Über Blizzard und World of Warcraft zu schreiben ist nur noch eine Qual

Die Berichterstattung über Blizzard und World of Warcraft ist anstrengend. Cortyn von MeinMMO erklärt, was gerade gehörig schief läuft.

Es ist mal wieder an der Zeit, um ein bisschen über Blizzard zu reden. Ja, ich weiß. Im Grunde tun wir das alle seit Wochen und Monaten. Und fast jeden Tag findet sich aktuell ein neues Ärgernis, über das man berichten kann. Da werden in World of Warcraft Frauen in Obst verwandelt, Story und Namen geändert oder alte, harmlose Witze aus dem Spiel gestrichen. Langjährige Mitarbeiter verlassen das Unternehmen und über allem schwebt ein ekliger Sexismus- und Diskriminierungsskandal.

Es sind eine Reihe von Themen, die ich hier abhandeln will.

Über den Autor:
Cortyn schreibt seit 2013 für MeinMMO und schon immer mit einem besonderen Fokus auf World of Warcraft und andere Blizzard-Spiele.

Im Spiel liegt Cortyns Fokus auf so ziemlich allem, das nichts mit PvP zu tun hat: Mythische Dungeons, Raids, Rollenspiel, Pet-Battles, das Sammeln von Erfolgen und die immer größere Transmog-Sammlung.

fragt meinmmo cortyn

Blizzard – Für mich mehr als nur Arbeit

Auch wenn es zu meiner Arbeit gehört, über Blizzard und deren Spiele zu schreiben, ist Blizzard für mich eigentlich viel mehr.

Ich weiß noch ziemlich gut, dass Warcraft III für mich damals ein Grund war, mich mehr für Videospiele zu interessieren – nicht nur für das Spielen, sondern auch die Entwicklung. Nachdem ich Archimonde besiegt hatte, interessierte ich mich mehr und mehr für die Entwicklung von Videospielen.

Ich hatte angefangen, viel Zeit in den „RPG Maker 2000“ zu stecken, wollte selbst ein Spiel erschaffen. Sicher mehrere Tausend Stunden habe ich daran gearbeitet. Dabei habe ich auch angefangen, Dialoge zu schreiben – immerhin braucht ein Spiel viel Text. Das wiederum weckte den Wunsch in mir, auch bessere Dialoge verfassen zu können, weshalb ich mehr Bücher las.

Wenig verwunderlich also, dass mein Beruf am Ende etwas mit dem Schreiben zu tun hat. Auch wenn Dialoge jetzt eher selten vorkommen.

Ich bin hier bei MeinMMO gelandet, weil ich gerne schreibe und ein hohes Interesse für Blizzard-Spiele habe. Beides habe ich indirekt Blizzard zu verdanken.

Doch auch privat verdanke ich Blizzard recht viel. Ich habe in meiner aktuellen WoW-Gilde Leute, die ich mitunter seit 15 Jahren kenne und von denen einige sehr gute Freunde geworden sind. Ein großer Teil meines Freundeskreises besteht inzwischen aus Bekanntschaften, die ich mal in WoW geschlossen habe.

Klar, über die Jahre spielen nicht mehr alle WoW, doch die Freundschaft ist geblieben und hat sich auf andere Spiele ausgeweitet, auf gemeinsame Filmabende oder Pen&Paper-Runden.

Oder um es kurz zu sagen: Blizzard als Ganzes liegt mir am Herzen. Einige der schönsten Erinnerungen meines Lebens basieren auf Ereignissen, die nur stattfanden, weil ich über Blizzard und deren Spiele an andere Menschen gelangte, die mir wichtig sind.

Umso mehr stört es mich, was jetzt bei Blizzard und World of Warcraft passiert. Übertriebener Aktionismus, der in eine ganz falsche Richtung geht und genau das Gegenteil von dem bewirkt, was die Entwickler eigentlich erschaffen wollen: Eine Welt, in der sich jeder zuhause fühlt.

Sinnvolle Änderungen gegen Belästigung sind gut

Ich stehe gar nicht mit allen Änderungen grundsätzlich auf Kriegsfuß. Gerade die Begründung, dass einige Emotes auf eine unfreundliche und feindselige Weise genutzt werden können, kann ich gut nachvollziehen.

In meinen über 15 Jahren in World of Warcraft, die meiste Zeit auf RP-Realms, habe ich einfach ein paar schräge Leute mitbekommen. Damit meine ich nicht den typischen PvP-Schurken, der dich in der offenen Wildbahn umhaut und dann anspuckt, weil er sich für den größten Held des Schlingendorntals hält. Gerade unter Rollenspielern findet man – aus eigener Erfahrung – oft Cyber-Stalker oder Trolle, die sich Zweitaccounts erstellen, damit Leute ausspionieren, ihnen nachstellen und Emotes spammen.

Klar, man kann die auf die Ignore-Liste nehmen und dann gedanklich ausblenden. Aber das gelingt nicht allen. Ich krieg auf einem meiner Charaktere alle paar Wochen einen Ingame-Brief von jemandem, der mir mal wieder im Spiel sagen muss, wie schlecht meine Artikel doch sind und dass ich ja mal überhaupt keine Ahnung von gar nichts habe. Ich kann das inzwischen ab und amüsiere mich eher darüber. Aber andere können damit nicht so gut umgehen.

Man kann das eigene „dicke Fell“, nicht als Standard für alle voraussetzen.

Schön, dass du mir trotzdem Klicks bescherst 🙂

Ich habe in den 15 Jahren mehr als nur eine Handvoll Leute erlebt, die schlicht nicht mehr in WoW einloggen wollten, weil sie Angst vor Belästigung durch andere Spieler hatten. Sie hatten nicht das Gefühl, als gäbe es im Spiel genügend Möglichkeiten, sich dagegen zur Wehr zu setzen. Und da rede ich noch gar nicht von den absurden RP-Schlammschlachten, bei denen die Leute immer hinter dem Rücken übereinander herziehen, der irgendeine erfundene RP-Regel nicht ganz genau so auslegt wie sie selbst.

Was ich damit sagen will: Ich habe absolutes Verständnis dafür, wenn die Entwickler von World of Warcraft dafür sorgen wollen, dass das Spiel inklusiver, einladender und weniger toxisch in dem vom Spiel ermöglichten sozialen Interaktionen ist.

Es ist okay, wenn World of Warcraft das Emote „/spucken“ oder „/stöhnen“ nicht mehr als Standard anbietet. Es ist verdammt wichtig und richtig, dass man künftig einen ganzen Account auf die Ignore-Liste nimmt, wenn man einen einzigen Charakter davon blockiert.

Das sind Dinge, die begrüße ich, wenngleich ich bei den Emotes zumindest nachvollziehen kann, warum man aus Spielersicht gegen eine Abschaffung ist. Vermutlich, weil man selbst noch nicht Opfer davon wurde, wenn man damit über Stunden oder Tage zugespammt wird, bis man sich selbst richtig schlecht fühlt.

Blizzard streicht zu viel und das Falsche

Als Blizzard vor einigen Tagen endlich eine Erklärung zu all den Änderungen in World of Warcraft geliefert hat, war ich froh. Ich dachte, dass das vielleicht der Wendepunkt sein könnte. Endlich ein klares Statement zu haben und zu verstehen, nach welchen Prinzipien und Leitlinien Blizzard Dinge ändert, das hätte eine gute Sache sein sollen.

Das war es aber nicht.

Denn kurz darauf fiel auf, dass Blizzard zahlreiche Witze und Flirtsprüche in der englischen Version aus dem Spiel streicht.

Es geht dabei nicht nur um ein oder zwei Sprüche. Satte 74 Flirtsprüche und Witze der englischen Version fallen den Änderungen zum Opfer und werden ersatzlos gestrichen.

Selbst wenn ich mich mit aller Gewalt in einen aufgebrachten Klischee-Twitternutzer reinfühle, der auf jeden Fall getriggert sein will, dann finde ich nur 4 oder 5 der Sprüche wirklich bedenklich.

Nehmen wir einen der Pandaren-Flirtsprüche der Männer: „Hey, hot stuff. Want to try breeding in captivity?“

Da könnte man einfach schmunzeln und anerkennen, dass das offenbar eine Anspielung darauf ist, dass Zoos in der realen Welt Probleme damit haben, Pandas zur Fortpflanzung zu animieren, da die sich in Gefangenschaft einfach nicht gerne paaren.

Oder man verdreht den Spruch in Gedanken so lange, bis man darin die Grundlage für einen „Rape-Joke“ sieht, denn was sonst könnte „Fortpflanzung in Gefangenschaft“ sonst bedeuten?

Das ist eines der wenigen Beispiele, bei denen ich mir denke: Okay, wenn man es krampfhaft darauf anlegt, darin etwas problematisches zu sehen, dann geht das. Da muss man schon viel Langeweile haben und einen dicken Schluck aus der „TRIGGERED“-Flasche nehmen – aber es geht.

Doch bei anderen Sprüchen ist das einfach nicht so – oder nur mir gelingt es nicht.

Die Flirtsprüche der Trollfrauen sind anrüchig – aber genau das sollten sie ja auch sein!

Nehmen wir den Flirtspruch der Troll-Frauen: „When enraged, and in heat, a female troll can mate over 80 times in one night. Be you prepared?“

Auch dieser Spruch wird gestrichen.

Das ist der Spruch eines weiblichen Charakters, der eine Aussage über sich selbst trifft. Im Kosmos des Spiels gibt es da keinen Sexismus von außen. Die Troll-Frau sexualisiert sich selbst und stellt das in den Vordergrund – das ist der Inbegriff von Flirten. Der anderen Person auf leicht verspielte Weise mehr oder minder klarzumachen: Ich find’ dich toll, bei uns könnte was gehen.

Ähnlich ist es bei dem Blutelfen-Spruch der Frauen: „Ist das da ein Manawyrm in deiner Hose oder bist du nur froh mich zu sehen?“

Den Spruch gibt es in mehreren Varianten auch bei anderen Völkern – Goblins und Nachtgeborene haben den auch.

Bald nicht mehr, denn alle 3 Versionen werden gestrichen. Und ich habe nicht die leiseste Ahnung, warum. Klar ist der Spruch recht eindeutig – aber exakt das ist doch seine Daseinsberechtigung. Ein lockerer, flotter Spruch. Etwas anzüglich. Denn genau das ist ein Kernaspekt von Flirts, mal mit mehr, mal mit weniger Niveau.

Manawyrme und Reittiere – darüber reden Elfen bald nicht mehr.

Ein letztes, drittes Beispiel, das mich richtig wütend macht, je länger ich darüber nachdenke.

Der hier stammt von den weiblichen Blutelfen: „Eigentlich reite ich ja nur auf epischen Reittieren, aber … lass uns darüber reden.“

Ihr könnt es euch schon denken, der Spruch ist mit Patch 9.1.5 auch Geschichte. Dabei war der Spruch vor allem eines: Witzig. Er hat einen Ingame-Flirt (aus Sicht des Charakters) mit einem Fakt aus Sicht des Spielers oder der Spielerin („episches Reittier“) kombiniert. Eine Elfe, die locker mit ihrer eigenen Sexualität umgeht. Ein vielleicht nicht sonderlich poetischer, aber doch gelungener Spruch.

Eine tolle Lösung für einen prägnanten, lustigen Flirtspruch – der nun verschwindet.

Eines der vielen, verdammt falschen Signale, die Blizzard damit sendet, ist: Frauen, haltet euch mit eurer Sexualität zurück und geht damit bloß nicht offen oder selbstbewusst um.

Selbst wenn das nicht die Absicht der Entwickler ist, ist das doch genau die Nachricht, die damit transportiert wird, wenn man den weiblichen Charakteren die Flirtsprüche nimmt, in denen sie mit der eigenen Sexualität locker umgehen.

Was die ganze Sache noch viel absurder macht: Flirtsprüche und Witze können schon seit Jahren sowieso nur von Charakteren in der eigenen Gruppe gehört werden. Und das sind in aller Regel Leute, die ich zumindest ein bisschen kenne oder ihnen damit wenigstens ein Mindestmaß an Vertrauen entgegenbringe.

Wer nicht in der Gruppe des Emote-Nutzers ist, kann den dazugehörigen Sound gar nicht mehr hören. Noch viel „sicherer“ kann man solche Sprüche eigentlich gar nicht machen.

Der Rückhalt in der Community fehlt

Dass Blizzard mit den Änderungen weit, weit über das Ziel hinausschießt, ist inzwischen vielen klargeworden und sollte langsam auch bei den Entwicklern angekommen sein. Das Feedback ist fast überall negativ.

Im Subreddit von World of Warcraft, auf wowhead und in den offiziellen Foren liest man immer wieder Beiträge, die im Kern sagen: „Ich bin eine Frau und ihr tut mir mit den Änderungen keinen Gefallen. Wir entwickeln uns zurück in die Vergangenheit, in der Frauen nichts in Bezug auf Sexualität sagen oder zeigen durften.“

Klar gibt es auch Verständnis und bei manchen Änderungen Zustimmung. Dass etwa die Afrasiabi-NPCs entfernt wurden, das haben die meisten akzeptiert.

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Für die Löschung der Afrasiabi-NPCs gab es noch Verständnis.

Doch inzwischen herrscht der Gedanke vor, dass Blizzard in einem Wahn der Überkorrektur einfach sämtliche sexuellen Anspielungen aus Azeroth streicht und damit eine eintönige, langweilige und sterile Welt zurücklässt.

Die Lockerheit, die frivolen Sprüche und die kleinen, mitunter sehr blöden Wortwitze – die haben Warcraft mit groß gemacht.

Ich kann noch heute fast alle Sprüche aus Warcraft III mitsagen, die abgespielt werden, wenn man eine Einheit wiederholt anklickt. Darunter sind auch ein paar frivole Dinge.

Der manchmal alberne Humor ist einer der Grundpfeiler von Warcraft – zumindest für mich. Das sind witzige Details, die ich liebe, die den Charakteren und der Welt mehr Leben eingehaucht haben.

Über Blizzard zu schreiben ist nur noch Tortur

Ich schreibe jetzt seit rund 8 Jahren für MeinMMO über Blizzard und World of Warcraft – und noch nie hat es so wenig Spaß gemacht, wie jetzt. Wenn ich nachts oder morgens nach spannenden Themen für News und Artikel suche, dann ist das eigentlich immer eine bunte Mischung, nach der ich Ausschau halte.

Auch wenn bei vielen noch im Kopf hängt, dass Autoren immer nur nach Skandalen suchen, weil die viele Klicks bringen – das stimmt nicht. Ganz davon abgesehen, dass negative Schlageilen nicht automatisch viele Klicks generieren:

Die meisten hier schreiben äußerst gerne über positive Dinge. Kleine Heldengeschichten, besonders schöne Augenblicke der Interaktion unter Spielern, beeindruckende Leistungen oder kuriose Vorfälle zum Lachen.

Doch bei Blizzard und World of Warcraft sind die “schönen” Geschichten gerade sehr rar gesät. Es macht einfach keinen Spaß.

Sich den halben Tag nur mit negativen Dingen zu beschäftigen, wie Sexismus, der Unzufriedenheit der Spieler, Beschwerden und Konflikten, das macht einfach mürbe. Vor allem, weil Blizzard auch ein Unternehmen ist, das mir in den letzten 15 Jahren viel bedeutet und durch seine Spiele gegeben hat, nagt das an mir. Ich halte mich grundsätzlich für recht reflektiert und auch in der Lage, Änderungen aus der Position von anderen Leuten einschätzen zu können – doch gerade fehlt mir bei so vielen Dingen das Verständnis.

Wer MeinMMO schon länger liest, der kennt vielleicht noch meinen Artikel „Heute über Blizzard zu berichten tut mir in der Seele weh“ aus dem Jahr 2018.

Damals dachte ich, dass Blizzard einen absoluten Tiefpunkt erreicht hatte. Die großen Aufreger waren die Ankündigungen von Diablo: Immortal, fragwürdige Angebote im WoW-Shop und die Entlassung vieler Mitarbeiter.

Inzwischen wünschte ich, wir hätten wieder den Zustand von 2018 – denn da war mir „mein Blizzard“ und die Berichterstattung darüber angenehmer.

Dabei mag ich World of Warcraft. In keinem anderen Spiel habe ich mehr Zeit versenkt. Ich mag sogar einen großen Teil der aktuellen Inhalte und finde viele Aspekte von Shadowlands – vollkommen aufrichtig – besser als es viele in der Community sehen. Ich logge nicht nur “aus Gewohnheit” ein, sondern weil ich durchaus noch immer Spaß habe.

Nur das ganze “Drumherum” ist nervig. Die Unzufriedenheit der Community, das anscheinend kopflose Vorgehen der Entwickler, der Skandal bei Blizzard. Es nervt. Dabei ist es gut, dass so Dinge wie der Skandal aufgedeckt werden. Aber dass es ihn überhaupt gibt – das nervt.

Gegenwärtig bin ich echt froh, wenn ich über Minecraft, Back 4 Blood oder Dead by Daylight schreiben kann. Über Blizzard zu schreiben, macht einfach keinen Spaß mehr. Nicht, weil die Spiele grundsätzlich schlecht wären, sondern weil sich alles gerade in einer Negativspirale befindet. Egal ob es um die Spieler, die Entwickler oder das Unternehmen als Ganzes geht.

Ich sehne mich nach Zeiten zurück, in denen der größte Skandal ist, dass Rextroy mal wieder einen Bug gefunden hat, mit dem er 40 Spieler onehitten kann oder die schlimmstmögliche Veränderung in WoW war, Sylvanas einen Bauchpanzer zu verpassen.

Ehrlich gesagt, weiß ich auch gar nicht so genau, wo ich eigentlich mit diesem Artikel hin will. Ich glaube, ich wollte dazu einfach mal meine Ansicht und Meinung niederschreiben, um es loszuwerden.

Vielleicht hat es euch ja unterhalten.

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ThisIsThaWay

WIR danken DIR für deine Beiträge, dein Engagement und dafür das du deine Energie dafür einsetzt andere zu informieren. Daher versuchen wir dir so viel positive Energie wie möglich über die einzige Kraft die wir haben zukommen zu lassen. Das geschriebene Wort. 😄

#CortynsArmy (Sorry den Witz konnte ich mir nicht verkneifen an der Stelle.)

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von ThisIsThaWay
Sina

danke Cortyn – das war ein richtig guter artikel und ich stimme absolut mit dir überein…ich fand die flirtsprüche der fraktionen immer cool – schade, dass das einem übereifer weichen muss.

Elder

Zu Allererst: Ich finds ja irgendwie niedlich, dass der Typ in den Hateletter noch 2 Malachite reinpackt.😂😂😂

Zum Artikel insgesamt:
Kann ich alles nachvollziehen, sehr vieles auch unterschreiben.

Ich spiele seit fast 16 Jahren dieses Spiel. An Spielermaterial habe ich glaube ich fast alles gesehen in Gilden und in freier Wildbahn.

Aber KEINER, wirklich NIEMAND hat sich jemals von den Flirtemotes angegriffen gefühlt. Das waren in all den Jahren mit die besten Lacher in Raidpausen oder anderswo.

Und ich sehe das so wie Cortyn: Flirt per se ist zu einem gewissen Maße immer anzüglich. Das ist die Definition eines Flirts.

Von daher wäre eigentlich die konsequente Lösung gewesen, /flirt komplett für alle zu streichen.

So aber begibt sich Blizzard in dem wohl schwersten Kapitel der Unternehmenshistorie wieder in die Situation, die sie eigentlich gerade sicher nicht wollen: schlechte bis katastrophale PR und das primär durch Eigenverschulden.

Dazu kommt Classic, welches sich beim Großteil der Spieler wahrscheinlich einfach schnell abnutzen muss abseits von Privatservern. Und Retail, welches…nun ja, reden wir lieber nicht drüber. Ich kann mich nicht erinnern, jemals in einem Addon so wenig Content gesehen zu haben in dieser Zeitspanne. Ich wenn noch einen einzigen Key in diesen Dungeons spielen muss, beiß ich in den Tisch. Und NEIN, ich will auch keine recycelten Legion-Dinge. HÖRT AUF ZU RECYCLEN! Also…was Spielinhalte betrifft. Ansonsten bitte weiter Müll trennen.

Aber genug off-topic: Ich persönlich hoffe, dass die Spielerschaft – auf die angeblich ja immer gehört wird – es dieses Mal eventuell durch Feedback noch schafft, diese unsinnigen Änderungen noch zu verhindern.

Schließlich spielen wir alle fiktive Charaktere, die wir nach unserem Gusto gestalten. Wieso also keinen flirtenden Troll im Mojorausch oder eine Blutelfe, die sich ihrer Reize sehr wohl bewusst ist? Oder auch die Goblindamen mit dem Bondagewitz?

Was spricht um Himmels Willen dagegen?

Überall soll man woke sein, überall definieren sich die Menschen mittlerweile über ihre Sexualität (kann man auch kritisch sehen, ist aber nicht das Thema), wieso also nicht auch in einem Spiel mit dem eigenen Charakter?

Dass niemand Missbrauch etc. gut finden soll und das in einem Spiel erst recht nichts verloren hat, liegt ja auf der Hand.

Aber ganz normale “Erwachsenenspäße”? Das sollte doch erlaubt sein. Und wer es nicht möchte, muss es ja nicht nutzen.

Ja. Das Allerweltsargument. Aber es passt hier leider so gut wie sonst selten.

Zumindest weitaus besser als das Argument der Entwickler, dass jetzt nach Jahren auf einmal auffällt, dass sie das so nicht wollen. Lächerlich.

Threepwood

An den Typen, der dir und dem Rest der Crew solche (ingame) Mails schreibt: Schäm dich!

Ich gehöre zu den wenigen, die das alles nicht überbewerten wollen, Blizzard 1-2 Jahre Wirrwarr zugesteht und dies auch so erwartet – diese krankhafte Haltung bekommt man im sozialen Bereich mit der Brechstange implementiert. 😄
Natürlich bin ich nicht zufrieden mit manchen Dingen, aber auf meiner Seite der Leitung kann ich nichts ändern. Ich kann den Ball flach halten, sie machen lassen und nach einer angemessenen(!) Zeit schauen, obs für mich passt.

Selbstfindung im kleinen, persönlichen Rahmen ist schon chaotisch. Das auf so eine Firma zu übertragen ist schon fast ein absurdes Projekt. Für viele, viele Menschen ist Blizz (auch heute noch) eben mehr als ein random Studio und das ist in diesem Fall Fluch und Segen zugleich.
Amis schwanken dazu eh gern als Hobby-Borderliner zwischen den Extremen und wenn sich Kapitalismus “auf einmal” mit sozialen Belangen konfrontiert sieht wird es richtig schön ätzend kompliziert, für alle Seiten. Zudem wertet gefühlt die gesamte Branche und Spielerschaft weltweit jeden kleinsten Move. Das ist weder nötig (okay Klicks…), noch hilfreich.

Vielleicht macht es ja Sinn, den Spieß als Autorin umzudrehen und jede Woche ein positives Highlight des Spiels (von Vanilla bis heute), vielleicht auch Communiy-Erlebnisse o.ä. zu schreiben bzw. mit einzubinden?
Eben eine Artikelreihe, die sich auf die (auch heute noch) schönen Dinge besinnt. Um im Hirn mal weg von der Negativspirale zu kommen, die irgendwann ein Selbstläufer wird.

Du schreibst mit die lesenswertesten Artikel hier auf der Seite. Als Leser merke ich, du bist seit Jahren im Spiel und in der Thematik, unabhängig vom (Anti)Hype. Das ist selten und ich wünsche dir und mir, als Leser, dass du das irgendwie für dich aufrecht erhalten kannst.

Ich geh nun wieder Namen tanzen und richte den Stuhlkreis her. 😁

jolux

Das musste mal raus.

Aber auf diese Art entstehen oft die besten Artikel. 👍

Desten96

Du machst sehr gute Artikel. Nur blizz hat momentan das Talent ins Klo zu greifen. Ich denke aber es werden bessere Zeiten kommen.

Chitanda

Heyho Liebe Cortyn,

danke für die Einsicht in deine “Seele”. Ich kann nachvollziehen wie du dich fühlst. (Haha ich weiß gerade von mir kommt nun sowas.)

Aber ich habe WoW nun auch nicht umsonst 13 Jahre gespielt es war toll lange lange zeit.
Ich gehöre zu dem Teil der Comm an die Shadowlands als absolut schlecht empfindet. Der Content ist für 13 Euro im Monat einfach nicht fesselnd genug mehr (Alte Addons die ich auch immer gespielt habe geben mir halt nix mehr weil ich da schon immer das geholt habe was ich wollte -> Rest Uninteressant)

Ich mag Blizzard mittlerweile garnicht mehr was hier nun auch jeder weiß…hab ich oft genug gezeigt. Aber es ist halt einfach die massive Verärgerung und Enttäuschung darüber wie uns das Unternehmen die Jahre verarscht hat. Grundwerte auf ner Statue vorm Hauptsitz die Jahrelang ignoriert worden sind. Da hört bei mir einfach der spaß auf.

So das dazu. Was ich erschreckender finde ist die Tatsache mit dem Ingame Brief den du da als Screen gepostet hast, Du machst nen tollen Job und wenn ich mit dir sehr sehr selten einer Meinung bin finde ich das absolut daneben sowas Ingame zu schicken. Wenn du im Spiel bist ist es ja deine Freizeit zu nem gewissen maße wenn nicht sogar komplett und ne ich finde es absolut schändlich.
Das hast du einfach nicht verdient. Keiner von den Redakteuren oder überhaupt irgendwer.

Solche spieler sollte man permanent mit nem Hardware/IP Bann belegen das die nie wieder Blizz games spielen dürfen.

LG Chitanda

Teldriir

Das Problem bei Blizzard ist und war die Machtlosigkeit als zahlender Kunde. Da denen das Feedback und die Stimmungslage beim zahlenden Publikum schon immer egal war, wird keiner den Irrsinn stoppen können. Die machen doch eh ihr Ding. Selbst Abokündigungen treffen die falschen Leute. Die Entscheidungsträger sind wie Aristokraten und wir nichts weiter als der Pöbel. Es ist einfach nur frustrierend.

Hamurator

Eieiei, die WoW-Entwickler machen das, was sie am besten können: sich in Extremen bewegen. Die spannende Frage, die sich aus dem neuen “Geniestreich” ableitet, ist ja: Welche Flirt-Sprüche gehen noch in Ordnung? Und den Gedanken weitergesponnen: Macht es überhaupt noch Sinn den Befehl im Spiel aktiv zu lassen?

Und mich stört es im Übrigen massiv, dass Ion Hazzikostas als Game Director die ganze Zeit nichts sagt. Ich erwarte nun keinen 7-Stunden-Livestream wie von YoshiP, aber sich einfach mal “vor die Kameras” zu stellen und klar über die Probleme zu reden und wie man sie ggf. zu lösen gedenkt, wäre eine feine Sache. Aber man wartet wohl wirklich bis zur nächsten BlizzConline, wirft dann ein paar Münzen ins PR-Phrasenschwein und kündigt dann unterkühlt die nächste Erweiterung an, die, so meine Einschätzung, erst 2023 an den Start geht. Und an ein 9.3 ist natürlich auch nicht zu denken.

Cortyn, fühle dich auf alle Fälle mal gedrückt. Manchmal muss man den Frust einfach von der Seele schreiben.

Oh Long Johnson

Wenn man der Meinung ist Witze für 12 jährige aus einem Spiel zu löschen und damit Sexismus am Arbeitsplatz bekämpft, dann ist man echt maximal lost.

Phoesias

Was wir in letzter Zeit sehen, ist ein bis in die Grundfesten verunsichertes, irritiertes und orientierungsloses Unternehmen…

…das derzeit einfach nicht weiß wohin mit sich, seinen Werten, der Geschäftspolitik, den Fans, den Marken & den Mitarbeitern.

Das zeigt sich an allen Fronten

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von Phoesias
Sina

ja…da hast du wirklich recht.

Klaphood

Du bist mein Lieblingsautor hier. 🙂

Und sorry, dass ich nicht gender, aber ich will damit deutlich machen, dass du nicht nur meine LieblingsautorIN bist. 😉

Toll ge- und beschrieben, aber besonders einer der letzten Absätze macht mich etwas traurig. Zeigt es doch, wie man sich fast schon schämen muss, das Spiel noch wirklich gerne zu spielen oder spielen zu wollen. Bei all dem Hass gegen Blizzard und all dem Sch*** drumherum.

Hoffe, das ändert sich irgendwann einmal wieder. Halt die Ohren steif! Es gibt welche, denen geht es genau wie dir! 😊

Balren

Wie hier schon gesagt wurde: das Paarungsverhalten der Pandas ist nicht besonders lustig, sondern der Witz zündet nur, weil diese ganze Rape Geschichte im Hintergrund dabei ist.
Aber auch vermeintlich harmlose Witze, sind eben eigentlich nicht so cool. “Nice Pants. What’s the drop rate?” Der Witz basiert ja darauf, dass man etwas unangebrachtes sagt, das dann aber relativiert (Geiler Rock… Wo hast du den gekauft?). Dieser “Flirt” passiert täglich viel zu oft und ist nur für genau eine Person lustig: den Mann, der sowas macht. Die Chance, dass so ein Gag bei der Frau eben nicht zündet, ist gegeben, womit dann nur noch eins bleibt: ein unangebrachter Kommentar zur Kleidung.
Man kann sich drüber streiten, ob Scherze mit sexuellem Bezug okay sind oder nicht. Aber da hilft vor allem eins: Google Scholar anschmeißen und suchen, suchen, suchen. Was machen solche Witze mit dem Frauenbild in der Gesellschaft? Hat sowas Auswirkungen?
Die ganze Diskussion wird nicht anhand von Fakten sondern von Gefühlen geführt. Viele Leute haben das Gefühl, dass unnötige Sachen geändert werden. Und dann denkt man sich Argumente dafür oder dagegen aus.
Beispiel Gendern: Die Gegenargumente gehen eigentlich (fast) alle auf Gewohnheit zurück. Für das Gendern sprechen zumindest einige Studien. Trotzdem wird die Debatte unnötig hitzig mit falschen Argumenten geführt.

Ich bin bei den Änderungen tatsächlich ziemlich leidenschaftslos. Mir ist es sehr egal, ob es die Witze weiterhin gibt, aber ich finde die momentan herrschende Stimmung irgendwie eklig. Alle hetzen gegen diese Änderungen, aber niemand kann mir so richtig glaubhaft darlegen warum das jetzt so unfassbar böse sein soll…
Es kann mir auch keiner erzählen, dass wir DESWEGEN auf Content warten müssen 😀 c’mon Leute, da werden ein paar Textzeilen geändert/gelöscht und ein Grafikprakti sortiert ein paar Pixel neu – der PTR wird regelmäßig geupdatet mit tatsächlichen Inhalten.

Ich finde es auch erschreckend wie wenig eine eigentlich sehr offensichtliche Sichtweise beleuchtet wird: Wenn Frauen sich aus einer sexuellen Selbstbestimmung heraus selbst sexualisieren, ist das okay (zumindest, wenn sie aufgeklärt sind, lul), aber es hat schon einen sehr ekligen Nachgeschmack, wenn das Männer in ihrem Namen machen, besonders wenn es Männer tun, die gerade eine Klage wegen sexueller Belästigung am Hals haben. Diese ganzen Inhalte, die gerade geändert werden, wurden sehr wahrscheinlich von genau den Menschen erschaffen, die aktuell stark in der Kritik stehen.
Das Video von Taliesin und Evitel finde ich in dem Zusammenhang sehr gut – die Sichtweise wird auch durch die jüngsten Äußerungen der Entwickler bekräftigt.

Vllt nochmal als kleiner Abschluss: Ich finde es immer so ein bisschen schwierig, in so einer Diskussion Äußerungen einer Frau als Gegenargument zu verwenden. Nur weil es eine Frau gibt, die die eigene Meinung vertritt, ist das ja keine Rechtfertigung. Tatsächlich gibt es auch ganz viele Frauen mit verschiedenen Meinungen!
Kurz nochmal Schlenker Richtung Gendern: es gibt Studien, die belegen, dass die maskuline Form nicht ausreicht, um alle gleich anzusprechen. Trotzdem gibt es sehr viele Frauen, die sowas sagen wie “ich fühle mich auch von der männlichen Form angesprochen, ich bin ja nicht doof”. Diese subjektive Erfahrung, die Studien widerspricht, wird dann oft als Argument gegen das Gendern genutzt.
Alsoooo ich verstehe schon, woher der Impuks kommt die Meinung eben derer zu hören, um die es ja schlussendlich geht – ABER man muss aich immer bedenken, dass auch Mitglieder einer bestimmten Gruppe immernoch Menschen sind und uninformiert oder unreflektiert sein können. Frauen wachsen ebenso wie Männer in einem patriarchalischen System auf, bekommen ein patriarchalisches Weltbild anerzogen.

Oh Long Johnson

Bro, das ist ein Videospiel für 12 jährige und keine wissenschaftliche Studie. Lass Fantasy einfach Fantasy sein, reale Probleme dürften da eigentlich gar keine Rolle spielen.

Balren

Doch

Balren

Jooo, ich verstehe deinen Standpunkt, aber du bestätigst damit auch das, was ich kritisiere. Statt das Thema fundiert zu besprechen und diskutieren (auf Grundlage von Studien und Fakten), haut jeder einfach seine Meinung heraus. Dass es doch irgendwie stört, dass da Witze gestrichen werden, ist okay. Aber ich finde wenn man dieses Thema dann öffentlich beklagt, sollte man auch tiefer recherchieren und prüfen, ob aus dieser rohen Emotion heraus etwas gesellschaftlich relevantes entsteht.
Völlig unabhängig davon, ob solche Witze für einen persönlich in Ordnung sind oder nicht, wir sind uns einig, dass sie zumindest zweideutig sind – um den Begriff Sexismus und eine Wertung dadurch mal zu vermeiden. Also, egal ob zu krass oder im Rahmen des guten Geschmacks, sie sind zumindest zweideutig. Da könnte man ja überprüfen, ob es Studien gibt, die sich mit zweideutigen Geschlechterwitzen und deren Einfluss beschäftigen.
Wenn man zum Ergebnis kommt, dass diese völlig unbedenklich sind oder es keine Studien gibt, kann man seine Ansichten raushauen, aber einfach so aus dem Bauch raus find ich eben schwierig. Wenn jetzt eine Studie belegen würde(!), dass solche Witze heranwachsende Männer zu einem sexistischen Weltbild verleitet… Fändest du solche Witze dann noch in Ordnung?
Du hast halt das Gefühl, dass solche Witze keine Wirkung außer ein bisschen Gelächter haben und aus diesem Gefühl heraus regen sich gerade sehr viele Leute auf. Aber können wir das nicht sachlicher besprechen, als immer nur draufzuhauen?
Finde das macht es nämlich gerade enorm anstrengend über WoW zu lesen.

Nochmal betont: die Studie ist erfunden. Ich habe das nicht gecheckt, weil das nicht so richtig meine Aufgabe an der Stelle ist. Mir geht es weniger um das tatsächliche Thema als um die Art und Weise der Berichterstattung

Teldriir

Danke für diesen tollen Text. Damit ist alles gesagt. Ich verstehe den Wunsch nach Verboten, Streichungen, Gendersternen oder Doppelpunkten nicht. Es fördert keine Toleranz, sondern schürt Widerstand. Akzeptanz findet im Kopf statt. Und zwar freiwillig und aus Überzeugung.

Balren

Mir ist schon klar, dass es sich um einen Meinungsartikel handelt, aber es ist eben eine unreflektierte Meinung.
Du sollst hier keineswegs eine wissenschaftliche Abhandlung schreiben oder einen sachlichen Artikel, aber wenn ich merke, dass ich irgendwas so richtig doof finde, versuche ich richtig gute Argumente dafür zu finden, warum die Sache auch wirklich doof ist.
Und einfach nur zu sagen “ich find das lustig und es stört mich persönlich nicht!” ist eben nur ein so bedingt gutes Argument.
Wenn du alle sachlichen Argumente sichtest und dann zu einer Meinung kommst, kann eine Diskussion stattfinden, aber ich bekomme bei dem Artikel den starken Eindruck, dass es bei dem Thema mehr um ein indifferentes Gefühl geht als um eine tatsächliche, fundierte Meinung.
Und das finde ich total schade!

Hier wurde noch geschrieben, dass Streichungen, Verbote etc zu Widerstand führt, das stimmt zu einem gewissen Grad. Das liegt daran, dass die eigenen Werte und das eigene Verhalten infrage gestellt wird. Statt sich mit diesem Widerstand dann allerdings vernünftig auseinanderzusetzen, gibt man diesem Gefühl nach und nennt das dann seine “Meinung”.
Und genau das führt dann zu Intoleranz und Spaltung!

Manchmal gibt es eben Änderungen, die man auf den ersten Blick doof findet, die auf den zweiten Blick aber total viel Sinn ergeben und richtig sind!
Und da finde ich es dann super wichtig, dass man nicht diesem ersten Impuls nachgeht und die Änderung kritisiert, sondern sich nicht nur kritisch mit der Änderung sondern zuerst einmal kritisch mit dem eigenen Gefühl beschäftigt.

Das ist mein genereller Standpunkt und meine Kritik.

Zu dem ganzen Kriegsding will ich jetzt nicht sooo viel sagen, weil es die Diskussion irgendwie verlagert und verzerrt.
Einfach mal so viel: ich finds wichtig, dass man schlimme Dinge verurteilt und nicht verharmlost. Man kann Krieg durchaus zeigen und thematisieren – man sollte das danach halt nicht richtig cool finden. Die Verbrennung des Weltenbaums ist zum Beispiel ein sehr gutes Beispiel. Das wird als unfassbare Gräueltat inszeniert und nicht gefeiert. So sollte es sein.
Die Witze sind was völlig normales. Und wenn sich jetzt herausstellen sollte(!), dass solche Witze nicht harmlos sind, haben sie meiner Meinung nach keine Daseinsberechtigung mehr.

Es geht NICHT darum, ob man persönlich solche Witze lustig findet oder sich angegriffen fühlt. Es geht darum, ob es den Konsumenten zB zu einem falschen Frauenbild verleitet.

Farbloser… Ja i dont know. Es gibt halt auch total viele Scherze, die auf freche Weise Fehlverhalten ankreiden. zB die Questline mit Johnny Imba. Urkomisch und mit Aussagekraft.
Solche Sachen finde ich persönlich VIEL wichtiger für meinen Spielspaß als irgendwelche Flirtwitze.

Teldriir

Es geht bei der Streichung um genau das, was du kritisierst. Eine einseitige Sichtweise ohne adäquate Diskussion. Sie werden einfach entfernt, weil es jemand so will. Das ist einfach nicht richtig. Diese Meinung muss zumindest kontrovers diskutiert werden. Ich sehe hier in keinem Punkt die Gefährdung eines Frauenbildes oder die Überschreitung von Grenzen. Ich meine komm schon. Ist das ein Manawyrm in deiner Tasche. Wie viel Stock muss man verschluckt haben, um hier eine überschrittene Grenze zu sehen. Und hier geht es nicht um meine Meinung, sondern um eine ganz offensichtlich alberne Dünnhäuigkeit, die sich in die Gesellschaft gefressen hat. Bloß keinem auf die Füße treten. Könnte ja noch ne Untergruppe der Minderheit einer Minderheit beleidigt sein

Teldriir

Oh Long vor mir bringt es schon gut auf den Punkt. Auch wenn du hier eine höhere politisch moralische Diskussion anzetteln willst, bist du bei einem verdammten Game einfach falsch. Mal ganz abgesehen davon, dass mir Leute mit dieser ich bin ok du bist ok Mentalität tierisch gegen den Strich gehen. So funktioniert die Welt einfach nicht. Das Problem ist, dass inzwischen keiner mehr zu vernünftigen Diskussionen oder Auseinandersetzungen im Stande ist. Alle sind dauerbeleidigt, fremdechauffiert, obwohl es sie null Komma null betrifft oder man spielt sich als Anwalt für Minderheiten auf und kommt mit der Moralkeule. Einfach nur zum kotzen. Ich will es nicht allen recht machen oder es überall recht gemacht bekommen. Von mir aus nehmt die weibliche Form überall. Ich brauche keine Existenzberechtigung qua Genderausprägung. Gott sei dank sehen dass tatsächlich 100% der Frauen in meiner Firma genauso.

Balren

Ich finde ehrlich gesagt, dass deine Äußerungen sich wirklich fast schon auf ironische Weise widersprechen. Du unterstellst mir zum einen, dass ich eine moralische Diskussion anregen wolle, die in einem Game nichts zu suchen habe, auf der anderen Seite beklagst du dich, dass niemand mehr zu vernünftigen Diskussionen im Stande sei.
Zu genau solch einer vernünftigen Diskussion habe ich ja heute Vormittag als der erste hier aufgerufen. Eben auf Grundlage von Studien und Fakten – nicht von Impulsen und Gefühlen.

Teldriir

Ich denke, Cortyn hat es wunderschön zusammengefasst. Auch ausführlich genug. Wenn du anfängst, Widersprüchlichkeit in meinen Zeilen zu suchen, obwohl ich nur so nett sein wollte, dich nicht mit „das ist nur ein Game, Kollege“ abtropfen zu lassen, sind wir schon am Ende der Unterhaltung. Das ist mir zu blöd und zu nah an „ja aber du hast doofe Ohren!“

Balren

Naja ich kritisiere deine Sichtweise und du versuchst meine Äußerungen nicht inhaltlich zu entkräften, sondern einfach wegzuwischen mit “ist ja nur ein Game”. Das ist für mich die Definition von keiner sinnvollen Diskussion. Danach beschwerst du dich aber darüber, dass niemand mehr zu vernünftigen Diskussionen in der Lage sei. Finde ich eben sehr ironisch. Am Ende einer inhaltlichen Unterhaltung waren wir schon bei deiner ersten Antwort, denn wie bereits erwähnt, sagst du rein gar nichts zu meinen Argumenten

Sven

Also ich finde der Panda-Joke ist nen schlecht gewähltes Beispiel.

Es ist eben nicht nur eine Referenz auf das Paarungsverhalten von Pandas. Die sexuelle Anspielung in dem Witz kann man zumindest grenzwertig finden, da gibt es weit harmoloseres was gestrichen wurde.

“Nice pants. What’s the drop rate?” z.b.

Thyril

Bist doch genau der Grund wieso sie gleich alles löschen wollen. Diese Nuancen LeL – kommt einfach mal klar

Sven

Geld ist der Grund wieso sie gleich alles löschen. Ich hab damit wenig zu tun.

ThisIsThaWay

Vorab, vielen Dank für diesen Beitrag. Es ist wirklich eine schöne Sache deine persönliche Meinung mal direkt zusammengefasst lesen zu können.

Ich kann dich da voll verstehen. Ich habe ja bereits erwähnt, bei jedem ist der Punkt an einer anderen Stelle erreicht an der man sagt “Genug ist genug”. (In dem Fall nicht bezogen auf das spielen)

Ich als Privatperson die sich mit solchen Sachen nicht auseinander setzen MUSS, wenn ich es nicht möchte, habe da ja eine ganz andere Ansicht als wenn man sich jetzt Beruflich mit solchen Sachen auseinander setzen muss. Das macht einen logischerweise auf lange Sicht auch innerlich ein wenig kaputt. Daher ist deine Ansicht diesbezüglich nachvollziehbar und verständlich.

Das mit den Ingame Nachrichten kann ich nun wirklich nicht verstehen. Sorry wenn ich das so salopp daher sage, aber das ist wirklich ein Kindergarten. Die haben nichts besseres zu tun oder sind unzufrieden mit sich selbst und meinen mit solchen Aktionen kommen die dann besser klar. Es ist gut das du das mit Humor nimmst, das ist die beste Waffe gegen Trollposts und Trolle 😁

Nach wie vor lese ich deine Artikel gerne und kommentiere auch gerne (Auch wenn es meist auf meckern auf hohem Niveau rausläuft 😂) Aber auch mich hat es ein wenig traurig gemacht das zu lesen. Aber es ist gut das dieser Artikel geschrieben wurde. Dafür meinen tiefsten Respekt.

Timeless

Schöner Artikel 🙂

Ja kann es total Nachvollziehen, wenn Warcraft so lange Teil des Lebens war und sich alles zu dem Entwickelt wie es grade ist, schmerzt das schon sehr.

Ich bin auch mit Warcraft III eingestiegen, habe es gelebt und WoW war dann der große Wurf in dem ich viele tolle Erinnerungen gesammelt habe.

Aber: In den letzten Jahren, nahm der Spaß zunehmend ab und jetzt ist es wirklich überhaupt nicht mehr witzig, was aus Warcraft geworden ist.
Diese maßlosigkeit der Entwickler, sich dem Spieler bzw Community Willen bewusst zu widersetzten, weil sie es so wollen…
sorry das ich es so sage, aber das ist zum Kotzen.
ein Spiel ist ein Spiel. Es werden da nunmal Welten erschaffen, die nicht so friedlich und freundschaftlich sind, es Dinge passieren die bei uns moralisch Fragwürdig wären, aber das macht Spiele doch aus.

Was kommt als nächstes? Krieg und Gewalt werden gestrichen, weil die Entwickler das so wollen?

Was hier passiert, ist nicht mehr das WoW was ich geliebt habe, deswegen so schwer und schmerzhaft das auch ist, kehre ich World of Warcraft mitsamt dem ganzen Konzern den Rücken.

core2extreme

Was mich hier am meisten stört ist, bei vielen Änderungen in dieser Art gab es zuvor irgend einen Outrage oder Shitstorm. Hier passiert es “weil einige Entwickler es so wollen”.

Und ich glaube auch, dass diese das schon sehr lange wollten – schließlich muss man ja auch erstmal wissen, dass es diese Witze gab in den aber Millionen Zeilen Text in WoW gar nicht so leicht über viele Addons verteilt. Daher denke ich nicht, dass dies wirklich “nur” mit dem Sexismus Skandal zusammenhängt.

Es ist seit jeher die alte mär bei Blizzard. Die Devs ignorieren die Community. Erst waren es die sog. “Rockstars” die in der Firma alle unterdrückten jetzt sind es die Snowflakes die am Zug sind und eine sehr extreme Linke Agenda durchdrücken die kaum jemand aus der Community gefällt.

Der größte Schlag für mich persönlich, weshalb ich nun auch nach 13 Jahren meinen Abschied nehme ist, dass man sieht wofür der Patch 9.1.5 zurückgeschoben wird, man lässt die Leute auf Content warten um hier Textänderungen durchzudrücken die man auch in einem Hotfix hätte bringen können.

Der große Elefant der zusätzlich im Raum steht ist, wieviel spielbaren Content hätte man mit den Ressourcen erzeugen können und wird überhaupt an neuem Content gearbeitet?

Betreffend den Briefen die du Ingame erhältst kann ich nur sagen: Neid bzw. Verachtung ist die schönste Form der Anerkennung

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von core2extreme
NeinFalsch

“Es gibt kein richtiges Leben im falschen.”

Mir hat der Sexismus-Skandal – aber auch schon die Stories davor – nochmal klar gemacht:

Es gibt Unternehmen, die ich einfach nicht mehr unterstützen kann. Egal, wie viel gute Lebenszeit ich mit ihren Produkten verbracht habe. Egal, wie viele Freunde ich durch ihre Produkte kennengelernt habe. Egal, was die Produkte mir dieser Unternehmen bedeuten.

Blizzard hat sich selbst ins Aus navigiert. Selbstverschuldet. Zu hundertprozent.

Die Aufarbeitung des Sexismus-Skandal unterstreicht dabei – finde ich – nochmal die Hilfslosigkeit im Umgang mit dem aktuellen Zeitgeist. Wenn man sich 20 Jahre lang nicht damit auseinandergesetzt hat, dass da plötzlich Leute das Spiel spielen (ob es nun neue Spieler sind oder eben älter, reifer gewordene Spieler), die sexistische Witze nicht witzig finden… dann bewegt man sich nie auf einen grünen Zweig. Man schlägt immer in eine Richtung aus, irgendwo zwischen Kolleginnen, die sich nach einem Business-Trip selbst umbringen und dem Streichen von eigentlich harmlosen Scherzen.

Wenn man sich nie wirklich mit dem Thema “Sexismus” auseinandersetzt, weiß man eben nicht, was “okay” ist und was “over the top” ist. Das – ich pauschalisiere – ist die Boomer-Mentalität: “Was juckt mich das Wohl anderer, solange meine Freiheit (sagen & tun zu dürfen was ich will) nicht eingeschränkt wird?”

Ich verstehe deine private Emotionalität mit dem Thema. Da geh ich voll mit.

Eine andere Sache ist es aber sich weiterhin beruflich damit auseinandersetzen zu müssen: Will man einem solchen Unternehmen wirklich weiterhin den Zugang zur Mein-MMO-Community bieten? Will man diesem Unternehmen weiterhin “for free” eine mediale Aufmerksamkeit bieten?

Oder will man dieses Unternehmen canceln? Also dafür bestrafen, dass es nicht das Wohl der Menschen, Mitarbeiter, Kunden im Blick hatte, sondern lediglich den Profit. Wer auf der Bühne ins Publikum kotzt, wird von der Bühne gebuht.

Ich finde ja, das kann man machen. Und ich denke, du Cortyn, findest auch fernab von WoW ein Gebiet, ein Thema, einen Platz in der Gaming-Community wo du deine wirklich guten Schreibskills monetarisieren kannst. Es braucht nicht WoW und damit indirekt ein Unternehmen, was – wie gesagt aus meiner Sicht – jahrelang den Profit und die eigene Engstirnigkeit über alles andere gestellt hat und jetzt versucht den Brand mit Spucke zu löschen.

Ehrlich gesagt, weiß ich auch gar nicht so genau, wo ich eigentlich mit diesem Artikel hin will. Ich glaube, ich wollte dazu einfach mal meine Ansicht und Meinung niederschreiben, um es loszuwerden.

Vielleicht hat es euch ja unterhalten.

Mich hat der Artikel ehrlich gesagt traurig gemacht. Es macht mich traurig zu sehen, wie die Fanliebe – nicht zum Produkt, zum Unternehmen – Stück für Stück zerstört wurde.

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von NeinFalsch
Leya Jankowski

Das Thema mit einem Boykott von Blizzard-Spielen hatten wir damals schon zu Beginn der Klage-Berichte thematisiert. Das Problem mit diesem System ist, dass du auch die Leute bestrafst, die aktuell ihr Geld mit der Entwicklung von Blizzard-Spielen verdienen. Das wäre aus meiner Sicht nicht die richtige Vorgehensweise.
Genauso verstehen wir unsere Rolle auch nicht darin, dass wir Themen verstecken, die anderen vielleicht unangenehm sind.

Wir haben auch eine große Community, die Blizzard-Spiele spielen und letztendlich mag Cortyn selbst WoW ja auch noch gerne. Für die schreiben wir ja auch.
Sie hat auch schon positive Berichte über kürzliche Änderungen geschrieben, die ihr dann fürs Spiel gut gefallen haben. Es steht jetzt auch niemand mit der Peitsche hinter ihr und zwingt sie über Blizzard-Spiele zu schreiben. Wenn der Wunsch bestehen würde, könnte man auch nach einem anderen Themen-Gebiet schauen und jemand neuen für Blizzard-Spiele holen. Das ist aber aktuell nicht der Fall.

Ich persönlich denke, man geht hier einen besseren Weg, wenn man am Ball bleibt über aktuelle Probleme und die Entwicklungen zu berichten. Damit werden wir auch nicht aufhören. Genau dafür sind auch solche Kolumnen wie diese hier da.

Ich war immer der Auffassung, dass ihr da draußen selbst entscheiden solltet, welche Spiele ihr kauft, welche Studios ihr unterstützt. Letztendlich kann jede/r mit sich selbst ausmachen, ob er/sie Teil der Blizzard-Community sein möchte oder die Spiele spielt. Ich halte nichts davon Leuten diktieren zu wollen, was sie zu tun und lassen haben.

NeinFalsch

Das Thema mit einem Boykott von Blizzard-Spielen hatten wir damals schon zu Beginn der Klage-Berichte thematisiert. Das Problem mit diesem System ist, dass du auch die Leute bestrafst, die aktuell ihr Geld mit der Entwicklung von Blizzard-Spielen verdienen. 

Dieses Argument könnte direkt von Blizzard kommen. Ich weiß, was du meinst, aber ein Unternehmen ist ein Unternehmen. Blizzard ist negativ aufgefallen. Eine Differenzierung an dieser Stelle hilft nur Blizzard – also dem Unternehmen, dass den Stein der Schei*e ins Rollen gebracht hat.

Wenn du das Unternehmen boykottierst ist doch der Druck, dass sich was ändert, viel höher als wenn du sagst: “Naja, nur die Managementebene hat Schei*e gebaut. Da darf man die Entwickler nicht bestrafen.” -> Nein! Blizzard hat Mist gebaut. Punkt.

Davon abgesehen geht man dann davon aus, dass die Entwickler all die Jahre nichts, gar nichts mitbekommen haben und 0 dafür können. Das glaube ich nicht. Wer schweigend daneben steht ist genauso dafür verantwortlich. Und Berichte – jetzt im speziellen zum Sexismus-Skandal – gibt es schon seit längerer Zeit, nicht erst seit diesem Jahr.

Ich war immer der Auffassung, dass ihr da draußen selbst entscheiden solltet, welche Spiele ihr kauft, welche Studios ihr unterstützt. Letztendlich kann jede/r mit sich selbst ausmachen, ob er/sie Teil der Blizzard-Community sein möchte oder die Spiele spielt. Ich halte nichts davon Leuten diktieren zu wollen, was sie zu tun und lassen haben.

Das hat doch mit Diktatur nichts zu tun. Sind wir mal ganz kurz wirklich ehrlich: Webedia und somit auch ihr – Mein-MMO – seid Unternehmen, die Gewinne & Profite einfahren (müssen), um wirtschaftlich zu überleben. Ihr baut ja hier keine Communities zu Spielen aus reiner Nächstenliebe auf… nein. Wenn die WoW-Community nicht mehr Mein-MMO besuchen würde, keiner also diese Artikel klickt, dann werden keine WoW-Artikel mehr geschrieben. Ihr versucht zu argumentieren, dass ihr die Artikel für die Community schreibt… was auch stimmt, aber unvollständig ist: Ihr schreibt diese Artikel für die Community, die dann in den Artikel auf Werbebanner, dies, das klickt, damit ihr Umsatz generiert.

Es ist ein Geben und Nehmen.

Und an dieser Stelle müsst ihr euch schon die Frage gefallen lassen, was euch wichtiger ist: €€€ oder Haltung. Ihr entscheidet euch für €€€ und veröffentlicht – eben nicht nur kritisch für ein, mMn, Schei*ß-Unternehmen – weiterhin Artikel über die Produkte von Blizzard.

Und das ist ja auch vollkommen in Ordnung, wie gesagt, ihr seid Teil von Unternehmen… das Ziel eines Unternehmens ist Profit und nicht der Beitrag am gesellschaftlichen Wandel.

Das bringt mich schlussendlich dann eben zu folgender Meinung: Wem die Gaming-Community am Herzen liegt, der sollte dafür sorgen, dass Blizzard als Unternehmen nicht mehr existiert. Dieses Unternehmen hat immensen Schaden – nicht nur durch den Sexismus-Skandal – an Mitarbeitern, an Kunden usw. usf. angerichtet. Solche Unternehmen sollten dafür durch den Konsumenten, eben die Community, vom Feld gejagt werden. Dieses Unternehem vertritt schon lange nicht mehr die Werte, die ich aus der Gaming-Community kenne, sondern es ist ausschließlich (!) der Profitmaximierung unterlegen – komme was da wolle.

Das eine mediale Betrachtung weiterhin stattfinden muss: Klar! Aber nicht mehr auf der Ebene mit Headlines wie “WoW – das sind die süßesten Pets aus Patch XYZ”.

—-

Das man das alles komplett anders sehen kann, verstehe ich zu 100%. Ich habe mir diese Meinung gebildet weil ich es Leid bin, dass man Unternehmen, die mehr als eine zweite, dritte, vierte, … Chance bekommen haben, noch eine Chance gibt, dass man Unternehmen und ihre Produkte trennt und dass man sich einredet, dass Blizzard zu supporten noch gut wäre, weil man damit ja die nichtswissenden Entwickler unterstützt, die für den ganzen Schlamassel gar nichts können.

—-

Unglaublich schwierig – vor allem auch in eurer Position! Bei mir spielen hier auch sehr viele Emotionen mit, weil ich ja auch jahrelang Produkte von Blizzard konsumiert habe, in dem Glauben, dass die eigentlich zu den “Guten” gehören. Dass das nicht stimmt und das man jahrelang hart verarscht wurde… das schmerzt einfach.

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von NeinFalsch
Chitanda

Die ersten 3 Absätze sind sowas von wahr ich stimme da mit dir eins zu eins überein. über 6000 mitarbeiter..und keiner will was mitbekommen haben? Im Leben nicht.

Leya Jankowski

Natürlich verdienen wir mit unserer Berichterstattung Geld, das steht ja außer Frage. Wir verzichten auch auf bestimmte Themen, von denen wir wissen, dass sie massig Klicks bringen würden, wenn wir sie nicht machen möchten. Wir machen uns auch viele Gedanken darüber, wie wir Themen respektvoll aufziehen können. Damit werden wir vor allem stark konfrontiert, seit wir Personality-Berichterstattung machen (Streamer, E-Sport, YouTuber).

Ich finde es vollkommen legitim so wie du zu denken und zu sagen: Das kann man doch so nicht mehr supporten. Das gilt aber leider für vieles in unserem Leben. Nehmen wir das Smartphone. Für die Herstellung benötigt es wertvolle Rohstoffe wie Eisen, Aluminium, Nickel, Zink, Gold, etc. Das ist mit einer hohen Auswirkung auf die Umwelt verbunden und der Abbau geschieht zB im Kongo in der Regel unter menschenunwürdigen und gefährlichen Arbeitsbedingen, du gleiche gilt fürs Zusammensetzen in China. Es wäre unrealistisch zu sagen: Wir verzichten jetzt alle von heute auf morgen auf Smartphones, weil wir der Umwelt und den Menschen helfen wollen.

Trotzdem ist es natürlich wichtig zu schauen, wie wir dahinkommen das zu verbessern. Genauso sehe ich es mit Gaming-Studios auch. Blizzard sind nicht die einzigen, die in Sexismus-Skandalen oder Crunch verwickelt sind. Das gleiche gilt für Riot, Ubisoft oder auch die Plattform Twitch. Es gibt AAA-Studios von denen bekommt man wirklich wenig mit.

Hinter so einem Spiel stecken so viele Menschen und nicht nur einzelne Künstler oder Künstlerinnen, die ja auch möchten, dass ihre Arbeit gesehen wird und Menschen Freude daran haben. Denen tut man nach wie vor keinen Gefallen, die Spiele einfach zu ignorieren.

Ganz davon ab, halte ich es auch im Journalismus für verwerflich Themen einfach zu ignorieren. Deshalb bleiben wir auch bei dem Weg über das Spiel zu berichten und weiter zu informieren, was die Umstände hinter der Entwicklung sind und wie sich das weiterentwickelt.

Corbenian

Da hast du den Nagel auf den Kopf getroffen. Gerade der Humor und die lockere Grundstimmung war etwas, was Warcraft aus den Einheitsbrei des Fantasy-Genres empor hob. Warcraft war für mich genau aus diesem Grund auch stets interessanter, als Warhammer (was ja eigentlich das “Original” ist) oder lange Zeit auch als ESO.

Gerade ESO wirkt vergleichsweise steif, denn lockere Emotes wie in WoW gibt es da nicht. Kein hinknien und einen Kuss zu werfen, keinen Flirt mit lustig-frivolen Sprüchen, kein Rumalbern. Und trotz allem ist für mich ESO inzwischen besser als WoW – vielleicht eben auch daher, weil WoW und die Marke Warcraft insgesamt seine Lockerheit mehr und mehr aufgibt. Denn nimmt man der Marke Warcraft seinen Humor, stellt man fest, dass die Konkurrenz besser ist.

Aber ich spiele Spiele, um unterhalten zu werden, aufgeheitert und locker den Abend zu verbringen… und nicht versteift und auf political correctness (pc) zu achten… Ich hielt die Debatte über “pc” oft als übertrieben… aber inzwischen treibt dieses Thema doch tatsächlich merkwürdige Blüten.

Die Frage bei WoW aktuell ist aber auch, ob es aus soziologisch-psychologischer Sicht nicht gerade eine Art toxisch-männlicher Überreaktion ist. Quasi nach dem Motto “Na gut, wenn wir euch nicht sexualisieren dürfen, dann müsst ihr euch jetzt eine Burka anziehen!”. Da gibt es keine Einsicht, sondern nur Trotz und Vergeltung. Dieses Verhalten zeigt nur eins: Man(n) will die Macht und Kontrolle behalten und keine Fehler zu geben. Ein selbstbewusstes, tolerantes und offenes Agieren sähe gänzlich anders aus – Einsicht sähe anders aus, aber das hast du ja auch bereits geschildert.

Leyaa

Schön geschriebener Artikel. Finde ich auch mal interessant, etwas mehr über die Hintergründe und Leidenschaft von dir zu Blizzard zu lesen.

Zum Thema habe ich eine wohl eher unpopuläre Meinung: Ich finde, gerade für ein Game, dass ab 12 Jahren spielbar ist, braucht es diese offensichtlichen sexuellen Anspielungen nicht unbedingt.
Aus Elternsicht bin ich beruhigter wenn ich weiß: Meine 12 jährige Tochter wird diesen Dingen nicht ausgesetzt. Ob 12-Jährige nun WoW spielen oder spielen sollten ist dabei ein ganz anderes Thema. Aber es ist nun mal ab 12 Jahren freigegeben, also sollten die Inhalte im Spiel auch für diese Altersgruppe angepasst sein.

Im Artikel wurde nur von der “Zensur” von Flirtsprüchen der weiblichen Charaktere berichtet. Werden diese Sprüche auch von den Männern gestrichen? Nur dann macht diese Aktion von Blizzard Sinn und wäre konsequent.

So wie es im Moment dargestellt wird, kann ich die Kritik absolut nachvollziehen, wenn man es den weiblichen Charakteren verbietet, über die eigene Sexualität zu scherzen. Das ist ein nicht hinnehmbarer Zustand, wenn Frauen im Spiel der Mund verboten wird. Das fühlt sich extrem rückständig an, als wäre man zu einer Zeit zurück katapultiert worden, in der die Kirche noch das Sagen hatte.

NeinFalsch

Ein weiterer Spruch der weiblichen Blutelfen ist: „Eigentlich reite ich ja nur auf epischen Reittieren, aber … lass uns darüber reden.“

Nach dem Satz musste ich auch direkt mal googlen, welche FSK WoW eigentlich mittlerweile hat… wie du schreibst: FSK 12.

Mit dem Kontext sind halt solche “doppeldeutigen” Sätze zumindest fragwürdig.

ThisIsThaWay

Sind sie wirklich fragwürdig? Ich würde sagen eher Nein. Doppeldeutigkeiten usw. sind doch mittlerweile in der Gebräuchlichen Sprache kein Thema mehr.

Eindeutigkeiten sind definitiv ein Problem. Aber Doppeldeutigkeiten sind in meinen Augen kein Problem mehr heutzutage. Vielleicht bin ich da auch einfach zu “locker” eingestellt.

Zuletzt bearbeitet vor 18 Tagen von ThisIsThaWay
NeinFalsch

Ja – du hast schon recht.

Wenn man es weiter denkt, gibt es ja – für 12 jährige gesprochen – 2 Möglichkeiten:

  1. Das Kind erkennt die Doppeldeutigkeit…dann ist das Wissen über, in diesem Fall, sexuelle Dinge schon vor WoW dagewesen
  2. Das Kind erkennt die Doppeldeutigkeit nicht.

In beiden Fällen führt der von mir zitierte Satz wohl nicht dazu, dass die Sexualität von Kindern herausfordert wird.

Sobald es eindeutig wird, ist es natürlich was anders.

ThisIsThaWay

Genau darauf wollte ich hinaus 😀

Die Sprache unterliegt – wie so ziemlich alles – ja auch einem gewissen Wandel im Laufe der Zeit. Mittlerweile ist die Aufklärung ja schon immer früher. Da ist man mit 12 schon informiert über die Bienchen und Blümchen (zumindest ist das bei meiner Nichte so.)

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