League of Legends: Harvard-Professorin soll Riot vor Sexismus retten

Der Macher von League of Legends (LoL) hat ein Sexismus-Problem. Jetzt heuert Riot Games eine Spezialistin an, um die Kultur im Unternehmen zu ändern.

Was für ein Problem hat Riot mit Sexismus? Riot stand in den letzten Wochen unter erheblichem Feuer. Durch Medienberichte kam zum Vorschein, dass bei Riot Games über Jahre eine Kultur des Sexismus geherrscht haben muss (via Kotaku).

Man spricht da von einer „Tech Bro“-Stimmung, junge IT-Männer, deren Sprache im Alltag von sexuellen Anspielungen oder Genitalien durchdrungen ist. Angeblich gehörte es etwa zum Umgangston bei beruflichen Beschweren den anderen zu fragen, ob es ihm besser gehe, wenn man ihm „den Schwanz“ lutschen würde.

Ein Reizthema war etwa (via BarryHawkins), dass man bei der Rekrutierungspolitik sagte: „Ein Nein bedeutet nicht zwangsläufig Nein.“ Der Satz wurde sogar in die offizielle Präsentation aufgenommen – „Nein bedeutet nicht gleich Nein“ gehört aber auch zur sogenannten „Rape-Culture“, in der es um Vergewaltigung geht.

League of Legends

LoL-Entwickler will sich ändern

Riot gelobt Besserung: In den letzten Wochen hat Riot versprochen, sich zu ändern. Eine erste Aktion war ein Workshop nur für „Frauen und nicht-binäre Leute“ auf der PAX West. Das funktionierte aber nur so mittelgut.

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Jetzt hat Riot Games mit Frances Frei eine ausgewiesene Expertin für Diversität eingeladen, dabei zu helfen, die Firmenkultur nachhaltig zu verändern.

Wer ist Frances Frei?

  • Frances X. Frei ist eine Akademikerin mit einem Lehrstuhl an der Harvard Business School.
  • Ihr Schwerpunkt liegt darin, Unternehmen dabei zu helfen, diverser und inklusiver zu werden. Damit soll auch die Leistung des Unternehmens steigen.
  • Schon die Firma Uber hatte Frei im Juni 2017 als Expertin eingestellt, um dort die Sexismus-Kultur zu beenden. Auch Uber hatte so ein „Tech Bro“-Problem.

VI-League-of-Legends

Das macht Frei bei Riot: Frei ist als „Senior Advisor“ für das „Culture Strike Team“ eingestellt worden. Sie also eine wichtige Beraterin für die Einheit bei Riot Games, die sich um den kulturellen Wandel des Unternehmens kümmern soll, das die League of Legends entwickelt.

LoL-Entwickler bereit zu „tiefgreifendem Kulturwandel“

Das sagt Riot: Riot sagt (via Riot), während ihrer Karriere hätte Frances Unternehmen dabei geholfen, sich zu verändern und ihr volles Potential zu entfalten. Man sei geehrt, dass sie sich dazu entschlossen hat, mit Riot Games zu arbeiten.

Was sagt Frei? Frei sagt, sie hätte in ersten Meeting gemerkt, dass die Mitarbeiter frei sprechen und alles auf den Tisch packen. Jeder sei dazu entschlossen, die Kultur zu ändern. Jeder Rioter, mit dem sie gesprochen habe, zeige eine Entschlossenheit für Veränderung und mehr Inklusion.

Man wolle das Problem nicht nur oberflächlich lösen, sondern eine tiefe Änderung der Unternehmenskultur herbeiführen.

Was steckt dahinter: Interessant ist, dass Riot von einer Business-Perspektive rangeht. Man ist für mehr Diversität, weil das auch die Qualität und die Leistung der Firma erhöht. Frei ist in den USA bekannt, sie steht für dieses Thema. Daher ist das eine Personal-Sache mit großer Außenwirkung.

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