Der Streamer Marcel „MontanaBlack“ Eris ist für 33 Tage von Twitch gebannt. In einem Video erklärt er, wie peinlich ihm der Bann ist und wie sehr er sein Verhalten bereut. Doch wenige Tage später scheint er Twitch zu provozieren. In einer Aktion mit befreundeten Streamern wie unsympathisch_tv und Trymacs war sein Gaming-Platz plötzlich wieder auf Twitch zu sehen.
Das ist die Vorgeschichte:
- Marcel „MontanaBlack“ Eris ist der mit Abstand größte deutsche Streamer. De pflegte das Image eines „ehemaligen Junkies“ mit rauer Sprache, der von der Straße kam und zum YouTube-Star wurde. Wie ein Rapper stellt MontanaBlack gerne seinen wirtschaftlichen Erfolg zur Schau
- MontanaBlack wurde am 24.9. für 33 Tage von Twitch gebannt, nachdem er sich im Urlaub auf Malta daneben benommen hatte, aus der Ferne Fotos von einer Frau schoss und Neandertaler-Laute von sich gab, als er attraktive Frauen erspähte
- Er akzeptierte diesen Bann und verstand die öffentliche Empörung über sein Benehmen. Er sagte, sein Verhalte tue ihm leid. Das sei alles furchtbar peinlich für ihn. Er werde jetzt in sich gehen und das reflektieren
„So bin ich nicht“
Das sagte MontanaBlack zuerst: In einem knapp 10-minütigen Video nach seinem Bann räumte MontanaBlack seine Schuld vollumfänglich ein. Er sagte, als er die Clips im Nachhinein sah, fand er sein Verhalten auch einfach nur peinlich und daneben.
MontanaBlack sagt:
„Und es ist mir unheimlich peinlich, Digger. Ich sag’s euch ganz ehrlich: Mir ist das unheimlich peinlich, wie das Ganze zustanden gekommen ist. Das ist mir einfach unangenehm, Digger.“
MontanaBlack
In dem Moment, als die Szenen entstanden, habe er sich gar nichts dabei gedacht. Er habe sich davon mitreißen lassen, wie gut es ihm im Urlaub ging und wollte die Zuschauer unterhalten.
Sein Verhalten war aber indiskutabel, sagt er. Da gäbe es gar nichts abzustreiten. Das wäre aber nicht wirklich er gewesen, was man da gesehen habe: „So bin ich nicht“, sagte er wiederholt.
Er wolle eigentlich auf Twitch in Ruhe nur sein Ding machen. Auch mal Sachen sagen, mit denen er aneckt, aber generell “keine Kopfschmerzerei.”
Der Streamer führte dann aus, wie gerne er auf Twitch streamt, wie viel ihm das bedeutet und wie schwer es für ihn sei, jetzt 30 Tage die Füße stillzuhalten. Denn „Streamen ist mein Leben.“
Außerdem sei er furchtbar ungeduldig: Jetzt 30 Tage zu warten, bis er wieder streamen könne, falle ihm wahnsinnig schwer. Da ziehe sich dann jeder Tag endlos in die Länge, wenn er auf was warte.
Das war die neuste Aktion: Vor wenigen Tagen tauchte auf dem Kanal von unsympathisch_tv plötzlich ein Live-Stream auf: Dort war der Streamer zu sehen, wie er klar vom Platz von MontanaBlack aus streamt.
Neben ihm sah man Trymacs, einen der größten deutschen Streamer auf Twitch.
Die Streamer machten zahlreiche Anspielungen, sie hätten das Haus von einem „Vormieter“ übernommen. Der habe noch lauter Schnickschnack da stehen. Man werde jetzt ein paar Packs in FIFA 21 öffnen und danach noch einen „Real Talk“ halten – alles typische Dinge, die MontanaBlack sonst tut.
Es war augenscheinlich so, dass MontanaBlack mit im Raum war und außerhalb des Sichtfelds saß. Der durfte nicht vor die Kamera treten, weil das sein Bann untersagt.
25 Minuten lang gab es dann Anspielungen, Gelächter und Gags. Immer wieder zielte man mit Seitenhieben auf MontanaBlack und seine Angewohnheiten. Es hieß dann, man wollte noch ein paar Spielautomaten in die Wohnung stellen. In der Bude rieche es nach kaltem Zigarettenrauch und Casino. Und außerdem könne man dort nur an Freispiele denken.
Die Streamer machten sich einen Spaß daraus, Twitch auf der Nase rumzutanzen und an den Ecken des Banns herumzubalancieren.
Die Streamer gaben zu, eigentlich wenig Stoff zu haben. Sie seien “nur für den einen Gag” durch halb Deutschland gefahren.
Auf YouTube hat ein Video zu der Aktion schon fast eine Million Aufrufe.
Deutsche Streamer spielen beim Gag mit dem Feuer
Das macht das so heikel: Twitch verbietet Streamern ausdrücklich den Live-Kontakt mit gebannten Streamern. Diese Regel wurde vor wenigen Tagen erst zusätzlich verschärft, um auf den Bann von Dr Disrespect zu reagieren, mit dem Streamer weiter Kontakt hatten.
In den Regeln zur Umgehung einer Sperre auf Twitch heißt es:
Alle Sperrungen sind bis zum Ablauf der entsprechenden Frist oder bis zur Aufhebung nach erfolgreichem Einspruch bindend. Versuche, eine Kontosperrung oder eine Chat-Sperre durch die Verwendung anderer Konten, Identitäten oder durch die Präsenz im Konto eines anderen Benutzers zu umgehen, führen ebenfalls zur Sperrung deiner Konten, bis hin zu einer dauerhaften Sperrung.
Zudem ist es verboten, deinen Kanal dazu zu nutzen, um wissentlich einen gesperrten Benutzer zu präsentieren oder zu bewerben. Wir haben Verständnis dafür, dass Situationen entstehen können, in denen gesperrte Benutzer aufgrund von Umständen, die sich deiner Kontrolle entziehen, in deinem Stream erscheinen, z. B. durch Gaming-Turniere von Drittanbietern, aber wir erwarten von dir, dass du dich nach bestem Wissen und Gewissen darum bemühst, sie aus deiner Übertragung zu entfernen, sie stumm zu schalten oder ihre Interaktionen mit deinem Stream anderweitig einzuschränken.
Aus den Regeln von Twitch
Twitch will „gebannte Streamer“ auf keinen Fall in irgendeiner Form auf der Plattform haben. Das Umgehen einer Sperre ist klar verboten.
Indem unsympathisch_tv in seinem Stream ständig Bezug auf MontanaBlack nahm, ohne aber gegen die Regeln im Wortlaut zu verstoßen, war das ein riskanter Gag.
Die Streamer haben zwar nicht gegen den genauen Wortlaut der Regel verstoßen, aber sehr wohl gegen den Geist. Mit Pech könnte Twitch es den Beteiligten so auslegen, dass sie einen gesperrten Nutzer präsentierten oder bewarben.
Man spekuliert wohl drauf, dass Twitch schon ein Auge zudrücken wird und das als Gag versteht.
Trotz aller Reue bleibt MontanaBlack seinem Image treu. Im Video betonte er auch, kein Streamer wie alle anderen sein zu wollen. Ein bisschen Widerstand gegen die Regeln gehört da wohl immer dazu.
Die Aktionen von MontanaBlack sorgten vor einigen Wochen für öffentliche Empörung. Auf Twitter hatten sich einige Nutzer ausführlich darüber beschwert, was MontanaBlack für ein Vorbild für die Jugend abgibt. Wir haben auf MeinMMO darüber berichtet:
MontanaBlack macht Neandertal-Rufe gegen Frauen – Fände Twitch-Bann okay
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