Russische Twitch-Streamer verlieren über Nacht ihren Lebensunterhalt

Russische Twitch-Streamer verlieren über Nacht ihren Lebensunterhalt

Twitch hat russische Streamer darüber informiert, dass ihre Möglichkeiten eingeschränkt werden, Zahlungen zu erhalten. Man halte sich an die internationalen Sanktionen gegen Russland, die wegen der Invasion der Ukraine erlassen wurden. Die Streamer und Streamerinnen bangen jetzt um ihren Lebensunterhalt. Den haben sie über Nacht verloren, als sich am Sonntag mit Paypal die letzte Geldquelle schloss.

Das sagt Twitch: Der Washington Post liegt eine E-Mail an russische Streamer durch Twitch vor, in der sie informiert werden, dass sie kein Geld mehr erhalten (via twitter):

 Auszahlungen an das Finanzinstitut, das mit ihrem Twitch-Account verbunden ist, wurden als Auswirkung der Situationen blockiert. Twitch entspricht den wirtschaftlichen Sanktionen, die von den USA und anderen Regierungen wegen der Situation in der Ukraine verhängt wurden.

Diese Sanktionen könnten es beeinträchtigen oder einschränken, wie sie an Auszahlungen herankommen, wie sie ihren Stream monetarisieren oder wie sie andere Creator finanziell unterstützen können.

Es heißt dann, man verstehe bei Twitch, wie frustriert und schwierig die Situation ist. Man versichert aber, dass man den Streamern das Geld auszahlen will, wenn sie ein „alternatives Finanzinstitut finden“. Wenn es erlaubt ist, will man ihnen das Geld überweisen.

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Paypal schließt sich Sanktionen an – Das ist bitter für Twitch-Streamer

Was ist damit gemeint? Letztlich heißt die Mail: Wenn die Streamer ihr Geld bei einer der Banken haben, die von den internationalen Sanktionen betroffen sind, also bei einer russischen Bank, kommen sie nicht mehr an ihr Geld ran.

Das war bis vor kurzem kein großes Problem, weil russische Streamer auf Paypal wechseln konnten. Doch der Zahlungsdienst Paypal hat sich am Wochenende ebenfalls den Sanktionen angeschlossen, sodass es jetzt für russische Twitch-Streamer praktisch keine Möglichkeit gibt, über Twitch Geld zu verdienen und ihren Lebensunterhalt zu bestreiten.

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Der ukrainische Digital-Minister triumphiert. Paypal schließt sich der Blockade an.

Streamerin sagt: Lebensunterhalt war über Nacht weg

Das sind die Reaktionen: Die Washington Post hat mit einigen Streamern gesprochen, die aus Russland streamen.

Eine Streamerin sagt:

  • Sie fürchtete, dass sowas passieren könnte, aber erwartete nicht, dass es derart schnell und über Nacht am Wochenende passieren würde
  • Die letzten 12 Tage seien einige der belastenden ihres Lebens gewesen, die Twitch-Community habe ihr geholfen, bei Verstand zu bleiben
  • Wenn ihr das Geld für ihr VPN ausgehe, werde sie vom unabhängigen Internet abgeschnitten und könne nicht mehr erfahren, was wirklich in der Welt passiert, sondern sei auf Propaganda beschränkt

Ein Streamer namens Decc sagt:

  • Er will weiter streamen, auch wenn es kein Geld gibt, um den Menschen Ablenkung zu bieten
  • Er sei bis jetzt noch nicht von den Sanktionen betroffen gewesen, aber habe das Gefühl, die Zahlungseinschränkungen bei Twitch seien jetzt der Anfang
Unsere Expertise auf MeinMMO bezieht sich auf Gaming. Wer sich näher über den Konflikt von Russland mit der Ukraine beschäftigen will, dem empfehlen wir, sich auf offiziellen Seiten oder bei Nachrichtenmagazinen zu informieren:

– Ukraine-Live-Blog (via Zeit)
– Krieg in der Ukraine (via nzz)
– Solidarität mit der Ukraine (via auswärtiges-amt)

Wichtiger Hinweis: Falls euch wegen der aktuellen Situation dunkle Gedanken plagen: Ihr seid nicht allein. Holt euch bitte Hilfe. Zum Beispiel bei der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder der Online-Seelsorge, bei der ihr auch einen Chat nutzen könnt. Das ist kostenlos und gilt bundesweit.

Streamer sagt: Er musste aus Russland fliehen, Sanktionen treffen ihn dennoch

Einer der größten russischen Streamer mit im Schnitt 14.500 Zuschauern, Alexey „Jesus AVGN“ Gubanov (Titelbild) sagt:

  • Er musste aus Russland in die USA fliehen, weil er sich gegen Putin stellte
  • Dennoch sei er jetzt von den Sanktionen betroffen, viele Firmen, die Werbung schalteten, hätten den russischen Markt verlassen, seine Visa- und Mastercard werde bald blockiert
  • Er glaubt, es gäbe ohnehin die reale Möglichkeit, dass Russland einfach Twitch abschaltet

Die Post zitiert ihn:

„für viele Jahre war ich gegen das Regime von Putin, wegen dessen ich aus meinem Heimatland fliehen musste, und ich muss mich immer noch für die schrecklichen Aktionen von Putin verantworten, selbst wenn ich in einem anderen Land lebe.“

Alexey „Jesus AVGN“ Gubanov

Ukrainische Twitch-Streamer leiden besonders unter den Folgen des Kriegs gegen ihr Land:

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Quelle(n): Washington Post
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