Der Game Director von Overwatch 2 versucht die Wogen zu glätten und beschwichtigt. Es gibt noch PvE und das kommt bald – nur ein einziger Modus fehlt.
Die letzte Woche war für alle Overwatch-Fans ein ziemliches Desaster. Das Entwicklerteam von Overwatch 2 hatte in einem Stream, der sich eigentlich um eines der aktuellen Events handelt, quasi „nebenbei“ erklärt, dass die „Helden-Missionen“ für Overwatch 2 gestrichen sind.
Jetzt versucht der Game Director den Scherbenhaufen beiseite zu schieben und ein paar Dinge klarzustellen. Immerhin bekommt Overwatch 2 noch PvE-Missionen – auch wenn die anders ausfallen, als früher auf der BlizzCon angekündigt.
Was waren die Helden-Missionen? Die Helden-Missionen sollten ein PvE-Inhalt mit hohem Wiederspielwert sein. Hier sollte es möglich sein, die Charaktere individuell zu leveln und mit besonderen Fähigkeiten in Form eines Talentbaumes zu verändern – also im Grunde der Traum jedes MMO-Fans.
Auch wenn es vereinzelt durchaus Stimmen gibt, die noch positiv und erwartungsfreudig sind, ist der Großteil der Community doch negativ gestimmt – und das ist noch höflich formuliert. Überall regnet es Beleidigungen und große Enttäuschung. Die meisten können schlicht nicht begreifen, dass das Haupt-Feature, das Overwatch 2 ausmachen sollte, nicht erscheinen wird.
PvE in Overwatch 2 – Das kommt noch
Wahr ist allerdings, dass Overwatch 2 nicht das komplette PvE gestrichen hat. Blizzard hat vor, in den kommenden Saisons zum ersten Mal „die Story von Overwatch voranzutreiben“. Das heißt, es gibt „große“ PvE-Missionen mit Zwischensequenzen und einem klaren Fokus auf die Story. Genauer nennt es Aaron Keller in einem Blogpost:
Story-Missionen fokussieren sich auf schnelles Koop-Gameplay wie auch Story, Cinematics und Cutscenes, welche die Welt von Overwatch erweitern. Story-Missionen erzählen eine lineare Handlung über die Helden von Overwatch, die wieder zusammenfinden und gegen die neue Bedrohung des Null-Sektors kämpfen. Damit wird die Geschichte von Overwatch zum ersten Mal seit dem originalen Release des Spiels vorangetrieben.
Diese Missionen finden auf großen Karten statt mit neuen Gegnern und neuen Cinematics. Wir werden damit beginnen, sie in Saison 6 zu veröffentlichen. Die Arbeit, die hier geleistet wurde, ist fantastisch und übertrifft alles bei Weitem, was wir bisher an PvE im Spiel hatten und ich kann es gar nicht abwarten, dass unsere Spielerinnen und Spieler das zu sehen bekommen.
Ob die PvE-Missionen wirklich überzeugen können und auch ohne die „Heldenmissionen“ den Hunger nach Koop-PvE stillen, das bleibt abzuwarten. Bisher hält sich Blizzard mit konkreten Informationen zum Umfang des PvE auch weiterhin zurück.
Die große Sorge ist, dass es hier nur „Häppchen“ an Content gibt – also eine oder zwei kleine Missionen pro Saison, die vielleicht 15-20 Minuten unterhalten. Doch auch das bleibt abzuwarten.
Das Debakel von Overwatch 1 – Was ist da passiert?
Gerade im Rückblick wirkt es sonderbar, wie Blizzard mit Overwatch nach dem Release umgegangen ist. Für knapp zwei Jahre gab es regelmäßig neuen Content und frische Inhalte, bevor der Strom an Neuheiten eingestellt wurde. Der Grund dafür wurde dann auf der BlizzCon 2019 enthüllt – Overwatch 2 sollte eine umfangreiche PvE-Kampagne haben, eine vollwertige Koop-Erfahrung mit Talentbäumen und Individualisierung bieten.
Aus diesem Grund hatte man Ressourcen von der Live-Entwicklung abgezogen und immer mehr Entwickler auf Overwatch 2 und die PvE-Inhalte angesetzt.
Die Folge: Overwatch 1 wurde komplett vernachlässigt, die Monate strichen ohne große Neuerungen ins Land und die Community schrumpfte immer weiter. Das wurde sicher verstärkt dadurch, dass auch die Overwatch League nicht so richtig zünden wollte, was aber wohl eher weniger an den Entwicklern als an dem eSports-Team von Blizzard lag. Die Teilnahme an der Liga war teuer und kompliziert – und der große kommerzielle Erfolg blieb weitestgehend aus.
Den meisten Fans scheint man nicht begreiflich machen zu können, was da eigentlich passiert ist.
Mit Overwatch 1 hatte man quasi ein Spiel und neues Franchise mit grandioser Zukunft.
Viele fragen – und das zurecht – warum Blizzard das Team rund um Overwatch nicht vergrößert hat. Die bessere Entscheidung wäre es wohl gewesen, die Entwicklung von Overwatch 1 mit regelmäßigen Updates fortzuführen und ein größeres Team auf die PvE-Inhalte anzusetzen, anstatt Overwatch 1 komplett „verenden“ zu lassen.
Im Nachhinein ist man zwar immer klüger, aber das hätte man vorher wissen können – das ist zumindest die vorherrschende Meinung im Forum und Reddit.
Community und Streamer sind schockiert
Auch die großen Streamer haben sich massenweise zur Änderung der Pläne von Overwatch 2 geäußert. Wie auch in der Community, ist der allgemeine Tenor hier eher negativ.
Asmongold sagte dazu etwa:
Die Hauptsache, die Overwatch 2 tun sollte, wird nicht passieren. Ihr wisst schon, die einzige Sache, auf die ihr euch bei Overwatch 2 freuen solltet? Das kommt nicht.
Auch xQc reagierte auf die Ankündigung der Entwickler ziemlich schockiert. In seinem Reaction-Video auf YouTube sagte er dazu:
Wenn sie nicht an PvE arbeiten und das nicht mehr machen, wo ist dann die ganze Zeit hin, die dafür draufging?! Wir reden hier über Tausende Stunden, die einfach weg sind. Wo sind die?! Ich bin verwirrt! Bruder … weil Overwatch 2 war ja nichtmal ein Update. Das war es einfach nicht. Das war nur … die Updates die, das Hauptspiel nie bekommen hat, die einfach zeitgleich kamen.
Wie steht ihr zum aktuellen „Overwatch 2“-Debakel? Gar nicht so schlimm, dass die Helden-Missionen gestrichen sind? Oder ist das Spiel damit für euch „tot“?
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