Im September 2025 ging Blizzard vor Gericht gegen die Betreiber des größten Privat-Servers für WoW Classic vor. Jetzt kam es zu einem Vergleich.
Was sagt das Gericht? Blizzard hat sich mit den Betreibern von Turtle WoW auf einen Vergleich geeinigt. Wie aus einem Gerichtsdokument hervorgeht, gab das Gericht dem Unternehmen hinter Franchises wie Warcraft, Diablo und Starcraft in allen Klagepunkten recht. Die Betreiber des Privatservers stimmten einer Unterlassungserklärung zu. Die Kernpunkte des Vergleichs:
- Sofortiges Ende des Betriebs: Die Beklagten müssen mit sofortiger Wirkung jegliche Entwicklung, Wartung, Verteilung und Bewerbung ihrer Privat-Server einstellen.
- Verbot von „Turtle WoW 2.0“: Das Verbot umfasst explizit auch modifizierte Clients und das in der Unreal Engine geplante „Remaster“-Projekt.
- Finanzielle Beschränkungen: Es dürfen keinerlei Spenden oder Zahlungen mehr für diese Projekte entgegengenommen werden.
- Keine Nachfolgeprojekte: Es ist untersagt, Quellcodes, Software oder Social-Media-Accounts an Dritte zu übertragen, um einen „Nachfolger“ von Turtle WoW zu ermöglichen.
Offenbar haben die Betreiber von TurtleWoW bereits unwiderruflich auf ihr Recht verzichtet, gegen dieses Urteil Berufung einzulegen oder es anzufechten. Stattdessen konnte man sich mit Blizzard wohl auf einen vertraulichen Vergleich einigen, zu dem es bislang aber keine Details gibt. Unklar ist aktuell sogar, ob und welche der Kernpunkte des Unterlassungsurteils greifen. Noch sind die Server von Turtle WoW online.
Das vollständige Urteil vom US-Bezirksgericht von Zentral-Kalifornien findet ihr auf courtlistener.com.
Erwarten uns bald weitere Classic-Experimente wie Hardcore?
Der Weg für offizielles Classic Plus ist frei
Was muss ich zu Turtle WoW wissen? Turtle WoW konnte sich über die vergangenen Jahre hinweg mit dem Versprechen einer kostenlosen Classic-Plus-Erfahrung zu einem der größten Privat-Server-Projekte für World of Warcraft mausern und zeitweise um die 50.000 Spieler anlocken. Im September 2025 ging Blizzard erstmals gerichtlich gegen die Betreiber vor. Fast 8 Monate dauerte es bis zum Vergleich.
Classic Plus bedeutet dabei eine Version von WoW, die auf Classic aufbaut und dieses Fundament nach und nach um immer neue Inhalte erweitert, statt den altbekannten Weg in Richtung Burning Crusade, Wrath of the Lich King und Co. einzuschlagen.
Blizzard hat mit seinen Classic-Saisons zwar bereits eine leichte Variante von Classic Plus ausprobiert, ist aber noch nie in die Vollen gegangen. Aufgrund einiger Hinweise und Andeutungen hoffen viele Fans aktuell aber darauf, dass sich genau das dieses Jahr ändern wird und die Entwickler auf der BlizzCon im September eine richtige Classic-Plus-Variante ankündigen.
Dazu würde es sehr gut passen, vorher mit Turtle WoW den größten Konkurrenten für so ein Format aus dem Weg zu räumen. Etwas Vergleichbares hatten die Blizzard-Entwickler bereits mit dem Privat-Server Nostalrius gemacht, bevor sie erstmals WoW Classic ankündigten. Ihr erinnert euch bestimmt – Nostalrius droht: “Blizzard macht Classic-Server oder wir machen es”
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!

Bitte lies unsere Kommentarregeln, bevor du kommentierst.
Ich persönlich finde es einfach schade das gerade die Entwickler die eben auch mal veruchen die Grafik zu modernisieren, abgewürgt werden. Ich spiele Wow seit 20 Jahren und muss leider sagen, das die Engine sowie die allgemeine Grafik mittlerweile doch sehr betagt und nicht mehr Zeitgemäß wirkt. Moderne Hardware kommt deswegen an die Grenzen und das obwohl das Spiel es aus optischer Sicht keinesfalls rechtfertigt. Ich würde hier jegliches update in Richtung UE5 oder wie es turtle wow machen wollte zumindest in Richtung beleuchtung zu gehen begrüßen.
Ich finde sowas immer schade, blizzard verliert eigentlich so gut wie nichts durch die Betreiber(auf das Projektbezogen). Im Gegenteil man kann sich sogar Inspiration holen.
Ich spiel da zwar nicht auf p server und aktuell eh gar kein wow, aber die arbeiten von den jungs war definitiv bemerkenswert.(Hab mir das mal bißchen angeschaut)
Natürlich ist hier blizzard voll und ganz im Recht. Dennoch sehr schade so ein Projekt zu zerstören, da steckt viel Arbeit drin.
Ich hoffe bei solchen Sachen einfach immernur das sie nicht so hart vorgehen.
Also alleine die rund 650.000€ im Monat von den Abo’s als “nichts” zu bezeichnen ist auch eine sehr wilde Annahme und der Shop kommt da sogar noch drauf…
Unbedacht ist allerdings, das wahrscheinlich nur die wenigsten die nur Turtle WoW gespielt haben überhaupt wieder zurückgehen werden. Viele die ich kenne spielen auf TWoW und haben auch gleichzeitig ein Abo am laufen…deine 650k sind leider nicht komplett zu Ende gedacht worden.
Was ich echt nicht verstehe ist, warum bringen die Turtle-Betreiber kein eigenes MMORPG heraus? Das Knowhow und die Ressourcen haben sie dafür offenbar. Denn einen Privatserver für WoW zu bringen ist fast so aufwändig wie ein neues MMORPG. Es ist nämlich eine komplette Neuimplementierung der WoW-Server-Software da es nie einen Leak der Serversoftware von Blizzard gab.
Und mit einem eigenen MMORPG wären sie nicht mehr rechtlich angreifbar.
Weil das (eine Riesenmenge) Geld kostet und nicht nur Coding, sondern vor allem auch “künstlerische Kreativität” und viele viele viele andere Dinge benötigt. Serversoftware ist nur ein Teil und nicht mal ein so großer, wenn natürlich trotzdem wichtig. Nur, weil jemand weiß, wie er eine Lenkung baut und in ein Auto einbaut, kann er nicht unbedingt ein komplettes, funktionierendes Auto bauen
Nein, das sind schon noch zwei komplett verschiedene Welten…
Die ganzen Privat-Server basieren doch immer noch auf dem ursprünglichen, geklauten Spiel und lediglich die Serverstruktur sowie kleinere Anpassungen kommen vom Betreiber.
Und natürlich muss man auch die Server + Struktur stellen, aber sehr einfach gesagt sind das immer noch “nur” sehr starke PC’s die A mit B usw. verbinden.
Ein neues MMO braucht hingegen aber auch Grafiker, Musiker, Content-Entwickler und vor allem Spieler die das ganze langfristig finanzieren…
Sie könnten auch mal ein Free2Play Model einführen, mit den ganzen Skins, Pets, Mounts, GoldCoin und jetzt auch dem housing, verdienen sie schon mehr als genug geld.
Viele Spielen auf Private Server, weil Sie dafür nichts ausgeben müssen.
War zwar abzusehen, bin aber überrascht, dass es so lange geduldet wurde.
Wenn Blizz es besser macht mit ihren Classic+, wieso nicht. Auch wenn private Server teilweise eine gute Sachen sind, wie bei Games die offiziell garnicht mehr laufen. Aber hier bin ich mal auf Blizzards Seite und das Recht auch