Scavengers ist das Fortnite für alte Leute – Langsam und strategischer

Scavengers ist ein neues PvEvP-Spiel, das Elemente aus Battle Royale, Loot-Shootern und Strategie vereint. Die Entwickler haben MeinMMO-Autor Benedict Grothaus für eine Vorschau des Spiels eingeladen, die ihn begeistert hat – obwohl, oder vielleicht gerade weil es ein Spiel für die „alten Leuten“ im Genre ist.

Was ist Scavengers? Hinter Scavengers steckt ein Spielmodell, das bisher noch recht wenig erschlossen ist: PvEvP. Bis zu 60 Spieler treten in Dreier-Teams gegen- und miteinander in Runden von etwa 30 Minuten Länge an.

Die Story behandelt ein quasi-postapokalyptisches Szenario. Nachdem der Mond zerstört wurde, ist die Erde kaum noch bewohnbar und die Menschen haben sich in den Orbit verzogen, wo „Mother“, eine KI, auf sie aufpasst. Mother sammelt wichtige Ressourcen und Daten von der Erde und schickt dazu Klone auf die Oberfläche – uns.

Wir spielen also das Abbild von einem der überlebenden Menschen und versuchen, uns irgendwie gegen die widrigen Verhältnisse, Aliens und Mutanten auf der Erde durchzusetzen, die diese nun bevölkern, um mit den gesammelten Daten wieder von dort zu entkommen.

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Das macht es so besonders: Statt der Letzte zu sein, der noch steht, müssen Teams Punkte sammeln. Die gibt es für verschiedene Aktivitäten auf der Karte. Sie müssen am Ende der Runde zu einem Evakuierungspunkt gebracht werden. Das Team mit den meisten Punkten gewinnt.

In Scavengers spielen wir nicht einfach gegen andere Spieler, sondern auch mit ihnen. Einige Bosse auf der Karte können gar nicht oder nur schwer mit einem Team erledigt werden und ehe nicht eine gewisse Menge an Ressourcen gesammelt wurde, kommen wir gar nicht mehr vom Planeten weg.

Diesen Shooter habt ihr auf der E3 übersehen – Dabei klingt der super interessant

Scavengers verbindet dabei das klassische Gefühl eines Battle Royale mit einem interessanten Crafting-System in den Runden als auch im Meta-Spiel. Dazu kommen PvE-Inhalte sowie Story. Obendrein bietet Scavengers den Spielern eine Auswahl an Helden mit einzigartigen Fähigkeiten und Rollen an.

  • Fortnite oder Warzone – den Battle-Royale-Aspekt
  • Warframe oder Destiny – Crafting und Loot im Shooter
  • Rainbow Six – Teamplay und verschiedene Charaktere

Es spielt sich recht ähnlich wie The Cycle, das mich schon sehr begeistern konnte, das aber noch recht unbekannt ist. Auch dort geht es um Punkte statt Kills und es gibt ordentlich was im PvE zu tun mit Aufgaben und Materialien.

Scavengers Boss
Einige Gegner sind einfach zu hart für eine Gruppe allein.

Es macht mir so viel Spaß wie ein Battle Royale, ohne dabei den Frust zu bringen, direkt in den ersten paar Sekunden ins Gras zu beißen und neu starten zu müssen. Scavengers ist langsamer und strategischer – genau das gefällt mir.

Anmerkung: Ich habe eine frühe Version von Scavengers gespielt und meinen Eindruck aus dieser Erfahrung gezogen. Bis zum Release kann sich noch vieles ändern.

Scavengers – Das „Fortnite für alte Leute“

Was hat Scavengers von Fortnite? Den Battle-Royale-Titel. Mehr oder weniger, denn PvP steht nicht einmal im Vordergrund. Bevor ihr euch nun aber über den Vergleich beschwert: Der Gedanke dahinter ist ein anderer.

Fortnite wird von vielen besonders „älteren“ (oder reiferen?) Gamern als Spiel für Kinder bezeichnet. Und tatsächlich ist es bunt und verspielt mit seiner Comic-Grafik und den vielen Anspielungen auf aktuelle Popkultur.

Trotzdem macht Fortnite zehntausenden Spielern Spaß und ist eines der beliebtesten Spiele zurzeit auf Twitch (via sullygnome). Optik, Mechaniken und Inhalte begeistern die Fans von Fortnite immer wieder aufs Neue.

Scavengers hat dieses Potential ebenfalls, nur für ein „älteres“ Klientel. Es kommt mehr auf Planung an, das Zusammenspiel im Team und bietet mehr Möglichkeiten, eine Runde zu gewinnen.

Es ist Battle Royale, aber es ist kein Battle Royale

Wie viel Battle Royale steckt drin? In Scavengers kann nur ein Team gewinnen. Wer die meisten Punkte hat, erreicht den ersten Platz und bekommt damit die Krone für diese Runde.

Zudem schließt sich ein Sturm um die Karte, der immer größer wird und dadurch weniger Spielfläche lässt – wie in einem klassischen Battle Royale eben. Auch die Suche nach Waffen und Ausrüstungen hat Scavengers. Wir starten mit nichts und müssen erst einmal Waffen, Verbrauchsgegenstände, Granaten und Co. finden.

Wer will, kann sich dann auch schon auf die Jagd nach anderen Spielern machen und das PvP voll ausleben. Allerdings sind die Erfolgsaussichten relativ gering, da Scavengers dann eben doch kein „richtiges Battle Royale“ ist.

Was ist anders? Es muss eine gewisse Menge an Ressourcen gesammelt werden. Erst, wenn ein Team allein eine bestimmte Menge besitzt oder alle Teams gemeinsam auf einen bestimmten Wert kommen, ist eine Evakuierung möglich.

Punkte gibt’s durch das Sammeln von Daten, die auf der Map verteilt sind und die zumeist von NPC-Gegnern bewacht werden. Ein Tipp: Bären sind WIRKLICH tödlich. Dabei finden sich an diesen besonderen Orten oft auch verschiedene Materialien.

Scavengers Ernte
Wichtige Daten gibt es etwa an solchen Kristallen, aber nicht kampflos.

Mit diesen Materialien lassen sich teilweise Gegenstände direkt im Spiel craften, wie die besondere Waffe eures jeweiligen Charakters, Granaten und mehr – insofern das entsprechende Level in der Runde erreicht wurde. Andere könnt ihr aus der Runde mitnehmen, um in einem weiteren Crafting-Menü neue Gegenstände freizuschalten.

Was sind das für Charaktere? Die verschiedenen spielbaren “Erkunder” verfügen allesamt über einzigartige Fähigkeiten und Waffen, die ihre Rolle bestimmen. So gibt es etwa Kali, eine Scharfschützin mit einem Bogen, die sich tarnen kann oder Halden, der ein taktisches Gewehr nutzt und sein Team heilen kann. In unserem Test standen sieben Erkunder zur Verfügung und in Zukunft sollen noch weitere erscheinen.

Zusätzlich besticht Scavengers mit einem Survival-Aspekt. Wir haben Ausdauer, die sich beim Rennen und beim Angriff im Nahkampf verbraucht und die durch Nahrung aufgefüllt werden muss. Auf der Erde ist es schweinekalt und wir brauchen Feuer oder Wärme-Gadgets, um uns warmzuhalten. Dazu kommen Stürme – nicht nur der große, sondern auch kleine. Fegt eine kleinere Sturmfront mitten in der Runde über uns hinweg, müssen wir Schutz in Ruinen suchen, sonst wird’s sehr schnell sehr kalt.

Außerdem bietet Scavengers mehr Strategie, als ich sie bisher in einem Battle Royale gesehen habe. Im Team zu dritt muss man immer abwägen:

  • welches Ziel nun als Nächstes sinnvoll ist
  • ob und wo ein Kampf mit anderen Spielern zu wagen ist
  • welchem anderen Team man nun hilft oder ob man es verrät und ihm in den Rücken fällt

Das alles verleiht Scavengers eine Dynamik, die ich in Fortnite, Warzone und anderen Vertretern des Genres vermisse. Es ist taktischer, strategischer und … langsamer. Angenehmer für jemanden, dessen 360-Noscopes zwar noch funktionieren, die aber doch behäbiger werden.

Scavengers angespielt – Meine ersten Sessions waren grandios

Meine ersten Schritte: Zum Anspiel-Test am 1. Dezember waren wir zu dritt: GameStar-Redakteur Christian Fritz Schneider, meine Wenigkeit und unser von den Entwicklern zugeteilter Team-Captain, der im Spiel als „CAP Tilman“ unterwegs war.

Nach einem kurzen Smalltalk auf Englisch haben wir festgestellt, dass unser Captain eigentlich aus der Nähe der Lüneburger Heide kommt und entschieden, dass wir dann auch auf Deutsch spielen können. Mit so gebrochenem Eis war die Kommunikation gleich gelassener.

Insgesamt haben wir drei Runden lang gespielt, eine Aufwärmrunde und zwei, die aufgezeichnet wurden. Tilman hat uns dabei in die grundlegenden Mechaniken eingeführt und uns durch das Spiel geleitet mit einem Sieg, einem zweiten Platz und einer Niederlage, die mir aber sogar am besten gefiel.

Scavengers See
Die eisige Umgebung kann schnell gefährlich werden oder verwirren. Gute Absprache und Koordination sind da wichtig.

Wie spielt es sich nun? Wie bereits beschrieben ist Scavengers langsamer. Die Anfangs-Phase zieht sich etwa über 10-15 Minuten, in denen Waffen und Materialien gesucht, Ausrüstung gecraftet und Ziele gesetzt werden.

Anschließend geht’s dann dran, entweder weiter Punkte zu sammeln oder Gegner zu jagen. Wir haben als relativ aggressive Truppe häufig den Konflikt gesucht und unseren besiegten Feinden damit Punkte abgenommen.

Dabei wurde mir aber auch schnell klar, dass man seine Gefechte gut aussuchen sollte. In einem Fall konnten wir zwei Teams aufräumen, die sich gegenseitig bekämpften und so mit riesigem Vorsprung Punkte absahnen.

Beim zweiten Mal haben wir zwar mehrere Teams zerlegt, dadurch aber ein drittes angelockt. Der heiße PvP-Kampf war das, was mir beim Spielen am besten gefiel. Wir tanzten mit den Gegnern regelrecht in den Ruinen herum, versuchten, uns gegenseitig zu erwischen und mussten immer abwägen, ob wir einen Blick riskieren konnten oder einen Gegner vollständig erledigen mussten oder ob wir dann einen Pfeil vom gegnerischen Sniper kassieren. Der Kampf hat mir sämtliche – bis dahin noch eher begrenzten – Fähigkeiten im Umgang mit meinem Charakter abverlangt.

Wir unterlagen ganz knapp – zu meiner Schmach deswegen, weil der letzte Headshot nicht saß … 

In der letzten Runde schafften wir es gerade noch so zum Schiff, nur um dort noch einmal in ein Feuergefecht zu gelangen mit allen verbleibenden Teams. Dabei konnten wir genügend Punkte für einen zweiten Platz ansammeln und gerade so entkommen. Glücklicherweise reicht es, wenn einer aus dem Team auf dem Schiff ist, wenn es abhebt.

Scavengers Schiff
Beim Schiff kann es am Ende nochmal richtig viel Action geben.

Das zeigte mir allerdings recht gut, dass Planung und Teamplay äußerst wichtig sind. Hätte Tilman uns nicht so gut angeleitet und hätten wir nicht so gut zusammen gespielt, hätte das alles wohl nicht so gut geklappt und weniger Spaß gemacht.

Macht riesigen Spaß, wird aber kein Blockbuster

Scavengers ist eine erfrischende Abwechslung zu den anderen Shooter, die ich sonst so spiele: Warzone, Modern Warfare, Rainbow Six und Cold War. Es hat den Reiz eines Battle Royale und den strategischen Anspruch eines Taktik-Shooters mit den actionreichen Kämpfen eines Helden-Shooters wie Overwatch.

Das macht Scavengers zu einer interessanten Mischung, die mir persönlich unglaublich Spaß macht. Schon The Cycle hat mir richtig gut gefallen und besonders mit Freunden gemeinsam würde ich lieber Scavengers spielen als etwa Warzone.

Mit diesem Lob im Hinterkopf muss ich auch sagen: Ich glaube nicht, dass es ein Kassenschlager wird. Die Mechaniken sind äußerst cool, aber zu speziell, um eine breite Masse anzusprechen. Zu wenige Spieler werden genau diese Kombination an Inhalten wollen, dazu ist Scavengers einfach zu komplex.

Trotzdem wird es nicht floppen. Ich bin mir sicher, dass sich eine ganze Menge an Fans finden werden, die Scavengers treu und ausgiebig spielen. Das Genre ist, ähnlich wie etwa Point-and-Click-Adventures, etwas, das nur genau die Leute spielen, die das auch wollen, dafür umso ausgiebiger.

Scavengers wird mit ziemlicher Sicherheit ein Liebhaber-Spiel und von denen gibt es viel zu wenige, finde ich. Mehr Studios sollten den Mut haben, weniger Spielern eine umso größere Freude zu machen. Ich freue mich drauf!

Benedict von MeinMMO

Benedict Grothaus
Freier Autor bei Mein-MMO

Release und Beta – Wann kann ich selbst spielen?

Wie kann ich selbst spielen? Zum Abschluss des Anspiel-Events konnten wir den Entwicklern noch einige Fragen stellen. Dabei haben sie uns verraten, dass in der kommenden Zeit eine Closed Beta erscheinen wird, für die ihr euch auf playscavengers.com anmelden könnt. Die Beta läuft ab sofort und bis zum 22. Dezember.

Die Teilnahme ist begrenzt und wer testen will, sollte schnell sein. Wer zuvor bereits Zugang hatte, wird auch für diesen Test automatisch wieder freigeschaltet. Wie lange die Tests und der anschließende Early Access dauern werden, hängt vom Feedback der Spieler und der Entwicklung ab.

Wann und wo erscheint Scavengers? Ein Release-Datum hatten die Entwickler noch nicht parat. Sicher ist aber, dass Scavengers für PC, PS4 und Xbox One erscheinen und Crossplay bieten soll. Sobald Scavengers erscheint, wird es ein Free2Play-Titel mit einem Season-Modell. Es wird also stetig neue Updates erhalten.

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8 Kommentare
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Sveasy

Ma kann also direkt zum Pvp übergehen auch wenn das dem Team wenig Erfolgsaussichten im grossen Kontext bringt…. Ich prophezeie trotzdem dass es marodierende Teams geben word die nur Jagd auf andere Spieler machen, einfach weil sie können und man damit evt anderen den Spass versauen kann

Der Nehring

Jetzt definiert doch mal “alte Leute”. Also ist das Spiel für Personen ab 65 Jahre?

Reznikov

Ja für alle die sich für Fortnite & Co zu alt fühlen. Und “alte Leute” ist im Artikel auch nicht ganz ernst gemeint, denke ich.

Der Nehring

Natürlich habe ich da eine gewisse Ironie erkannt. Ich bin sogar dafür, auch bei einem CoD eine Ü50 – Version zu bringen, damit ich nicht immer mit den kleinen Kinder ballern muss und auch mal eine Chance habe. ?

Irina Moritz

Ja für alle die sich für Fortnite & Co zu alt fühlen.

Genauso ist es 😀

tuShai

Ohne Witz, das hat mich auch getriggert.
Man sollte dem Verfasser mal ´nen ordentlichen Nackenschlag geben.
Aber was erwartet man von den “jungen” Leuten ?

Nico

mh mal schauen, bisher kenn ich kein Spiel das es geschafft hat wirklich erfolgreich pve mit battleroyal zu verbinden.

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