League of Legends: 2 Frauen verklagen Riot – Das sind die Vorwürfe

Das Studio hinter League of Legends, Riot Games, wird von zwei Frauen verklagt. Eine ehemalige und eine aktuelle Mitarbeiterin werfen dem LoL-Studio vor, Frauen diskriminiert zu haben.

Darum geht es in der Klage: Es heißt, den beiden Klägerinnen wäre die gleiche Bezahlung wie Männern verweigert worden. Außerdem habe es ihre Karriere gehemmt, dass sie Frauen seien.

Die Arbeitsbedingungen im Studio hinter League of Legends seien negativ dadurch beeinflusst worden, dass bei Riot Games eine frauenfeindliche Kultur herrsche mit sexueller Belästigung, unangemessenem Verhalten und Vorbehalten gegen Frauen.

lol ahri k/da skin

Das wollen die beiden Klägerinnen: Sie fordern den Ausgleich für nicht bezahlten Lohn, Schadensersatz und andere Strafen. Die Summe soll dann vor Gericht festgelegt werden.

Die Frauen sagen weiter, sie wollen die Geschäftspraxis von Riot stoppen:

  • Männern mehr zu bezahlen als Frauen, wenn sie im selben Job arbeiten
  • Männer eher zu befördern als Frauen
LoL Ezreal Championship Skin

500-mal „Schwanz“ im Monat

Das ist Jessica Negron angeblich passiert:

Eine der Klägerinnen ist Jessica Negron. Sie sagt, als sie bei Riot anfing, hörte ihre Managerin auf und sie übernahm deren Aufgabe, bekam dafür aber nicht mehr Gehalt oder den Titel der Managerin. Stattdessen habe man drei Männer eingestellt und denen den Job gegeben, ohne Negron dafür in Betracht zu ziehen.

Aber man bot ihr an, die Pflichten des vorgesetzten Jobs wieder zu erfüllen, nachdem der dritte Mann gegangen war. Negron wäre dann aber immer noch nicht befördert worden.

Negron sagt, in einem Monat habe sie bei Riot Games 500-mal das Wort „Dick“ (Schwanz) gehört. Negron ist jetzt nicht mehr bei Riot Games.

lol kai’sa k/da premium skin

Chefs im Nachtclub von Shanghai

Das ist Melanie McCracken angeblich passiert: Die zweite Klägerin ist Melanie McCracken, die seit 2013 beim LoL-Studio arbeitet.

Sie glaubt, ihr wären Beförderungen und angemessene Bezahlung verweigert worden. Zudem sei sie sei männlichen Vorgesetzten bestraft worden.

Sie hatte mit ihrem direkten Vorgesetzten Probleme, nachdem der sagte, man solle keine Frauen einstellen, um offene höhere Positionen zu besetzen. Zudem fände er es komisch, einen Mann als Assistenten zu haben.

Als sie ihn nach einer höheren Position fragte, habe er das abgelehnt.

Als sich McCracken bei der Personalabteilung über ihren Vorgesetzten beschwert hatte, seien von dort Informationen an ihn durchgesickert.

LoL Irelia Skin

McCracken nahm dann einen neuen Job an, aber ihr Vorgesetzter wurde in dieselbe Dienststelle befördert. Der habe Ihr dann gesagt, sie habe 5 Monate Zeit, um eine neue Stelle in der Firma zu finden, sonst werde sie gefeuert.

In der nächsten Position arbeitete sie dann für die Führungsspitze von Riot Games und habe da ein Video erhalten, das zwei der Chefs mit spärlich bekleideten Frauen in einem Nachtclub in Shanghai zeigt.

Auf einen der Chefs hatte es wohl den Eindruck, sie hätte das Video verbreitet. Das habe ihrer Karriere weiter geschadet.

LoL: Riot bietet Seminare nur für Frauen und „nicht-binäre“ Leute an

Riot Games seit 2018 in der Presse mit Sex-Kultur

Riot ist seit August im Kreuzfeuer: Im August 2018 erschien auf der Seite Kotaku ein Bericht über die Arbeitswelt von Riot Games. Dort soll eine sogenannte „Bro Kultur“ geherrscht haben, in der sexuelle Anzüglichkeiten und ein rauer Umgang an der Tagesordnung waren.

Man habe schon bei der Einstellung eher „aggressive Männer“ bevorzugt, die zum Image des „Core Gamers“ passen, als weibliche Bewerberinnen. Und diese aggressiven Männer wurden dann weiter befördert. Wer sich über Sexismus beschwert habe, der hätte damit seiner Karriere geschadet.

Dieser Bericht sorgte dafür, dass sich auch ehemalige Angestellte von Riot Games meldeten und ihre Geschichten über das Studio hinter League of Legends erzählten.

Jayce-LoL

So reagiert Riot: Bei Riot hat man nach dem Bericht von Kotaku angekündigt, an der Arbeitskultur zu arbeiten und will sich nun „diverser“ aufstellen. Ein Workshop auf einer Spiele-Messe, um gezielt Frauen anzusprechen, führte aber zum Konflikt mit wütenden, männlichen Fans, die sich ausgeschlossen fühlten.

Das hatte schließlich die Entlassung von Mitarbeitern zur Folge, die sich gegen diese aufgebrachten Fans stellten.

Dazu hat Riot Games eine Expertin für diverse Unternehmenskultur eingestellt.

Das sagt Riot zur Klage: Zu der Klage sagt man, dass man sich zu laufenden Rechtsstreitigkeiten nicht äußert. Man nehme das aber sehr ernst und werde es genau untersuchen.

Riot Games bleibe der Aufgabe verpflichtet, eine tiefgreifende und umfassende Weiterentwicklung der Unternehmenskultur anzustreben, um Riot zu einem Platz zu machen, in dem alle Rioter aufblühen.

League of Legends mit Sparkurs – Fans besorgt: LoL in der Krise?
Quelle(n): kotaku
Deine Meinung? Diskutiere mit uns!
2
Gefällt mir!
Kommentar-Regeln von MeinMMO
Bitte lies unsere Kommentar-Regeln, bevor Du einen Kommentar verfasst.

Community-Aktivitäten
Hier findest Du alle Kommentare der MeinMMO-Community.
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
64 Kommentare
Neueste
Älteste Meisten Abstimmungen
Inline Feedback
Alle Kommentare anzeigen
Peacebob

Da habe ich aber auf Arbeit schon Schlimmeres erlebt…
Zumeist ging die Ungerechtigkeit dann aber von Frauen aus.

Mich über so etwas öffentlich auslassen würde ich aber nie, zumal das Problem hier oft nicht in der Chefetage sondern in den Köpfen der Beteiligten zu finden ist.

Da hilft im Endeffekt auch das beste Präventions-Management nicht…

MagatsuBCS

Mal ehrlich, was riot über Frauen denkt sieht man an den Champs und skins.

Jokl

Die meisten Zocker sind wohl immer noch männlich, die MA in den Firmen ebenso, das Ergebnis sieht man überall!
Ich guck mir auch lieber Frauen an als Männer, liegt an der Natur, sie will ja das wir weiter existieren.
Was Mann, trotz Evolution, daraus gemacht hat (Weinstein un Co.) ist einfach nur beschämend.
Wenn ich sehe wie sich einige Gockel heute so aufführen, könnte ich im Boden versinken, denn das andere würde mich halt leider in den Knast bringen!

MagatsuBCS

Die Natur will uns schon lange loswerden… Wir wehren uns halt nur gut

Myusca

Dasselbe „Argument“ kann man auch bei den Kerlen anbringen. Davon sind alle so muskulös und maskulin – eben auch genau das, was uns Hollywood und Co. ständig vermitteln. Sogar Brand, der einfach (wie der Name vermuten lässt) ein verkohlter Körper ist, hat eine Figur von der die meisten Bodybuilder träumen.

Von daher relativiert sich das alles relativ schnell und kann wohl kaum für ein Frauenbild bei einer Firma herangezogen werden.

MagatsuBCS

Naja es gibt aber auch solche wie z.b. Jhin oder Ezreal die eher schmächtig sind und auch keine Skins haben in denen sich das ändert, ausserdem: Gragas XD
Bei den Weiblichen die vom Stil her die Ausnahme bilden wie z.b. Vi gibt es dann solche skins wie offizier Vi

Myusca

Stimmt nicht. Es gibt genug weibliche Champions, die echt nur dann „übersexualisiert“ sind, wenn man es in der eigenen Gedankenwelt wirklich erzwingen möchte. Die Darstellung von hübschen Frauen, die schlank und gut gebaut sind und – GOTT BEWAHRE! – sogar Brüste haben, macht noch keine Sexualisierung aus… die Kontextualisierung des Charakters macht das. Und die meisten weiblichen Champions sind eben laut ihrer Lore, ihrer Voicelines, ihres Auftretens etc. sehr starke Persönlichkeiten, die eben nicht bloß als „eye candy“ dienen. Wenn sich eine gewisse Klientel dann darüber beschwert, dass es fehlende „body shape diversity“ gibt, aber eigentlich meint, dass 50% der dargestellten Frauen adipös sein und weitere 45% Körbchengröße AA haben sollen, dann bedient das meiner Meinung nach nur irgendwelche persönlichen Komplexe – dem muss man nicht unbedingt nachgeben. Hier eine „kleine“ Auswahl, auf die selbst eine GROßZÜGIGE Auslegung von Objektifizierung und Übersexualisierung (z.B. viel nackte Haut zeigen ist automatisch sexualisiert) absolut GAR nicht zutrifft:

Annie (es sei denn, man steht auf kleine Mädchen… bedenklich!), Caitlyn, Camille (ein Android), Diana, Illaoi (ein sehr „burly girl“, also auch noch diverse body shape), Irelia, Jinx (die extra flach wie ein Brett ist, weil sich äußerst tolerante Menschen darüber beschwert haben, dass Frauen Brüste besitzen, yikes!), Kai’sa, Kalista, Karma, Kayle, Kindred (Lamb), Leona, Lissandra, Lulu, Lux, Nami, Orianna (ein Uhrwerk / Roboter), Poppy, Quinn, Sejuani, Shyvana, Soraka, Taliyah, Tristana, Vayne, Vi, Xayah und Zoe… also die absolut überwiegende Mehrheit der weiblichen Champions.

Alle „Tierchampions“ wie Anivia oder Rek’sai sind dabei außen vor.

MagatsuBCS

Gutes Argument aber Cait, Jinx(nur weil sie flach ist, ist halbnackt also ok?), kai´sa, Nami, Shyvana und Vayne sind meiner Meinung nach in dieser Auflistung fehl am Platz wegen ihrer Outfits beim standard sowie bei meisten skins, Kindred kann man auch eigentlich mehr zu den Tierchamps zählen.

terratex 90

Vertrag unterschreiben und dann rumheulen xD sind ja die besten… und jahre lang haben sie keinen anderen arbeitgeber gefunden?

Kristian Steiffen

Ich glaub eher deine Kommentare sind etwas deplatziert, dude 😉

Korunos

Na gott sei dank wurde der Kommentar gelöscht. Solche Untermenschen^^

Insane

Na ja der Sprachgebrauch mit „Untermenschen“ ist jetzt auch nicht so viel besser. Das ist auch nur die Terminologie der Eugeniker und stammt noch aus unseren NS-Zeiten und bildet somit den Grundstein für rassenhygienische Paradigmen.

Korunos

Das stimmt. Jedoch hat es mittlerweile eine ganz andere Bedeutung. Heutzutage wird sowas eher für Menschen die sich total daneben verhalten benutzt.

Julian Von Matterhorn

Jup, findest die Definition auch im Duden. (Pun intented)

Julian Von Matterhorn

hahaha. Du bist ja niedlich.

cyber

Ist Unternensch nicht ein Wort, das gerne von menschen der NSDAP benutzt wurde? Oder darf man es nach Gutdünken verwenden ohne in eine politische Ecke geschoben zu werden?

Julian Von Matterhorn

Die Wahrheit tut manchmal weh.

cyber

Meagan Marie war auch für ein paar Monate bei Rito und ist danach zurück zu ihren alten Arbeitgeber Crystal Dynamics. Hier ihr Erfahrungsbericht:

http://meagan-marie.tumblr.com

Tebo

Sowas geht gar nicht!! Sollte sich das als wahr herausstellen, so hoffe ich, Riot kriegt dafür richterlich eine saftige Rechnung ausgestellt.

Bei Kommentaren wie: „Dann arbeite halt woanders!“ kann ich nur den Kopf schütteln. Bloß sich nicht selbst um eine Verbesserung kümmern. Sollen doch andere nochmal in dieselbe Falle tappen.

Purer Egoismus! Leute wie Euch, brauch man in keinem Unternehmen.

Myusca

Ich weiß nicht, ob dein Beitrag jetzt ironisch gemeint ist oder nicht. Aber für den Fall, dass es ernst gemeint ist: Meines Wissens nach steht doch bloß die Anklage im Raum. Das heißt, dass noch überhaupt nichts bewiesen oder widerlegt ist. Es gibt in der Rechtsprechung glücklicherweise noch ein Paradigma, dass man solange als unschuldig gilt, bis die Schuld zweifelsfrei nachgewiesen ist.

Wird aber im Zeitalter der „Shitstorms“ per Twitter etc. gerne mal vergessen, zumindest bei der breiten Masse. Solange kein offizielles Urteil gefällt wurde, sollte man sich aber mit solchen Aussagen meiner Meinung nach zurückhalten.

Tebo

Du hast recht.
Habe das im Text angepasst

Danke für den Hinweis!!

Myusca

Gerne. 🙂 Schön zu sehen, dass du es freundlich aufgefasst hast – ist heutzutage recht selten im Internet.

Tebo

Einen Fehler einzugestehen, macht einen stärker ????

MrCnzl

ganz ehrlich? dann kündige ich halt wenn mir was nicht passt. wie dämlich ist das denn.

oh meine firma arbeitet nicht nach meinem politischen weltbild -> verklagen

geht sicher unter männern und männern auch so zu. sind die dann alle auch zu verklagen?

finde diese sjw-news und diskussionen sowieso schon so überspannt, dass ich es einfach nicht mehr hören kann. mir gefällt etwas nicht? ok dann lebe ich damit oder versuche das zu ändern, anstatt immer wieder andere dafür verantwortklich zu machen

Insane

Mh, ich dachte sie versucht damit was zu verändern. Habe ich wohl falsch verstanden 😛

MrCnzl

hatte doch anscheinend einige jahre zeit dafür. bei solchen sachen hat doch auch niemand mehr lust sich selbstständig zu machen oder ähnliches.

hier steht jetzt auch nur eine seite der medaille. sofern das stimmt, hätte sie halt direkt klagen sollen.

Insane

Ich verstehe diese Argumentation irgend wie nie wenn sie kommt. Dass gleiche Argument wird auch gerne bei angeblichen Vergewaltigungen aufgeführt.

Aber es setzt immer voraus, dass diese Person zu diesem Zeitpunkt funktioniert. Das heißt auch Mental dazu in der Lage ist. Aber nicht nur Mental, sondern auch finanziell und gesellschaftlich. Hast du private Verpflichtungen, beißt man sich schon mal auf die Zunge und erträgt es halt einfach. Abgesehen davon, dass so ein Prozess nicht mal eben nebenbei zu führen ist. Es kosten Zeit, Kraft und vor allem Geld. Hast du das Geld nicht und somit keine ausreichende Puste um diese teilweise Jahre andauernden Prozesse und Anwaltskosten zu bestreiten, kannst du das zu dem Zeitpunkt gleich vergessen. Abgesehen davon, dass vermutlich dann versucht wir schmutzige Wäsche zu waschen. Das wird teilweise dann für alle unangenehm.

Manchen fehlt auch einfach der Mut oder der Optimismus wirklich was bewegen zu können. Wenn dann jemand dazu kommt, dem das auch passiert ist, kann sich das Blatt aber wenden.

Mal abgesehen von anderen Existenzängsten. Da darf man sich schon mal sorgen machen, ob das eventuell so große Wellen schlägt, dass ich meine berufliche Laufbahn nachhaltig schädige, weil ich in der Branche dann als „der Kläger“ bekannt bin. Und dass nur, weil ich versuche ein Unrecht zu beseitigen. Adieu alternative Arbeitsstelle sag ich da nur.

So einfach wie sich dass manche vorstellen ist es dann halt doch nicht.

Und hier von unserem Bürostuhl, Sofa oder Sessel zuhause aus, können wir das sowieso nicht beurteilen.

Max

Ja die Firma ist sooooo kacke….. und dann arbeitet sie seit 2013 dort! Alles klar. Wenns mir wo nicht passt, bin ich doch sofort weg!

Cortyn

Ja… in einer Welt mit unendlich Jobs und keinen Exitenzängsten funktioniert das bestimmt.

Victus

Auch wenn das mit „sofort weg“ natürlich nicht funktionieren würde, hatte sie dennoch 5 Jahre Zeit sich etwas anderes nebenbei zu suchen. Die ganze Geschichte stinkt irgendwie von beiden Seiten.

Jokl

Danke, dieses sucht euch doch EINFACH einen neuen Job…..
Das kommt immer von den selben Leuten, hat auch nichts mit Frauen und Männern zu tuen.Alleine die Ignoranz dahinter, als hätten wir gewisse Debatten nur zum Zeitvertreib….

Julian Von Matterhorn

Hey Schuhmann, ich bin nicht so ganz happy mit der Bildauswahl. Ich glaube, dass geht etwas diplomatischer wenn man in einem Artikel über weibliche Diskriminierung keine Bilder von leicht bekleideten und sexualisierten LOL-Heldinnen einbindet.

Korunos

Das sind nur Zeichnungen. Meine Güte

Jokl

sechs setzen! ….

Korunos

Heul doch

Jokl

wow jetzt bin ich echt beeindruckt von deiner geistigen Reife.

Julian Von Matterhorn

keine Bange, deine Anime Vorlagen will dir keiner klauen.

Verennia

Danke, genau das habe ich mir auch gedacht.

Myusca

Ich finde nicht, dass die Bildauswahl problematisch ist. 🙂
Unabhängig von dem Thema des Artikels sollte die Darstellung von Feminität und Sexappeal nicht gleichgesetzt werden mit Objektifizierung von Frauen. Ich glaube, manche Menschen rastern die Dinge auch ganz explizit nach ihren teilweise sehr festgefahrenen Mustern, um sich dann im Nachhinein einfach nur zu beschweren (siehe dazu auch dieses ganze Meme um das „getriggert“ sein) und sich angegriffen / benachteiligt zu fühlen.

Damit meine ich jetzt nicht speziell dich, sondern das war eher allgemein formuliert.

Julian Von Matterhorn

Generell habe ich auch wirklich kein Problem damit. In dem Kontext des Artikels erscheint mir das nur ein wenig…pietätlos.

cyber

Die Bilder sind doch eine recht homogene Mischung.

cyber

Er mag vermutlich nicht das Bild mit Mundo.

Insane

Aus Erfahrung sag ich mal, dass einige Mitarbeiter sich gerne in andere Positionen wünschen würden aber zumindest in den Augen der Verantwortlichen dafür nicht geeignet sind. Und das verstehen dann die Wenigsten.

Das ist fast auch nicht anders möglich, da die notwendige Fähigkeit unter anderem darin besteht die Anforderungen und Komplexe richtig zu erkennen und zu verstehen. Kann ich dass nicht, bin ich nicht geeignet und kann natürlich auch nicht verstehen warum nicht. Ein Kreislauf.

Allerdings gibt es eben auch solche beschriebenen Fälle, es ist quasi unmöglich da herauszufinden woran es liegt, wenn man nicht selbst in dem Unternehmen, an der entsprechenden Stelle, tätig ist. Dieses Problem wird es wohl immer, oder noch für sehr lange Zeit geben. Entweder weil Diskriminiert wird oder weil sich jemand aus Unverständnis / Unfähigkeit diskriminiert fühlt 🙁

vanillapaul

Was ich nicht ganz verstehe: Ein Arbeitsvertrag wird von beiden Seiten geschlossen. Bevor man das tut, liest man sich den sorgfältig durch und wenn einem das zusagt was drin steht unterschreibt man ihn. Wieso wird sich hinterher über zu wenig Geld beschwert? Entweder man ist mit dem angebotenen Geld einverstanden oder nicht. Wenn nicht hat man zwei Möglichkeiten: nach mehr Fragen oder es akzeptieren.
Ob Karriechancen wirklich verbaut wurden weil es Frauen sind, keine Ahnung. Aber vorstellen kann ich es mir, vor allem wenn es wirklich eine Ansammlung dieser Klischeegamer gibt im Unternehmen.

Phinphin

Es hat aber erstmal nichts mit dem Arbeitsvertrag zu tun, wenn deine Vorgesetzte geht, du freiwillig Teile ihrer Aufgaben übernimmst, dir den Hintern aufreißt, in der Hoffnung, du wirst als Nachfolge ausgewählt und dann kommen einfach 3 Externe und bekommen den Job.

vanillapaul

Doch es hat mit dem Arbeitsvertrag zu tun und mit klarer Kommunikation. Kurzfristig Aufgaben übernehmen kann man wohl verkraften, wenn vorher Regeln aufgestellt wurden. Wenn man diese Regeln nicht aufstellt wird daraus eine Gewohnheit, dürfte wohl jeder aus seiner Firma, seinem Betrieb kennen.

Hier in Deutschland sind im Normalfall die Aufgabenbereiche im Arbeitsvertrag festgehalten. Bekomme ich Aufgaben die dem nicht entsprechen kommt ein Hinweis von mir, dass das nicht mein Aufgabenbereich ist und nur eine Ausnahme. Wenn ein Vorgesetzter ausfällt und ich einen Teil seiner Aufgaben übernehmen soll, dann nur wenn es auch entsprechend vergütet wird. Ansonsten kann kommen was will. Denn Verantwortung kostet. Ich muss auch als Aushilfe bei Fehlern den Kopf hinhalten, also kann der Betrieb auch bei Aushilfen bezahlen.

Ist wahrscheinlich nicht der optimale Weg um eine steile Karriere hinzulegen, aber beide Seiten wissen so wo sie stehen und was sie voneinander zu erwarten haben.

Phinphin

Das was du beschreibst mag fair sein, entspricht aber – zumindest in meinem Bereich – nicht dem Arbeitsalltag.
Wenn fast alle nur das machen, was sie laut Stellenbeschreibung und Arbeitsvertrag machen müssen, dann stechen genau diejenigen raus, die mehr als ihre Pflichtaufgaben erledigen.

Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Ich hab immer Kollegen gehabt, die wirklich gut gearbeitet haben, aber so wie du nie mehr gemacht haben als das, wofür sie bezahlt wurden. Die Folge davon war, dass die seit 20 Jahren auf ihrer Stelle sitzen während ich in 5 Jahren insgesamt drei Mal befördert wurde und jetzt in der „Chef-Etage“ sitze. Ich arbeite zwar im öffentlichen Dienst, aber ich kenne das auch von Verwandten, die in der Privatwirtschaft arbeiten, dass regelmäßig deren Leistung beurteilt wird und sie dann demenstprechend Prämien ausgezahlt bekommen bzw. Gehaltsstufen aufsteigen.

vanillapaul

Wenn jemand freiwillig mehr macht, soll er das machen. Das muss jeder für sich wissen. Nur soll sich danach keiner hinstellen und sich beschweren er wäre unterbezahlt. Darum geht es mir. Freiwillig heißt ja etwas zu tun ohne eine Gegenleistung zu erwarten.
Und ich persönlich habe kein Problem damit auch in 20 Jahren noch einfaches Fußvolk zu sein. Ich betrachte Arbeit als das was sie ist: Ein Umstand den ich brauche um mir und meiner Familie den Lebensunterhalt zu finanzieren. Ich bekomme auch so gutes Geld, bin pünktlich zu Hause und habe nicht (mehr) das Gefühl nur für die Arbeit zu leben.

Tebo

Wenn Du das so siehst, ist das für DICH okay. Für mich wäre es das nicht. Und wie Du siehst, für andere auch nicht.

Solange es wirtschaftlich gut läuft, funktioniert das mit Deiner Art zu arbeiten. Aber sei gewiß, die nächste Krise kommt bestimmt. Und ich als Dein Vorgesetzter weiß genau, das für jede Minute die Du länger machst, ich mir von Dir Forderungen oder Kritik anhören darf/muß. Was glaubst Du, für oder gegen wen ich mich im Krisenfall entscheide?

Und bedenke, eine größere Krise trifft immer alle Unternehmen. Das heisst, einen neuen Job kriegt man dann nur mit guten Referenzen/Empfehlungsschreiben. Das gäbs von mir dann nicht. Da gäbe es die unverblümte Wahrheit. Genau wie vorher von Dir.

vanillapaul

Ich bin Anfang 2009 mit meiner Ausbildung fertig geworden, mittendrin in der WWirtschaftskrise. Ich bin von Anfang diese Schiene gefahren, mit den Jahren immer konsequenter und ich bin mit meinem Lebenslauf zufrieden. Mir sind mittlerweile andere Sachen im Leben wichtiger. Arbeit ist für mich nur ein Mittel zum Zweck.

Du verwechselt übrigens gerade etwas. Bloß weil ich nicht jede Aufgabe mache, die nicht im Arbeitsvertrag drin steht, heißt das nicht das ich faul bin. Nur haben diesen Arbeitsvertrag zwei Parteien unterschrieben, also haben sich zwei Parteien dran zu halten, nicht nur eine.
Und nichts anderes kommuniziere ich auf Arbeit.
Ich arbeite stets so, das ich das Produkt selbst so auch kaufen würde. Wenn man dann eine persönliche Sache draus machen muss, ist das sowieso kein Umfeld in dem ich mich gerne aufhalte. Also nur her mit den Papieren. 😉

Tebo

Faulheit hab ich Dir nicht unterstellt. Doch ich denke wir sind uns einig wenn ich sage, Du identifizierst Dich nicht mit dem Unternehmen.
Wie ein Söldner – was nicht böse gemeint ist – der Dienst nach Vorschrift macht.

Solche Leute hatten wir bei uns auch. Ich sage ganz bewusst hatten, denn die wurden zum Glück ausgesiebt.
Bei uns gibt es im Sommer Arbeitsspitzen welche durch Mehrarbeit aufgefangen werden müssen.
Wenn das im Team alle machen bis auf einen, muß der Rest des Teams seine Arbeit mit erledigen.
Und genau diese Person wollte mehr Geld haben mit der Begründung der Inflation.

Wir haben ihm klargemacht, was wir für mehr Geld erwarten und sind die Produktivität je Mitarbeiter mit ihm durchgegangen, bei der er das klare Schlusslicht war. Kurz und gut er ist von sich aus gegangen. Wir haben einen Neuen eingestellt, welcher unseren Bereich unglaublich nach vorne gebracht hat durch sein ambitioniertes Arbeiten.
Dadurch konnte man jetzt für den kompletten Bereich einen 2ten Bonus beim Vorstand aushandeln.

Und glaub mir. Nur weil man lange ein Mitläufer ist, wird das nicht für immer so weiter gehen. Dafür müssen alle viel zu sehr auf die Kosten achten.

vanillapaul

Söldner trifft es denke ich schon ganz gut. Allerdings kann man Loyalität aufbauen, nur nicht einfach so einfordern. Ist wie Respekt, für mich keine Einbahnstraße. Geben und nehmen.

Über meine Arbeitsleistung hat man sich seit der Ausbildung auch nicht mehr beschwert und in meinem vorherigen Betrieb zählte ich zu den Leistungsträgern. Solang das alles in einem gewissen Rahmen abläuft habe ich mit vielen Dingen kein Problem. Ich bin auch keiner der ständig nur am Meckern ist, eigentlich bin ich ziemlich oft gut gelaunt auf Arbeit.

Ich habe einen Arbeitsvertrag unterschrieben und den erfülle ich auch. Wenn ich mit Sachen nicht einverstanden bin, egal ob nun Geld oder Abläufe, versuche ich es zu klären. Vieles geht nicht so einfach, das ist mir bewußt und nur weil einer was sagt, wird nicht gleich die komplette Firma neustrukturiert.
Da kommt dann die Selbstreflexion ins Spiel: Wie sehr stört es mich? Kann ich damit nach einer Gewöhnungsphase damit arbeiten oder nicht?
Wenn nicht dann ganz klar: Tschüss.
Ich bin nicht mit der Firma verheiratet und außer der Arbeitsleistung der Firma gegenüber nichts schuldig. Im Gegenzug erwarte ich von der Firma auch nicht viel, außer mein Gehalt pünktlich zu überweisen und eine Umgebung zu schaffen in der man ohne Stolpersteine seine Arbeit vernünftig erledigen kann.

Tebo

Irgendwie schön, wenn man das so differenziert sehen kann.
Ich bin da komplett anders. Für mich ist es ein persönlicher Erfolg, wenn das Unternehmen Erfolg hat. Und dabei gehört es mir nicht.

Aber unterm Strich scheinst Du ja doch keiner zu sein, der seine Arbeit hasst. Hörte sich eingangs so an.

vanillapaul

Hassen ist solch ein hartes Wort.^^ Ich mag sie nicht, ganz klar. Ich lieg auch lieber den ganzen Tag auf’m Sofa und zock RDR2, oder back mit den Kindern Plätzchen, da mir bis auf das Geld Arbeit nichts gibt. Wie gesagt: Mittel zum Zweck. Aber zumindest ist sie der einfachste legale Weg um an genug Geld dranzukommen um meine Familie zu ernähren. Und von daher muss ich bis zu einem gewissen Punkt mitziehen. Ob das nun allerdings bei diesem oder diesem Arbeitgeber ist, ist mir relativ.

Gerd Schuhmann

Jo, was Phinphin sagt. Ich denke es geht weniger um das Einstiegsgehalt, sondern um das Gehalt in höheren Position, in die man dann mit den Jahren reinrutscht.

Es klingt so, als würden Frauen auf so „Sekretärinnen/Assitentinnen-Jobs“ hängen bleiben, während Männer dann aufsteigen.

Insane

Na ja, schwer zu sagen. Oft stimmt es wohl, dass ich zufrieden bin, wenn ich einwillige. Oder aber ich hab einfach nicht die Wahl, weil du zum Beispiel Angst hast davor deine Karten zu verspielen.

Oft sind Verschwiegenheitsklauseln enthalten, dass du dich mit Kollegen nicht über die Gehälter austauschen darfst. Dann erfährst du nach 5 Jahren dann doch über Umwege, dass du deine Arbeitskraft falsch eingeschätzt hast und nur die Hälfte bekommst. Dass kann schon ein wenig traurig machen.

In solchen Fällen gewinnen halt meist Vertriebler. Aber nicht jeder ist ein Vertriebler oder möchte einer sein. Und schon garnicht benötigt jede Position Sales-Talent.

Das ist schon eine gesellschaftliche Frage, der man sich stellen sollte. Ich meine, hältst du absichtlich Arbeitskraft zurück, weil der Arbeitgeber sich mit weniger zufrieden gibt? 😀 Heute mach ich halt nur 2 Reports statt 4.

vanillapaul

Ich bin da anders gestrickt. Wenn ich merke das ich unterbezahlt bin, wie auch immer ich darauf kommen mag, gehe ich zu demjenigen der die Kompetanz hat etwas daran zu ändern und rede mit ihm. Sollte das nicht den gewünschten Erfolg bringen wird die nächste Zeit sich mit Bewerbungen schreiben beschäftigt.
Und das habe ich bisher auch immer so kommuniziert und eingehalten.
Das muss aber jeder für sich wissen.

Insane

Na das scheinen die Damen ja gemacht zu haben 😀

vanillapaul

Ich glaube nicht, sonst wäre das kein Klagepunkt, sondern betriebsintern geklärt worden.

Insane

Na ich habe es so verstanden, dass sie eine Kompensation wollte und die wurde halt abgelehnt. Und sie kritisiert jetzt, dass diese Ablehnung nicht kompetenzbedingt war sondern aufgrund des Geschlechtes.

Also ich zum Beispiel würde es mir ganz genau überlegen ob ich meinen Job wechsel. Angenommen du findest eine passende Stelle, du weist vorher nicht wie die Arbeitssituation in dem Unternehmen ist, du hast 6 Monate Probezeit, dein Kündigungsschutz fängt auch wieder von vorne an und bei betriebliche Entlassungen, bist du der Erst der geht, da du der Letzte warst, der kam. Das muss man alles bedenken.

Ich bin froh, dass ich eine Position in meinem Unternehmen habe. Mit Autismus Bewerbungs- und Assessmentcenter / Prozesse zu durchlaufen ist echt anstrengend. Zum einen, weil es halt nicht in der Natur des Autisten liegt und zum anderen schauen dich die Personaler halt immer erstmal komisch an. Da kommt einer rein, der die ganze Zeit mit dem Kopf und dem Oberkörper wackelt, dir nicht in die Augen schaut und beim sprechen immer wieder pausen macht. Wenn du dann mit „Autist“ auf die Frage „Was stimmt mit ihnen nicht“ antwortest, kannst du förmlich sehen, wie im Kopf eine Schublade aufgeht und man darin verschwindet. Da die Meisten sofort an Rain Man oder so denken.

Und wenn du das alles vorher schon weist, überlegst du dir ganz genau ob du dass jetzt wirklich auf dich nimmst, „nur“ weil dir halt irgend was nicht passt.

vanillapaul

Ich kann die ganzen Punkte schon nachvollziehen. So ist es nicht.
Ich klammer mal die Geschichte mit dem Autismus aus, da das gerade ein Härtefall ist und nicht für die Allgemeinheit gilt.
Ich werde jetzt etwas weiter ausholen, um zu erklären wieso ich das Ganze etwas anders sehe.
Ich stehe dem so wie es aktuell in der Arbeitswelt läuft extrem kritisch gegenüber. Wir sind ein Land das an andere Länder in der Welt extrem hohe moralische Ansprüche stellt, schaffen es aber nicht diese moralischen Vorstellungen auf dem eigenen Arbeitsmarkt durchzusetzen.
Wenn eine Person 40h in der Woche arbeitet, soll sie im Stande sein eine durchschnittliche Familie zu ernähren ohne von einem Amt Hilfe dafür zu benötigen. Da kann ich jeden verstehen der sich die Arbeitswelt nicht antun will, wenn er sowieso zum Jobcenter muss. Ist nicht förderlich für das Sytem und auch nicht gerecht gegenüber den Arbeitern, aber wirtschaftlich das Sinnvollste für denjenigen.
Dann werden Festangestellte durch Leiharbeiter enorm unter Druck gesetzt. Daran sind nicht die Leiharbeiter schuld, sondern die Firmen die das System der Leiharbeit ausnutzen. Ich erlebe oft genug das Leiharbeiter dankbar sind einen Job am Rande des Existenzminimum zu haben. Was die sich dabei teilweise gefallen lassen von deren Disponenten und den Kundenbetrieben ist oft hart an der Grenze der Unmenschlichkeit. Nein, man muss nicht dankbar sein für nichts und wieder nichts buckeln zu müssen.
Festangestellte machen deswegen kaum den Mund auf, weil sie das Elend Leiharbeit oft vor den Augen haben.

Und zu guter Letzt ist die ganze Aufregung umsonst, denn am Ende bleibt eh kaum Rente übrig. Wenn ich meinen jährlichen Rentbescheid so sehe, frage ich mich wieso die mir jeden Monat einen ordentlichen Batzen für die Rentenversicherung abziehen, wenn ich in ca 36 Jahren eh nichts davon hab. Sollen sie mir das Geld lassen und ich sorge damit privat besser vor.

Es gibt noch etliche andere Punkte die mich stören und mich so denken lassen wie ich es eben tue, abee das sprengt hier eindeutig den Rahmen.

Insane

Da ich selbst viel mit Algo und AI zutun habe und wir auch daran arbeiten, bin ich der festen Überzeugung, dass sich das Thema Erwerbsarbeit in den nächsten 20 Jahren, so wie wir es kennen, ohnehin erledigt.

Die Gesellschaft muss dann so oder so neue Wege finden, wie die Gesellschaft genau aussehen soll, wenn ein beachtlicher Teil der Bevölkerung nicht mehr Arbeitet. Und somit auch das Selbstbild und die Lebenserhaltung nicht mehr durch Erwerbsarbeit gesetzt wird und auch nicht kann.

vanillapaul

Da bin ich der Meinung das sich die Gesellschaft dafür verändern muss. Denn aktuell sind wir eine reine Leistungsgesellschaft in der du nur was wert bist wenn du einem „ordentlichen“ Beruf nach gehst.

Daniel Blum

schlimm genug dass es überhaupt vorurteile gegenüber frauen gibt

Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.

64
0
Sag uns Deine Meinungx
()
x