Seit ihrer Einführung in Destiny 2 konnten die Prüfungen von Osiris nicht an ihre alten Glanzzeiten anknüpfen und hadern bis heute mit zahlreichen Problemen. Das soll sich jedoch in Kürze ändern, denn mit einer breitflächigen Überarbeitung will Bungie diese PvP-Spitzenaktivität attraktiver gestalten – und das für alle Hüter.
Was hat es mit der Überarbeitung auf sich? Die Trials of Osiris (Prüfungen von Osiris, kurz Trials) verkörpern das wohl beliebteste Schmelztiegel-Format und DAS Highlight für die PvP-Elite in Destiny. Woche für Woche kommen Hüter dort zusammen, um sich auf den Leuchtturm zu kämpfen. Dort nämlich gibt es begehrten Trials-Loot, den man sonst nirgendwo bekommt.
Doch die Trials haben auch Probleme, die Hüter überhaupt in den Schmelztiegel zu locken. Vielen sind sie nicht zugänglich genug oder zu “schwitzig” – es ist halt nichts für zwischendurch oder für “Casuals”, die sehen dort kein Land. Anderen sind sie nicht lohnenswert genug, manche sterben sich dort wiederum stumpf für Loot durch. Und dann sind da noch die Cheater. Kurzum: die Prüfungen haben durchaus mit Problemen zu kämpfen.
Das ist auch Bungie nicht entgangen und so will das Studio im Zuge der neuen Season 15 zahlreiche Änderungen an den Trials vornehmen, um diesem PvP-Format wieder neues Leben einzuhauchen und für alle Spielergruppen attraktiver zu gestalten. Man will, dass allgemein mehr Hüter die Prüfungen spielen und auch andere Ziele verfolgen können als „Makellos oder nichts“.
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Das alles ändert sich bei den Prüfungen von Osiris in Season 15
Von einigen grundsätzlichen Dingen, über die Zugänglichkeit und Regeln der Aktivität, bis hin zu Prämien – es wird sich eine ganze Menge in den Trials tun. Hier die wichtigsten Details im Überblick:
Generelles
Saisonale Änderungen: Zu Beginn einer Season aber auch generell will Bungie fortan vermeiden, dass Spieler sich am Wochenende zwischen mehreren PvP- und/oder Endgame-Zielen hin- und hergerissen fühlen. Deshalb gilt für Season 15 und alle folgenden Seasons:
- Keine Trials mehr in der ersten Saison-Woche oder vor einem World-First-Rennen im Zuge eines neuen Raids. Hier sollen eher neue Inhalte, Features, neue Waffen und Exotics im Fokus stehen
- Keine Trials mehr während des Eisenbanners, es sollen sich keine PvP-Events mehr überschneiden
Wann starten die ersten Trials in Season 15? Die Prüfungen von Osiris starten in der aktuellen Saison der Verlorenen am 10. September.
Zugänglichkeit
In diesem Bereich stehen 2 besonders spannende Änderungen bevor. Zum einen sollen die Prüfungen von der Anforderung und von den Teilnahmebedingungen her zugänglicher werden. Zum anderen soll aber gleichzeitig der Zugänglichkeit für eine bestimmte Spieler-Gruppe ein massiver Riegel vorgeschoben werden:
Anforderungen: Die Anforderungen für die Zugangs-Quest werden reduziert und zählen jetzt Gesamt-Tapferkeits-Ränge sowie Kills.
Spielersuche: Die Trials werden nun Matchmaking für alle anbieten, die keinen vollständigen Einsatztrupp haben. Man wird sich somit auch alleine oder zu zweit in die Prüfungen stürzen können. Die Spielersuche füllt dann den Einsatztrupp auf. Freelance-Prüfungen (keine vorher erstellten Fireteams, nur solo) werden bald in den Trials-Laboren (eine Art Test-Playlist) verfügbar sein. Bungie betont, dass alleine makellos zu werden, wohl fast unmöglich sein dürfte. Man sei aber dennoch sicher, dass der ein oder andere das bestimmt schafft.
Trials werden kostenpflichtig: Genau das hatten sich viele Spieler gewünscht: Wollt ihr bei den Trials mitmachen, müsst fortan die aktuelle jährliche (kostenpflichtige) Erweiterung besitzen – im Augenblick benötigt ihr also Jenseits des Lichts. Ab dem 22.02.2021 ist es dann Die Hexenkönigin. Free-to-Play-Spieler sind von diesem Format nun ausgeschlossen.
Damit nimmt man Cheatern die Möglichkeit, einfach und immer wieder zahlreiche kostenlose Accounts anlegen zu können, um Cheat-Erkennung, Sperren und Einschränkungen zu umgehen.
Regeln
Hier zielt Bungie vor allem darauf ab, dem Gameplay-Fluss etwas Feinschliff zu verpassen und unfaire Vorteile zu beseitigen:
- Die Dauer einer Runde wurde von 120 auf 90 Sekunden verkürzt. Damit soll möglichst weit verhindert werden, das Gameplay vorsätzlich zu verzögern, um die eigene Fähigkeiten-Energie aufzuladen
- Das sogenannte Three-Peeking-Problem wird ebenfalls behoben. Gesten werden in den Trials nun in der First-Person-Perspektive ausgeführt, Schwerter können nur benutzt werden, wenn ihr Schwere Munition habt (gilt auch für „Eliminierung“ und „Überleben“, nicht nur für die Trials), bei aufgebrauchter Schwerer Munition wechselt ihr automatisch zu einer anderen Waffe. Aus der übersichtlicheren Third-Person-Ansicht um die Ecken zu spähen, wird damit weitestgehend unterbunden
- Spezial- und Schwere Munition werden nicht mehr von einer Runde zur nächsten übernommen. Das ist ein zu großer Vorteil für starke Teams
Ruf und Belohnungen
Warum die Änderungen? Hier sollen die Änderungen dazu führen, dass die Trials für ein breiteres Publikum attraktiver werden, ohne jedoch der PvP-Elite ihre ganz eigenen Karotten vor der Nase wegzunehmen.
Die breite Masse soll mehr Gründe bekommen, länger als nur für die Prämien nach drei Siegen in den Prüfungen unterwegs zu sein. Es sollen mehr und häufiger Belohnungen ausgegeben werden. Dazu wird das Ruf-System der Trials beim 14. Heiligen komplett überarbeitet. Zudem können Trial-Engramme fokussiert werden, um auf bestimmte Prämien hinzuarbeiten. Für die starken Meister-Waffen braucht man aber immer noch einen makellosen Pass.
Das ändert sich im Detail:
- Beim 14. Heiligen gibt es neue Prüfungen-Ränge, ein neues Ruf-System und eine Prämien-Laufbahn – Trials-Token wurden entfernt
- Ruf wird bei Match-Abschluss verdient und basiert darauf, wie viele gewonnene Runden ihr auf eurem Pass verzeichnet habt
- Auf Pässen können jetzt bis zu 20 Rundensiege verzeichnet werden
- Der Fokus für Hauptprämien wird daher auf der Anzahl individueller gewonnener Runden gelegt. Dadurch können sich Spieler aller Skill-Levels leichter erreichbare Ziele setzen
- Man hat stets einen Grund, weiterzuspielen – auch wenn man hinten liegt. Denn für Prämien muss man keine kompletten Matches mehr gewinnen
- Durch Erhöhen des Trials-Ranges erhält man Prüfungen-Engramme
- Vor der ersten Zurücksetzung pro Saison erhält man auf jedem dritten Rang mächtige Prüfungen-Engramme
- Genau wie in anderen Ritual-Ruf-Systemen kann man auf jedem dritten Rang auch andere Prämien verdienen. Auf den Trials-Rängen 10 und 16 erhält man während der ersten drei Resets in Saison 15 eine der einzigartigen Trials-Waffen
Trials-Pässe
Warum die Änderungen? Die Pässe oder Tickets sind ein zentrales Element der Trials. Und auch daran werden Änderungen vorgenommen, um das Format möglichst vielen Spielern schmackhafter zu machen.
Bisher lag der Fokus zu sehr darauf, möglichst oft zu gewinnen, um überhaupt an Prämien zu kommen. Viele haben deshalb schon recht früh und immer wieder den Pass zurückgesetzt. Genau hier sollen dann die Änderungen greifen. Hüter sollen Trials spielen und Prämien verdienen können, ohne ihre Pässe häufig zurücksetzen zu müssen. Auf den Leuchtturm und somit zu den ultimativen Belohnungen kommt man aber immer noch nur durch Siege.
Das ändert sich im Detail:
- Auf Pässen werden keine Niederlagen mehr verzeichnet. Dadurch kann man einfach weiterspielen und Matches/Runden gewinnen, um an Prämien zu gelangen. Man kann einen Pass zwar immer noch nach einer Niederlage zurücksetzen, ist aber nach drei Niederlagen nicht mehr dazu gezwungen
- Auf Pässen können bis zu 20 Rundensiege verzeichnet werden
- Die Pässe wurden neu angeordnet, ihre Preise drastisch gesenkt
- Pässe gelten jetzt konto- und nicht mehr charakterweit. Sprich: ihr könnt mit einem beliebigen Charakter spielen und mit demselben Pass Prämien verdienen
Jede Woche wird es in den Trials zwei Spitzen-Herausforderungen geben:
- Gewinnt insgesamt 7 Matches an einem beliebigen Wochenende
- Gewinnt 50 Runden
Basierend auf der Anzahl der gewonnenen Runden auf eurem Pass erhaltet ihr Bonus-Fortschritt.
- Die Gewinn-Herausforderungen für 3/5/7 Siege wurden entfernt
- Sobald ihr den maximalen Ruf erreicht, könnt ihr ihn zurücksetzen und ein Aszendenten-Bruchstück oder ein Exotisches Engramm annehmen. Dabei werden wie bei den anderen Ritual-Ruf-Systemen eure Trials-Ränge und -Prämien mit jeder neuen Saison zurückgesetzt
- Zudem will Bungie, dass man sich länger mit seinem Pass beschäftigt, anstatt ihn jedes Mal zurückzusetzen, wenn man eine Partie verliert. Wenn man 7 Siege auf dem Pass hat und daraufhin weitere Matches gewinnt, besteht die Chance, dass ein zusätzliches Trials-Engramm, Meisterwerk-Materialien oder Trials-Rüstung mit hohen Stats droppen
- Am Leuchtturm ändert sich nichts. Der Weg dorthin führt immer noch nur über einen makellosen (flawless) Run, also 7 Siegen ohne Niederlagen. Dort erhält man bei seinem ersten wöchentlichen Besuch (mit dem Account, nicht mit dem Charakter) eine einzigartige Meister-Waffe. Dort gibt’s dann aber auch ihr alle Mods und Cosmetics, die euch zu weiteren Besuchen animieren sollen
Trials-Engramme
Warum die Änderung? Auch die Trials-spezifischen Engramme werden überarbeitet, um Spielern direktere Wege zu bieten, Trials-Loot abzugreifen.
Das ändert sich im Detail:
- Trials-Engramme gewähren jetzt zufällige Rüstungsteile und Waffen (keine Meister-Varianten). Man muss ein Rüstungsteil oder Waffe nicht erst freischalten, um es in der Engramm-Vorschau sehen zu können
- Die Trials-Engramme können nun beim 14. Heiligen fokussiert werden, um gezielter bestimmte Gegenstände zu erhalten, die man bereits freigespielt hat. Übrigens, falls man in der entsprechenden Woche bereits makellos war, kann man so noch zusätzliche Drops der wöchentlichen Meister-Waffe abstauben. Das soll allerdings kostspielig sein, so Bungie.
Matchmaking
Warum die Änderung? In den Trials bisher leider Alltag. Starke Spieler, die auf „Makellos oder nichts“ gehen, treten schon in frühen Matches gegen viel schwächere Teams mit komplett anderem Skillset an. Und gerade den schwächeren Hütern kann das ganz schnell jeglichen Spaß rauben. Genau das will man ändern.
Das ändert sich im Detail:
- Das Matchmaking führt nun Spieler mit der gleichen Anzahl an Siegen auf einem Pass und ähnlichen Leistungen in den Trials in der jeweiligen Woche zusammen. Doch auch weitere Faktoren sollen für ausgeglichenere Matches sorgen
- Wenn die Spielersuche zu lange dauert, wird die Suche nach ähnlichen Charakteristiken ausgeweitet, bis genügend Gegner für ein Match gefunden wurden
Anti-Cheat
Man will nicht nur mehr Spieler in die Trials locken, man will sie auch vor Cheatern und anderen Schummlern schützen, um ein möglichst spaßiges Erlebnis zu gewährleisten. Dazu passiert Folgendes:
- BattlEye-Anti-Cheat wurde mit Update 3.3.0 hinzugefügt
- Maßnahmen gegen Cheater und Cheat-Anbieter außerhalb des Spiels werden fortgesetzt und verstärkt (beispielsweise Klagen gegen Anbieter-Seiten)
- Spieler, die sich am Win-Trading beteiligen, werden nun verstärkt ins Visier genommen und müssen mit Banns rechnen
- Wer kostenpflichtige Carries, Account-Recoveries und ähnliche Dienste – also alles, wo man einer anderen Person Zugriff auf sein Plattform-Konto und die Kontrolle über seine Destiny-Charaktere gewährt – nutzt oder anbietet, wird stärker verfolgt und geahndet. Es gibt natürlich auch Ausnahmen. Wer mal sein Kind spielen oder seinen Freund mal mit dem eigenen Account Xur checken lässt, weil man selbst im Urlaub ist, hat nichts zu befürchten
Trials-Labore
Was hat es mit den Laboren überhaupt auf sich? Bei den bisher aufgeführten Änderungen soll es nicht bleiben, Bungie will das Trials-Erlebnis kontinuierlich verbessern. Um sich dabei effektiver direkt von den Spielern Feedback zu bestimmten Änderungen einzuholen, werden in Season 15 die Labore (Labs) zurückkehren.
Dabei handelt es sich im Prinzip um eine Art Test-Umgebung oder Test-Playlist, die temporär im Spiel freigeschaltet wird und wo Spielern die Möglichkeit gegeben wird, bestimmte Features oder Änderungen auszuprobieren. Diese Änderungen sind dann nur über die Labore spielbar, das reguläre PvP ist davon nicht betroffen.
In Saison 15 sind 3 solcher Trials-Labs-Wochenenden geplant, an denen gezielte Trials-Änderungen, beispielsweise die Solo-Spielersuche, getestet werden. Feste Termine gibt es noch nicht, die sollen zeitnah verkündet werden. An diesen Wochenenden gelten die Änderungen für den gesamten Modus, damit so viele Spieler wie möglich teilnehmen.
Was haltet ihr generell von den hier angekündigten Trials-Änderungen – ob nun als Gelegenheitsspieler oder gestandener Trials-Veteran mit X Leuchtturm-Besuchen? Welche Anpassungen findet ihr sinnvoll, welche falsch oder zumindest fragwürdig? Glaubt ihr, dass Bungie damit den Prüfungen von Osiris wieder neues Leben einhauchen kann? Lasst es uns und andere Leser von MeinMMO doch in den Kommentaren wissen.
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