Am 2. Juni erscheint Diablo Immortal. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus hatte bereits vorab die Möglichkeit, sich das neue MMO anzusehen. Dabei hat er vor allem das kontroverseste Feature getestet: den Shop.
Eigentlich startet Diablo Immortal erst am Donnerstag, den 2. Juni um 19:00 Uhr deutscher Zeit. Ich durfte allerdings zusammen mit anderen ausgewählten Spielern schon eine Woche vorher spielen.
Bevor jemand meckert: nein, den Fortschritt dürfen wir nicht mitnehmen. Alles wird gelöscht und ich fange zusammen mit euch ab dem 2. Juni neu an. Ok, vielleicht etwas früher – der Download ist auf iOS und Android bereits online.
Die Zeit vor Release habe ich aber genutzt, um mir die Features von Diablo Immortal in seiner vorläufig endgültigen Version anzuschauen. Besonderer Fokus lag hier auf dem Shop. Schließlich behaupten viele, Diablo Immortal sei „krass Pay2Win“.
Zwar haben sich die Chefs selbst schon zu den Vorwürfen geäußert, aber ich will euch noch einmal ganz klar erklären, was euch im Shop von Diablo Immortal tatsächlich erwartet und wie viel ihr eigentlich wofür zahlen sollt.
Beachtet, dass ich eine Vorab-Version gespielt habe. Der Shop war hier schon aktiv und ich konnte PReise und Co. sehen, aber noch keine Käufe tätigen. Große Änderungen gibt es erfahrungsgemäß bis zum Release nicht mehr, aber es kann passieren. Was ihr zu Diablo Immortal noch wissen müsst, seht ihr hier im Video in 3 Minuten:
15 Stunden gespielt, 30 Stufen erreicht, keinen Cent gezahlt
In meinen 15 Stunden Spielzeit bin ich nur etwa zur Hälfte durch die Kampagne gekommen und habe Stufe 30 erreicht. „Aber ihr habt doch gesagt, dass die Kampagne nur 10 Stunden lang ist!“. Ja, das ist richtig, aber:
- das gilt nur, wenn man die gesamte Story am Stück spielen könnte
- während der Kampagne lernt man die ganzen Mechaniken von Immortal kennen – sie ist eine Art Tutorial
- Dungeons, Story-Dungeons und Portale („Rifts“) sind notwendig für den Fortschritt
- ich habe einige Zeit damit verbracht, mir die Inhalte genauer anzusehen und auf verschiedenen Systemen zu testen
- auch die Controller-Steuerung habe ich getestet, aber Touch fühlt sich tatsächlich fast besser an
Zurück zum Thema: in den 15 Stunden Spielzeit habe ich keinen Cent gezahlt. Und ich hatte nicht das Gefühl, dass ich deswegen irgendeinen Nachteil hätte. Wichtig ist der Shop bis zum Endgame wirklich überhaupt nicht.
Nach meiner bisherigen Erfahrung, sowohl hier als auch in vorigen Tests, lässt sich auf jeden Fall die gesamte Story ohne Nachteile kostenlos spielen. Das liegt mitunter daran, dass es nur relativ wenig Gameplay-relevante Inhalte überhaupt zu kaufen gibt.
Einen ausführlicheren Test zu Gameplay und Mechaniken findet ihr übrigens von Kollege Fabiano Uslenghi bei der GameStar.
Cosmetics, Embleme und … ein Abo? Das steckt im Shop
Im Shop gibt es mehrere Sachen im etwa gleichen Maße zu kaufen:
- Skins für euren Charakter
- Handwerksmaterialien
- Platin, das ihr später zum Aufwerten braucht
- legendäre Embleme, um Ältestenportale zu verstärken
- Pakete mit verschiedenen Inhalten, von denen es eines täglich kostenlos gibt
Handwerksmaterialien habe ich nicht gekauft, zumal ich auch nicht so recht wusste, wofür ich die auf meiner Stufe nutzen sollte. Das Gleiche gilt für die Embleme, die allerdings der größte Kritikpunkt am System sind. Dazu jedoch später mehr.
Die meisten Inhalte kauft ihr nicht für echtes Geld, sondern mit einer Premium-Währung. So etwas ist normal für Free2Play-Games. Für rund einen Euro bekommt ihr 60 dieser Premium-Kugeln, größere Pakete enthalten einen kleinen Rabatt.














Im Schnitt zahlt ihr umgerechnet grob 1,50 € für Handwerksmaterialien, 20 € für einen Skin (komplettes Set) und 2,60 € für ein legendäres Emblem. Nicht unbedingt günstig, meiner Meinung nach, allerdings brauchte ich das alles bisher nicht. Skins locken mich im Moment noch am meisten.
Zusätzlich zu einmaligen Käufen bietet Diablo Immortal eine Art Abo an, den „Segen des Überflusses“. Der funktioniert ähnlich wie die Kristalline Aura aus Lost Ark und bringt für 9,99 € im Monat einige Vorteile mit sich:
- Belohnungen über den Monat verteilt, darunter legendäre Embleme
- größeres Inventar
- Fernzugang zum Markt und mehr Handelsplätze auf dem Marktplatz
Das Angebot richtet sich offensichtlich mehr an regelmäßige Vielspieler. Alles in allem erinnert mich der Shop von Diablo Immortal ohnehin stark an den von Lost Ark.
Für mich kein „Pay2Win“, aber auch nicht unwichtig
Alles in allem habe ich bis jetzt keinen Grund gesehen, den Shop zu benutzen. Ich hatte super viel Spaß mit Diablo Immortal und das kostenlos. In den kommenden 15–25 Stunden sehe ich mich ebenfalls noch kein Geld ausgeben, so lange genieße ich die Story.
Trotzdem weiß ich schon jetzt, dass Dinge wie legendäre Embleme wichtig sein werden. Die braucht ihr später, um aus Ältestenportalen garantierte legendäre Edelsteine zu ziehen. Diese Edelsteine sind ein Grundpfeiler eurer Macht in Diablo Immortal.
Legendäre Embleme gibt es teilweise kostenlos, sodass ihr zumindest einige Edelsteine garantiert erhaltet. Zum Aufwerten braucht ihr aber weitere Edelsteine oder Materialien. Einige Fans meinen: wer nicht zahlt, brauche 40 Jahre für das beste Gear.
So hart schätze ich das nicht ein. Ohne zu zahlen gibt es immer eine Chance auf die Edelsteine und Aufwertungen. Embleme gibt es zudem im Battle Pass. Es dauert schlicht länger und ich werde ziemlich sicher zahlen, weil ich, blöd gesagt, mehr Geld als Zeit habe. Und ich will eben viel vom Spiel sehen und das möglichst schnell.
Kurz gesagt: Wer innerhalb der ersten paar Tage das beste Gear und die letzten paar Prozente an Leistung haben will, wird vermutlich zahlen müssen. Wer einfach nur spielt, braucht das nicht.
Ihr solltet auch ohne zu zahlen locker ins Endgame kommen. Und wer ohnehin schon gut spielt, der wird auch als Free2Play-Spieler in Raids und im PvP mithalten können. Darüber waren sich schon Tester einig. Es gibt schließlich noch Ausrüstung und Paragon-Stufen, die euch stärker machen.
Apropos Endgame: Es gibt neues Gamplay zu den Gebieten, die vor Release noch niemand sehen konnte:
Einziges größeres Manko bisher: immer, wenn ich einen Boss töte, wird ein „neues, einzigartiges Paket“ im Shop freigeschaltet. Die sind aber nicht kostenlos und das Spiel weist recht aufdringlich darauf hin, dass das Paket nun da ist, bis man es sich zumindest einmal angesehen hat.
Diese Pakete sind oft günstiger als die Summe ihrer Einzelteile, also durchaus gute Angebote, wenn man sie kaufen will. Nur die Werbung im Spiel nervt ein wenig.
Ich konnte übrigens vor Release schon mit den Chefs von Diablo Immortal im Interview sprechen. Wenn euch interessiert, wie sich das MMO nach Release noch entwickeln wird, lest ihr hier mehr dazu:
Chefs über Diablo Immortal: „Wir werden wie World of Warcraft“
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