Steam Deck setzt auf SteamOS als Betriebssystem – doch was ist das überhaupt?

Mit dem Steam Deck hat Valve einen Gaming-PC im Handheld-Format vorgestellt. Auf dem Gerät soll das Betriebssystem SteamOS zum Einsatz kommen. Doch was ist das überhaupt und was bringt mir das als Gamer?

Was ist das Steam Deck? Beim Steam Deck handelt es sich um einen Gaming-PC, der wie eine Nintendo Switch aussieht. Das Deck wurde daher oft mit der Konsole von Nintendo verglichen. Valve will aber eine vollwertige Gaming-Erfahrung im Mobile-Format anbieten. Ihr seid auf dem Steam Deck nicht an einen beschränkten Pool Spiele gebunden wie etwa auf der Switch, sondern ihr könnt grundsätzliche alle Spiele auf dem Steam Deck installieren.

Valve setzt für sein Steam Deck nicht auf Windows, sondern auf ein Betriebssystem namens SteamOS. Das hatte nach der Ankündigung für Diskussionen gesorgt, was man auf dem Gerät überhaupt zocken kann.

MeinMMO erklärt euch, was SteamOS ist und was dahinter steckt. Außerdem gibt es neben SteamOS auch eine Alternative für euer zukünftiges Steam Deck.

Auf dem Steam Deck kommt ein angepasstes Linux als Betriebssystem zum Einsatz

Welches Betriebssystem nutzt das Steam Deck? Auf dem Steam Deck kommt mit SteamOS ein Betriebssystem zum Einsatz, welches auf Linux basiert. Es kommt also keine angepasste Windows-Version zum Tragen. Auf jedem ausgelieferten Gerät ist SteamOS bereits installiert und ihr könnt direkt mit Gaming loslegen.

Eine Einschränkung gibt es jedoch: Während Linux quelloffen ist, handelt es sich beim Steam-Client um geschützte Software, die euch bestimmte Features wie den Store und den Chat bietet.

SteamOS hatte bisher auf die Distribution Debian gesetzt, mit der Version 3.0 nutzt Valve bei SteamOS nun Arch Linux. SteamOS 3.0 soll mit dem Release des Steam Decks im Frühjahr 2022 erscheinen.

Steam Deck Release – Wann erscheint Valves Handheld und für wen lohnt er sich?

SteamOS vs. Windows

MeinMMO stellt euch die Vor- und Nachteile von SteamOS vor und erklärt euch, was die beiden Betriebssysteme voneinander unterscheiden. Wir werden die Liste für euch aktualisieren, sobald es weitere Infos zum Steam Deck gibt.

Welche Vorteile bietet SteamOS?

SteamOS ist kostenlos: Grundsätzlich gilt erst einmal, dass SteamOS kostenlos für jeden zur Verfügung steht. Ihr zahlt beim Kauf des Steam Deck keine Lizenzgebühren für Windows und könnt euch SteamOS jederzeit und kostenlos herunterladen.

SteamOS ist sicherer als Windows: Linux ist deutlich sicherer als Windows, da es deutlich weniger Schadsoftware (Malware) für Linux gibt als für das weit verbreitete Windows-System. Hier gilt aber auch wie für jedes andere Betriebssystem: Je mehr Drittanbietersoftware ihr installiert, desto mehr mögliche Angriffspunkte bietet euer System für potentielle Gegner.

Datenschutz: Ein weiterer Punkt, der für SteamOS spricht, ist, dass Linux grundsätzlich datenfreundlicher ist. Während Windows ständig Daten abfragt und Telemetrie-Daten von euch möchte, lässt euch Linux in den meisten Fällen in Ruhe. Hier gilt aber auch: Je mehr Programme ihr installiert, desto mehr Apps wollen auch eure Daten haben.

Passendes User-Interface: Valve hat für SteamOS das passende “User Interface” (UI) entwickelt. Das bedeutet für euch eine angenehme Erfahrung, da etwa die Menüs die passende Größe haben.

Geringe Größe: SteamOs benötigt gerade mal 250 MegaByte auf eurer Festplatte und ist damit im Vergleich zu Windows 10 sehr schlank.

Linux wird für Entwickler interessanter: Je mehr User SteamOS verwenden, desto interessanter wird das Betriebssystem und damit auch Linux für Spieleentwickler. Sollte das Steam Deck erfolgreich sein, könnte sich Linux als Alternative oder zumindest als Geheimtipp zu Windows entwickeln.

Welche Nachteile bietet SteamOS?

Nicht alle Spiele funktionieren: Auf SteamOS und generell auf Linux funktionieren andere Stores entweder gar nicht oder nur sehr schlecht. Grundsätzlich müsst ihr daher auf andere Stores wie den von Ubisoft oder das Battle.net verzichten.

Valve selbst bezeicnet das als “Verifiziert für das Steam Deck” und will alle Spiele prüfen, damit Gamer sehen können, welche Spiele auf dem Steam Deck funktionieren und welche nicht (via steamdeck.com).

Nicht jedes Programm funktioniert: Das führt uns zu einem weiteren Nachteil: Einige Programme setzten bestimmte, lizenzierte (proprietäre) Bestandteile voraus. Dabei handelt es sich etwa um Windows-Laufzeitbibliotheken, die sich auf Linux nicht ohne weiteres installieren lassen. Hier kommt dann Proton zum Einsatz. Proton will entsprechende Laufzeitbibliotheken zur Verfügung stellen oder liefert alternative Bibliotheken.

Denn grundsätzlich könnt ihr das Steam Deck auch wie einen richtigen PC verwenden und alles installieren, worauf ihr Lust habt. Alles dürfte jedoch nicht funktionieren, da bestimmte Programme zum aktuellen Zeitpunkt nur unter Windows funktionieren oder keinen Client für Linux bieten. Discord könnt ihr beispielsweise problemlos auf Linux installieren.

Was ist Proton? Proton ist eine quelloffene Software von Valve und ist dafür da, Windows-Befehle auf Linux ausführen zu können. Einfach ausgedrückt werden Windows-Befehle nach Linux vom System “übersetzt”. Für DirectX wird etwa die Schnittstelle Vulkan verwendet.

Steile Lernkurve: Wie jedes Betriebssystem benötigt auch SteamOS Zeit, um sich einzuarbeiten. SteamOS beziehungsweise Linux bieten euch viele Möglichkeiten und Optionen und nimmt euch wenig an der Hand.

Was ist mit Performance? Wer einmal unter Linux gezockt hat, der weiß, dass die Performance häufig schwächer ist als unter Windows. Das liegt unter anderem daran, weil Wine/Proton Windows-Befehle für Linux übersetzen müssen. Das kostet zusätzliche Rechenleistung. Zwar gibt es bereits erste inoffizielle Benchmarks zum Steam Deck, doch sagen diese noch wenig über die finale Leistung des Steam Deck aus.

Fazit

SteamOS ist vor allem eine Ansage an alle User, die quelloffene Software schätzen und sich von Windows lösen wollen. Und das bringt alle Vor- und Nachteile mit, die ein Linux-Betriebssystem hat.

Denn Linux ist quelloffen, sicher und bietet euch jede Menge Freiheiten, ihr müsst aber auch damit leben, dass nicht alle Programme ohne Einschränkungen funktionieren. Außerdem müsst ihr theoretisch mit einer etwas schwächere Performance als unter Windows leben.

Steam hatte jedoch bereits erklärt, dass fast alle Spiele auf SteamOS laufen sollen, auch dank des Kompatiblitätslayers Proton, welchen Valve mit entwickelt.

Windows als Alternative zu SteamOS

Muss ich SteamOS auf dem Steam Deck verwenden? Nein. Valve hatte bereits erklärt, dass ihr mit eurem Steam Deck machen könnt, was ihr wollt. Und es besteht auch die Möglichkeit, Windows 11 auf dem Steam Deck zu installieren. Ihr solltet aber beachten, dass es bisher keine angepasste Windows-Version für das Steam Deck gibt. Dementsprechend kaputt könnten die Menüs von Windows 11 auf dem Steam Deck aussehen. Das ist aber nur eine Vermutung.

Hersteller AMD, der die Hardware für das Steam Deck liefert, hatte bereits gemeinsam mit Valve erklärt, dass man auch für eine Windows-Installation die passenden Treiber bereitstellen wolle.

Alternativen zum Steam Deck: Euch gefällt die Idee, Spiele unterwegs zocken zu können? Wir von MeinMMO stellen euch eine handvoll Alternativen zum Steam Deck vor, die ihr auch bereits kaufen könnt:

Steam Deck: Das sind die 4 spannendsten Alternativen 2021

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AtomicPenguin

Hat der Autor wirklich mal ernsthaft mit Linux gearbeitet? Der Artikel enthält leider nur sehr allgemeine Infos und ist leider an manchen Stellen nicht sehr präzise. Hier einige Anmerkungen: Die Grundperformance eines Linux-Systems gegenüber eines Windows-Systems auf gleicher Hardware ist höher. Steam Proton basiert auf Wine (www.winehq.com) mit den Focus auf Spiele. Spiele, die unter Windows nur im Fullscreen Modus laufen können unter Wine bzw. Steam Proton im Fenstermodus laufen. Mögliche Performance-Unterschiede durch Steam Proton könnten hier bedingt durch eine andere Betriebssystem-Architektur eventuell kompensiert werden.
Je nach Spiel kann eine Windows-Installation Vorteile bringen, jedoch sollte man bei der Steam Deck Plattform nicht den höheren Resourcen-Bedarf außer Acht lassen (Akku-Laufzeit, Arbeitsspeicher, Geschwindigkeit), sowie den Preis für eine gültige Windows-Lizenz.

N0ma

“Außerdem müsst ihr theoretisch mit einer etwas schwächere Performance als unter Windows leben.”
Jein, WinApi ist zwar “emuliert”, aber ohne den MS Bullshit, dadurch sind manche Sachen langsamer und manche schneller.
Sonst guter Artikel. 🙂

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