Seit dem 1. September 2023 gibt es die Lorcana-Karten von Ravensburger zu kaufen. Innerhalb kurzer Zeit waren sie schon an vielen Stellen vergriffen. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hat sich ein wenig beim Einkauf ausgetobt und bereut nichts am Kauf.
Was ist das für ein Kartenspiel?
- Lorcana erschien am 1. September und ist so etwas wie die Disney-Version von Magic.
- Ihr spielt mit verschiedenen Helden aus dem Disney-Universum wie Micky Maus, Elsa oder Hades, baut Decks und spielt gegen andere.
- Lorcana ist aber auch bei Sammlern beliebt. Das liegt vor allem an den besonders hübschen und seltenen „Enchantments“
So teuer ist Lorcana: Eigentlich sind die Preise für Lorcana recht „normal“ im Vergleich mit anderen Sammelkartenspielen:
- ein Starterdeck mit den 60 immer gleichen Karten und einem Booster kostet 20 €
- einen Booster bekommt ihr schon für rund 6 € und er enthält 12 Karten, von denen eine garantiert
glitzernd
(oder einFoil
) ist - zum Vergleich: ein Booster des aktuellen „Wildnis von Eldraine“-Sets von Magic kostet je nach Typ rund zwischen 3,50 und 22 €. Diese Booster enthalten 15 Karten, wobei ein Teil davon Länder-Karten (also Mana) ist und auch Künstler- und Token-Karten enthalten sind
Spieler, die ernsthaft sammeln oder spielen, kaufen allerdings häufig nicht nur einen Booster, sondern direkt ein ganzes Paket, ein sogenanntes „Display.“ Bei Lorcana enthält ein solches Display 24 Booster mit je 12 Karten und kostet 144 €.
Die Karten waren allerdings so beliebt und schnell vergriffen, dass Booster und Displays schnell aufgekauft und von Scalpern für den doppelten Preis oder mehr angeboten wurden. Ich hatte Glück: Ein cooler Laden in Berlin hatte noch haufenweise Displays.
Nachdem mich Ex-Kollege Maik Schneider mit Lorcana angesteckt und mir richtig Lust auf das Spiel gemacht hat, habe ich etwas Geld in die Hand genommen und mir direkt 4 Displays sowie 2 Starter-Decks und ein wenig Zubehör gekauft. Kostenpunkt: etwas über 600 Euro.
Hier ist der Trailer zu Lorcana:
Super-Seltene „Enchantments“ bringen richtig Kohle
Für mich war das eine der klassischen Dummheiten, die ich gerne mal mache – wie ein Gaming-Tablet für 250 € zu kaufen oder einen 1.500-€-Laptop, damit ich Diablo 4 in der Bahn zocken kann. Ich bin eben ein Nerd und gebe mein Geld sonst für nicht viel aus, da kann sowas auch mal sein.
Mir war in dem Moment auch egal, dass es teuer wurde. Ich wollte spielen, mir eigene Decks bauen und daran feilen. Das haben wir auch getan, sehr ausgiebig und mit viel Spaß. Was ich nicht einberechnet habe: Es gibt Karten, die richtig viel Kohle wert sind.
Wie bei jedem Sammelkartenspiel sind einige Karten in Lorcana glitzernd, oder „Foils.“ Die sehen dann besonders schick aus, können sonst aber nicht mehr. Lorcana setzt aber noch einen drauf.
Bestimmte Karten kommen mit einem alternativen, völlig eigenen Design: die „Enchantments.“ 12 verschiedene davon gibt es mit einer sehr begrenzten Auflage. Ich hatte großes Glück, denn in meinen Displays waren gleich 3 davon, die ich für ordentlich Kohle verkaufen konnte:
- Hades – König des Olymps kostet auf Cardmarket 130 €; ich habe die Karte für 120 € verkauft
- Stitch – Sorgloser Surfer kostet auf Cardmarket 170 €; ich habe die Karte für 130 € verkauft
- Simba – Zurückgekehrter König kostet auf Cardmarket 168 €; ich habe die Karte für 130 € verkauft
Ich hätte also noch mehr herausholen können, wollte mich aber nicht zu sehr mit Feilscherei herumschlagen. Stattdessen habe ich einigen Sammlern einfach eine Freude gemacht und die Karten unter Wert verkauft. Mir war nur wichtig, ein paar der Ausgaben zu decken.
Die absolut teuerste Karte war da noch nichtmal dabei: Elsa als Enchantment wird aktuell für über 460 € gehandelt. Wer die zieht, kann sich also locker nochmal 3 Displays kaufen. Oder … ihr wisst schon, einfach mal das Geld behalten.
Anmerkung: Booster sind mit Glück verbunden. Lorcana kann deswegen über den Glücksfaktor schnell ins Geld gehen. Ähnlich wie Pokémon spricht das Spiel eher junge Fans an. Booster, Glück und das Sammeln besonderer Karten sind typisch für Sammelkartenspiele (TCGs
), was jedem bewusst sein sollte, der mit Lorcana anfangen will.
Ich will niemanden dazu anreizen, durch meinen Artikel nun Geld auszugeben und auf den Jackpot zu hoffen, zumal die Preise für Einzelkarten SEHR stark schwanken. Ich habe hier Geld ausgegeben, das ich nicht vermisse und das ich auch für solche Verrücktheiten „verschwenden“ kann.
Lorcana ist ein bisschen wie Magic für Kinder und macht unheimlich viel Spaß
Dass ich überhaupt so viel Kohle für Lorcana ausgegeben habe, liegt vor allem daran, dass mir das Spiel richtig gut gefällt. Ich habe in meinem Urlaub bei Maik jeden Tag ein paar Runden gezockt, teilweise mehr als er eigentlich wollte – obwohl er mich dazu gebracht hat.
Stellt euch das Spiel grob vor wie Magic, nur ohne die allzu komplexen Mechaniken. Statt Ländern und Mana gibt es Tinte und die meisten Karten können einfach zu Tinte verarbeitet werden. So wird der Deckbau deutlich vereinfacht.
Zwar gibt es in Lorcana 6 Farben, aber maximal 2 verschiedene dürfen in einem Deck vorhanden sein. Daraus ergeben sich aber genug Möglichkeiten, um unterschiedliche Decks zu bauen. Zu den Archetypen, die wir schon gesehen oder gebaut haben, zählen etwa:
- Aggro-Decks, die den Gegner überrennen
- Midrange-Decks, die mehr auf Kontrolle ausgelegt sind
- Ramp-Decks, mit denen schon früh besonders starke Karten gespielt werden können
Was mir an Lorcana am besten gefällt ist, dass es darum geht, zu gewinnen und nicht darum, dass der Gegner verliert. Heißt: statt die Lebenspunkte des Gegners auf 0 zu bringen, muss ich selbst „Legenden“ sammeln. Mit 20 Legenden habe ich gewonnen. Der Frust-Faktor ist damit deutlich geringer und Table-Flips werden unwahrscheinlicher.
Ein weiterer Vorteil: es gibt aktuell nur etwas über 200 Karten. Magic dagegen hat mittlerweile irgendwo über 25.000. Wer das jetzt anfangen will, muss erst mal wochenlang Karten lesen und lernen. Etwas, was mir immer den Spaß verdorben hat.
Bereits im November kommt schon das zweite Set für Lorcana raus und im Frühjahr 2024 gibt es ein Reprint für das erste Set, sodass die Scalper-Preise sich jetzt ohnehin nicht lohnen. Mal sehen, wie viel Geld mir das Spiel noch aus der Tasche zieht.
Falls ihr mit Karten noch nicht so ganz warm geworden seid, aber trotzdem mal etwas anderes Gaming ausprobierne wollt, gibt es auch erstklassige Brettspiele für Nerds:
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