Der neue Patch in WoW hat ein klares Fazit: Gute Inhalte, leider unspielbar

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WoW-Dämon Cortyn hat Spaß am neuen Patch. Oder hätte den zumindest, wenn denn alles funktionieren würde.

Es nervt mich. So richtig.

Ich spiele World of Warcraft seit inzwischen über 20 Jahren. Ich habe wirklich alle Höhen und Tiefen des Spiels durchgemacht. Doch eine Konstante hat sich in den letzten Jahren etabliert: Patch-Tage sind schrecklich.

Der Zustand von Patch 12.1 Fluch von Ula’tek am ersten Tag war wirklich unangenehm. Egal, ob man sich dem Housing zuwenden wollte, den neuen Quests auf der gewundenen Insel oder einfach ein paar Dungeons anging: So ziemlich alle Arten von Content hatten mit irgendeiner Art von Fehler zu kämpfen.

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WoW: Trailer zum Patch 12.1 – Der Fluch von Ula’tek

Wenn man sich den neuen Content anschaut, muss ich wirklich sagen: Der ist gut. Die gewundene Insel gefällt mir. Ich mag sowohl die Kampagne als auch die kleinen Neben-Quests. Auch das Gewölbe von Atal’Utek, also die „untere Seite“ der Insel ist deutlich besser als Val oder Naigtal (was auch keine große Kunst ist, ehrlich gesagt). Ich glaube, dass ich hier durchaus ein paar Abende verbringen werde, um mir Münzen zu farmen und neue Upgrades freizuschalten. Das könnte ein angenehmer, fast meditativer Grind werden.

Durch die vielen, kleinen Nebenquest-Reihen fühlt sich die gewundene Insel viel mehr nach einem „richtigen“ neuen Gebiet an als nur nach einer kleinen Patch-Ergänzung. Das mag daran liegen, dass die Gewundene Insel ursprünglich vielleicht mal für den Launch von Midnight gedacht war, bevor die Pläne verändert wurden – aber das ist nur Spekulation. In den Quest-Reihen sind einige typisch alberne Quests, aber auch manche mit schöner emotionaler Story. Es ist eine angenehme Mischung, die einfach Spaß macht.

Oder machen würde, wenn da nicht Probleme wären.

WoW Coiled Isle Tortolans
Die Quests rund um die Tortollaner waren erstaunlich spannend.

Viele Probleme trüben Patch 12.1

Wofür ich nämlich wieder wenig Verständnis habe, ist die Menge an Bugs und Fehlern, die sich auch dieses Mal in das Update geschlichen haben. Vielleicht sind das Probleme, die erst bei der Übertragung vom PTR auf die Live-Version des Spiels aufgefallen sind, doch dieses Mal waren sie in vielen Fällen tatsächlich „Game Breaking“:

  • Auf vielen Realms sind die Events im Gewölbe von Atal’Utek nach einer Weile eingefroren. Das große Final-Event startete schlicht nicht mehr, weil sich eines der kleineren Vorbereitungsevents in einer Endlosschleife befand oder bei 0 verbleibenden Sekunden einfach nicht abgeschlossen wurde.
  • Zahlreiche Objekte in der Spielwelt verschwanden gelegentlich und machten sie ungewohnt leer. Es gab Gasthäuser, in denen alle Stühle und Bänke verschwanden. In manchen Dungeons spawnten spielrelevante „Objekte“ (wie etwa die Drachen nach dem ersten Boss im Rubinlebensbecken) gar nicht, sodass man den Dungeon abbrechen musste.
  • Der Weltboss machte Probleme. Manche konnten ihn in seinem Hort mehrfach für Beute töten, andere wurden immer wieder in Varianten der Instanz gesteckt, in welcher der Boss bereits besiegt war – ohne jemals Beute zu bekommen.

Ja, das sind alles Fehler, die vermutlich innerhalb der nächsten Stunden und Tage (oder schon beim Lesen dieses Artikels) behoben sein werden, aber sie sorgen doch für ein tiefes, entnervtes Seufzen bei mir. Sie trüben einmal mehr den Start in einen neuen Patch und das mitunter so verheerend, dass man während eines Dungeons frustriert feststellt: „Wir können gar nicht weiterspielen.“

WoW Coiled Isle Sky
Die gewundene Insel ist ein echt schönes Gebiet – die Quests sind toll, die Story interessant.

Dicke Fehler, die zum Release nicht sein dürften

Patch 12.1 Fluch von Ula’tek teilt damit das Schicksal vieler vorheriger WoW-Patches: Es ist ein gutes Content-Update mit tollen Inhalten, die aber erst wieder ein paar Tage in der Live-Version „nachgetestet“ werden müssen.

Und das ist leider ein Trend, der sich in den letzten Jahren vermehrt bei World of Warcraft abzeichnet. Es gab mal eine Zeit, da war „Never play on patch day“ einfach nur ein blödes Meme, das gar keine Berechtigung mehr hatte – inzwischen ist es wieder ein Motto, das man beherzigen sollte, wenn man eine gute Zeit in WoW haben will. Die ersten Tage eines Patches sollte man schlicht aussitzen um dann, vielleicht am Wochenende, eine schöne Zeit zu haben.

Ich weiß nicht, wie sich das beheben lässt. Ich weiß nicht, ob diese Fehler nicht aufgetreten wären, wenn Blizzard den Patch noch ein paar Wochen nach hinten verschoben hätte. Denn auf dem PTR existierten viele der erwähnten Probleme nicht oder sind schlicht nicht aufgefallen. Vielleicht sind das Bugs, die erst bei einer sehr große Menge von Charakteren in der Live-Umgebung auftauchen.

Ich seh vor meinem geistigen Auge jetzt schon Ion Hazzikostas, der in einem kommenden Interview wieder gebetsmühlenartig erklärt, dass man Qualität nicht einem strengen Zeitplan opfer werde und sich die Probleme aus vergangenen Patches nicht wiederholen dürfen und werden. Nur irgendwann ist das einfach nur noch eine hohle Phrase.

Doch es nervt. Der anfängliche Hype, die große Vorfreude, die ein neuer Patch mit sich bringt, wird Mal für Mal getrübt. Man kann sehen, wie gut der Patch ist, wenn da nicht diese konstante Barriere aus Fehlern und Problemen wäre. Oder wie habt ihr das erlebt?
Bis sich der Zustand bessert, sammel ich auf meinen Charaktere noch ein wenig Items auf Stufe 305 – denn dafür kann ich die meisten neuen Inhalte vermeiden.

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