WoW: Twitch-Streamerin sagt, ein Ex-Mod terrorisierte sie über Jahre – Nun drohen ihm 5 Jahre Haft

WoW: Twitch-Streamerin sagt, ein Ex-Mod terrorisierte sie über Jahre – Nun drohen ihm 5 Jahre Haft

In World of Warcraft hat die Streamerin “Nalipls” einen Horror-Trip hinter sich. Einer ihrer Moderatoren (29) mutierte nach einem Treffen auf der BlizzCon 2019 angeblich zu einem verrückten Stalker, der Nacktfotos von ihr fälschte und vertrieb, sie außerdem permanent belästigte. Das Verhalten wurde über die Jahre immer schützen. Blizzard wollte sie schützen. Letztlich griff das FBI ein.

Trigger-Warnung: Der Beitrag beschreibt eine beängstigende und bedrohliche Situation in Zusammenhang mit Belästigung und Stalking, in welche die Twitch-Streamerin Nalipls geriet. Das kann auf einige Leser und Leserinnen beklemmend oder verstörend wirken.

Das sagt die Streamerin: Am 27. Januar 2022 veröffentlichte die Twitch-Streamerin „Nalipls“ einen Post auf Twitter, in dem sie beschreibt, dass sie seit 2 Jahren von einem ehemaligen Moderator ihres Twitch-Kanals belästigt und bedroht wird.

Die Person war über lange Zeit ein Mitglied ihrer Community und ein Moderator ihres Streams (via twitlonger).

Nach einem persönlichen Treffen auf der BlizzCon wird der Moderator zum Stalker

Doch der Ärger begann, als sie ihn das erste Mal auf der BlizzCon 2019 sah, traf sie Autogramme unterschrieb. Nach diesem Treffen wäre sein Verhalten „besorgniserregend“ geworden. Er wollte immer mehr Aufmerksamkeit von ihr, spendete ihr mehr Geld und wollte mit ihr privat im Discord reden.

Als sie ihm zu verstehen gab, dass sie schon vergeben sei, versuchte er sie in Kanada zu besuchen. Zudem begann er „unangemessene Kommentare“ zu ihren Fotos zu veröffentlicht. Offenbar nutzte er dafür mehrere Accounts, wie die Twitch-Streamerin schreibt.

Bremer Polizist reagiert völlig falsch auf Anzeige einer Twitch-Streamerin

Mann fälscht Nacktofots der Streamerin und verschickt sie an alle

So eskalierte das: Die Situation eskalierte offenbar, als sie ihn mit seinem zusehends schrägen Verhalten konfrontierte. Nun drohte er angeblich, sich umzubringen – Nali alarmierte die Polizei.

Als die Polizisten feststellten, dass es dem Mann gutging, brach sie den Kontakt mit ihm ab und entzog ihm die Mod-Privilegien.

„Er rastete jetzt völlig aus. Er begann mit zahlreichen Fake-Accounts auf Twitter, Twitch und in WoW mich und meine Moderatoren zu belästigen […] Es war zu diesem Zeitpunkt, als er damit begann, mein Gesicht auf die Körper nackter Frauen per Photoshop zu packen und andere dafür bezahlte, das auch zu tun. Dann nahm er diese Fotos und sendete sie an meine Freunde und Follower. Zu der Zeit musste ich auch in die Notaufnahme wegen stressbedingten Herzproblemen.“

Nali sagt, dass sie im Februar 2021 sogar mit dem Streamen aufhören musste. Ihre Herzprobleme verschlimmerten sich immer weiter. Die Belästigungen wurden immer heftiger

Unter jeden ihrer Post habe der Mann unzählige Nacktbilder gepackt. Jedes Mal, wenn einer seiner Accounts gebannt wurde, erstellte er sich einfach einen neuen. Er müsse hunderte von Accounts haben, vermutet die Twitch-Streamerin.

Letztlich erwirkte Nali sogar eine einstweilige Verfügung gegen ihn, aber weil er in den USA lebte und sie in Kanada, erwies sich das als schwierig und kostspielig. Trotz einer Gofundme-Kampagne musste Nali 4.000 $ aus eigener Tasche zahlen.

Letztlich stiegen Nali die Anwaltskosten über den Kopf und für das Verfahren hätte sie auch ihre Adresse angeben müsste, was sie eigentlich nicht wollte. Letztlich machte der Anwalt des Stalkers ihr ein Angebot über 2.000$: Wenn sie ihre einstweilige Verfügung aufhebe, dann würde der Mann auch aufhören, sie zu belästigen. Sie unterschrieb die außergerichtliche Einigung, was sie heute bereut – der Mann machte einfach weiter und hatte nun ihre Adresse, denn die hatte sie bei der einstweiligen Verfügung angeben müssen.

Stress bringt Streamerin in die Intensiv-Stadion

Bei Nali selbst wirkte sich der Stress immer stärker auf ihre Gesundheit aus. Sie hatte Schlafprobleme und begab sich in Therapie:

„Im August 2021 wurde ich sehr krank mit Herzproblemen. Ich bin fast gestorben. […] Ich verbrachte eine Woche auf einer kanadischen Intensiv-Station. Ich musste mich aus der Situation komplett entziehen. Mir wurde gesagt, jeder Stress könne zu einem Neuauftreten der Probleme führen.“

Nali zog sich aus der Öffentlichkeit, aus WoW und von Twitter zurück, kümmerte sich um ihr Studium.

Wie Nali schildert, hielt sie zu der Zeit vor allem ihr Partner, Borngood, über Wasser. Aber nun begann der Stalker, auch ihn und dessen Familie zu belästigen – war doch Nali, die offline blieb, doch nun außerhalb seiner Reichweite.

Als sie nach ihrer Pause wieder mit WoW begann, eskalierte die Situation auf die nächste Stufe. Sie sagt: Nun begann der Stalker sogar Leute dafür zu bezahlen, „Deepfake-Pornovideos“ von ihr zu erstellen.

Seine Mitteilungen wären zudem immer bedrohlicher geworden. Ihrem Freund Borngood habe er schon geschrieben, er solle einen „Sarg für Nilapls besorgen“, es würde zu einem „Event auf einer Convention kommen, das es in die News schaffen würde“.

Wichtiger Hinweis: Falls euch dunkle Gedanken plagen: Ihr seid nicht allein. Holt euch bitte Hilfe. Zum Beispiel bei der Telefonseelsorge unter 0800/111 0 111 oder der Online-Seelsorge, bei der ihr auch einen Chat nutzen könnt. Das ist kostenlos und gilt bundesweit.

FBI verhaftet Mann, durchsucht Wohnung, findet gefakte Nacktfotos

So ging das jetzt aus: Laut einer Mitteilung des Büros des Staatsanwalts in Kalifornien, hat man am 24. Mai den Mann festgenommen: Er ist ein 29-jähriger ehemaliger Flughafen-Polizist. Er wird beschuldigt, eine professionelle Online-Spielerin in einer mehrjährigen Belästigungs-Kampagne gestalkt zu haben.

In einer Mitteilung steht, dass FBI Agenten den Mann festgesetzt haben und er noch am selben Tag das erste Mal vor einem Gericht in Santa Ana erscheinen soll.

Im Bericht erzählt man die Geschichte nach:

Im November 2019 reiste das Opfer nach Anaheim, um an der „BlizzCon“ teilzunehmen, einer jährlichen Gaming-Convention, die sich auf verschiedene Videospielreihen konzentriert, auch auf „World of Warcraft“. Das Opfer traf auf den Beschuldigten persönlich in einem Meet-and-Greet mit Fans im Anaheim Convention Center.

Nach der Convention fragte der Beschuldigte angeblich das Opfer, ob sie sein „Valentin“ sein wolle. Bei der Antwort sagte sie ihm höflich, sie habe einen Freund.

Das FBI habe im März 2022 die Wohnung des Mannes durchsucht und dort „viele mit Photoshop bearbeitete Nacktbilder“ der Streamerin gefunden, außerdem Beweise dafür, dass er Email-Adressen besitze, von denen aus die Streamerin belästigende Nachrichten erhielt.

Laut der Staatsanwaltschaft werde dem Mann vorgeworfen, trotz einer einstweiligen Verfügung im Februar 2021 und trotz einer Vereinbarung, die Belästigung sein zu lassen, mit dem Stalking des Opfers weitergemacht zu haben.

Es heißt aber: Das seien im Moment nur Anschuldigungen gegen den Mann, ein Verbrechen begangen zu haben. Jeder Beschuldigte sei erstmal als unschuldig anzunehmen, bis seine Schuld jenseits allen begründeten Zweifels bewiesen sei.

Der Mann wird des Stalkings angeklagt. Sollte er verurteilt werden, erwarten ihn bis zu 5 Jahre Haft in einem Bundesgefängnis, teilt die Staatsanwaltschaft mit. Das FBI untersuche die Angelegenheit.

Wie die US-Seite Polygon meldet, hatte auch WoW-Entwickler Blizzard den Mann mehrfach aus WoW und sogar von der Plattform Battle.net gebannt. Es heißt, Blizzard hätte sogar eine eigene Sicherheitskraft eingestellt, um die Twitch-Streamerin bei Events zu schützen.

Stalker scheinen für Influencer zu einem zusehends großen Problem zu werden:

27-Jährige erzählt, wie sehr sie und der größte Twitch-Streamer der Welt litten

Das Titelbild stammt vom Twitter-ACcount von Navipls. Es zeigt sie und Katze Oliver.

Quelle(n): Justice.vog, polygon
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