MeinMMO-Redakteur Karsten Scholz hat derzeit unfassbar viel Spaß mit Dune: Awakening. Verantwortlich für die gute Laune sind Frust, Schmerz und Verlustangst. Klingt komisch, macht aber Sinn. Lasst unseren MMO-Enthusiasten erklären!
Das frisch erschienene Funcom-MMO Dune: Awakening macht der Bezeichnung Survival-Abenteuer vor allem in den ersten Spielstunden alle Ehre. Sobald ihr einen Fuß auf Arrakis setzt, kämpft ihr gegen die brütend heiße Sonne und ständigen Durst.
Dann sind da noch die vielen Sklavenhändler, Banditen und Deserteure, die euren Helden bei Sichtkontakt sofort attackieren, sowie die Sardaukar-Patrouillen, die euch nachts in den Rücken fallen können. Vergesst aber auch nicht die riesigen Sandwürmer, die Jagd auf euch und eure Fahrzeuge machen, sobald ihr einen Fuß oder Reifen auf die offene Wüste setzt.
Dazu kommen tödliche Sandstürme, radioaktiv verseuchte Gebiete, an euren Lebenspunkten knabberndes Gift sowie Feuer und die ständige Ungewissheit in den PvP-Zonen des Spiels, ob der Charakter, der sich euch gerade nähert, friedvolle oder aggressive Absichten hat.
Zudem hat er über die vergangenen Jahre hinweg regelmäßig ein Nicht-MMORPG von Funcom gestartet, klar, die Rede ist von Conan Exiles, das Dune: Awakening in gewissen Bereichen ähnelt, in anderen aber auch so gar nicht.
Wer auf einem Privatserver spielt, kann seine Spielerfahrung von Dune Awakening anpassen:
Es muss weh tun, …
Dieser Mix kann zuweilen ganz schön frustrierend sein. Etwa, wenn man den Sandwurm unterschätzt und plötzlich ist das gesamte Hab und Gut weg, das man dabei hatte. Oder wenn man weit entfernt vom nächsten Respawn-Punkt von Gegnern auf dem falschen Fuß erwischt wird.
Vielleicht habt ihr nur die Lage falsch eingeschätzt und plötzlich mehr oder stärkere Widersacher an der Backe als euch lieb ist. Oder euch geht im ungünstigsten Moment die Munition aus oder der Durst nimmt euch jede Lebenslust, was in einem schrumpfenden Gesundheitsbalken mündet. Gerade zu Beginn lauert das vorzeitige Ende an jeder Ecke.
In solchen Moment setzt nicht nur Frust ein, es ist anfangs auch ganz schön mühsam, sich aus diesem Loch wieder herauszuarbeiten. Die Lauf- oder Fahrwege sind teils sehr lang, man braucht neue Ausrüstung (und für die vielleicht auch weitere Ressourcen), muss parallel weiter den Wasserhaushalt ausreichend hochhalten und so weiter.
Vor allem Spieler, die das Survival-Genre bislang eher gemieden haben, aber aufgrund der spannenden Lizenz jetzt in Dune: Awakening hineinschauen möchten, dürften über das hohe Frustpotenzial überrascht sein. Viele moderne Spiele, die sich an eine möglichst große Zielgruppe richten, versuchen es, solche Hürden nach Möglichkeit zu vermeiden.
… damit es sich belohnend anfühlt
Die Sache ist jedoch, zumindest aus meiner Perspektive: Diese Hürden und Stolperfallen sind zwingend notwendig, damit sich der Fortschritt lohnend und motivierend anfühlt – und genau hier macht Dune: Awakening einen tollen Job.
Das fängt bereits bei dem Erhalt neuer Werkzeuge und Maschinen an, die etwa die Bereitstellung von Wasser spürbar erleichtern und effizienter gestalten. Wer sein erstes Sandbike baut, will sicherlich nie wieder zu Fuß durch Arrakis stapfen. Der erste Buggy respektive Ornithopter fühlt sich ebenfalls nach einem starken Upgrade an.
Gleiches gilt, wenn ihr eure Waffen und Rüstungen sukzessive verbessert. Je nach gebautem Item sind die Sprünge enorm, was die eigene Stärke angeht. Gegnergruppen, bei denen man vorher um sein virtuelles Leben bangen musste, sind plötzlich Oneshot-Opfer.
Gleichzeitig bleibt im Hinterkopf das Wissen, dass man sich nie zu unvorsichtig durch unbekannte Regionen bewegen sollte, da die Gefahren zunehmend tödlicher werden und sich jeder Charaktertod weiterhin bestrafend anfühlt. Das hält die Spannung oben.
Zumindest ich finde es daher ungemein spaßig und motivierend, mir auf diese Weise nach und nach Arrakis zu erschließen und immer mehr Möglichkeiten zu erhalten, um die vielen Herausforderungen dieser gefährlichen Spielwelt meistern zu können.
Und dazu gehört es auch, dass der Bau gewisser Verbesserungen durchaus aufwendig ist. Denn auch diese investierte Arbeit steigert am Ende die Wertschätzung für das Geschaffte sowie das Gefühl von Verlust, wenn die hart erfarmte Ausrüstung plötzlich wieder weg ist.
Wisst ihr noch, euer erstes Mount in Vanilla-WoW?
Ein Vergleich, der mir zeitweise in den Kopf kam, stammt aus 2005. Ich weiß noch genau, wie zäh ich die Level-Phase in World of Warcraft anfangs fand. Man, was hab ich beispielsweise über die langen Laufwege und das Design mancher Quests geschimpft, die einen durch mehrere Regionen oder sogar auf den anderen Kontinent schicken.

Genauso gut weiß ich aber auch, was für ein erhabener Moment es war, als ich endlich das Gold für die Reitfertigkeit und mein erstes Mount zusammenhatte. Was für eine Verbesserung der Lebensqualität das war, nicht mehr zu Fuß durch Azeroth stapfen zu müssen.
Alle modernen MMORPGs, die einem das Reittier einfach so hinterherwerfen, fühlen sich vielleicht komfortabler an, verzichten aber auch auf dieses Gefühl von Errungenschaft und Fortschritt, das ein Vanilla-WoW damals vermittelt hat. Und genau dieses Gefühl finde ich jetzt eben auch in Dune: Awakening, und das immer wieder und wieder und wieder. Alleine dafür lohnt sich das Einloggen.
Habt ihr in Dune: Awakening schon hineingespielt? Teilt ihr meine Einschätzung oder seht ihr das ganz anders? Und wie gefällt euch das neue Funcom-Abenteuer? Verratet es in den Kommentaren. Alles Wissenswerte zum Spiel findet ihr übrigens in unserer großen Übersicht: Dune: Awakening – Alles zum Release auf PS5, Xbox und PC
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