Das Lotus-Kartell in World of Warcraft kennt keine Gnade. Wer Kräuter erntet, der wird sofort mit einem Bann belegt.
Egal welche Version von World of Warcraft man spielt, Handwerksressourcen sind immer wichtig. In der Classic-Variante ist gerade der „Schwarze Lotus“ eine besonders wichtige Ressource, um Fläschchen und damit mächtige Buffs herzustellen. Genau aus diesem Grund erzielen die Blümchen im Auktionshaus auch extrem hohe Preise und sind damit besonders lukrativ.
Was ist das Problem? Der hohe Wert des Schwarzen Lotus macht sie auch besonders begehrenswert für Bots und Goldfarmer, die das Gold dann wiederum an Spieler verkaufen wollen – was eigentlich verboten ist. Allerdings ist es inzwischen ein offenes Geheimnis, dass Bots und Goldseller auf den Classic-Realms ziemlich präsent sind.
Eben weil der Schwarze Lotus so wertvoll ist, wird er quasi pausenlos von Bots und Hackern abgefarmt.
Ein Video von AzAMOuS zeigt – in gewohnt monotoner Sprechweise – wie das für normale Spieler aussieht. Diese sehen den Schwarzen Lotus spawnen, doch wenn sie ihn abernten wollen, verschwindet er, obwohl gar kein Spieler in der Nähe ist:
AzAMOuS spielt damit auf die Sorgen an, die viele Spielerinnen und Spieler schon jetzt haben, wenn bald die Hardcore-Realms starten. Denn die dürften auch mit Bots und Hackern überflutet werden, wenn Blizzard hier keine Lösung findet.
Das Geheimnis ist, dass die Bots und Hacker zumeist „unter dem Boden“ sitzen und von dort den Lotus ernten. Sie warten bereits an allen bekannten Spawnpunkten oder wechseln mittels Hacks rasch die Position.
Besonders dreist: Wenn echte Spieler den Hackern doch mal zuvorkommen, werden sie von den Hackern bedroht. Man soll sofort das Ernten einstellen oder es gibt einen Bann. Wer der Aufforderung nicht nachkommt, findet sich kurz darauf oft ausgeschlossen aus World of Warcraft.
Warum gibt es dafür einen Bann? Auch wenn das Video natürlich ein wenig überspitzt ist, zeigt es doch eine Problematik, die in World of Warcraft vorherrscht – egal ob in Classic oder Dragonflight. Denn das Melde-System kann von Spielerinnen und Spielern ausgenutzt werden.
Blizzard hat in der Vergangenheit zwar betont, dass jede Sanktion letztlich durch einen Game Master bestätigt wird, dagegen sprechen allerdings die Geschichten der letzten Monate. Immer wieder kam es zu Androhungen von Bottern oder „Kartellbetreibern“, die anderen eine Accountstrafe androhten und sie dann auch kurzerhand erzwangen.
Das Mittel der Wahl sind dabei massenhafte Meldungen. Wenn ein Charakter von Dutzenden Accounts gemeldet wird – die etwa alle dem Botter oder einem Kartell angehören – dann folgt die Strafe fast augenblicklich.
Die Erfahrungen widersprechen hier klar den Aussagen der Entwickler.
Das Problem ist übrigens nicht nur exklusiv in WoW Classic anzutreffen, sondern auch Dragonflight ist davon betroffen. Hier hat ein „Elementarschleifen-Kartell“ einen Mitbewerber, der seine Halsketten günstig verkauft hat, kurzerhand ebenfalls mit einer Strafe belegt.
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