Gamer konnten tagelang keine Spiele auf der Xbox zocken. Denn Microsoft hatte mit Serverproblemen zu kämpfen. Jetzt gibt es Kritik am Kopierschutz und an den Maßnahmen und den Hinweis, dass PS5 und Nintendo Switch die Probleme nicht haben sollen. Doch stimmt das überhaupt?
Wer am vergangenen Wochenende (6. bis 8. Mai) auf seiner Xbox Series X oder Xbox One Spiele zocken wollte, der konnte im ärgerlichsten Fall seine Spiele nicht starten. Betroffen waren tausende Spieler in Europa und in Nordamerika.
Grund für die Probleme waren wohl Serverprobleme bei Microsoft. Mittlerweile sollen die Probleme angeblich behoben sein, doch die User sind immer noch unzufrieden. Vor allem gibt es Kritik am Kopierschutz, auf den die Xbox-Spiele setzen sollen.
User behauptet, dass PlayStation und Switch nicht betroffen seien
Was war das für ein Probleme? Seit dem 6. Mai gab es Probleme mit dem Xbox Network. So sollen etliche Spieler in Europa und Nordamerika Probleme haben, sowohl Spiele vom Game Pass als auch digital gekaufte Spiele zu zocken. Außerdem gibt es widersprüchliche Aussagen, ob Disc-Spiele nun ebenfalls betroffen waren oder nicht.
Wer dem Twitter-Account vom Xbox-Support folgt, konnte außerdem feststellen, dass auch Streaming-Dienste wie Netflix und Disney+ auf der Xbox betroffen gewesen waren und nicht nur Spiele.
Mittlerweile hatte Microsoft erklärt, dass man sich um das Problem gekümmert habe und alle wieder ohne Probleme spielen können sollen.
Was war eigentlich die Ursache? Doch etliche User sind immer noch verärgert und kritisieren Microsoft für dessen DRM-Politik. Denn hier ist man sich sicher, dass es am digitalen Rechtemanagement der Xbox liegen müsse. Konkret benannt hatte Microsoft das Problem nicht.
So hatte der Twitter-Account Does It Play? erklärt, dass die meisten Titel auf Xbox einen “DRM Check-In” benötigen. Er hatte aber keine konkreten Spiele genannt und nur geschrieben „Vertraut uns, wir haben es getestet.“ Eine Liste mit Spielen ist er uns aber schuldig geblieben.
Der Twitter-Account geht sogar noch weiter und schreibt: “Auf der PlayStation und der SW gibt es so etwas [das Problem der Xbox] auf keinen Fall.” Und einem weiteren Post ergänzt er noch: “PlayStation und Switch haben das Problem nicht.”
Die PS5 nutzt ebenfalls einen fiesen Always-Online-Kopierschutz
Wie sieht es denn bei der Konkurrenz aus? Alle drei Konsolen, PlayStation, Xbox und Switch bieten grundsätzlich einen Offline-Modus. Schaltet ihr das WLAN ab oder habt ihr kein Internet zur Verfügung, dann könnt ihr eure digitalen Spiele trotzdem noch spielen. Voraussetzung ist jedoch, dass ihre eure Konsole als „primäre Konsole“ aktiviert habt. Denn dann wird die Lizenz des Spiels auf der Konsole gespeichert.
Solltet ihr jedoch eure Lizenz auf mehreren Konsolen nutzen oder den Game Pass teilen, dann könnt ihr die Spiele nicht offline zocken.
Doch andere Konsolen sind von solchen Server-Problemen genauso betroffen wie die Xbox. Wer etwa Diablo II: Resurrected auf der PS4/PS5 zocken möchte, der muss sich mit dem Server verbinden, damit er anschließend offline spielen kann. Damit ist Diablo II eines der ersten Spiele, die so eine „Check-In DRM“ verwenden. Und das gilt sowohl für die digitale als auch Retail-Version. Das gefällt vielen User nicht (via reddit.com).
Auch das neue Gran Turismo 7 auf der PlayStation setzt auf einen speziellen Online-DRM, sodass euch ein großer Teil des Spiels nicht zur Verfügung steht, wenn ihr offline zocken möchtet oder der Server nicht erreichbar ist.
Auf der Nintendo Switch gelten ähnliche Voraussetzungen. Wer digitale Spiele gekauft hat, kann diese auch offline auf seiner Switch zocken. Zwar versucht die Switch euch dann mit dem Server zu verbinden, bringt euch aber im Normalfall direkt ins Hauptmenü.
Grundsätzlich sind die Entwickler hinter den Spielen dafür verantwortlich, für welche Schutzmaßnahmen sie sich bei ihren Spielen entscheiden. Sollten also verstärkt Entwickler oder Publisher auf solche „Check-In DRM“-Technik setzen, dann dürften in Zukunft viele Spiele im Offline-Modus nicht mehr funktionieren.
Diskussion um Kopierschutz weckt Erinnerungen
Ist die Diskussion völlig neu? Microsoft hatte bereits Mitte 2013 versucht, so einen “Check-In DRM” auf der Xbox 360 und der Xbox One zu integrieren. Ihr hättet also alle 24 Stunden eure Spiele wieder aktivieren müssen, damit ihr sie überhaupt auf eurer Xbox spielen könnt. Doch es hatte heftige Gegenwehr von Spielern und Medien gegeben und Microsoft hatte erklärt, dass man sich nun doch dagegen entschieden habe (via news.xbox.com).
Viele User hatten nämlich befürchtet, dass spätestens mit so einem Kopierschutz der Gebrauchtmarkt am Ende sei. Und Spiele gebraucht weiterverkaufen zu können, ist Entwicklern schon länger ein Dorn im Auge, da sie daran kein Geld verdienen können.
Kopierschutz ist ein Dauerthema in der Community: Kopierschutz und seine nervigen Begleiterscheinungen sind immer ein riesiges Thema unter Spielern. Denn während Entwickler ihre Software geschützt wissen wollen und dafür komplexe Maßnahmen ergreifen, wollen Spieler doch einfach nur ihre Games zocken:
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