Auf einem großen Anspiel-Event von Publisher Electronic Arts, Entwickler DICE und Ripple Effect konnte sich MeinMMO-Autor Tarek Zehrer endlich ein genaueres Bild von Battlefield 2042 machen. Das fällt nun ziemlich zwiegespalten aus.
Was genau konnten wir spielen? Ich habe zusammen mit Kollegen der GameStar, GamePro und Gameswelt im Squad zocken dürfen. Auf dem Event konnten wir die Early-Access-Version von Battlefield 2042 testen, die so auch ab morgen, dem 12. November bereits für einige Spieler verfügbar ist.
Dabei konnten wir einen Blick auf alle Modi des Shooters werfen:
- All-Out Warfare mit Durchbruch und Eroberung.
- Der neue Modus Hazard Zone, der an Escape from Tarkov und Hunt: Showdown erinnert.
- Endlich konnten wir auch Battlefield Portal und einige Classic-Maps ausprobieren.
Insgesamt konnten wir rund 10 Stunden im Multiplayer verbringen, davon etwa 4 Stunden in All-Out Warfare, 2 in Hazard Zone und nochmal 4 Stunden im Portal-Modus.
Gespielt wurde dabei auf dem PC. Hier erfahrt ihr, was meine Eindrücke zu Battlefield 2042 sind und warum ich nach wie vor große Sorgen habe.
Ich gebe euch hier schnell und kompakt meine Eindrücke zum Anspielevent wieder. Wenn ihr genauere Infos zu den Modi sucht, könnt ihr euch unsere Übersicht dazu anschauen.
Abgesehen davon hat er Erfahrung mit zahlreichen Multiplayer-Shootern. Große Maps, Materialschlachten und Teamplay sind sein Ding. Deswegen ist er in Battlefield in der Regel als Sanitäter unterwegs, oder er mimt als Pionier den Trottel, der euren Panzern zu Fuß hinterherrennt, um sie zu reparieren.
Infos zur Hardware: Gespielt wurde auf einem PC mit Nvidia GTX 1650 mit 4 GB VRAM, AMD Ryzen 5 3600 Prozessor mit 6 Kernen und mit 16 GB Arbeitsspeicher.
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Klassische Battlefield-Momente und viel Spaß in All-Out Warfare
Unsere erste Session drehte sich um All-Out Warfare und war somit die klassische Battlefield-Erfahrung auf den neuen Maps. Dabei durften wir die 7 neuen Karten wie Sanduhr oder Kaleidoskop ausprobieren.
Nach nur wenig Eingewöhnung war man direkt mitten in der Schlacht, gerade Durchbruch war actionreich aufgeladen und wir durften direkt im Angriffsteam starten. Mit “Wir” meine ich die Kollegen Dimitri Halley (GameStar), Annika Bavendiek (GamePro) und Sascha Göddenhoff (Gameswelt).
Als festes Squad durften wir die meisten der verschiedenen Modi zusammen spielen und der Krieg sollte uns schnell zusammenschweißen. Auch der Frust über technische Probleme sollte seinen Teil dazu beitragen, doch dazu später mehr.
Unsere erste Session in Durchbruch hat jedenfalls viel Spaß gemacht und wir hatten glorreiche Momente, in denen wir beispielsweise mit einem Mini-Panzer den gegnerischen Verteidigungspunkt gestürmt haben, während zwei von uns mangels Platz auf dem Dach Platz nehmen mussten. Das sind diese bekloppten Momente, für die ich Battlefield liebe.
Auch Eroberung machte Spaß und es war interessant, die neuen Maps kennenzulernen und herauszufinden, welche Spots kritisch sind und wo es zu den meisten, erbitterten Kämpfen kommt.
Zu den Maps konnte ich mir leider noch keine umfassende Meinung bilden, dafür war schlicht nicht genug Zeit. Sicher kann ich sagen: Sie sehen verdammt gut aus und jede ist einzigartig. Negativ aufgefallen sind mir die vielen weiten und leeren Flächen, auf denen es so gut wie keine Deckung gibt.
An einigen Stellen war man somit unter Umständen wehrlos gegen feindliche Scharfschützen. Das betrifft vor allem Karten wie Orbital, Sanduhr oder Neuanfang. Wie schwer das wiegt, kann ich aber noch nicht sagen.
Hazard Zone ist interessant, aber hat Balance-Probleme
Falls ihr Hazard Zone noch nicht kennt, hier eine kurze Zusammenfassung: Der Modus ist eine Abwandlung des Battle-Royale-Prinzips und mischt dazu noch PvE mit PvP.
- Ihr werdet auf einer Map abgesetzt, auf der ihr sowohl auf menschliche Gegner, als auch KI-Feinde trefft. Ziel ist es, Datenträger einzusammeln und auszufliegen.
- Das gibt wiederum Credits, mit denen ihr euch Waffen und taktische Upgrades für die nächste Runde kaufen könnt. Sterbt ihr, verliert ihr nahezu alles. Habt ihr keine Credits und könnt euch somit nichts kaufen, startet ihr mit Standard-Ausrüstung in die Partie.
- Schafft ihr eine Extraktion, bekommt ihr den Kaufpreis für gekaufte Items zurückerstattet. Hinzu kommen noch Streaks und andere Elemente, die Entwickler nennen es das Meta-Game von Hazard Zone.
Während ich die Idee von Hazard Zone nicht schlecht finde und glaube, dass der Modus Abwechslung zu den üblichen Battlefield-Modi bringen dürfte, habe ich auch ein paar Sorgen.
So ist mein Eindruck nach ein paar Runden, dass Waffen ziemlich teuer sind. Sollte man also gerade zu Beginn noch Schwierigkeiten haben und keine Extraktionen schaffen, bleibt man in der Regel auf der Standardausrüstung sitzen, zumal es keinen Loot in Form von Ausrüstung gibt, wie man das aus Hazard Zone kennt.
Das könnte schnell dazu führen, dass gute Spieler permanent besser ausgerüstet sind, während Spieler mit nicht so hohem Skill-Level stecken bleiben.
Möglicherweise ist das eine bewusste Entscheidung der Entwickler, führt aber womöglich für die Spieler schnell zum Motivationsverlust. Die Standard-Waffe ist in den meisten Situationen ohne jedes Visier auch stark im Nachteil.
Die Spawnpunkte zu Beginn einer Partie sind auch manchmal suboptimal. Häufig wurden wir auf offenen Flächen abgesetzt, sodass wir direkt ins Visier von Scharfschützen gerieten. Trotz der Kritikpunkte hatte ich Spaß und mit ein paar Justierungen könnte der Modus auch länger motivieren.
Ich persönlich sehe ihn aber eher als nette Dreingabe, denn nur für Hazard Zone würde ich mir Battlefield 2042 mit Sicherheit nicht zulegen. Dafür gibt es einfach zu gute Konkurrenz.
So fühlt sich Hazard Zone ein bisschen wie ein Fremdkörper an, abgekoppelt von der klassischen Battlefield-Erfahrung. Bis auf einen Jeep gibt es weder Fahr- noch Flugzeuge, wodurch typische Elemente fehlen. Dank All-Out Warfare und Portal ist das aber auch kein Problem. Gerade der Portal-Modus ist wiederum womöglich der Big Deal für den Shooter.
Battlefield Portal bringt Custom Modi und gibt euch viele Freiheiten
Portal war von Anfang an für mich der interessanteste Modus. Denn dabei handelt es sich nicht nur um einen Modus, sondern auch um einen Werkzeugkasten für Spieler, die ihre eigenen Battlefield-Modi erstellen wollen.
Obendrein bringt Portal Inhalte aus früheren Ablegern der Reihe zurück:
- Battlefield 1942
- Battlefield Bad Company 2
- Battlefield 3
Zu den Inhalten gehören 6 Map-Klassiker, etliche Waffen, sämtliche Klassen und auch Fahr- und Flugzeuge zählen dazu. Ein riesiges Paket also, das schon in seiner Standard-Ausführung richtig viel Spaß mit sich bringen wird. Mit dem Editor haben außerdem Bastler einige Möglichkeiten, ihre eigene Battlefield-Erfahrung zu erstellen.
Wir durften zwar einen Blick auf den Editor werfen, aber noch keine von uns erstellten Modi ausprobieren. Das ist aber verständlich, da das Chaos vorprogrammiert wäre. Zum Start spielen wir einen Modus, in dem zwei Teams aufeinander trafen. Jedes Team bekam einen VIP, der dem Feind permanent angezeigt wurde.
Ziel war es, diesen VIP auszuschalten. Das war recht unterhaltsam, aber die Klassen waren nicht wählbar und die Spawnpunkte waren komplett zufällig, wodurch man permanent von überall beschossen wurde.
Das war aber noch gar nichts, denn die Entwickler gaben uns zwei für Battlefield eher untypische Modi zum Ausprobieren.
Free-for-all + Raketen = Absolutes Chaos
Zunächst gab es ein Free-for-all, in dem Spieler in einem begrenzten Teil einer Karte aufeinander in einem klassischen Alle-gegen-alle antreten durften. Das Chaos ging von der ersten Sekunde an los, wenn dutzende Spieler gleichzeitig aufeinander losgingen.
Teilweise spawnten Spieler Seite an Seite, es gab Berichte von drei Spielern auf einmal, die direkt vor der Nase eines Kollegen auftauchten und er sie nur abfrühstücken musste.
In der nächsten Runde wurde das Ganze auf die Spitze getrieben: Alle-gegen-alle 2.0 nannten sie das. Die “glorreiche” Idee: Jeder Spieler bekommt einen Raketenwerfer mit nur einem Schuss in die Hand gedrückt. Wer Munition wieder haben wollte, musste 5 Mal springen. Somit war die Map voll von hüpfenden, mit Raketenwerfer um sich ballernden Verrückten, oder mit Leuten, die gleich einfach das Messer ausgepackt haben und in den Nahkampf gingen.
Das ist absurd und macht eine Zeit lang auch Spaß, war für mich aber eher eine verschwendete Chance, die Möglichkeiten des Portal-Modus vorzuführen. Denn abgesehen von den FFA-Modi gab es keine weiteren Custom-Modi zu testen.
Insofern hat mich Portal insgesamt überzeugt, die Präsentation hat mich und mein Squad leider eher frustriert zurückgelassen. Wenigstens gab es anschließend noch eine gute alte Runde Rush mit Bad-Company-2-Klassen und Eroberung mit den Klassen und Karten aus Battlefield 3.
Map-Remakes sind absolut gelungen
Während der Start mit den selbstgebastelten Modi in Portal auf den ersten Blick wenig überzeugte, sorgten die Klassik-Runde voll für eine Entschädigung bei mir. Bad Company 2 war mein erstes Battlefield und die Maps Arica Harbor und Valparaiso sehen absolut fantastisch aus.
Alles ist da und selbst die Zerstörung ist auf dem Niveau von damals. Auch wenn die Team-Balance auf dem Event sehr unausgeglichen war und unser Team gnadenlos überrannt wurde, war es ein cooles Gefühl, mal wieder auf zwei meiner Lieblings-Karten unterwegs zu sein. Die Runden Eroberung auf Caspian Border und Noshahr Canals brachten etliche Erinnerungen an Battlefield 3 zurück und haben mir auch sehr gut gefallen.
Abschließend kann ich zu Portal sagen: Für mich hat der Modus mit das größte Potenzial. Ich kann es kaum erwarten, was Spieler mit dem Editor basteln werden und alleine der Standard-mäßige Umfang reicht schon, um über Stunden zu beschäftigen. Nostalgie pur. Insgesamt hatte ich auf dem Event also viel Spaß, nun kommt aber das große ABER.
Wenn es nach mir ginge, dürfte man Battlefield 2042 gerne noch 6 Monate verschieben
Während ich am Gameplay und Umfang noch keine große Kritik habe (dafür war schlicht auch zu wenig Zeit), gibt es von technischer Seite nach wie vor einiges zu Meckern.
Ich kann dazu zumindest einen positiven Aspekt nennen: Es sind weniger “gamebreaking” Bugs und Glitches im Spiel als in der Open Beta. Das ist immerhin etwas, denn da war es für mich zeitweise unspielbar.
Überraschenderweise ist bei mir nun ein neues Problem aufgetreten: Während die Performance in der Open Beta überhaupt kein Problem war, ist sie in der Early-Access-Version für mich teilweise sehr bedenklich.
Ja, meine GPU ist mit Sicherheit keine High-End-Grafikkarte. Dennoch entspricht sie den Systemanforderungen von Battlefield 2042 und wie gesagt: In der Open Beta hatte ich kaum Performance-Probleme, selten fielen meine FPS unter 60. Außerdem war ich nicht als Einziger betroffen. Auch Teilnehmer des Events mit deutlich stärkerer Hardware klagten über ähnliche Probleme.
In der Early-Access-Version, hatte ich je nach Map erhebliche Einbrüche bei den FPS. Auf der Karte Abgelegt war es so schlimm, dass die FPS teilweise von 60 auf 15 abgesackt sind und in dem Bereich gab es permanent Schwankungen. Das Problem trat vor allem im Eroberungs-Modus auf, zog sich in unterschiedlicher Stärke aber durch alle Modi.
Auffällig war: Es hängt vor allem von der Karte ab, wie stark die Performance beeinträchtigt wurde und Wetter-Effekte wie Tornados hatten einen erheblichen Einfluss darauf.
- Nach wie vor gibt es außerdem Probleme mit der Physik des Spiels. Fahrzeugtrümmer fliegen teilweise seltsam durch die Gegend, Kollisionen scheinen das Spiel zu überfordern.
- Stellenweise liefen Spieler einfach in der Luft, konnten einen durch Wände abschießen und so weiter.
- Besonders nervig für Leute wie mich, die meist als Sanitäter unterwegs sind: Starben Spieler zu nah an einer Wand, konnte man sie einfach nicht wiederbeleben.
- Oft genug hat es so mein Squad und auch mich selbst das Leben gekostet, wenn ich dumm an einer Wand herumzapple, während ich wiederholt versuche, jemanden wiederzubeleben.
Neben den schweren Performance-Problemen summierten sich die vielen anderen Probleme zu einem großen Haufen an Schwierigkeiten, die das Spiel noch hat. Die schwerwiegendsten hat man womöglich ausgebessert, einen runden Release sehe ich so aber noch nicht.
Auch von anderen Teilnehme des Events berichteten von Problemen der unterschiedlichsten Art, die sie mit der Technik hatten.
Fazit: Battlefield 2042 hat das Zeug dazu, ein richtig gutes Battlefield zu werden. Gerade mit Portal und All-Out Warfare sind die Grundzutaten bereits vorhanden. Wie sich Hazard Zone in das Ganze einfügt, bleibt erst einmal abzuwarten. Mehr als ein Bonus ist es für mich aktuell nicht.
Das größte Hindernis ist für mich aktuell ganz klar die Technik und hier bin ich gespannt, wie der offizielle Release am 19. November ablaufen wird. Stand jetzt befürchte ich für Battlefield 2042 einen harten Start, gerade in der Early-Access-Version, die wir spielen konnten.
Daher könnte ich zum Start aus technischer Sicht noch keine Empfehlung abgeben.
Hier sei noch einmal erwähnt: Das alles basiert auf 10 Stunden Spielzeit. Für ein abschließendes Fazit ist es noch viel zu früh. Fragen zur Balance, Map-Design und anderen Aspekten können erst mit dem Release und deutlich mehr Zeit umfassend beurteilt werden.
Wann startet eigentlich die Early-Access-Phase? Am 12. November können Teilnehmer bereits ins Spiel starten. Der Preload läuft bereits seit dem 10. November.
Wer kann daran teilnehmen? Vorbesteller der Gold- und Ultimate-Edition erhalten Zugang zum Early Access. Wer außerdem Abonnent des Xbox Game Pass Ultimate ist oder ein EA-Pro-Abo besitzt, bekommt ebenfalls früheren Zugang. Der eigentliche Release ist dann am 19. November.
Battlefield 2042 startet bald im Early Access – Welche Spezialisten werdet ihr spielen?
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