Twitter-Nutzern, die in Sachen Gaming gerne auf dem Laufenden bleiben, wird der Account „Nibellion“ vielleicht ein Begriff gewesen sein. Dort wurden regelmäßig interessante Neuigkeiten aus der Gaming-Branche geteilt. Nun soll damit allerdings Schluss sein: Nibel schmeißt hin.
Was war das für ein Account? Nibel machte sich mit seinem Twitter-Account @Nibellion einen Namen im Bereich der Gaming-News. Kaum ein anderer brachte Neuigkeiten so schnell auf die Feeds der Nutzer. Damit wurde Nibel zu einer schnellen und zuverlässige Quelle für eine halbe Million Abonnenten.
Diese Abonnenten werden sich in Zukunft jedoch anderswo informieren müssen, denn Nibel stellt seine Dienste ein. Als Gründe werden der mangelnde Support auf Patreon und die Übernahme von Twitter durch Elon Musk angegeben.
Die neuesten Trailer landeten oft schon kurz nach Veröffentlichung auf dem Twitter-Account von Nibel.
Nibel war oft die schnellste Quelle für Gaming auf Twitter
Was war das Besondere an Nibel? Nibel schien über eine beinahe übernatürliche Gabe zu verfügen, Spiele-Ankündigungen und Trailer vor allen anderen zu sehen und direkt von der Ursprungs-Quelle zu teilen.
Um die neuesten Entwicklungen immer als Erstes teilen zu können, wird Nibel vermutlich nahezu unermüdlich News-Feeds und andere Twitter-Accounts verfolgt haben – das ist eine Menge Arbeit, die Nibel über Twitter kostenfrei zur Verfügung stellte.
Idee, Twitter über Patreon zu finanzieren, funktionierte kaum
Woran scheiterte der Account? Um mit dieser Arbeit zumindest etwas Geld zu verdienen, startete Nibel im September einen Patreon-Account. Dieser hatte nur 2 Ränge, 1 $ und 3 $. Doch der große Support wollte sich nicht einstellen. Aktuell hat der Account 986 Patrons (Stand: 01.11.2022 – 13:25, via patreon).
Pessimistisch geschätzt könnten sich Nibels Einnahmen auf ungefähr 1.000 € belaufen haben – für einen Aufwand, der vermutlich einer Vollzeit-Stelle entsprochen hat. Und die Tendenz war offenbar nicht gerade steigend.
In einem Statement, das nur für die Patrons von Nibel zugänglich ist, heißt es, die Zahlen seien bereits im Laufe des ersten Wochenendes seit Eröffnung des Accounts stagniert. Zusätzlich sollen im Lauf der ersten Woche viele Nutzer ihr Abonnement bereits wieder gekündigt haben.
Nibel sah in der ausbleibenden Unterstützung auf Patreon eine Bestätigung, dass der Account nicht interessant und nachhaltig genug gestaltet war. Daraus zog Nibel nun die Konsequenz, den beliebten Twitter-Account einzustellen.
Ich habe den Wert meiner Twitter-Aktivität überschätzt und erkenne, dass sie für die überwiegende Mehrheit der Menschen nichts ist, was sich zu unterstützen lohnt. Nicht ich bin beliebt, es ist nur diese Arbeit, die nützlich ist. Sie ist an sich nicht wertvoll, aber eine bequeme Zeitersparnis, das habe ich jetzt verstanden.
Nibel via Patreon
Und jetzt? Der Twitter-Account wurde mittlerweile gesperrt. Er soll nicht gelöscht werden, damit andere keinen Schabernack mit dem etablierten Usernamen treiben können. In den letzten Statements, die auf dem Account erschienen, erklärte Nibel, sich in Zukunft anderen Projekten widmen zu wollen:
Nach einigem Nachdenken habe ich die Entscheidung getroffen, meine Zeit und Energie anderweitig zu nutzen und mich von Twitter zu verabschieden. Dies markiert das Ende meiner Berichterstattung über Videospiele und meiner aktiven Teilnahme an dieser Plattform.
Nibel via Twitter
Nibel: „Ich vertraue Musk nicht“
Ist Elon Musk an allem schuld? Die Entscheidung von Nibel, Twitter den Rücken zu kehren, fällt zeitlich zusammen mit der Übernahme der Plattform Twitter durch den Tesla-Gründer Elon Musk. Der Kauf war bereits im Vorfeld kontrovers diskutiert worden.
Für einige lag daher der Schluss nahe, dass Nibels Abschied eine Art Protest sein könnte. Auf die Frage dazu erwiderte Nibel, das Thema stünde wohl unausgesprochen im Raum. Offenbar war die Übernahme zwar nicht das, was den Stein ins Rollen brachte, trug aber durchaus zur Entscheidung von Nibel bei:
Ich traue der Plattform nicht. Ich traue Musk und seiner scheinbar unendlichen Unreife nicht. Ich glaube nicht, dass Twitter sofort zusammenbrechen wird, sondern, dass es einen langsamen Tod sterben könnte. Warum noch mehr Zeit verschwenden?
Nibel via Twitter
Die Unreife von Musk kann man etwa an einem Spruch sehen, den er mal Fortnite-Spielern reindrückte – natürlich über Twitter.
Ob sich Nibel mit einem Account auf einer anderen Plattform zurückmelden wird, ist fraglich.
Seid ihr Nibel auf Twitter gefolgt oder war euer Feed oft voll von Retweets des Accounts? Findet ihr, dass diese Arbeit eine unterstützenswerte Leistung darstellt, oder ist das Teilen von Ankündigungen und Trailern doch eher eine bequeme, aber nicht notwendige Zeitersparnis? Lasst uns gerne einen Kommentar mit eurer Meinung da.
Noch schneller als bei Nibel gab es Informationen eigentlich nur von den Publishern selbst, etwa bei der Hamburger Community-Messe Polaris:
Neues Gaming-Event in Deutschland – Wir haben uns die Polaris angeschaut
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