Die 18-jährige Brasilianerin Júlia “Mayumi” Nakamura galt 2019 als Sensation in der League of Legends, als sie sich ins Team INTZ spielen konnte. Doch jetzt verklagt die Support-Spielerin ihr LoL-Team. Sie sei nicht mehr wie eine Profi-Spielerin behandelt worden, sondern wie ein Werbe-Mädchen, glaubt sie.
So wurde Mayumi zur Profi-Spielerin: Die junge Brasilianerin kam Ende 2019 zu Bekanntheit in der Welt der League of Legends. Nachdem sie den Challenger-Rang erreicht hatte, bekam sie im Sommer 2019 einen Profi-Vertrag von dem brasilianischen Team INTZ angeboten.
Sie wurde über ein spezielles Programm, das Invocadoras Project, von INTZ entdeckt, das speziell Frauen finden sollte. Neben Mayumi wurde die Midlanerin Tainá “Yatsu” Santos im Juni 2019 verpflichtet.
Ende 2019 gab Mayumi ihr Debüt für das brasilianische E-Sport-Team. Sie war damit die erst dritte Frau, die es in die Liga schaffte und mit 17 Jahren besonders jung.
Brasilien ist bekannt dafür, dass dort im E-Sport Frauen eine größere Rollen spielen als in den USA und in Europa. Das ganze Land gilt als E-Sport-verrückt, was manchmal absurde Züge annimmt.
Mayumi wird mit 17 “positives Beispiel” für Frau in LoL
Der Clip machte sie weltbekannt in LoL: Kurz nach ihrem Debüt wurde Mayumi durch einen Clip mit Nautilus bekannt, der vor allem in China Begeisterung auslöste. Da spielte sie im 1. Spiel gleich 1-0-15, was richtig stark ist. Den Clip, der sie in China so berühmte machte, seht ihr hier auf weibo (via weibo).
Man dachte eigentlich, nach dem starken Debüt Ende 2019, würde Mayumi 2020 eine konstante Stammspielerin für INTZ werden, aber das lief anders. Schon bald wurde sie durch den Spieler Bruno “Hauz” Ferreira ersetzt, der nach einer Handverletzung wieder ins Team zurückkehrte.
In der Folge explodierte ihr Social-Media-Account in China. Auch im englischsprachigen Netz fand sie Beachtung: Das wäre eine Spielerin, die zeigt, dass Frauen tatsächlich gegen eine von „Männern dominierte Szene“ spielen können, hieß es auf reddit (via reddit).
In den Kommentaren sagte ein Nutzer: Von solchen Frauen brauche man mehr in LoL und weniger “VaeVictis”: Das reine Frauen-Team von VaeVictis galt als “Werbegag”, die chancenlos waren, auch nur ein Spiel in LoL zu gewinnen.
Doch die Schwierigkeiten, mit denen Frauen in LoL konfrontiert werden, erlebte auch Mayumi. Ein ehemaliger Profi äußerte sich bereits im Januar 2020 grob über Mayumi. Er sagte, er sollte sich vor dem Shakehands mit ihr die “Eier kraulen.”
Von der Spielerin zum Werbe-Modell
Das ist jetzt ihre Beschwerde: Am 25. Mai hat Mayumi mitgeteilt, dass sie nicht länger Teil von INTZ ist. Sie werde jetzt persönliche Projekte verfolgen und streamen. Das Team hat ihren Abgang aber selbst nicht verkündet.
Es wird zudem von der brasilianischen Seite UOL (via UOL) berichtet, dass Mayumi am 26. Mai eine Klage gegen ihr Team eingereicht hat. In der Klage heißt es, dass sich der Status von Mayumi im Februar 2020 geändert hat. Von einer ernsthaften Spielerin soll sie zu einer Art Aushängeschild und Werbeträgerin geworden sein.
- Es heißt, sie habe dieses Gefühl bekommen, weil sie nicht länger zu den Trainingskämpfen, den Scrimmages eingeladen wurde.
- Sie habe keine Beratung mehr von den Coaches erhalten.
- Mayumi habe keinen eigenen Computertisch mehr im Gaming-Haus von INTZ gehabt .
- Sie durfte nicht mehr an Team-Meetings teilnehmen.
- Als sie sich beschwerte, sei ihr nicht geantwortet worden.
Anwalt sagt: Es ging Team nur um ihr Image
Laut ihrer Anwältin Ana Paula Smidt Lima, sei ihr Vertrag nur dazu da, damit das Team einen maximalen Nutzen aus dem Image von Mayumi ziehen kann und um sie in ein „Poster Girl“ zu verwandeln.
Es hätte sie gedemütigt, nur noch zu Werbezwecken benutzt zu werden. Sie fühlte sich aufgrund ihres Alters und Geschlechts offenbar diskriminiert.
Der Vertrag enthalte zudem eine Klausel, der sie finanziell hart bestraft, wenn sie ihren Vertrag einseitig auflöst. Dann müsse sie alles Geld zurückzhalen, was sie im Vertrag verdient hat (etwa 63.000$).
Mayumu und ihre Anwältin wollen jetzt die Aufhebung des Vertrags erreichen und eine finanzielle Aufwandsentschädigung für die Monate, in denen sie im Team war.
In einem Statement von INTZ an UOL heißt es, dass die Klage nur eine sehr einseitige Version der Fakten wiedergibt. Das Team sei all seinen vertraglichen Pflichten nachgekommen.
Mayumi selbst hat den Fall nicht kommentiert, da sie sich nicht zu einem laufenden Verfahren äußern will.
Frauen haben in LoL nicht nur in Brasilien und als Spielerin einen schweren Stand, auch als Team-Verantwortliche in den USA ist es nicht so leicht. So gab es zuletzt viel Trubel um Leena Xu, die E-Sports-Chefin von Team Solo Mid. Die war in nur wenigen Wochen gleich 3-mal in Schwierigkeiten.
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