LoL: Riot bietet Seminare nur für Frauen und „nicht-binäre“ Leute an

Der Entwickler hinter League of Legends, Riot Games, setzt sich gerade mit Sexismus-Vorwürfen auseinander. Als Reaktion wollte man Frauen gezielt fördern. Aber auch das ruft Unmut hervor.

Sexismus-Debatte bei Riot: Die Entwickler von LoL sind seit Wochen unter Feuer. In der Presse wurden Anschuldigungen ehemaliger Mitarbeiter veröffentlicht, bei Riot Games herrsche eine Kultur des Sexismus (via Kotaku).

Das ist zum Teil harter Tobak, wie dort Leute im Alltag miteinander umgegangen sein sollen (via BarryHawkins).

Riot hat diese Diskussion ernst genommen, sich entschuldigt und Besserung versprochen. Aber die ersten „Besserungs-Versuche“ sorgen jetzt wieder für Stress.

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Das hat Riot gemacht: Auf der Pax West 2018 hat Riot Games einen Raum gemietet, um dort Seminare abzuhalten.

Es sind Seminare, die sich vor allem darum drehen, wie man in die Gaming-Industrie hineinkommt. So spricht man mit Bewerbern im Einzelgespräch durch, wie ein Lebenslauf oder Arbeitsproben aussehen sollten.

Seminare nur für Frauen und „nicht-binäre“ Leute

Was ärgert die Leute? Der Raum 613 ist während der ersten Stunden nur für „Frauen“ und „nicht-binäre Leute“ offen. Alle anderen können erst nach dem Mittag dort teilnehmen.

Mit „nichtbinären Leuten“ sind wohl Menschen gemeint, die sich nicht auf ein Geschlecht festlegen möchten.

Das ist die Idee dahinter: Nach den Sexismus-Vorwürfen will Riot offenbar ganz bewusst Frauen fördern, die ins Gaming einsteigen möchten. Das scheint eine Gegenreaktion auf die Sexismus-Vorwürfe zu sein.

Riot hat auch angekündigt, mehr auf „Diversität“ zu setzen. Das könnte heißen, man will selbst mehr Frauen und LGBT-Menschen rekrutieren.

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Reddit tobt – LoL-Mitarbeiter antworten, alles wird schlimmer

So reagiert Reddit: Die Mehrheit der LoL-Community auf Reddit sieht diese „exklusive“ Veranstaltung kritisch. Man glaubt, Riot reagiere auf Sexismus-Vorwürfe mit noch mehr Sexismus, diesmal aber gegen Männer.

Besonders ärgerlich sei es, dass dort im Raum 613 die interessantesten Events stattfinden und genau von denen wären Männer dann ausgeschlossen. Als Alternative gäbe es nur einen „Cosplay-Workshop“ für einige Stunden.

Ein weiblicher Fan sagt: „Ich sitze hier und denke mir: Was zum Geier ist da los? Riot, so geht man mit diesen Dingen nicht um. […] Was ist, wenn die Schwester von jemandem oder die Freundin es nicht zur PAX schafft und einen Kumpel fragt, ob er für sie zu so einem Seminar gehen kann, um mitzuschreiben?“

Auf den Vorschlag, sich einfach als „gender-fluid“ ausgeben, sagt ein anderer: „Ich bin hetero und männlich und ich sehe nicht, warum ich mich verstellen sollte, um in einen Raum zu kommen, als mache mich die Kombination aus hetero und Mann zu einer weniger wichtigen Person.“

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Riot-Mitarbeiter reagieren wütend: Über Twitter meldeten sich dann der Riot-Mitarbeiter, Daniel Z. Klein, ein System-Designer. Der ärgerte sich darüber, dass Riot für die Aktion kritisiert werde. Da schreie die mächtige Mehrheit laut „Sexismus.“

Männer seien überrepräsentiert im Gaming. Die müssten auch mal ausgeschlossen werden.

Auch die bekannte LoL-Casterin „Froskurinn“ kritisierte die Community auf reddit für ihr Verhalten. Dort habe man zuerst das sexistische Verhalten von Riot als „eklig“ bezeichnet. Jetzt aber prangere reddit es an, wenn man Männer ausschließe.

Diese Antworten sorgten dann für noch mehr Wut auf reddit.

Riot selbst hat dann noch einmal offiziell getwittert und die eigenen Mitarbeiter für ihre emotionalen Reaktionen etwas gerügt. Man erwarte, dass Riot-Mitarbeiter respektvoll handeln. Allerdings unterstreicht man die Absicht, Frauen ins Gaming zu bringen mit den Workshops für „Frauen und nicht-binäre Leute.“

Das steckt dahinter: Sexismus ist ein Thema, bei dem jedes Mal die Emotionen hochkochen und scharfe Kontroversen geführt werden. Das haben Vorfälle bei Guild Wars 2 und Cyberpunk 2077 erst in den letzten Wochen bewiesen.

Jede Diskussion hier wird besonders scharf geführt und scheint die Community der Spiele zu polarisieren.

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Autor(in)
Quelle(n): dailyesports
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