Mittlerweile gibt es erste Gerüchte zur neuen Radeon RX 7000. Doch anstatt einer neuen Grafikkarte, braucht es von AMD eine Technik, die Nvidia schon lange bietet, sagt MeinMMO-Autor Benedikt Schlotmann.
Mittlerweile geht das AMD-Gerücht um, dass die neuen „Radeon RX 7000“-Grafikkarten deutlich mehr Leistung bieten soll als die aktuellen Highend-Modelle wie de RX 6900 XT oder die RTX 3080/90 von Nvidia. Zumindest berichtet das ein bekannter Leaker (via GameStar.de).
Doch anstatt einer neuen leistungsfähigen Grafikkarte brauchen interessierte Grafikkarten-Käufer vor allem endlich eine DLSS-Alternative. Denn hier liegt Nvidia noch deutlich vor AMD und das liegt an der erfolgreichen Technologie DLSS.
Und diese Technik ist so gut und bietet einen solchen Mehrwert, dass ich mir eine solche Technik langfristig auch für AMD-Grafikkarten wünsche.
Für mich ist klar: Wenn AMD im Grafikkarten-Bereich wieder eine echte Konkurrenz für Nvidia werden will, dann brauchen sie das DLSS-Feature.
Nvidias DLSS bietet einen deutlichen Leistungsgewinn für Grafikkarten
Was ist DLSS überhaupt? Mit Nvidia DLSS (Deep Learning Super Sampling) wird das Spiel intern in einer niedrigeren Auflösung berechnet und per KI-Algorithmus auf eine höhere Auflösung wie etwa 4K skaliert, um die FPS zu steigern.
Mit dem Upgrade auf DLSS 2.0 hat die Technik einen enormen Boost erfahren. Unsere Kollegen von der GameStar zeigen sich von dem Vorteil richtig angetan (via GameStar.de)
Was bringt DLSS? Mit DLSS gibt es eine leichte Möglichkeit, bei gleich bleibender Qualität die FPS deutlich zu steigern. Das hilft vor allem dann, wenn die Grafikkarte bereits stark ausgelastet ist. Bei der RTX 3060 liegt der Leistungsgewinn bei bis zu 30 %.
Wie groß die Leistungsunterschiede ausfallen, könnt ihr euch zum Beispiel in diesem YouTube-Video ansehen. Der Zugewinn liegt mitunter bei 20 – 30 FPS:
DLSS lohnt sich vor allem dann, wenn hohe Auflösungen erreicht werden sollen, die Bildrate jedoch unter 60 FPS liegt.
Auch wenn man sehr hohe FPS für kompetitives Gaming oder den schnellen Monitor will, lohnt es sich DLSS einzuschalten.
Notebooks mit RTX-Grafikkarte profitieren ebenfalls von DLSS. Denn die mobilen Grafikchips sind schwächer als die Desktop-Grafikkarten.
Darum ist DLSS ein wichtiger Faktor: Dieser zusätzliche Leistungsgewinn spielt vor allem eine wichtige Rolle für Gamer, die an Raytracing interessiert sind.
Raytracing lässt vor allem Schatten und Beleuchtung deutlich realistischer aussehen. Dafür zieht die Technik aber auch entsprechend Leistung und fordert die Grafikkarte. Hier kann DLSS den Leistungsverlust durch Raytracing wieder ausgleichen. Davon profitiert zum Beispiel eine RTX 3060 oder eine RTX 3060 Ti.
DLSS ist auch für die Zukunft wichtig, da weitere Spiele diese Raytracing unterstützen wollen und damit die Technologie langfristig immer relevanter werden wird. Bei Nvidia bekommt ihr bereits mit der kleinsten RTX-3000-Grafikkarte (RTX 3060) DLSS- und Raytracing-Unterstützung.
Gamer profitieren ohne Raytracing: Auch Spiele ohne Raytracing schaffen mit DLSS deutlich höhere FPS als ohne:
- Outriders bietet kein Raytracing, Spieler profitieren jedoch stark vom DLSS-Feature (via GameStar.de)
- Einige Spieler nutzen den Vorteil von DLSS in CoD Warzone, um von den höheren FPS zu profitieren.
Daneben wird DLSS auch bereits von einigen Spiele-Engines unterstützt. So hatte Nvidia ein Plugin für die Unreal-Engine veröffentlicht, womit jeder Entwickler DLSS in sein Spiel integrieren kann (via GameStar.de).
Auch die Unity-Engine soll bald DLSS bekommen (via GameStar.de). Davon profitieren dann Spiele wie Valheim oder Fall Guys, die darauf basieren.
AMD hat Alternative vorgestellt – Release ist jedoch unbekannt
Was ist AMDs Lösung? AMD möchte mit FidelityFX Super Resolution eine ähnliche Technik bieten und eine Lücke schließen. Denn bisher müssen Käufer, die an Raytracing-Leistung und DLSS interessiert sind, eine RTX-Grafikkarte kaufen.
FidelityFX Super Resolution soll immerhin mehr als 40 Spiele unterstützen, darunter auch World of Warcraft: Shadowlands.
Wann kommt FidelityFX Super Resolution? AMD hatte vor einigen Monaten erklärt, dass FidelityFX Super Resolution vermutlich erst Ende 2021 kommen wird (via GameStar.de). Einen offiziellen Release-Termin für das Feature gibt es daher noch nicht.
Hinzu kommt, dass wir aktuell außerdem noch nicht wissen, wie leistungsfähig AMDs DLSS-Alternative wirklich ist. Bisher gibt es noch keine unabhängigen Tests oder Benchmarks, die belastbare Daten liefern.
Darum ist das für AMD wichtig: In der Kombination aus DLSS und Raytracing ist Nvidia bisher konkurrenzlos unterwegs. Wer Raytracing in vollem Umfang nutzen möchte, kommt aktuell an Nvidia nicht vorbei.
Sollte AMD jedoch eine entsprechende Alternative liefern, die die Gamer von sich überzeugen kann, dann haben interessierte Käufer durchaus Alternativen auf dem Markt. Bereits mit der RX 6800 (XT) oder der RX 6700 X konnte AMD zeigen, dass man im Grafikkartenbereich konkurrenzfähig ist. Denn AMDs Erfolg auf dem Hardware-Markt ist daher vor allem für PC-Spieler von Vorteil:
- AMD bietet wieder GPUs im Highend-Bereich an, damit haben Interessenten wieder eine größere Auswahlmöglichkeit.
- Der Erfolg von AMD bedeutet wieder Konkurrenz für Nvidia. Das sollte langfristig auch für sinkende Preise sorgen.
Auf dem Prozessoren-Markt setzt AMD den Konkurrenten Intel bereits unter Druck. Hier zeigen die Verkäufe beispielsweise auf Amazon, wie gefragt derzeit Ryzen-Prozessoren sind. Sollte AMD es gelingen, eine starke Lösung für das Raytracing zu finden, dann würden auch im Grafikkartenbereich wieder zwei Marken um die Dominanz ringen. Das täte der Gaming-Hardware sicher gut.
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