Seit dem 20. Oktober können Fans futuristischer Science-Fiction den neuen Koop-Loot-Shooter „The First Descendant“ in der offenen Beta anzocken. Das Spiel sorgte wegen seiner beeindruckenden Grafik, aber auch der Ähnlichkeit zu bekannten Shootern wie Destiny 2, Outriders oder Warframe für große Aufmerksamkeit. MeinMMO hat den neuen Free2Play-Shooter angezockt und verrät, wie nah dran er wirklich ist und was er zu bieten hat.
Was ist „The First Descendant“ für ein Spiel? Die neue IP des Entwicklers Nexon Games „The First Descendant“ ist ein kostenloser PvE-Loot-Shooter, der einzigartiges RPG-Know-how mit Shooter-Kämpfen in der Third-Person-Ansicht kombiniert. Die Beta des kostenlosen Spiels ist diese Woche auf Steam gestartet und ihr könnt den Shooter in Unreal Engine 5 erleben.
Nach der etwas langatmigen Startsequenz und ein paar Intros schlüpft man als Spieler sogleich in die Rolle seines ersten sogenannten „Descendants“, also zu Deutsch seines „Nachfahren“. Diese Charaktere verfügen über verschiedene und jeweils einzigartige Fähigkeiten. In der Beta standen uns hierfür zunächst 3 Nachfahren zur Auswahl – Viessa, Lepic und Ajax.
Die restlichen 7 Nachfahren kann man später über das Forschungsinstitut freischalten. Jeden dieser 10 freischaltbaren Charaktere könnt ihr spielen und verbessern und mit ihm gegen die Invasoren antreten.
Eure erste Nachfahren-Quest endet in Albion
Nach der ersten Einführungsmission, die ihr solo absolviert, werdet ihr zunächst von eurem Team getrennt und erreicht nach der Mission gegen einen ersten, noch einfachen Koloss, den Social-Space Albion.
Neben eurer witzigen Poststelle finden sich dort auch verschiedene NPC-Ansprechpartner, die euch jene Quests oder Aufgaben zuteilen sowie Items verkaufen. Über ein Teleport-System geht es dann von dort aus zu anderen Locations, wo ihr verschiedene Missionen erledigen sollt.
Hier könnt ihr euch den imposanten Gameplay-Trailer zu „The First Descendant“ nochmals ansehen:
Koop-Modus für optimale Team-Builds: „The First Descendant“ bietet euch die Möglichkeit euch zu einem Team zusammenzuschließen. Der Rollenspiel-/Shooter-Hybrid lässt sich also nicht nur solo, sondern auch im Koop-Modus mit bis zu 4 Spielern zocken.
- So könnt ihr über den genauen Steam-Nick eurer Freunde plus den Zusatz der individuellen „The First Descendant“-Usernummer bis zu 3 Freunde in eure Gruppe einladen.
- Diese werden dann zu euch teleportiert und ihr könnt gemeinsam Quest-Missionen und Bosse-Kämpfe bestreiten.
Die Kooperation ergibt Sinn, denn die verschiedenen Charaktere sollen euch animieren, mit optimalen Fähigkeits-Kombis im Team zu spielen, um stets den größten Schaden herauszuholen. Grundlegend ein Prinzip, das man bereits aus Outriders kennt, nur eben hier ohne die Deckungs-Shooter Elemente.
Von Albion geht es dann für die Spieler weiter ins Lost Village nach Kingstone, wo in einem größeren Areal mehrere kleine Missionsschritte wie die Untersuchung defekter Detektoren und mehr wartet.
Euch erwartet grandiose Grafik und ein „Unheilvoller Hund“
Das Gameplay in der Third-Person ist aktiv und vor allem schnell. Das Movement ist flüssig und besonders der Wurfhaken, welcher euch zu höher gelegenen Punkten schwingen lässt, macht Laune. Ihr könnt jedoch, wie bereits erwähnt, in „The First Descendant“, anders als in Outriders, nicht in Deckung gehen. Man spielt offen und bekommt Heilung durch Gegnerdrops oder Fähigkeiten.
Im Vordergrund stehen jedoch auch die Vielzahl an Waffen:
- Euer Charakter kann 3 Schusswaffen ausrüsten und im Kampf wechseln.
- Die Komplettauswahl ist hierbei sowohl bei den Waffengattungen als auch bei den Namen optisch ansehnlich sowie vielseitig. Einige optische Waffendesigns erinnern mich erneut an Destiny 2.
- Das Sturmgewehr „Unheilvoller Hund“ ist beispielsweise eine der ersten Waffen, die ihr im Spiel nutzen könnt. Auf welchem Slot ihr sie nutzt, bleibt euch überlassen – da seid ihr völlig frei.
- Mit Runen könnt ihr alle Waffen weiter verbessern, um zusätzliche Vorteile zu erhalten, die zu eurem Spielstil passen, wie mehr HP-Regenerierung, schnelleres Laufen oder Immunitäten.
- Im Social-Hub könnt ihr nach Missionen am Event-Terminal stets weitere Waffen oder Runen abholen.
Jeder Nachfahre spielt sich anders: Euer Descendant besitzt vier aktive Individual-Fähigkeiten, die ihr im Kampf verwenden könnt. Bei deren eifriger Nutzung bremsen euch nur die jeweiligen Abklingzeiten aus. Eurer Nahkampfangriff ist ebenfalls individuell anpassbar – für alle, die beispielsweise statt Faust lieber einen Dolch verwenden wollen.
Um das Ziel des Spiels zu erfüllen, levelt ihr euren Charakter nach und nach über den sogenannten „Meisterschaftsrang“ auf und schaltet ihm damit zusätzliche Runenplätze frei. So werden dann immer schwierigere Missionen und die Boss-Gegner für euch machbar.
Wie herausfordernd sind die Gegner? Die ersten Missionen in „The First Descendant“ gelingen jedem und sind auch nicht sehr anspruchsvoll.
So richtig, eindrucksvoll und herausfordernd wird es eigentlich erst bei den großen Bosskämpfen. Dort werden gebündelte Spezialfähigkeiten im Kampf gebraucht und es ist alles andere als einfach.
- Die riesen Kolosse des Spiels besitzen verschiedene Schwachpunkte, die Spieler koordiniert angreifen sollten, um sie zu besiegen.
- Es gibt jedoch auch Mechaniken, wodurch Bosse beispielsweise wieder heilen können, was die Spieler dann schnellstens unterbrechen müssen.
Leider sind diese speziellen Bossgegner nur über separate Missionen und auch nur im Team spielbar. Solo könnt ihr die normalen Feldmissionen meistern, was manches Mal langweilig wirkt – selbst in der Gruppe.
Für wen ist das Spiel interessant? Man sollte vor allem ein Fan von PvE-Shootern sein, wenn man „The First Descendant“ zocken will. Das Spiel besitzt eine fantastische Open-World-Storyline, die euch durch verschiedene Missionen und Geschichten mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad führt.
Für unser Team war das Spiel vor allem deswegen interessant, weil wir bereits Tausende Stunden in Spielen wie Destiny 2, The Division 2, Outriders oder Warframe verbracht haben.
Durch diese Erfahrung, vor allem als langjährige Destiny-2-Spielerin, sind mir die optischen Ähnlichkeiten mit Bungies Loot-Shooter durchaus prägnant ins Auge gefallen.
- Die ersten drei Descendants sehen zusammen ein bisschen wie die drei Hauptklassen in Destiny 2 aus.
- Meine erste Nachfahrin „Viessa“, ein ehemaliges Mitglied einer kriminellen Gang, nutzt als ihre einzigartige Fähigkeit Eis, das mich unweigerlich an Stasis aus Destiny 2 erinnert.
- Ajax kann sogar eine Art Barrikade stellen, die Verbündete schützt und feindliche Angriffe abprallen lässt, ganz so wie ein Titan.
- Viele Gegner sehen aus wie bekannte Destiny-Feinde. Teils Kabale mit Schildern, Vex-Harpyien oder Leibeigene.
- Selbst die Emotes sind stark an den Style von Destiny 2 angelehnt.
- Man könnte sogar Parallelen zur neuen Gegner-Generation des kommenden Destiny-2-DLC „Lightfall“ unterstellen.
Optisch Destiny 2 mit dem Gameplay von Outriders
Der Vergleich mit Destiny 2 funktioniert aber nur optisch. Im Herzen ist „The First Descendant“ viel näher an Warframe und Outriders. Allein schon wegen des spezifischen Gameplays mit recht festgelegten Charakterrollen, die man entwickelt, und der Destiny-untypischen Third-Person-Ansicht.
Auf mich wirkt das nicht mehr wirklich wie ein kreatives und eigenes Spieldesign. „The First Descendant“ scheint sich bei so einigen erfolgreichen Gaming-Titeln etwas abgeschaut zu haben. Im Grunde so, dass jeder in diesem Spiel etwas aus seinem bevorzugten Shooter darin findet.
Sieht man darüber aber hinweg, sind die Missionen in „The First Descendant“ trotzdem ansprechend. Es macht Spaß, beim ersten Erkunden die Orte zu entdecken. Nebenbei levelt man seine Fähigkeiten und nutzt die unzähligen neuen Waffen.
Mir persönlich fehlt noch das Gewisse etwas, dass die Spieler auch langfristig für den neuen Gratis-Shooter begeistern könnte. Auch, wenn es später wohl noch einen Live-Service-Aspekt geben soll.
- Wer anfangs noch neugierig in jede Ecke schaute, stellt irgendwann fest, dass es in der Beta wohl nichts in der umliegenden Welt zu entdecken gibt, weder Kisten noch Secrets.
- In den Missionen erwarten einen auch nur eine variierende Menge an plötzlich heranteleportierten Feinden, sobald man einen bestimmten Punkt erreicht.
- Auch ist noch nicht klar, ob und wie es in Zukunft weitere Inhalte geben wird. Der Entwickler gibt jedoch an, dass Charaktere, Ausrüstung und Stufen auch in Zukunft komplett durch Gameplay verdient werden könnten, und obwohl es kostenpflichtige Produkte geben wird, würde das mit anderen Live-Service-Spielen des Genres übereinstimmen. (via gamerant-Interview)
- Trotz Mikrotransaktionen soll das Spiel zudem kein Pay-to-Win sein.
Gibt es Cosmetics im Nexon-Shooter? Etwas schade war zudem, dass Spieler die Nachfahren nicht weiter individuell anpassen können. Das Aussehen ist für jeden Charakter vorgegeben.
Im fertigen Spiel soll es jedoch die Option geben, dass man seine Charaktere „dekorieren“ kann. Aber Nexon Games betonte, dass man die einzigartigen Aspekte und das Aussehen der einzelnen Nachfahren grundsätzlich beibehalten möchte. Man sollte also vielleicht keine großen Optionen auf Individualität des virtuellen Ichs erwarten.
So ist es aktuell allein die futuristische Science-Fiction-Story von „The First Descendant“, die mich in der Beta-Phase am stärksten fesseln kann und die ich gerne zu Ende erleben will.
Grafisch hat das Spiel in der Beta noch große Probleme: Das Szenario sollte durch die Nutzung der Unreal Engine 5 eigentlich auch optisch einzigartige Erlebnisse schaffen. Der letzte 4k-Trailer machte die Spieler dabei nochmals neugierig auf die wohl hochqualitative Ingame-Grafik.
In der Beta des Spiels ist diese Euphorie der Spieler jedoch erst einmal der Ernüchterung gewichen. Denn grafisch läuft „The First Descendant“ alles andere als rund.
In unserem Anzock-Test haben wir das Spiel in 2k- und 4k-Auflösung ausprobiert und ja, es sieht wirklich richtig gut aus. Die Engine macht das Spiel jedoch auch unheimlich grafikintensiv.
- So berichten viele Beta-Tester, dass sie ständig mit Stottern und FPS-Einbrüchen konfrontiert sind.
- Sie können mit der empfohlenen PC-Konfiguration nur auf der Einstellung „Sehr niedrig“ oder „Niedrig“ zocken. Und auch Besitzer eines High-End-Gaming-Systems bemängeln die wenigen Einstellungen, um die Grafik optimal einzustellen.
- Dazu empfinden viele den erzwungenen Motion-Blur-Effekt des Spiels als extrem störend. Obwohl man diesen deaktivieren kann, ist er dennoch nicht vollständig weg.
- Man hat kaum Anpassungsmöglichkeiten in den grafischen Optionen, um die Grafik effizient zu verbessern. Es gibt nicht einmal eine FPS-Einstellung.
In Summe fühlt sich die Beta, was die Leistung betrifft, überhaupt nicht gut optimiert an. So schreibt auch der Spieler Cidriel auf Steam „Ein echter Witz, wenn die höchsten Einstellungen gut laufen, aber alles ein schmieriges Durcheinander auf dem Bildschirm ist.“
Die Spieler hoffen daher, dass Nexon Games sich des Feedbacks aus der Beta schnell annimmt und an diesen Problemen vor der endgültigen Veröffentlichung arbeitet. Solltet ihr beim Beta-Test mitzocken, könnt ihr den Entwickler über Steam dabei unterstützen.
Aktuell werden auch immer wieder Wartungen im Beta-Test eingeschoben, wo der Entwickler die ersten Fixes bereits jetzt integriert.
Probiert es – Denn die Story verspricht genug Spannung
Ich für meinen Teil bin zu dem Schluss gekommen, dass „The First Descendant“ am Ende wohl hauptsächlich ein Outriders-Spiel der nächsten Generation ist. Es fehlt zwar das klassische Deckungs-Gameplay von Outriders, aber für mich ist auch kein besseres, koreanisches Destiny 2 und kein moderneres Warframe.
Werde ich es trotzdem zocken? Ja. Die Story verspricht mir persönlich genug Spannung und einzigartige Szenariomissionen im Team, dass es sich für mich durchaus lohnt den kostenlosen Shooter zu erleben, was mein Fireteam ebenso sieht.
Mein Main-Game Destiny 2 wird „The First Descendant“ allerdings trotz aller High-End-Grafik und Ähnlichkeiten nicht ersetzen können. Bungie hat mich mit seinem ausgezeichneten Gunplay und dem perfektionierten Charakter-Movement für die meisten Shooter einfach zu verwöhnt.
So ist der Blick über den Tellerrand für mich zwar immer spannend, aber nach aktuellem Stand, mit den Erfahrungen aus der laufenden Beta, noch nicht fesselnd genug, um den Nexon-Shooter als kommenden Destiny- oder Outriders-Killer zu betiteln.
So könnt ihr am Beta-Test des Koop-Shooters teilnehmen
Wie lange läuft die Beta auf Steam noch? Offiziell hat Entwickler Nexon Games den Steam-Betatest für „The First Descendant“ von Donnerstag, dem 20. Oktober 2022, 09:00 Uhr bis Mittwoch, den 27. Oktober 2022 um 08:59 Uhr datiert.
Aktuell sind über Steam jedoch keine Anmeldungen zur Beta mehr möglich. Solltet ihr jedoch trotzdem noch an einer Teilnahme des Beta-Test auf Steam interessiert sein, könnt ihr euch anderweitig den Zugang zum Spieltest sichern.
Über das „The First Descendant“-Twitch-Event können Spieler auch weiterhin Beta-Schlüssel erhalten, wenn Sie Twitch 15 Minuten lang ansehen.
- Verknüpft dazu euer Steam-Konto mit Twitch, um The First Descendant im Livestream anzusehen und den Steam-Beta-Key sowie verschiedene Belohnungen zu erhalten, mit denen ihr eure Charaktere erforschen und Runen verbessern könnt.
Kleines Manko: Alle Spieldaten aus dem Beta-Test auf Steam werden nach dem Test gelöscht. Ihr könnt also euren in der Beta erspielten Fortschritt später nicht ins fertige Game mitnehmen.
Gibt es schon ein offizielles Release-Datum? Nein, auch das ist derzeit noch offen. Man munkelt jedoch, dass es frühestens 2023 soweit sein soll und das Spiel offiziell startet.
Wie steht es bei euch? Was haltet ihr vom Free-2-Play-Koop-Shooter aus Korea? Seid ihr vielleicht sogar schon bei der Beta dabei und konntet den Shooter bereits antesten? Wenn ja, was hat euch am besten gefallen und was nicht? Hinterlasst der Community gerne eure ersten Eindrücke in den Kommentaren.
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