World of Warcraft bekommt noch 2022 seine neue Erweiterung Dragonflight. MeinMMO-Redakteur Benedict Grothaus konnte sie bereits anspielen und hat festgestellt: Dragonflight macht viele „notwendige“ Addons einfach überflüssig.
Ich kann WoW nicht mehr ohne Addons spielen. Bei jedem Patch starte ich den Addon-Manager WoWUp und update erst einmal alles, was ich brauche. Und das ist eine Menge: mindestens 20 Addons nutze ich regelmäßig.
Da ich Progress-Raider bin, also regelmäßig mit meiner Gilde Schlachtzüge besuche, sind viele Addons „Pflicht“. Andere nutze ich, weil mir das Spielen dadurch einfach leichter fällt. Als ich Dragonflight getestet habe, fiel mir aber auf, dass ich zumindest 3 Addons nicht mehr brauchen werde.
Was sind das für Addons? Konkret sind mir 3 Addons eingefallen, die ich in Dragonflight nicht mehr brauche:
- Bagnon – Fasst alle Beutel in einen einzigen zusammen, gut für die Übersicht
- Dominos/Bartender – Bricht das UI auf und macht Leisten frei verschiebbar
- CursorTrail – Hebt meinen Mauszeiger hervor. Das brauche ich, um Fähigkeiten und Makros richtig zu setzen, denn oft verschwimmt der Cursor einfach im Gemenge der 20 Spieler im Raid.
Einige davon zählen zu den besten Addons für World of Warcraft, aber wohl nicht mehr lang. Mit Dragonflight werden sie einfach ins Interface eingebaut, man braucht die Funktionen nicht mehr über externe Funktionen.
Im Video zeigen wir euch alles, was ihr zu Dragonflight wissen müsst, in 3 Minuten:
WoW übernimmt Addons nach 18 Jahren einfach ins UI
Darum kann ich endlich auf Addons verzichten: Eine der großen Änderungen von Dragonflight ist ein völlig neues User-Interface, das sich vom klassischen WoW doch unterscheidet. Die Minimap ist größer und es gibt dutzende Anpassungs-Optionen.
Zwei meiner liebsten neuen Einstellungen sind die Möglichkeiten, die Aktionsleisten zu verschieben, zu vergrößern und zu verkleinern. Das macht Dominos, was ich normalerweise nutze, vollkommen obsolet.
Außerdem lässt sich der Cursor einfach vergrößern, wie euch vielleicht in einigen unserer Gameplay-Videos aufgefallen ist. Ich habe oft Schwierigkeiten, den Mauszeiger auf meinem Bildschirm zu finden. Die neue Option lässt ihn viel besser herausstechen.

Das alles lässt sich einfach über das Editieren des Menüs einstellen. Sogar das Zusammenfassen aller Beutel zu einem einzigen Klick auf die Option aktivierbar. Da das Inventar in Dragonflight noch größer wird, ist diese Option sehr willkommen.
Was mich aber so richtig begeistert, ist die neue Möglichkeit des „Quick Binds“. Keybinds, also das Belegen von Aktionsleisten mit Aktivierungstasten, geht in Dragonflight einfach per UI. Ich starte das “Quick Bind” in den Optionen, hovere über der Fähigkeit und drücke die Taste, die belegt werden soll. Kein lästiges Abzählen der Aktionsleisten und -felder mehr.
Warum ist das so eine gute Nachricht? Addons sorgen oft für ungeliebte LUA-Fehler, besonders nach größeren Updates oder wenn man zu viele Addons nutzt. Es kann passieren, dass sich Addons und das UI oder verschiedene Plugins gegenseitig in die Quere kommen.
Da aber die ganzen Optionen nun im UI selbst enthalten sind, sollte das zu deutlich weniger Problemen führen und Komplettpakete wie ElvUI vielleicht sogar komplett überflüssig machen.
Bestimmte Erweiterungen wie WeakAuras, BattleGroundEnemies oder Boss Mods werden weiterhin zumindest für Raids und PvP notwendig sein. Aber mit Dragonflight kann ich meine Liste installierter Addons zumindest etwas kürzen.
Dragonflight will sein wie früher und wird doch modern
Was steckt noch in Dragonflight? Trotz der überraschenden, aber nicht unwillkommenen UI-Änderung, will Dragonflight einen „back to the roots“-Ansatz verfolgen. Im Interview mit Product Director Pat Dawson sagte dieser, dass Dragonflight mehr Wert auf alte Werte setzt.
So sollen etwa wieder Klassen-Fantasien in den Fokus rücken, indem Talente zurückkehren, die allen Charakteren mehr Profil verleihen. Ein gutes Beispiel dafür ist die neue Rufer-Klasse, die ich 7 Stunden lang getestet habe.
Ihr findet in unserem Special Infos zum Rufer und aufgenommenes Alpha-Gameplay hier im Video:
Die Talente verleihen selbst dem DPS-Spec des Rufers mindestens 2 unterschiedliche Spielweisen, ähnlich wie es früher der Fall war. Vermutlich wird sich „die Beste“ schnell herauskristallisieren, aber wer lieber auf seine Weise spielt, kann das in Dragonflight wieder tun.
Auch das Feeling ist mehr… Classic, so doof es klingt. In den Quests und der ganzen Welt stecken mehr Humor und Witz als in den letzten Addons. Kleiner Spoiler vielleicht, aber: ein starker Krieger, gegen den ihr kämpft, wird mitten im Kampf von seinem Kind zum Abendessen gerufen. Herrlich blöd und völlig unerwartet. So etwas gibt es in Dragonflight häufiger.
Mehr dazu, wie sich Dragonflight ind er Alpha gespielt hat, lest ihr beim Anspiel-Bericht von Kollegin Marylin Marx auf der GameStar. Mehr zu den Features der Erweiterung lest ihr in unserem Sammelartikel:
Wann kann ich spielen? Theoretisch ab jetzt. Die Alpha von Dragonflight läuft ab sofort und ihr könnt euch noch dafür anmelden. Allerdings ist der Zugang aktuell noch stark beschränkt und nur ausgewählte Leute können teilnehmen.
Eine Beta soll später folgen und ein Release ist noch für 2022 angedacht. Ein genaues Datum steht noch aus, aber in der Community kursiert mittlerweile Ende November als möglicher Release-Zeitraum, den auch ich für sehr wahrscheinlich halte.
Die Diskussion um den Release ist aber recht kontrovers. Die einen finden es zu früh, die anderen zu spät, und eine Einigung scheint recht schwer zu sein:
WoW: Kommt Dragonflight wirklich zu früh? Statistik sagt: Nein, aber …
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