Das MMORPG Lost Ark wird hierzulande vom Publisher Amazon Games vertrieben. Die hatten sich eigentlich vorgenommen, den Pay2Win-Faktor im Asia-Game zu bekämpfen. Mit dem neuen April-Patch nimmt das jedoch eine völlig andere Wendung.
Wie hat Amazon das bisher gemacht? Alles in allem war ein Großteil der westlichen Spieler bisher zufrieden mit der Arbeit von Amazon bei Lost Ark:
- An vielen Stellen wurde der Ingame-Shop entschärft.
- Das komplette Pet-System wurde spielerfreundlicher gemacht.
- Sogar das optionale Abo, die kristalline Aura, gibt es so in Korea gar nicht. Die kostet dort mehr und hat noch fiese Kniffe, die mit Zufall zu tun haben.
Erst im März zeigte ein YouTuber die grässlichen Pay2Win-Faktoren im koreanischen Lost Ark und sagte, wir können froh sein, Amazon zu haben.
Letzte Pay2Win-Falle wurde abgewehrt: Im Juni-Update stellte sich der amerikanische Publisher sogar als eine Art Held für die Fans heraus. Denn eigentlich sollte in dem Patch das umstrittene “Yoz’s Jar” ins Spiel kommen. In diesem System kann man Skins, nachdem man sie für echtes Geld gekauft hat, wiederverwerten.
Daraus kann man dann auf Zufallsbasis neue Skins herstellen, die dann auch tatsächlich bessere Werte haben und euren Charakter stärken. Das sorgte nach seiner Ankündigung jedoch auf so viel Gegenwind der westlichen Community, dass Amazon das Feature letztendlich kurz vor Patch-Release strich und sich von Spielern dafür feiern ließ.
Auch für das Event mit The Witcher wurde Lost Ark gefeiert:
Neue Waffen machen euch viel stärker
Was kommt jetzt trotzdem ins Spiel? Schon länger Thema in der Community waren die sogenannten Esther-Waffen. So hießen sie jedenfalls in Korea. Bei uns werden sie Sidereal-Weapon und auf Deutsch Sternenbotenwaffen heißen. Dabei handelt es sich um eine neue Art von Waffen, deren Upgrade-System anders funktioniert, als bisher gewohnt.
Statt Material zu sammeln und dann mit Glück zu upgraden, müsst ihr für die Sternenbotenwaffen sehr viel mehr und neue Materialien sammeln, dafür klappt das Upgrade dann aber zu 100 %. Zusätzlich sind die insgesamt 8 Stufen der neuen Waffen an den Abschluss diverser Quests und Raids gebunden.
Des Weiteren punkten diese Waffen mit einer sicheren Qualität von 100, was einem Bonusschaden von insgesamt 30 % entspricht. Dazu erhaltet ihr gleich zwei neue, enorm starke, aktive Fähigkeiten, sobald die Sternenbotenwaffe Stufe 6 erreicht hat. Es ist also ein großer Boost für euren Charakter drin – wenn da nicht der Preis wäre.

Mehr Grind, als ihr euch vorstellen könnt
Wie kommt ihr an die Waffen heran? Wenn ihr nach dem April-Upgrade das 1. Mal den Raid Brelshaza Tor 6 abschließt, erhaltet ihr eine Quest, an dessen Ende ihr die Waffe erhaltet. Die genauen Infos, welche Quests ihr vorher bereits abgeschlossen haben müsst, findet ihr auf playlostark.com.
Von nun an müsst ihr die neuen Materialien Sternenbotenenergie, Böses der Phantome und Romantisches Kochzutaten-Set besorgen, denn mit ihnen könnt ihr die Waffe dann verbessern. Erstere ist ein zufälliger Drop mit hoher Seltenheit, den ihr nur in Brelshaza Tor 6 und Kakul-Saydon Tor 3 erhalten könnt. Er wird in Korea enorm hoch gehandelt und war zu Release der Esther-Waffen ungefähr 2 Millionen Gold wert.
Um die Romantischen Kochzutaten-Sets herzustellen, benötigt ihr seltene T3-Materialien, die ihr aus den Life-Skills bekommt, und zwar so ziemlich alle. Für eine Sternenbotenwaffe auf maximaler Stufe, also 8, benötigt ihr insgesamt 98 Sternenbotenenergie, 15.310 romantische Kochzutaten und 280 Böses der Phantome. Bevor ihr damit aber überhaupt anfangen dürft, braucht ihr eine Antike Waffe auf +25. Das ist enorm viel Grind, der euch Jahre kosten kann, oder eben sehr viel echtes Geld.
Wie viel kostet das denn nun? Die genauen Goldpreise für die Berge an Material werden bei uns nicht exakt gleich sein, wie in Korea. Dafür sind die Ingame-Wirtschaften schlichtweg zu unterschiedlich. Doch selbst wenn die Sternenbotenenergien nur die Hälfte von dem Gold in Korea benötigen, erwarten euch Gesamtkosten von mindestens 100 Millionen Gold.
Das entspricht ungefähr 11.760 Raid-Clears.
Wenn man sich diesen Grind nicht antun möchte, hat man in Lost Ark jederzeit die Möglichkeit, echtes Geld in Ingame-Gold umzuwandeln. Möchte man sich auf diese Weise eine der Waffen unter den Nagel reißen, muss man schon ein richtiger Gutverdiener sein.
Man findet zu den groben Euro-Kosten einige Aussagen. Im reddit betiteln koreanische Spieler die Upgradekosten mit “mindestens 15.000 US-Dollar” (via reddit). Fragt man echte Lost-Ark-Experten, wird es schnell noch teurer.
„Der Betrag könnte sogar 6-stellig werden“
Was sagen die Experten? Der bekannte Lost-Ark-Guru, YouTuber und Streamer Saintone sieht die Kosten für eine der Waffen jedoch viel höher. Er persönlich schätzt die Kosten auf ungefähr 75.000 bis sogar 95.000 Euro (via Lost Ark Forums).
Ebenfalls voller Expertise und für diese von Tausenden gefeiert ist der Streamer ZealsAmbitions. Er selbst steht den Waffen in der westlichen Version kritisch gegenüber. Bis zuletzt hatten viele Spieler und auch er gehofft, dass Amazon davon absehen würde, sie in den Westen zu bringen. In einem Video zu den aktuellen Patch-Notes sagt er, er spräche ungern über Geld, um Leute nicht zu verschrecken: “Aber wenn ihr das Gold auf legalem Wege kauft, wird das vermutlich sogar 6-stellig.”
In seiner Community kommt der Patch ähnlich mies an. Unter dem Video finden sich Kommentare wie: “Danke für das Video, ich kann’s kaum erwarten, ein anderes Spiel zu spielen” und, etwas sarkastischer: “toll, es wird Zeit mein Auto für die Waffen zu verkaufen.”
Ob Amazon letztlich doch noch zurückrudern wird und wie die Waffen im Spiel von der Community angenommen werden, zeigt sich ab dem 12. April. Dort kommt der Patch und damit auch die neuen Waffen ins Spiel. Was haltet ihr davon? Schreibt es uns gerne in die Kommentare hier auf MeinMMO.
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