Die Twitch-Streamerin Pia „Shurjoka“ Scholz und der Streamer Theodor „Scurrows“ Bottländer tragen gerade einen Streit in den sozialen Netzwerken aus. Wir geben euch einen Überblick und erklären, was hinter dem Konflikt steckt.
Wie kam es so weit?
- Im Februar 2023 gab es große Diskussionen um das Action-RPG Hogwarts Legacy, das im Universum der beliebten Buchreihe Harry Potter spielt. Shurjoka hatte bereits ein Jahr zuvor zu einem Boykott des Spiels aufgerufen. Begründet wurde das mit der Haltungen der Autorin J.K. Rowling zum Thema Transgeschlechtlichkeit. Bei den Kollegen der GamePro gibt es eine Zusammenfassung der Kontroverse.
- Durch ihren Aktivismus rund um den Release von Hogwarts Legacy wurde Shurjoka in diesem Jahr für einige das Gesicht der linken, „woken“ Fraktion unter den deutschen Content-Schaffenden.
- Die Streamer Scurrows und KuchenTV positionierten sich in der Debatte um Hogwarts Legacy gegen Shurjoka und andere Kritiker des Spiels.
- Nachdem sich die Lage beruhigt zu haben schien, geriet Shurjoka erneut ins Visier der Streamer, als sie mit dem Deutschen Computerspielpreis als Spielerin des Jahres geehrt wurde. KuchenTV nannte die Preisverleihung einen „Skandal“.
- Auf die Videos von KuchenTV zum DCP reagierte auch MontanaBlack, einer der größten deutschen Streamer. Seitdem sind die drei Streamer offenbar in ihrer Abneigung gegen Shurjoka vereint.
KuchenTV hat mittlerweile eine Reihe von Videos veröffentlicht, in denen es um Shurjoka geht. In 5 seiner letzten 20 Videos (Stand 5. Juli) taucht die Streamerin im Thumbnail auf. MontanaBlack und Scurrows nutzen die Videos fleißig als Grundlage für Reactions. Dabei bestärken sich die Streamer immer wieder gegenseitig.
Shurjoka erhebt Vorwürfe gegen Scurrows
Was ist die aktuelle Entwicklung? Der Auslöser für die aktuelle Zuspitzung des Konflikts war ein gemeinsamer Talk von Scurrows mit einem Twitch-Streamer, der unter dem Namen „DerRadikaleDemokrat“ auftritt.
Für das Gespräch hatte DerRadikaleDemokrat Kritik aus der eigenen Bubble erhalten. So vertrat Shurjoka die Meinung, dass man sich mit Scurrows gar nicht unterhalten sollte. Seine Aussagen bezeichnet sie als „menschenverachtende Dinge“, denen man keinen Raum geben sollte (via Twitter).
In einem Stream führte Shurjoka weiter aus, Scurrows habe sich auf Twitter offen gegen bestimmte Personengruppen, darunter Frauen und queere Menschen, geäußert. Zudem sprach sie einen Vorfall an, der sich auf der gamescom 2017 ereignet haben soll.
Damals habe Scurrows sie belästigt und ihr absichtlich in den Ausschnitt gefilmt. Diese Vorwürfe hatte Shurjoka bereits in der Vergangenheit erhoben, etwa auch in einer Reihe von Tweets aus dem Jahr 2020 (via Twitter). Der Twitch-Streamer hatte die Vorwürfe stets abgestritten.

In einem Post vom 1. Juli erklärte Scurrows schließlich, er habe genug davon, ohne Beweise beschuldigt zu werden und drohte der Streamerin mit rechtlichen Konsequenzen. In einem Video vom 4. Juli wollte er dann „Die Wahrheit“ über den vermeintlichen Vorfall auf der gamescom 2017 zeigen.
Ein Video soll die Wahrheit zeigen
Was ist in dem Video zu sehen? Das 15-minütige Video besteht aus einer Einleitung von Scurrows, in der er die Vorgeschichte aus seiner Sicht zusammenfasst. Anschließend zeigt er einen Clip von der Begegnung der beiden auf der gamescom.
In dem Clip weist Shurjoka Scurrows darauf hin, nicht von oben gefilmt werden zu wollen, das sei unhöflich. Der Streamer kommt der Aufforderung nach und hält das Handy weiter nach unten, anschließend unterhalten sich die beiden noch kurz und gehen dann getrennte Wege.
Wie wird das jetzt diskutiert? Im deutschen Twitter trenden derzeit die Namen von Scurrows und Shurjoka. Mehr als 10.000 Tweets soll es zu dem Thema geben. Wirft man einen Blick in die Diskussion, kann man sich jedoch fragen, ob die beteiligten Leute tatsächlich ein und dasselbe Video gesehen haben.
Denn die Auslegungen, was da jetzt eigentlich zu sehen gewesen ist, gehen weit auseinander. Für die einen ist das Video ein eindeutiger Beweis: Shurjoka habe sich die Vorwürfe nur ausgedacht, Scurrows habe endlich seine Unschuld beweisen können (via Twitter).
Andere sehen hier jedoch „Contentmache“ (via Twitter). Sie werfen Scurrows vor, nicht den gesamten Stream zu zeigen, sondern nur einen kurzen Ausschnitt. Shurjoka selbst erklärt in einem Statement, sie sei Scurrows nach der gezeigten Szene noch einmal begegnet.
Diese erneute Begegnung sei dann nicht mehr so freundlich gelaufen.
Viele andere Content Creator sehen sich nun in einer Position, sich auf die eine oder andere Seite stellen zu müssen. MontanaBlack etwa hatte seine Position bereits im Vorfeld eindeutig mitgeteilt: Er sagte, er wisse, was Scurrows in der Hand habe, das werde die Glaubwürdigkeit von Shurjoka zerstören (via YouTube).
Auch einige Streamer und Streamerinnen, die sonst eigentlich nicht mit den Meinungen von Scurrows einverstanden sind und ihn in der Vergangenheit selbst kritisiert haben, stellen sich auf seine Seite (via Twitter).
Die Streamerin Freiraumreh wiederum kündigte an, sich von allen Streamern und Streamerinnen fernhalten zu wollen, die Solidarität mit Scurrows zeigen würden (via Twitter). Diese Einstellung wird von einigen aus ihrem Umfeld geteilt.
Die Fronten zwischen den einzelnen Lagern im deutschen Twitch scheinen sich also immer weiter zu verhärten.
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