-Feed von Hackern abgefangen werden. Damit wäre es möglich, dass Spieler von Fremden während des Spielens beobachtet werden.
  • Niemand weiß, ob diese Technologie auch außerhalb Chinas eingesetzt wird, wenn die Software sich im Spiel versteckt und dann heimlich auf die Webcam zugreift.
  • Gesichtserkennung kann zu Marketingzwecken missbraucht werden: Welche Websites schaut sich eine Person besonders intensiv an? Bei welchen Produkten gibt es welche Gesichts- und Augenreaktion?
  • Die Technologie kann für ein „Social Credit“-System missbraucht werden. In China werden Personen schon durch ein Sozialkredit-System eingestuft, um etwa ihre Kreditwürdigkeit, ihr politisches Verhalten und mehr zu bewerten.
  • Die von Tencent gesammelten Daten könnten ohne Wissen der Spieler mit der Regierung geteilt werden

Warum tut Tencent dies? Das Spieleunternehmen hat bei der chinesischen Regierung keinen guten Stand. Die Regierung sperrte schon das Spiel Texas Hold ‘Em von Tencent sowie Chat-Räume mit Diskussionen über Spiele von Tencent.

Spiele müssen in China überprüft und teilweise angepasst werden, damit sie eine Lizenz erhalten. Monster Hunter World etwa dufte Tencent in China gar nicht mehr verkaufen. All dies hat Tencent bereits rund 200 Milliarden Dollar gekostet.

Wann startet das System? Das Gesichtserkennung-System wurde am 29. September in einer Trial-Phase in Honor of Kings eingeführt. Spieler fragen sich derweil, warum man nicht einfach eine Funktion integriert, welche die Spielzeit generell einschränkt, wenn man die Jugend schützen will. Die Gesichtserkennung geht vielen deutlich zu weit.

Right side Bob schreibt etwa auf Techspot: „Führt einfach eine verdammte Schutzfunktion ein ohne Gesichtserkennung! Das ist doch nichts anderes als Trick, um mehr Macht zu bekommen!“

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Autor(in)
Quelle(n): Forbes
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