Matrix ist ein legendärer und sehr einflussreicher Science-Fiction-Film, der laut einem Astrophysiker auch wissenschaftlich betrachtet fast perfekt ist. Fast – denn einen groben Schnitzer erlaubt sich das Drehbuch.
The Matrix erschien 1999 und gilt heute als einflussreiches Werk, das philosophische Fragen aufwirft. Dabei stellt sich die Frage, wie realistisch und wissenschaftlich korrekt das Gezeigte eigentlich ist.
Die Geschichte der Maschinen, die Menschen in einer virtuellen Welt beschäftigt halten, ist auf den ersten Blick abstrus, doch akzeptiert man das grundlegende Konzept, gelingt dem Film eine nicht unrealistische Darstellung des Ganzen.
Der Astrophysiker Neil deGrasse Tyson, der sich auch schon zu Godzilla äußerte, bezeichnet The Matrix als seinen liebsten Science-Fiction-Film, der seiner Einschätzung nach nur einen wissenschaftlichen Fehler begeht.
Dieser wäre aber nötig gewesen, damit die Geschichte rund um Neo und Trinity überhaupt erst funktioniert.
Menschen als Energiequelle
Worin besteht der Fehler? Neil deGrasse Tyson hat sich im Gespräch mit The Diary of a CEO zum Film geäußert und auf einen wichtigen Aspekt hingewiesen.
Die Maschinen in The Matrix verwenden Menschen als Energiequellen. Sie stecken sie in Kapseln und halten sie am Leben, indem sie ihnen Nahrung geben. Gleichzeitig befindet sich der Geist der Menschen in einer virtuellen Welt, der titelgebenden Matrix.
Den Astrophysiker irritiert dieser Punkt:
Die Maschinen ernähren die Menschen, warum also ernährt man die Menschen und nutzt dann ihre Energie für die Maschinen? Man sollte den Zwischenhändler ausschalten und die Maschinen direkt mit Energie versorgen.
Damit verbunden ist ein Problem aus der Thermodynamik. Wird Energie umgewandelt, ist das dem Physiker zufolge nie zu 100 % effizient. Auf dem Weg würde ein Teil verlorengehen. DeGrasse Tyson erklärt das mit einem Vergleich:
Fährt man beispielsweise 80 Kilometer mit einem Verbrennungsmotor, wird der Motor heiß. Diese Wärme ist verschwendete Energie, die bei der Umwandlung der chemischen Energie des Benzins in die kinetische Energie des Autos entsteht. Es läuft nie perfekt ab.
Mit anderen Worten: Die Methode der Maschinen in The Matrix ist alles andere als perfekt und grenzt an Ressourcenverschwendung.
Warum gibt es diesen Fehler dann? Der Astrophysiker kann gut nachvollziehen, warum die Wachowski-Schwestern, die das Drehbuch geschrieben haben, über diesen Punkt hinweggesehen haben.
Denn ohne den Fehler hätte es im Film keinen Nutzen für die Menschen gegeben und man hätte auf sie verzichten können. Blöd nur, wenn sich die Geschichte um Menschen und ihren Kampf gegen die Maschinen dreht.
Die Anekdote zeigt: Wissenschaftliche Korrektheit ist schön und gut, steht einer guten Geschichte aber manchmal im Weg. Hätten die Wachowskis darauf bestanden, den Fehler zu vermeiden, hätten sie den Film erst gar nicht drehen können und wir hätten keinen Genre-Meilenstein erhalten. Eine spektakuläre Szene aus Teil 2 hat richtig viel gekostet: Eine legendäre Filmreihe opferte 300 Autos für eine einzige Szene, und ihr dachtet, es wäre CGI
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