Deshalb fordert dieses MOBA bald die Gesichts-Erkennung der Spieler

Honor of Kings ist die inoffizielle Mobile-Variante von League of Legends. Bei uns heißt das Spiel Arena of Valor. In China ist das MOBA so groß, dass die Regierung um die Gesundheit der chinesischen Jugend bangt. Der Entwickler setzt jetzt auf Gesichtserkennung und Registrierungspflicht.

Das ist „Honor of Kings“: Der China-Riese Tencent wandte sich einmal an ihre Riot Games und wollte von denen eine „Mobile“-Variante für Legends of Legends, denn in Asien spielen die Leute wahnsinnig gerne Mobile-Games.

Riot weigerte sich aber, also stellte Tencent selbst eine Mobile-Variante von League of Legends her und nannte die „Honor of Kings.“

Arena of Valor Teamfight Artwork

Das ist das Problem: Honor of Kings verbreitete sich in China wie ein Lauffeuer. Gerade Kinder und Jugendliche spielen das wie irre. Das ging so weit, dass es der chinesischen Regierung auffiel.

Eine Zeitung, die der kommunistischen Partei nahesteht, ließ verlautbaren, wie kritisch man das Spiel sieht. Man bemerkte eine Suchtgefahr, sprach von „Gift“ und forderte eine Regulierung.

Da müssen bei Tencent schon alle Alarmglocken geschrillt haben.

Um einer Zensur durch die Regierung zuvor zu kommen, erließ Tencent im Juli 2017 Bestimmungen:

  • Kinder unter 12 Jahren dürfen maximal eine Stunde am Tag Honor of Kings spielen
  • Jugendliche zwischen 13 und 18 maximal 2 Stunden am Tag.

Das Problem ist hier: Wie soll man erkennen, welches Alter die Spieler haben?Arena of Valor Gruppieren

Im März 2018 schlug der CEO von Tencent vor, Jugendliche könnten sich ja durch Arbeiten im Haushalt mehr Zeit für „Honor of Kings“ verdienen, indem sie etwa Geschirr spülen.

Politisches Klima fürs Gaming in China ändert sich radikal

Das reichte der Regierung nicht: In den letzten Monaten hat sich die chinesische Regierung aber damit nicht mehr zufrieden gegeben. Es gab im Hintergrund Umstrukturierungen und offenbar hat sich die Position gegenüber Games geändert. War das Gaming in China früher irgendwie geduldet, weht dort seit einem halben Jahr ein kalter Wind.

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Nun glaubt man, das viele Videospielen auf Smartphones sei schlecht für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen. Viele junge Chinesen leiden unter Kurzsichtigkeit.

Daher hat man im August 2018 in China begonnen, strengere Regularien gegen alle Videospiele zu erlassen.

Arena of Valor Klassen-Übersicht

Tencent will jetzt Gaming durch Minderjährige hart einschränken

Gesichtserkennung als Test: Tencent hat durch diese Entscheidung und Entwicklung 108 Milliarden US-Dollar verloren, weil die Aktie in den Keller ging. Die Wirtschaftsseite Bloomberg nannte Tencent die „enttäuschendste Aktie der Welt.“

Um sich jetzt mit der Regierung gut zu stellen und die Auflagen zu erfüllen, hat Tencent begonnen „Honor of Kings“ noch härter zu regulieren:

  • So gibt es eine Registrierungspflicht mit Klarnamen für neue Spieler – die Namen werden dann mit der chinesischen „Sicherheits-Datenbank“ abgeglichen, um festzustellen, ob da Kinder und Jugendliche spielen, die unter das Zeitlimit fallen
  • Und jetzt plant man eine Zufalls-Überprüfung von neuen Spielern per Gesichtserkennung, um junge Spieler davon abzuhalten, die Zeitbegrenzung zu umgehen

Es ist noch nicht klar, welche Technik genau Tencent einsetzen wird oder wie genau der Ablauf sein soll. Fürs erste soll sich die Gesichtserkennung auf „tausende von neuen Spielen“ in Peking und Shenzhen beschränken.

Warum so viele Leute das MOBA spielen, besprechen wir in diesem Artikel:

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Autor(in)
Quelle(n): bbc
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