Legendärer WoW-Spieler hat früher 8 bis 10 Stunden am Tag die Allianz vernichtet – Hat am liebsten Noobs gemeuchelt

Legendärer WoW-Spieler hat früher 8 bis 10 Stunden am Tag die Allianz vernichtet – Hat am liebsten Noobs gemeuchelt

In MMORPGs wie World of Warcraft tummeln sich Millionen Spieler. Wenige davon schaffen es, sich einen Namen zu machen und noch weniger werden zur Legende. Eine dieser Legende ist Angwe, ein Orc-Schurke, der damals in Vanilla zur Geißel der Allianz wurde.

Wer ist der Spieler? Angwe ist ein Orc-Schurke, der in Vanilla-WoW unterwegs war. Damit meinen wir nicht das neue WoW Classic, sondern tatsächlich das ursprüngliche WoW, damals im Jahr 2005.

Anders als der legendäre Krieger Kungen, hat sich Angwe allerdings als besonders fieser Spieler einen Namen gemacht. Er gilt als einer der größten Bösewichte in World of Warcraft, abseits von Story-Antagonisten wie Arthas und Kil’jaeden.

YouTube war damals noch nicht so groß wie heute und Twitch gab es in der Form noch gar nicht. Dementsprechend wenig Beweise von Angwes Missetaten gibt es.

Trotzdem kommen immer wieder Gespräche über den fiesen Schurken in der Community auf, Erinnerungen an die alte Zeit oder sogar Lobpreisungen seiner Errungenschaften. Aber wer genau ist Angwe nun eigentlich?

„Ich bin einfach gerne Freddy Krueger“

Wofür ist Angwe bekannt? Angwe zählte damals zu den besten PvP-Spielern überhaupt. Wie er in einem AMA auf reddit erklärt, war er auf seinem Server Dethecus jede Woche auf Platz 1 oder 2 der PvP-Rangliste.

Damals lief das noch über ehrenhafte Kills. Ehre gab es nur, wenn ihr Spieler auf der gleichen Stufe in der offenen Welt erledigt habt. Besonders berüchtigt für riesige PvP-Schlachten und Ganks war zu der Zeit das Schlingendorntal.

Angwe allerdings hat sich im Hafen von Menethil niedergelassen. Dort hat er reihenweise Allianz-Mitglieder abgeschlachtet, solche auf Stufe 60, aber auch absolute Noobs, die dort einfach leveln wollten. Wie er selbst sagt, hat er pro Tag 8 bis 10 Stunden damit verbracht.

„Ich bin einfach gerne Freddy Krueger […] Ich liebte es, Leute in Angst zu versetzen, sie bei jedem Schritt über die Schulter schauen zu lassen. Ich liebe es, der Butzemann zu sein“, verrät Angwe im Interview mit PC Gamer 2017.

Interview mit einem Griefer: „Ich fühle mich erst gut, wenn andere heulen.“

Darum war das besonders fies: Der Hafen von Menethil war damals die einzige vernünftige Möglichkeit für Allianz-Spieler, von den östlichen Königreichen nach Kalimdor zu kommen. Es gab zwar noch Beutebucht, allerdings führte das Schiff dort direkt nach Durotar, einem Horde-Gebiet.

Schiffe von Menethil steuerten die Dunkelküste an. Wenn man als Allianz-Spieler also hin- und herreisen wollte, musste man dort entlang. Besonders fies: der Hafen von Menethil liegt in einem Gebiet für Spieler der Stufe 20-30. Für Angwes Klingen gab es hier immer genug Futter.

Angwe wartete oft an den Docks und hat Spieler gemeuchelt, die einfach nur aufs Schiff wollten. Teilweise fuhr er sogar ein Stück mit, hat die Leute auf dem Schiff umgebracht und schwamm dann zurück.

Das ging so weit, dass die Allianz-Spieler Angst hatten, überhaupt auf die Schiffe zu gehen. Sie warteten in der Nähe der Wachen und sprinteten erst los, wenn das Boot kam, in der Hoffnung, nicht das Ziel von Angwe zu werden.

Angwe selbst gründete sogar eine eigene Gilde, die „Diener des Angwe“. Allianz-Spieler in dieser Gilde outeten sich zwar als Feiglinge, waren aber zumindest vor dem fiesen Orc geschützt und wurden nicht zu seinem Ziel.

WoW Diener des Angwe PC Gamer
Die „Diener des Angwe“ waren sicher vor dem Orc. Bildquelle: PC Gamer.

„Du wohnst doch im Keller deiner Mutter“

Das waren die Reaktionen: Angwe selbst erstellte sich einen Allianz-Charakter auf einem zweiten Account. Auf PvP-Servern konnte man damals nicht beide Fraktionen spielen. Er nutze seinen Charakter „Angwespy“, um zu beobachten, wie sich seine Opfer über ihn aufregen.

Die besten Aussagen bewahrte der Schurke als Screenshot auf und lud sie auf einer eigens dafür erstellen Website hoch. Das Original davon existiert nicht mehr, aber einige Fan-Seiten stellen die Chat-Nachrichten und Foren-Posts heute noch aus. Zu den Highlights gehören Aussagen wie:

  • „Angwe ist eine mystische Kreatur. Wie Bigfoot. Der ist schwer zu finden. Aber wenn du es tust, wünscht du dir, nie geboren worden zu sein.“
  • „Ich hasse dich so sehr, Angwe. Du bist ein verdammter Nerd und hast absolut kein Leben. Mann, du wohnst vermutlich im Keller deiner Mutter.“
  • „Können wir nicht irgendwie eine Vereinbarung treffen, damit du aufhörst, mich zu töten? Gold? Rüstung? EP? Irgendwas?“

Mindestens eine Gilde hat sogar extra einen „Anti-Angwe-Guide“ in ihrem eigenen Forum gepostet, der dazu dienen sollte, den Orc zu meiden. Angwe schlich sich in die Gilde und trollte sie noch von innen heraus.

Damals hatte WoW auch noch einige Probleme mehr. Seht hier die 5 lustigsten Bugs der Geschichte von WoW:

Seht im Video die 5 Bugs, die in WoW Geschichte schrieben

Wie ging es zu Ende? Genau diese Anti-Angwe-Gilde soll sich aber schließlich zusammengerottet und auf ihn gewartet haben. Als er einmal einloggte, wartete laut PC Gamer eine wahre Armee auf ihn. Er konnte angeblich einige Allianz-Spieler mit ins Grab nehmen, ehe er doch besiegt wurde. Seine letzte Schlacht.

Kurz darauf führte Blizzard mit Patch 1.5 Schlachtfelder ein. PvP-Begeisterte konnten sich in instanziierten Gebieten quasi zur Schlägerei verabreden und offenes PvP wurde immer unwichtiger. Ehre gab’s auf den Schlachtfeldern.

Da man damals noch zu den Schlachtfeldern anreisen musste und sich nicht einfach hinein teleportieren konnte, verschob sich die Masse an PvP-Spielern in Richtung Eschental und Alterac, weg von Menethil.

Angwe war nicht länger der Schrecken der Allianz. Er sagt selbst, dass ihm klar wurde, dass er mit seiner Art zu Spielen sein Leben verschwende. Menethil und die Allianz waren wieder sicher.

Ganze Server terrorisieren – Heute nicht mehr so leicht

Der Schurke erklärt, dass sein Antrieb noch von Everquest kommt, einem älteren MMORPG. Dort sei der Umgangston viel rauer gewesen und was er in WoW abzog, sei nichts im Vergleich zum PvP in Everquest.

Im Podcast mit dem Entwickler des größten deutschen MMORPGs sprechen wir genau darüber, wie es so ist, als Spieler böse zu sein. Hört auf Spotify oder iTunes zu oder schaltet direkt hier ein:

WoW-Spieler waren solche Attentäter nicht gewohnt und sind es auch heute nicht. Griefer werden eher gemeldet und gemieden, es geht mehr ums Zusammenspiel und nicht darum, andere zu nerven. Blizzard selbst will sogar mit einem „Sozialvertrag“ und weiteren Ideen gutes Klima fördern.

Auch der Krieg zwischen Horde und Allianz rückte über die Jahre immer weiter in den Hintergrund. Die Fraktionen verbündeten sich immer wieder gegen größere Feinde und mit Patch 9.2.5 können Horde und Allianz sogar richtig zusammenspielen.

Die Tage von Spielern wie Angwe sind damit vermutlich gezählt. Das geht schon allein deswegen nicht, weil die meisten Spieler heute viel mehr von WoW und Co. verstehen. Würde sich jemand irgendwo hinstellen, hätte er innerhalb kürzester Zeit jemanden an sich kleben, der noch besser ist.

Früher waren wir alle Noobs und Angwe war einfach nur etwas besser. Er sagt selbst, heute würde ihm ordentlich eingeschenkt. Wir sind heute eben alle ein ganzes Stück besser geworden:

2008 dauerte es 62 Tage, bis der Endboss von WoW starb – Heute wird er in Classic nach 52 Minuten umgeklatscht

Quelle(n): PC Gamer
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Florian

Muss ja richtig stolz auf sich sein wenn er das heut zu Tage wieder ausgraben lässt. Typen wie der sind die heutige Generation Harz 4. 😹

Bleakly

Angwe selbst gründete sogar eine eigene Gilde, die „Diener des Angwe“. Allianz-Spieler in dieser Gilde outeten sich zwar als Feiglinge, waren aber zumindest vor dem fiesen Orc geschützt und wurden nicht zu seinem Ziel.

Es gab früher gemischte Gilden?

Momo

Hat er wohl mit sein zweit Account und dem Chat Angwespy gemacht. Ich musste den Abschnitt auch zwei Mal lesen um es zu verstehen. ^^

Bodicore

Ist ja eine riesen Kunst Leute im Stunlock runterzuraspeln.

T.M.P.

Ist halt keine Kunst mit nem Schurken jemanden umzumähen so lange der kein PvP-Equip hat. 1v1 brauchst da noch nicht mal ne PvP-Skillung.
Legendär ist hier nur der Minderwertigkeitskomplex, der einen verleitet 10 Stunden am Tag Wehrlose umzuhauen, um in der PvP-Rangliste vorne zu stehen.

So, jetzt hab ichs dem Troll aber gegeben! 😜

PS: Wannabe-Ganker auf offener See per Mindcontrol ins Wasser befördern ist viel viel lustiger, gab aber leider keine Punkte. 👼

dheimos

Kennt noch wer den ud Schurken Peine???;) der war auch immer in sw. Ich hatte gerne ruchlose morde, über 300😂, glaube ich war Rekordhalter;)

80s-Gamer

Der Spieler war so fleißig, dass er fast schon ein NPC war. Früher haben viele Spieler ihr Leben in WoW gelegt. Ich war auch mal so. Diese „8 – 10 Std.täglich“, kenne ich nur zu gut. Ja, man verschwendet Lebenszeit und das dauerhafte Verbringen in virtuellen Welten halte ich grundsätzlich für schädlich. Aber es war unterhaltsam und bot fun ohne Ende. Ich lese immer wieder gerne Anekdoten aus früheren WoW Zeiten.

artigkeitsbaer

Heute riskierst du ja shcon für openworld pvp dein acc wende jemand mehrmals abmurkst dann heist es plötzlich harrasment und solch spielerreien hats alles scgon gegeben ;:D Einglück hatt ich ihn nich auf meinen pve server damals xD

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