Eine ehemalige Personalchefin von Bungie, dem Entwickler von Destiny 2 und Marathon, hat rechtliche Schritte gegen das Unternehmen eingeleitet. Die Klägerin behauptet, sie sei unrechtmäßig entlassen worden, nachdem sie potenzielle Fälle von Diskriminierung innerhalb des Unternehmens gemeldet hatte.
Warum wird Bungie jetzt verklagt? Die Kontroverse begann, nachdem eine ehemalige Personalchefin, die seit Mai 2022 bei Bungie arbeitete, auf mutmaßliche rassistische Voreingenommenheit innerhalb des Unternehmens Bungie hinwies, wie IGN berichtet.
- Die Personalchefin hatte die Aufgabe, die Leistung eines Mitarbeiters zu beurteilen, der der einzige nicht-weiße Mitarbeiter in einem 50-köpfigen Team von Bungie war.
- Als sie mit dem Mitarbeiter über seine Probleme sprach, soll er ihr mitgeteilt haben, dass er sich von seinem Vorgesetzten ausgegrenzt und rassistisch angegriffen fühle.
Sie teilte diese für sie beunruhigenden Informationen unverzüglich mit und empfahl dringend, dass der Vorgesetzte des betreffenden Mitarbeiters an einer Diversity-Schulung teilnehmen solle.
Ihre Empfehlung sei jedoch nur auf “Feindseligkeit und Ablehnung” gestoßen und habe sogar zu ihrer ungerechtfertigten Entlassung geführt. Und das, wie sie behauptet, aus absurden Gründen.
Entwickler steht mit der Klage erneut unter Druck
Darum wurde ihr Vorschlag abgelehnt: Die Einschätzung der erfahrenen Personalchefin sei von den Bungie-Mitarbeitern nicht ernst genommen worden. Ihre Vorgesetzten seien im Gegenteil alles andere als erfreut gewesen. So sehr, dass dies zu ihrer unfreiwilligen Entlassung führte.
- Die inzwischen Ex-Personalchefin behauptet, man habe ihre damaligen Empfehlungen mit der Begründung abgetan, dass die von ihr zur Diversity-Schulung vorgeschlagenen Personen „Veteranen“ und „hoch angesehene“ Mitarbeiter seien.
- Zudem soll Bungie es angeblich sogar in Erwägung gezogen haben, lieber den betroffenen Mitarbeiter direkt zu feuern.
Diese Entscheidung wurde jedoch von der nun ehemaligen Personalleiterin vehement angefochten. Sie suchte zusätzlichen Rat bei Dr. Courtney Benjamin, Bungies Director of Equity and Inclusion, die in ihrer Funktion für die Chancengleichheit aller Beschäftigten zuständig ist.
Aber auch diese Entscheidung sei bei ihren Vorgesetzten nicht gut angekommen.
So behauptet sie, einer ihrer Vorgesetzten sei deswegen extrem wütend
auf sie geworden, weil sie sich damit überhaupt an den Director of Equity and Inclusion gewandt habe.
Ihr Vorgesetzter habe sie daraufhin sogar per E-Mail schriftlich verwarnt und ebenso bei Dr. Benjamin angerufen, um sich für ihre Vorgehensweise zu entschuldigen. Ihr Vorgehen soll er dabei damit begründet haben, dass „sie nicht wollte, dass sie denkt, sie sei eine Rassistin.“
Im Anschluss an den Vorfall seinen noch weitere unerklärliche Dinge passiert.
- So wurde die ehemalige Personalmanagerin plötzlich und überraschend in die Mitarbeiterkategorie “Verbesserungsbedarf” eingestuft. Und das, obwohl sie zuvor sowohl von Kollegen als auch von Kunden hervorragende Bewertungen erhalten hatte.
- Auch soll ihr Vorgesetzter sie darauf hingewiesen haben, nach einem „Ausstieg“ zu suchen, was sie als Aufforderung zum Verlassen ihrer Position interpretierte.
- Kurz darauf musste sie dann feststellen, dass ihr E-Mail- und Bungie-Plattform-Zugänge nicht mehr funktionierten und auch ihre Anfragen dazu mehrere Tage lang unbeantwortet blieben.
- Ende September wurde ihr mitgeteilt, dass ihre Kündigung angenommen worden sei. Sie betonte jedoch, dass sie nie die Absicht gehabt habe, zu kündigen und dass sie ihren Job behalten wolle.
Aus diesem Grund habe sie sich auch geweigert, ein Dokument von Bungie zu unterzeichnen, in dem sie erklärte, dass sie „freiwillig gekündigt“ habe, und dass eine E-Mail, in der sie ihre Situation erläutert habe, unbeantwortet geblieben sei.
Die inzwischen entlassene Personalchefin fordert stattdessen jetzt in einer Klage gegen Bungie Regress in Form von entgangenen früheren und zukünftigen Löhnen, Schadensersatz wegen emotionaler Belastung sowie ihre Anwaltskosten ein.
Bungie bestreitet Vorwürfe zu Vergeltung und unrechtmäßiger Kündigung
Was sagt Bungie zu den Vorwürfen? Es ist nicht das erste Mal, dass Mitarbeiter von Bungie durch rassistische und sexistische Vorurteile auffallen.
- Nach einem Vorfall im Dezember 2021 wollte das Unternehmen solche Situationen in Zukunft durch Änderungen im Personalmanagement eigentlich vermeiden.
- CEO Pete Parsons kündigte damals sogar eine Reihe neuer Initiativen an, um solche „Mängel anzuerkennen“.
Wie IGN berichtet, enthält Bungies Antwort auf die Beschwerde und Klage seiner ehemaligen Personalchefin jedoch keine alternative Darstellung der Ereignisse. Man gibt nur an, dass man „nicht über ausreichende Kenntnisse oder Informationen verfügt, um sich eine Meinung zur Wahrheit oder Falschheit der Vorwürfe zu bilden.“
Klar ist jedoch, dass Bungie damit erneut unter Druck steht, sicherzustellen, dass ihre Arbeitsumgebungen frei von Diskriminierung und Vorurteilen sind.
Wann beginnt der Prozess? Ein Schwurgerichtsverfahren ist für den 22. Januar 2024 angesetzt.
Welche Schritte würdet ihr von Spieleentwicklern erwarten, um sicherzustellen, dass ihr Arbeitsumfeld inklusiv und frei von Diskriminierung ist? Und glaubt ihr, dass auch Spieler dazu beitragen können, diese Veränderungen voranzutreiben? Schreibt uns gerne eure Meinung zu diesem Thema in die Kommentare.
Auch im Spiel erfährt man Hass und Diskriminierung, vor allem wenn man eine bestimmte Waffe spielt: Destiny 2-Spieler bekommen jetzt Hassnachrichten, wenn sie eine Waffengattung benutzen: „Ehre gab es nie und wird es nie geben“
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