Betreibt eigentlich noch irgendwer das Housing in World of Warcraft? Das fragen sich einige und sehen die Schuld bei den hohen Preisen.
Housing oder im Deutschen auch „Spieler-Behausungen“ genannt, waren und sind eines der zentralen Features von World of Warcraft Midnight. Es soll ein Evergreen-Feature werden, das über die komplette Zukunft von WoW weiter ausgebaut und verbessert wird.
Am Anfang war der Hype groß. Die allermeisten haben sich auf ihre Häuser gestürzt, ein wenig Zeit mit dem Dekorieren verbracht. Sicher – jeder kennt wohl diesen einen Spieler oder diese eine Spielerin, die für zwei Wochen ihr Haus quasi gar nicht verlassen hat und sich vollkommen verausgabt hat.
Doch inzwischen ist es ruhiger um das Housing geworden. Eine Theorie der Community: Blizzard war zu gierig und hat das Feature damit gekillt.
Aber stimmt das eigentlich?
Housing-Items sind zu teuer, deswegen vertreibt es viele
Im WoW-Reddit sorgt ein Beitrag aktuell für viel Aufmerksamkeit. Der Spieler MrHiccuped erklärt im Beitrag „Blizzard war zu gierig mit dem Housing und ich glaube, sie haben es damit gekillt“ Folgendes:
Meine Gilde war extrem gehyped wegen dem Housing und wir haben unsere erste Nachbarschaft innerhalb von wenigen Stunden gefüllt. Wir haben alle etwas weitergespielt, alle haben Rezepte gesammelt und wir konnten quasi alles herstellen, was wir wollen. Ich hatte das Gefühl, dass die Gärten das Erste waren, was alle gebaut haben, denn viele warten noch auf Tools, um die Innenräume leichter gestalten zu können.
Jeden Tag haben Leute ihre Vorgärten gezeigt und es gab immer etwas Neues zu entdecken. Dann kam das dumme, überteuerte Frühlingsset in den Shop und ich hatte das Gefühl, der Hype ist sofort gestorben. Dass der erste hochauflösende Baum hinter einer Paywall war, hat die Leute schockiert. Schöne Vorgärten würden nicht mehr durch Kreativität entstehen, sondern durch einen großen Geldbeutel. (…)
Der Beitrag hat 86 % Zustimmung und viele Kommentare sehen das ähnlich, dass Housing nach den ersten Wochen einen Dämpfer erfahren hat. Vor allem weitere Housing-Gegenstände, wie ein Bundle an neuen Haus-Optionen für 75 €, haben manche eher mit Ekel auf das Feature – oder die Gier von Blizzard – schauen lassen.
WoW hat viele treue Housing-Fans, denen die Shop-Items egal sind
Während es natürlich stimmt, dass manch einer von den absurd hohen Preisen der Gegenstände abgeschreckt wurde, gibt es aber noch die andere Seite. Denn Housing in World of Warcraft ist lebendig – auch wenn man ein bisschen suchen muss. Die allermeisten Housing-Fans haben sich nämlich zu Communities und Nachbarschaften zusammengeschlossen mit Leuten, die ebenfalls viel Freude an diesem Content haben.
Im Grunde gibt es jeden Tag zahlreiche neue Kreationen der Community, die entweder große Bauwerke vorstellen oder eindrucksvoll zeigen, wie man aus vielen kleineren Gegenständen etwas ganz Neues bauen kann.
Das erwähnen auch manche Spieler in dem Beitrag, denn einer der beliebtesten Kommentare stammt von Dracid88, der sagt:
Die Leute wissen nicht, wie groß die tatsächliche Spielerschaft von WoW ist. Ich garantiere dir, dass Housing gerade verdammt nochmal abgeht für die allermeisten Casuals.
Wer selbst nach Inspiration sucht, sollte einfach mal einen Blick in das WoWHousing-Subreddit werfen und dort alle paar Tage hineinschauen. Die begabtesten Housing-Fans von Azeroth veröffentlichen da häufig ihre Werke und zeigen oft auch noch, wie sie einzelne Räume oder Objekte geplant und gebaut haben.
Außerdem entgeht einem dann auch nicht das eine oder andere Meisterwerk, wie dieses unfassbar komplexe (und minimal fragwürdige) Mosaik zu Xal’atath.
Cortyn meint: Auch wenn ich den Unmut über die Preise beim Housing verstehe – denn die sind wirklich frech – ist für mich das Housing noch immer eines der Features, in das ich die meiste Zeit stecke. Egal, ob ich am Turm meiner Magierin bastle, eine Umgebung für eine spannende RP-Idee baue oder Dekorationen bei den verschiedenen Fraktionen farme – im Grunde ist das alles Teil des „Housing“-Gameplays, das für mich viele andere Aktivitäten in World of Warcraft verdrängt hat, mit denen ich mich nun weniger beschäftige.
Ich habe eine ganze Reihe von Freundinnen, die ich im Grunde gar nicht mehr im Spiel zu Gesicht bekomme, weil die sich quasi in ihrem Haus eingeschlossen haben und versuchen, das aktuelle Limit der Gegenstände noch ein bisschen effizienter und hübscher auszureizen. Die stecken sicher 90 % ihrer Spielzeit nur in das Haus.
Nur zwei Dinge kann man Blizzard hier wirklich negativ vorhalten. Das eine sind die Preise im Shop, die man gar nicht anders als „frech“ bezeichnen kann. Das zweite ist die lange Entwicklungszeit, die es für neue Features braucht. Denn seit dem Launch des Housings gab es bisher nur minimale Anpassungen, während zugleich in Interviews schon seit Monaten über Neuerungen gesprochen wird.
Bisher ist Blizzard noch dabei, Fehler zu beheben – wie etwa mangelndes Licht in den Außenarealen. Neue Housing-Level gibt es auch seit Monaten nicht mehr, weshalb die allermeisten schon lange am Cap sind und in manchen Fällen sogar den doppelten Wert an überhaupt sinnvollen Housing-XP bereits erreicht haben.
Dass Blizzard gerade ohne Ende Content raushaut, ist eine Sache, die man durchaus kritisieren kann. Dass das aber ausgerechnet bei dem „Sandbox-Gameplay“ von Housing nicht der Fall ist, für das es gar keinen Druck oder Verpflichtungen gibt, ist schade.
Aber eines ist Housing ganz sicher nicht: tot. Ihr müsst vielleicht nur eine Community suchen, die sich auf genau dieses Features konzentriert. Dann werdet ihr jeden Tag neue, spannende Projekte sehen, die man bestaunen kann oder von denen man sich inspirieren lässt – wie etwa die finstere Höhle einer Bekannten.
Aber wie sieht das bei euch aus? Spielt ihr noch in eurer Nachbarschaft und baut an eurem Haus? Oder ist die Luft aus dem Housing raus und ihr widmet euch wieder ganz anderen Spielinhalten? Und wenn ja, woran liegt das? Sind es die teuren Shop-Preise? Oder wartet ihr auf neue Housing-Features?
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Die Preise im Shop sind unverschämt, mir persönlich aber eigentlich egal, denn abgesehen von den Löwen und Wölfen hab ich mir da sowieso nichts geholt. Nicht weil es zu teuer ist, sondern weil mir die Items dort einfach nicht gefallen.
Mein Haus ist aktuell fertig und bevor ich es neu mache, warte ich aufs versprochene Feature, dass man die Häuser als Vorlagen speichern kann. Es ist nicht so als wäre mein Haus das schönste oder kreativste, aber ich hab da schon ein bisschen Mühe reingesteckt und will es nicht komplett löschen.