Destiny 2: Personal-Chefin von Bungie tritt nach erschreckendem Insider-Bericht zurück

Bei Destiny 2 wurden in der vergangenen Woche viele Details zu Bungies erschreckenden internen Problemen bekannt. Mitarbeiter hatten offen über Diskriminierung, Sexismus und ein höchst toxisches Arbeitsumfeld gesprochen. Jetzt wurde bekannt, dass die Personalchefin von ihren Aufgaben zurückgetreten ist.

In einem Insiderbericht der Webseite IGN.com aus der vergangenen Woche wurden insgesamt 26 aktuelle und ehemalige Mitarbeiter zu ihren Erfahrungen bei Bungie interviewt. Die Details waren erschreckend und offenbarten viele Einblicke in die Arbeitsprozesse von Bungie. Es sind weitreichende Probleme, die sowohl das Story-Team als auch die Mitarbeiterführung von Bungie betreffen.

Bungies CEO entschuldige sich persönlich: Pete Parsons, Bungies CEO, hatte nach der Veröffentlichung des Insider-Berichts eine ausführliche Stellungnahme (via bungie.net) veröffentlicht und erklärt darin, dass Bungie noch viel Arbeit vor sich hat und man sich dessen bewusst ist.

Unsere aktuellen und zukünftigen Schritte, die sich auf unsere Mitarbeiter*innen und ihr Wohlergehen konzentrieren, werden die Zukunft von Bungie bestimmen und sind unser wichtigstes Ziel.

Die erste Folge auf den Insider-Bericht ist nun anscheinend der Rücktritt von weiteren führenden Mitarbeitern, wie Gayle d’Hondt.

Destiny 2 entfernte homosexuelle Andeutung, hatte Angst wegen China und Russland

Der Schutz von Mitarbeitern war oft unzureichend: Die Vorwürfe richteten sich unter anderem auch konkret an die HR-Abteilung von Bungie, für die Gayle d’Hondt seit 2007 arbeitete. Das Misstrauen gegenüber der Personalabteilung war in den vergangenen Jahren bei fast allen Befragten groß. Es wurde hauptsächlich bemängelt, dass die Aufgabe, Mitarbeiter zu schützen, nicht richtig erfüllt wurde. Stattdessen ist bei einigen der Eindruck entstanden, die Personalabteilung schützt allein Bungie selbst.

“Es ist eine bekannte Tatsache, dass Sie Ihren eigenen Job aufs Spiel setzen, wenn Sie mit der Personalabteilung sprechen”, war dazu die Aussage. “HR war nie da, um Mitarbeiter zu schützen. Sie war immer da, um das Unternehmen zu schützen. Ich habe es ein paar Mal bei Bungie erlebt, wo jemand zur Personalabteilung ging und die Dinge für ihn völlig falsch liefen.”

Personalchefin zieht persönliche Konsequenz: Durch eine interne E-Mail, die IGN.com vorliegt, gab Gayle d’Hondt, Senior Employee Relations Managerin bei Bungie, bekannt, dass sie von Ihrer Position zurücktritt. Sie begründete ihre Entscheidung damit, dass es neue Leute braucht, um die Probleme zu bewältigen, gegen die Bungie seit Jahren kämpft.

Als langjährige Mitarbeiterin war sie bereits im Unternehmen, als Bungie noch große Probleme mit Sexismus und Diskriminierung von Minderheiten hatte. Ob sie im Unternehmen bleibt, ist noch nicht bekannt.

Gayle d’Hondt führt dazu aus man solle Führungspersonen schließlich vertrauen können, weil sie “Fürsprecher” sind, sie nicht als Unternehmensressource ansehen, die sogenannten „Bad Actors“, also üblen Gesellen, einen sicheren Hafen bieten.

Innerhalb von Bungie werden Konsequenzen gezogen.

Gayle d’Hondt erwähnt in ihrer E-Mail auch, dass ihre Zeit in der Personalabteilung bei Bungie von „zutiefst herausfordernden zwischenmenschlichen Konflikten“, bis hin zur Entlassung von Kollegen aufgrund von „Leistung, schlechtem Benehmen sowie wegen Diskriminierung, Rassismus und sexueller Belästigung“ geprägt war. Damit bestätigt sie indirekt die Aussagen der von IGN.com befragten Personen.

Auch sie selbst hatte wohl bereits persönliche Erfahrungen mit Missbrauch durch Mitarbeiter innerhalb von Bungie, wie sie in ihrer E-Mail weiter ausführt. Daran beteiligt waren wohl „ein Mann, eine Führungskraft und jemand, von dem ich dachte, dass er mein Freund bei Bungie war, was dazu führte, dass Bungie ihn feuerte.“

Welche Aufgabe hatte Gayle d’Hondt bei Bungie? Gayle d’Hondthatte bei Bungie die Position eines HR-Managers inne und war zuletzt Senior Employee Relations Managerin im Human Resources-Team. Sie war damit eine führende Mitarbeiterin, welche die Zufriedenheit aufrechterhalten und für eine gute Arbeitsatmosphäre sorgen sollte. Dies soll dazu beitragen, Burnouts oder Probleme in den Teams zu lösen.

Es braucht neues Vertrauen für eine bessere Zukunft: Trotz allem ist Gayle d’Hondt auch stolz auf ihre Arbeit bei Bungie und möchte, dass Bungie durch ihren Rücktritt in Zukunft eine bessere Version von sich selbst werden kann.

Ich bin stolz auf die Arbeit, die ich in diesem Unternehmen geleistet habe. Ich glaube, ich habe Empfehlungen abgegeben, die im besten Interesse unserer Mitarbeiter und im Dienste des Unternehmens waren, das wir werden möchten. Ich glaube auch, dass wir einige Fehler gemacht haben und dass wir, um eine bessere Version von uns zu werden – die Firma, von der ich weiß, dass wir sie sein können – die Fehler anerkennen und daran arbeiten müssen, im bestem Gewissen, und dann zusammen wachsen.

Was sagt ihr zu der Entscheidung? Ist das ein Schritt in die richtige Richtung für Bungie oder hätte diese Veränderung bereits viel früher kommen müssen?

Quelle(n): IGN.com, comparably.com
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Wolf

Also mal ehrlich, 30 ehemalige Mitarbeiter aufsuchen und was wirkt da am besten? Klar, alles Nazis und Vergewaltiger arbeiten dort. Mir hätte es besser gefallen, wenn das Unternehmen sich hätte Eier wachsen lassen und sich hinter die Angestellten stellt und die angesprochenen Dinge erst einmal intern klärt bevor man einer Zeitung glaubt, die dann noch ehemalige Mitarbeiter aufsucht.
Traurig

Marki Wolle

Kann natürlich auch überdramatisiert worden sein, jeder empfindet die Grenzen ja anders

Allerdings wage ich zu behaupten, daß es die Kommerzialisierung nicht besser gemacht hat

Mich würde in der Tat Mal interessieren, ob die Vorfälle mehr vor oder nachdem die Lösung von Activision stattgefunden haben, ohne finanzstarken Publisher ist der Druck betriebsintern bestimmt enorm gestiegen

Tja schlussendlich wird die Amerikanische Mentalität ihr übriges getan haben🤷‍♂️

EsmaraldV

Harter Tobak…das alles ist sehr wahrscheinlich nur die Spitze des Eisbergs, was alles bei bungie lief…

Shame on you bungo!!!

Raibo

Üblicherweise gibt es ein (paar) Bauernopfer, viele gute Absichtserklärungen und alles geht weiter, wie bisher. Dafür ist einfach zu viel Geld im Markt zu verdienen und das zieht schlecht Menschen an, wie Motten das Licht.

jolux

Es besteht trotzdem die Chance, dass sich das in Zukunft bessert. Gerade amerikanische Investoren üben da in letzter Zeit mehr Druck aus, weil solche Geschichten schlecht fürs Geschäft und den Aktienkurs sind.

Aktuelles Beispiel: BILD-Zeitung und Julian Reichelt. Dem Springer-Vorstand war früher immer scheißegal, was da in der Redaktion abging, und Reichelt hatte Narrenfreiheit beim Machtmissbrauch gegenüber den untergebenen Frauen. Doch jetzt ist der mächtige US-Investor KKR im Aufsichtsrat von Springer, und dann kam noch die Uebernahme der US-Plattform Politico hinzu. Bei den Amis kommen solche Geschichten gar nicht gut an und deshalb wurde Reichelt endlich rausgeschmissen.

Azurael

Kleiner Hinweis: der Link direkt am Anfang des Artikels zu “angeblich „nicht gut genug in Destiny 2 war”. Führt wieder zurück zu diesem Artikel und nicht zu dem genannten.

Zum Artikel selbst: viele Änderungen hätte man früher durchführen müssen und waren laut den ganzen Stimmen aus dem Bericht und den Infos dazu absehbar und lösbar bevor alles aus den Fugen läuft.

Ich vermute das wird nicht die einzige Person sein die jetzt bei Bungie geht.

Zuletzt bearbeitet vor 1 Monat von Azurael
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