Das Aufbauspiel Blockverse soltle eine Art Minecraft mit Play-to-Earn-Mechanik werden und auf NFTs setzen. Auf diese Art wurden zum Start schon über 1,1 Millionen Euro umgesetzt. Doch kurz darauf verschwanden das Spiel und alle Kontaktmöglichkeiten an die Entwickler. Doch dann tauchten sie wieder auf und versuchten, alles zu erklären. Wie das alles sich entwickelt hat, erfahrt ihr hier auf MeinMMO
Was ist Blockverse? Blockverse ist eine Art inoffizielle Mod des beliebten Klötzchenspiels Minecraft. Doch hier sollt ihr in der Lage sein, eure im Spiel erworbenen Items als NFTs zu erhalten. NFTs sind digitale „Items“, die auf der Blockchain-Technologie und Kryptowährungen basieren. Man kann sie online kaufen und verkaufen, was für manche Spieler sehr verlockend erscheint. Man könnte daher eine Art Minecraft als „Play-to-Earn“-Spiel betreiben und durch virtuelle Arbeit echtes Geld verdienen.
Was passierte nach dem ersten Sale? Zum Start des Projekts schürften die Entwickler 10.000 NFTs, die auf der Kryptowährung Ethereum basierten und nach dem aktuellen Kurs (Stand 29. Januar 2022) über 1,1 Millionen Euro wert waren. Dazu kamen noch Erlöse aus Sekundär-Transaktionen, an denen die Entwickler auch nochmal Anteile verdienten.
Doch kaum war der Sale beendet und alle Tokens verkauft, verschwanden die Entwickler plötzlich. Die Seite des Spiels war tot, der Discord komplett gelöscht und auch auf Twitter war Funkstille.
Schnell wurde der Verdacht eines so genannten „Rug Pulls“ laut. Damit wird in der Krypto-Szene ein Betrugsversuch beschrieben, bei dem Anbieter einfach mit der gesammelten Crypto-Währung verschwinden, sobald genug leichtgläubige Opfer dafür bezahlt haben.
Entwickler tauchen wieder auf und entschuldigen sich – Fans bleiben skeptisch
Wie gings weiter? Nach drei Tagen, in denen sich die wütenden Spieler von Blockverse mittlerweile in einem neuen Discord versammelt hatten, tauchten die Entwickler plötzlich doch wieder auf und veröffentlichten via Twitlonger ein Statement.
Demnach habe man völlig unterschätzt, welche Nebenkosten (so genannte „Gas Fees“) und technischen Probleme mit solch einem Projekt verbunden sind. Das wiederum habe zu einem Klima von Furcht, Unsicherheit und Zweifeln geführt, was wiederum zu toxischem Verhalten der Community führte. In dieser Atmosphäre geriet das Team wohl in Panik und löschte erstmal alles:
18 Stunden nach dem Start schlugen die [Furcht, Unsicherheit und Zweifel] schnell in Belästigungen, Drohungen und Doxxing um. Das Team bemerkte all dies und geriet in Panik und löschte den Discord-Server kurzerhand. Alles andere wurde geschlossen, um zu verhindern, dass die Belästigungen weitergehen, die bis dahin aufgetreten waren. Selbst dann war der Plan, den Server wieder zu öffnen, sobald sich alle beruhigt hatten.
Es gibt absolut keinen Grund für uns, das Projekt dauerhaft zu verlassen, da die gesamte technische Arbeit und die Infrastruktur für das Projekt bis jetzt bereits aufgebaut worden ist. Es war tatsächlich mehr Arbeit, alles abzubauen, als es online zu lassen, aber auch hier wurde alles im Interesse der persönlichen Sicherheit getan.
Leider konnten wir noch nicht wieder online gehen, da sich die Situation offenbar noch verschlimmert hat. Obwohl wir alles geliefert haben, was wir versprochen haben, verstehen wir, warum die Leute mit den Ereignissen unzufrieden sind, und wir fühlen uns verpflichtet, unser voll funktionsfähiges Spiel online zu halten. Daher planen wir, das Spiel in den kommenden Tagen wieder zu öffnen (wie ursprünglich geplant) und die Arbeit an Phase 2 fortzusetzen.
Wie reagierten die Spieler? Die Entwickler behaupten also, das sie keinesfalls vorgehabt hätten, einen „Rug Pull“ durchzuziehen und alle User abzuzocken. Vielmehr wäre alles nur ein großes Missverständnis.
Das wiederum kauften ihnen viele User aus der Community nicht ab. Laut der Seite PCGamer, die Spieler auf dem neuen Discord der Community befragt hat, wird das Verhalten der Entwickler als Rettungsversuch gesehen. Denn die Entwickler hätten wohl zu viele Spuren hinterlassen und würden nun aus Furcht vor Strafverfolgung zurückrudern:
Wir haben eine Art „Datenspur“. Wir haben eine Coinbase-Adresse, die eine Menge Dinge finanziert hat, und eine Cloudflare-IP. Sie dachten, sie wären [mit ihrem Rug Pull] davongekommen, und jetzt wissen sie, dass wir die Spur haben, die sie hinterlassen haben.
Wie geht es jetzt weiter? Die Community, die weiterhin an einem NFT-Minecraft interessiert ist, bot daraufhin an, dass die Entwickler ihnen doch einfach ihre Assets überlassen sollten und sie würden die Sache dann selbst zu Ende bringen.
Die Entwickler lenkten tatsächlich ein und versprachen, die Assets am Projekt herzugeben, aber die Millionen aus dem NFT-Sale (in Form von 500 Ethereum) wollten sie dennoch behalten. Die Fans wollen jedoch mindestens 200 Ethereum (laut aktuellem Kurs ungefähr 448.000 Euro) aus dem Sale haben, um das Projekt weiter zu finanzieren.
Die meisten Rug Pulls lassen sich kaum oder gar nicht wieder zurückzahlen, sodass die Community hier realistisch ist, was eine Abfindung angeht. Wir sind damit einverstanden, dass sie [die Entwickler] etwas [von ihrem Sale] behalten dürfen. Wir wollen nur genug, um das Projekt zu betreiben.
Offenbar sollen die Betreiber von Blockverse aber auch in Verhandlungen mit der NFT-Plattform NFTWorlds sein. Es bleibt also interessant, wie sich die Sache noch entwickelt. Wenn wir hier mehr wissen, werden wir euch auf dem Laufenden halten.
Das Thema NFT ist nach wie vor bei Gamern höchst umstritten. Daher verkündeten hochrangige Manager bei Ubisoft jüngst sinngemäß „Ihr habt noch nicht kapiert, wie gut NFTs für euch sind.“
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