LoL-Streamer äußert sich auf Twitch sexistisch über 17-Jährige, nun droht Klage

In der brasilianischen League of Legends kam es zu einem Vorfall, bei dem sich ein ehemaliger Profi-Spieler sexistisch über eine Spielerin vom Team INTZ e-Sports äußerte. Er bekam dafür viel Gegenwind, zudem droht ihm nun eine Klage.

Was ist passiert? Der brasilianische LoL-Spieler Pedro „Lep“ Marcari hat mit einem Spruch über die erst 17-jährige Spielerin Júlia „Mayumi“ Nakamura in seinem Livestream am 25. Januar für Ärger gesorgt.

Bei einer Analyse des ersten Spieltags der brasilianischen „League of Legends“-Liga CBLoL stellte einer seiner Follower ihm folgende Frage:

  • „War es nicht deine Idee, dass sich die Jungs nach dem Handschlag von Mayumi in der Superliga die Eier kraulen?“

Darauf reagierte Lep mit der Antwort:

  • „Danach? Ich sollte es zumindest vorher tun, oder?“

Was droht Lep nach diesem Spruch? Lep muss nach seiner Aktion mit Konsequenzen rechnen. Mayumi hat angekündigt, vor Gericht zu ziehen.

Außerdem ist fraglich, ob der LoL-Spieler jemals wieder ein professionelles Team finden wird. Er spielte 2018 noch in der CBLoL und in der vergangenen Saison bei RED Canids in der brasilianischen Challenger Liga. Zurzeit hat er jedoch kein Team.

Möglich wäre zudem, dass die Streaming-Plattform Twitch Konsequenzen aus dieser Aussage zieht. Der sexistische Spruch wurde immerhin in einem Livestream dort getätigt.

Twitch-Streamer benimmt sich so toxisch, wie man sich LoL vorstellt – Und alle feiern es

Kritik an Lep, Rückendeckung für Mayumi

Wie wurde auf den Spruch reagiert? Der Spruch sorgte für viel Empörung im Internet. In einem Tweet meldete sich die Spielerin Mayumi selbst zu Wort und schreibt:

  • „Ich frage mich, was in dem Kopf eines 25-jährigen Mannes vor sich geht, der anderen sagt, sie sollen sich ‚die Eier reiben‘, bevor sie die Hand eines 17-jährigen Mädchens schütteln.“

Auch Mayumis LoL-Team gab ihr Rückendeckung und äußerte scharfe Kritik an Lep. So schreibt INTZ e-Sports in einer offiziellen Meldung:

Mit diesem Brief bekundet die INTZ ihre Ablehnung gegenüber den Kommentaren von Pedro Marcari über unsere Profisportlerin und Streamerin Júlia Mayumi am 25.01.20.

Der Inhalt, der auf Twitch.tv ausgestrahlt wurde, war verleumderisch, verletzend und übertrat Grenzen. Er verursachte Schock, Ekel und Klage, um es vorsichtig auszudrücken. Die Tatsache, dass sich ein professioneller eSportspieler so abscheulich Verhalten hat, dass Schaden beim Opfer und der Familie entstanden sind, ist einem Verbrechen gleichzusetzen.

Wir verstehen, dass eine solche Handlung nicht nur in der Welt des elektronischen Sports und der Unterhaltung, sondern in der Gesellschaft insgesamt inakzeptabel ist. Diese Taten verunreinigen das soziale Umfeld und beeinflussen junge Menschen, diese Taten zu billigen, was neue Formen von Intoleranz hervorruft.

Angesichts der Tatsachen hofft die INTZ, dass dieser Fall schnell gelöst wird und dass die zuständigen Behörden die Konsequenzen ziehen werden. Taten wie diese verstärken die Notwendigkeit, nicht nur für unseren Club, sondern für die gesamte Gesellschaft, den Kampf gegen Diskriminierung, Vorurteile und Vergehen jeglicher Art und insbesondere gegen Frauen fortzusetzen“.

Pedro „Lep“ Marcari – Foto von Riot Games

Wie reagierte Lep? In einem Tweet an Mayumi entschuldigte sich der LoL-Spieler. Er hätte nach eigener Aussage an diesem „Witz“ nicht teilnehmen sollen und verspricht, dass sowas in Zukunft nicht mehr vorkommen wird.

Doch schon zwei Tage später bekam Lep eine Spende, in der das Thema in der dazugehörigen Sprachnachricht wieder aufgegriffen wird. Der Streamer konnte sich dabei ein Lachen nicht verkneifen.

Mayumi zeigte sich daraufhin enttäuscht und fragte wieder auf Twitter, welchen Sinn eine öffentliche Entschuldigung hat, wenn es am Ende eh nicht so gemeint war.

Profi-Spielerinnen kämpfen mit Sexismus

Wer ist Mayumi? Die 17-Jährige gehört zu den wenigen Frauen, die es in ein Profi-Team von League of Legends geschafft haben. 2019 war sie noch überwiegend Ersatz-Support für das brasilianische Team INTZ e-Sports und seit dieser Saison darf sie von Beginn an ran.

In ihrem ersten Spiel gegen Uppercut Esports erreichte sie dabei eine KDA von 1/0/15 als Support auf Nautilus. Im Interview danach gab sie sich selbstkritisch, bedankte sich für die Unterstützung, doch forderte auch zukünftig noch mehr von sich selbst.

Das Team von INTZ e-Sports im Dezember 2019 (Quelle: Twitter)

Dass es Frauen dabei nicht immer leicht haben, zeigte auch das LoL-Team Vaevictics, welches nur aus weiblichen Spielern besteht. Sie wurden in einigen Fällen so respektlos behandelt, dass sogar Riot eingriff.

Doch auch beim Entwickler-Studio selbst kam es bereits zu Sexismus. Im November 2018 klagten zwei Frauen gegen Riot Games, die im Los Angeles Studio gearbeitet hatten. Inzwischen hat man sich auf eine Zahlung von 10 Millionen Dollar geeinigt.

Ein anderer Streamer hat in den letzten Wochen damit Schlagzeilen gemacht, dass er oft hintereinander gewonnen hat:

Twitch-Streamer gewinnt 76-mal in Folge in LoL – Spieler fordern Bann
Autor(in)
Quelle(n): Invenglobal
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Silmark
23 Tage zuvor

Die hier angegebenen Kommentare, sowie auch das Verhalten des Profispielers zeigen daß wir noch einen weiten Weg vor uns haben.

Loccorocco
23 Tage zuvor

MAMA DA ÄRGERN MICH WIEDER KINDER IM INTERNET roll besser kann man den Quatsch nicht beschreiben ä..

BluntZilla
23 Tage zuvor

dafür wird man heutzutage verklagt? gott sei dank bin ich in den 90er groß geworden, uns hätten se heute wohl gesteinigt.

Captain Bimmelsack
23 Tage zuvor

Ich bin in den 80ern groß geworden, da haben wir Typen, die sich respektlos Frauen gegenüber aufgeführt haben, ohne großes Gelaber eine in die Fresse gekloppt. Da zeigt sich mal wieder, dass die 90er einfach nur Müll voller Lutscher waren.

BluntZilla
23 Tage zuvor

süß schnuffi, aber du hast es eindeutig nicht verstanden…aber die gewalt keule zeugt von intelligenz :*

weedy_zh
22 Tage zuvor

Also ich bin auch in den 80igern aufgewachsen.
Und was du labberst, ist einfach Bull****

Malocher
23 Tage zuvor

ach ne ey jedes mal wenn ich sowas lese ufff
dann müssen sich mal die ladys paar ellenbogen wachsen lassen pfff
feuer mit feuer bekämpfen oder wie früher mit einer faust auf die faust antworten
was ist den heutzutage blos los, nur wegen so einer kleinigkeit gleich so ein tam tam zumachen also bitte… alle verweichlicht oder was?!

Oldboy
23 Tage zuvor

Sehr erwachsen👍

Mac31
23 Tage zuvor

Es ist wohl eher so, das sich Profi-Spieler Manieren zulegen müssen, die eigentlich selbstverständlich sind. Ansonsten ist es vorbei mit der Karriere.

bitsteak
23 Tage zuvor

Ist es denn echt so schwer, sich vorzustellen, wie es sein muss, so einen Mist sein ganzes Leben lang immer und immer wieder hören zu müssen? Sexismus erstickt man im Keim und wodurch sich Frauen angegriffen fühlen, entscheiden nicht gänzlich Unbetroffene.

Schuhmann
23 Tage zuvor

Die Leute raffen halt nicht, dass „Ich sitze in Jogginghose zu Hause und streame live auf Twitch“ nicht privat, sondern öffentlich ist.

Was du mit deinen Kumpels tuschelst oder auf einer Privatparty irgendwo machst, ist eine Sache. Was du live auf Twitch überträgst, ist was komplett anderes. Das ist Öffentlichkeit, sowohl für den Typen, der das macht, wie auch für die Frau, um die es geht.

In dem einen Fall ist der Spruch gegen das Mädchen dann sofort weg und nur die Leute in Hörweite kriegen das mit. Im anderen Fall ist das öffentlich, dokumentiert und kann sich viral verbreiten und zig-tausende Leute bekommen das mit.

Das ist wirklich das Problem, was viele Leute, die mit dem Netz aufwachsen nicht raffen: Die sozialen Medien sind nicht privat, sondern das ist öffentlicher Raum. Für den öffentlichen Raum gelten andere Spielregeln, als für den privaten Raum.

Deshalb ist das immer eine Diskrepanz: „Bei uns früher war das nicht so“ – ihr habt auch nicht öffentlich gestreamt, ihr wart auch keine Personen des öffentlichen Lebens mit einer Bühne.

Man stelle sich mal vor, ein Journalist hätte das vor 20 Jahren in eine Zeitung geschrieben mit einem Pic einer 17-jährigen Steffi Graf: „Da hab ich mir erstmal die Eier gekrault, nachdem ich der die Hand geschüttelt habe.“

Meinst du, da hätten alle gesagt: „Ist schon okay!“ Das wär halt gar nicht gedruckt worden, weil irgendwer gesagt hätte. Das schreibst du mal schön nicht. Aber wenn das gedruckt worden wäre, hätte es wohl auch ordentlich Ärger gegeben.

Narkaj
23 Tage zuvor

Na hör mal!

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