Die Streaming-Plattform Kick möchte sich als Konkurrenz zum Platzhirsch Twitch etablieren und wirft dafür mit Geld nur so um sich. Auch einem der größten deutschen Streamer, Marcel “MontanaBlack” Eris (35), machte Kick ein verlockendes Angebot. Der erklärt jedoch, was ihn noch bei Twitch hält: Er will nicht der “böse Casino-Typ” sein.
Was hat es mit dem Angebot auf sich? Kick wurde im Dezember 2022 als neue und faire Streaming-Plattform angekündigt. Twitch habe sich ein Imperium auf dem Rücken der Content-Creator aufgebaut und würde sie kaum unterstützen, wetterte der Streamer Tyler “Trainwreck” Niknam.
Hinter Kick steckt aber der Chef des in Verruf geratene Online-Casino Stake, Ed Craven. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass die neue Streaming-Plattform wenige Monate an den Start ging, nachdem Twitch seine Regelungen zum Zeigen von Glücksspiel verschärft und unter anderem Stake verboten hatte.
Aktuell geht Kick den Weg, den damals auch Microsoft mit Mixer ging, und versucht, große Streamer von Twitch und YouTube abzuwerben. Insbesondere Content-Creator, die als nicht “markenfreundlich” für die etablierten Plattformen gelten, werden zum Ziel von Kick.
Nun berichtet MontanaBlack, dass auch ihm ein lukratives Angebot gemacht wurde.
Kick hat ein Problem, weiß MontanaBlack
Was hält MontanaBlack von Kick? In einem Stream am 9. Mai öffnete MontanaBlack entspannt einige Cases in CS:GO, kritisierte dabei Glücksspiel – aber nur in Form von Sportwetten – und kam schließlich auf Kick zu sprechen. Aktuell käme es für ihn allerdings nicht infrage, seinen Stream dorthin zu verlagern.
Kick habe derzeit ein Problem, so MontanaBlack: Sie würden als “Casino-Plattform” gelten. Bei einem Wechsel würde wohl sein Image leiden. Der 35-Jährige erklärt, dass sich “die Medien” auf ihn stürzen würden, wenn er zu einer vermeintlichen Casino-Website gehen würde.
Darauf habe ich einfach keinen Bock. Ich habe keine Lust, wieder der Sündenbock und der Idiot zu sein, weil ich auf einer Plattform streame, die durch Casino-Gelder finanziert wird. […]
Alle Werbepartner würden abspringen. Warum? Weil alle politisch korrekt sein wollen und keiner mit Casino in Verbindung gebracht werden will.
Dafür habe er sich in den letzten Jahren zu sehr bemüht, “lupenrein” zu bleiben, so MontanaBlack. Zudem fürchtet er, seinen Ruf ganz umsonst gefährdet zu haben, sollte Kick untergehen. Er betont aber auch, dass er nicht grundsätzlich abgeneigt wäre, auf einer anderen Plattform zu streamen, auch Kick.
Dann verriet der Streamer, dass er sogar bereits Gespräche mit Kick hatte und ein Angebot von der Streaming-Plattform erhalten habe.
MontanaBlack bleibt bei Twitch: Er ist einfach zu loyal
Was war das für ein Angebot? Wie MontanaBlack sagt, soll sich das Angebot für einen vermutlich exklusiven Streaming-Vertrag auf einen niedrigen zweistelligen Millionen-Betrag belaufen haben, also mindestens 10 Millionen – ob Dollar oder Euro lässt der Streamer offen.
10 Millionen Dollar wären aktuell umgerechnet knapp 9,1 Millionen Euro (Stand: 10. Mai).
Warum nimmt MontanaBlack nicht an? Der Streamer nennt zwei Gründe, warum ihm die Summe, die für viele seiner Zuschauer absolut lebensverändernd wäre, nicht genug ist:
Die Hälfte würde ja eh an “Vater Staat” gehen – mit Steuern hat MontanaBlack es ohnehin nicht so. Außerdem gäbe es da noch seine Loyalität: Er arbeite seit Jahren mit denselben Geschäftspartnern zusammen, sei mit ihnen durch dick und dünn gegangen.
Sollte er sich also sein Standing mit einem Wechsel ruinieren, müsste genug drin sein, um seinen Geschäftspartnern ein Drittel abzugeben und sie damit für ausbleibende Werbeeinnahmen zu entschädigen.
Für wie viel würde MontanaBlack wechseln? Das verrät er auch: Es müsse “mindestens das doppelte oder dreifache” des bisherigen Angebots sein. Bei 50 Millionen Euro, am besten mit der Hälfte vorab, würde er nicht “nein” sagen: Irgendwann sei schließlich jeder käuflich.
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