Im Februar 2023 gewann Destiny 2 ein Schiedsverfahren gegen den Cheat-Hersteller AimJunkies und bekam 4 Millionen Euro zugesprochen. Doch AimJunkies hat gegen den Schiedsspruch Berufung eingelegt und ließ durch seinen Anwalt verkünden, dass man in der noch laufenden Klage den „Tag der Abrechnung“ vor einem Geschworenengericht will, um Bungies „Kartenhaus“ endgültig zum Einsturz zu bringen.
Um diesen unerbittlichen Rechtsstreit geht es: Der Konflikt begann vor zwei Jahren, als Bungie eine Klage vor einem Bundesgericht in Seattle einreichte und AimJunkies und Phoenix Digital Group, die angeblich eine Destiny 2-Cheating-Software entwickelt haben, der Urheberrechtsverletzung und Markenrechtsverletzung beschuldigte.
Was zunächst nach einer schnellen Einigung aussah, entwickelte sich rasch zu einem langwierigen Rechtsstreit, in dem sich die Parteien bis heute nicht auf eine abschließende Lösung einigen konnten.
- AimJunkies argumentierte, dass Cheaten nicht gegen das Gesetz verstoße, und wies damit die Urheberrechtsvorwürfe von Bungie zurück.
- Ein Richter entschied danach im Wesentlichen zugunsten von AimJunkies und begründete dies damit, dass die ursprüngliche Klage nicht genügend Beweise für eine plausible Behauptung enthielt, dass die „Destiny 2 Hacks“ Urheberrechte verletzten.
- Bungie durfte daraufhin eine neue Klage einreichen, um die Mängel der ersten Klage zu beheben. AimJunkies nutzte diese Zeit für eine Gegenklage, in der sie Bungie vorwarfen, selbst zu hacken.
- Im Februar kam es dann in einem Schiedsverfahren zu der bis dahin wichtigsten Gerichtsentscheidung in diesem Rechtsstreit. Als ein Richter entschied, dass gegen die Anti-Umgehungsbestimmung des Digital Millennium Copyright Act (DMCA) verstoßen worden sei, und Bungie damit ein Schadenersatz in Höhe von 4 Millionen Euro zugesprochen wurde.
Dieses Schiedsurteil wird von AimJunkies derzeit noch angefochten. Der Cheathersteller ist nach seinen Teilerfolgen immer mehr davon überzeugt, dass „Bungies Fall ein Kartenhaus ist, dem jede rechtliche Grundlage fehlt“. Und das will er nun endgültig zum Einsturz bringen.
Aimjunkies sieht Bungies Fall kurz vor dem Scheitern
So wurde gegen Bungies Klage argumentiert: Der Cheat-Hersteller und -Vertreiber AimJunkies hat mit dem Anwalt Philip P. Mann von der Mann Law Group PLLC einen eisernen Gegner positioniert.
Er stellte während des Prozesses klar: „Cheaten ist nicht gegen das Gesetz“ und „das Gericht sollte sich nicht an fragwürdigen Taktiken beteiligen und die tatsächlich existierenden Gesetze anwenden, nicht die, die Bungie offenbar aus der Luft zaubert.“
Laut AimJunkies ist es offensichtlich, dass Bungie seine Macht hier nur nutzen will, um andere einzuschüchtern und vor Gericht zu erreichen, was sie auf dem Markt nicht schaffen können. Davon lasse man sich jedoch nicht beeindrucken.
Darum muss es wohl jetzt eine Jury entscheiden: Als Bungie nach der Entscheidung des Schiedsgerichts im Februar einen Antrag auf ein summarisches Urteil einreichte, fanden hinter den Kulissen weitere Gespräche zwischen den Parteien statt, die jedoch vor der Öffentlichkeit verborgen blieben.
Aus einem Protokollbeschluss, der letzte Woche vom Bezirksrichter Thomas S. Zilly erlassen wurde, konnte man jedoch einige Details entnehmen.
So hoffte Bungie wohl, den Streit ohne Gerichtsverfahren beilegen zu können, und argumentierte, es sei klar, dass AimJunkies sein Urheberrecht verletzt habe. Der Cheat-Verkäufer musste schließlich Teile des Destiny 2-Spielcodes kopieren, um seinen Cheat zu erstellen.
- Das Gericht lehnte diesen Antrag jedoch ab, da es keine harten Beweise dafür gab, dass Teile des Destiny 2-Spielscodes kopiert wurden.
In Bezug auf die Markenrechtsverletzung argumentierte Bungie, dass AimJunkies das Destiny 2-Logo verwendet habe, um für seine Cheats zu werben.
- Dazu stellte Richter Zilly fest, dass diese Verwendung des Destiny-Logos jedoch auch eine “Verwirrung der Verbraucher” hervorrufen müsse, um als Verletzung angesehen zu werden.
- Die Verwendung von AimJunkies unterscheide sich jedoch von der eines typischen Fälschers, der markenrechtlich geschützte Logos verwende, um ein Produkt identisch mit dem Original aussehen zu lassen.
Basierend auf diesen Begründungen wurde Bungies Antrag auf ein zusammenfassendes Urteil über die Markenrechtsverletzungsklage somit abgelehnt.
Die Klage zu den Urheberrechts- und Markenansprüche muss jetzt einer Jury vor Gericht vorgelegt werden. Der Prozess dazu ist für Dezember 2023 angesetzt. Doch Bungie hat das Gericht informiert, dass man dieses Datum um 120 Tage verschieben möchte.
So kommentierte AimJunkies die Entscheidung: Der Anwalt von AimJunkies ist erfreut über die Entscheidung von Richter Zilly, die Anträge von Bungie auf ein summarisches Urteil abzulehnen und ist zudem amüsiert über Bungies Bitte um Aufschub.
Anstatt einfach Bungies Theorie zu akzeptieren, basiert die Entscheidung auf tatsächlichen Beweisen, was in scharfem Gegensatz zum Schiedsspruch steht. Im Gegensatz zu Schiedsrichter Cox ist Richter Zilly ein echter Richter, der nicht einfach den Unsinn akzeptiert, den ihm ein großes Unternehmen und eine angeschlossene Anwaltskanzlei vorlegen
erklärte der Anwalt von AimJunkies Phillip P. Mann.
Die Zukunft dieses juristischen Dramas bleibt ungewiss, aber eins ist sicher: Der Rechtsstreit zwischen Bungie und AimJunkies hat das Interesse der Gaming-Community geweckt, da er die Grenzen zwischen Recht und Cheating in der Welt der Videospiele auslotet.
AimJunkies gibt sich kämpferisch.
Vom ersten Tag an wussten wir, dass Bungies Fall ein Kartenhaus ist, dem jede rechtliche Grundlage fehlt, und haben uns darauf gefreut, vor einer Jury die Wahrheit zu erfahren. Bezeichnenderweise bittet Bungie nun darum, den von ihm geforderten Prozess zu verschieben. Ratet mal, warum. Der Tag der Abrechnung ist nahe.
äußerte sich der Anwalt von AimJunkies gegenüber der Webseite torrentfreak.com
Es bleibt also abzuwarten, wie dieses Kapitel gegen einen Cheathersteller enden wird und welche Auswirkungen die Entscheidung auf die Gaming-Welt haben wird.
Was haltet ihr von AimJunkies’ Behauptungen, dass Bungie das Rechtssystem missbraucht, um die Cheat-Hersteller einzuschüchtern? Hinterlasst uns eure Meinung gerne in den Kommentaren.
In Destiny 2 kämpft Bungie derzeit auch noch gegen einen Exploit, der das Spiel für ein Wochenende vollkommen auf den Kopf gestellt hat:
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