TikToker kühlt seinen Prozessor mit Diamanten – Funktioniert das wirklich?

TikToker kühlt seinen Prozessor mit Diamanten – Funktioniert das wirklich?

Wärmeleitpaste braucht jeder, der einen Gaming-PC baut. Jetzt hat ein TikToker Diamantenstaub in die Paste gemixt.

Wer einen Gaming-PC zusammenbaut, braucht Wärmeleitpaste. Die kommt zwischen Prozessor und CPU-Kühler und soll die Unebenheiten des Prozessors minimieren.

Diese mikroskopisch kleinen Unebenheiten zwischen den beiden sich berührenden Metalloberflächen könnt ihr gar nicht sehen. Die Wärmeleitpaste füllt diese und verhindert, dass sich Luft in diese Bereiche setzt. Wärmeleitpaste sorgt dafür, dass das „Hirn“ eures Computers auch unter Last kühl bleibt.

Ein TikToker hat jetzt Diamantenstaub in seine Wärmeleitpaste gemixt und das auf seinen Prozessor geschmiert. Ob das wirklich funktioniert, erklären wir euch in unserem Artikel.

Kann Wärmeleitpaste mit Diamantenstaub wirklich kühlen?

Wer hat das ausprobiert? Mryeester beziehungsweise Adam Yee ist ein TikToker mit rund 1 Million Follower auf TikTok. Auf seinem Channel testet er verschiedene Computer-Hardware und ist vor allem im Bereich des Selbstbaus unterwegs.

Was genau macht er? In seinem knapp 40 Sekunden langen Video hat er normale Wärmeleitpaste mit Diamantenstaub vermischt. Anschließend hat er die gemixte Paste auf seinen Prozessor aufgetragen (via tiktok.com).

In einem nächsten Schritt hat er dann die Temperaturen getestet, denn er wollte herausfinden, was nun besser kühlt: die normale Wärmeleitpaste aus dem Elektromarkt oder seine Mixtur mit Diamantenstaub. Im Video stellt er auch kurz die Ergebnisse vor:

  • Die Temperaturen mit normaler Wärmeleitpaste liegen bei 49 Grad Celsius.
  • Mit Diamantenpaste liegen die Temperaturen bei 46 Grad Celsius.

Insgesamt kann er auf diese Weise 3 Grad bei einem offenen Mainboard einsparen. Wie sich die Diamantenpaste auf seinen Prozessor auswirkt, wenn er das Mainboard in einem Gehäuse verbaut, hat er nicht getestet.

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Wärmeleitpaste mit Diamantzusatz wird auch von Herstellern angeboten

Kann das wirklich funktionieren? Der Tech-Blogger „InventGeek“ hatte das Experiment mit Diamantenstaub ebenfalls vor ein paar Jahren durchgeführt (via intentgeek.com). In seinem Test hatte er Diamantenpulver mit 18 Karat verwendet und die Mixtur ebenfalls auf den Prozessor gegeben. In seinem Experiment sanken die Temperaturen sogar noch stärker:

  • Mit einer Silbermischung liegen die Temperaturen bei 42 Grad oder 57 Grad bei Last.
  • Mit seiner Diamantenmischung liegen die Temperaturen bei 29 Grad oder 38 Grad unter Last.

In seinem Artikel erklärt er jedoch auch, dass die Temperaturen sehr unterschiedlich ausfallen, je nachdem wie die Konsistenz der Wärmeleitpaste ist und wie er sie aufträgt.

Warum funktioniert das? Normale Wärmeleitpaste besteht häufig aus einer Mischung aus Silber mit Silikonfett. Silber kommt immerhin auf eine Wärmeleitfähigkeit von 429 W/m K.

W/m K gibt an, welche Wärmemenge in Watt pro Stunde oder J/s durch 1m² eines 1 Meter dicken Materials, bei einem Temperaturunterschied von einem Kelvin, übertragen wird.

Die Leitfähigkeit von Diamant ist jedoch viel höher als die von Silber. Denn die Wärmeleitfähigkeit von Diamant liegt zwischen 900 und 2320 W/m K. Im besten Fall habt ihr dann die fünffache Leistung wie von Silber.

Kann man sowas auch kaufen? Mittlerweile bieten auch einige Hersteller eine Kombination aus Wärmeleitpaste und Diamantenstaub an. Hersteller wie Innovation Cooling verwenden in ihrer Mischung jedoch synthetische Diamanten. Es werden also keine echten Diamanten zu Staub verarbeitet.

Die Preise sind aber happig. Während ihr für völlig normale Wärmeleitpaste vielleicht 4 Euro zahlt, liegen die Preise für Diamantenstaub-Paste bei 25 oder mehr Euro.

Für Personen, denen es um jedes Grad Celsius geht, dürfte das sicher spannend und auch den Aufpreis wert sein. Für die meisten anderen Personen dürfte sich der Aufpreis jedoch nicht rechnen.

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T.M.P.

Na, zumindest glaube ich die 3 Grad Differenz von dem TikToker eher als die Zahlen von diesem Tech-Blogger.
Die Temperaturdifferenz ist bei ihm schon ziemlich hoch, was hat er vorher dazwischen geschmiert? Nutella? 😅

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von T.M.P.
N0ma

Das Diamant besser Wärme leitet als Silber ist tatsächlich komisch, weils elektrisch ein Isolator ist, aber es stimmt.
Der Preis denke ich rechnet sich, vorrausgesetzt die Hersteller haben da nicht die Sparmischung abgefüllt.
edit: Laut der Webseite sind 7 carat drin.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von N0ma
mibbio

Wärmeleitpaste, die gerade für die Wärmeleitung genutzt wird ist ja auch nicht elektrisch leitfähig, wenn man nicht gerade Flüssigmetall benutzt.
Es ist auch etwas irreführend, die Wärmeleitfähigkeit von reinem Silber und reinem Diamant zu vergleichen, da Wärmeleitpaste nur zu einem (kleinen) Anteil daraus besteht.
Die Wärmeleitfähigkeit hängt gar nicht so sehr vom verwendeten Material (Silber oder Diamant) ab, sondern davon, wie hoch der Anteil ist und die Leitfähigkeit von gängiger WLP liegt unter 10 W/mK (Arctiv MX-2 bspw. 5,6 W/mK).
Wärmeleitpaste mit einem entsprechend hohen Silberanteil kann dann letztendlich besser die Wärme leiten als WLP mit Diamant.

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