Beim MMORPG Bless Online geschah etwas, das Online-Rollenspiele nur im äußersten Notfall durchführen: ein Rollback. 18 Stunden am 20. September werden so behandelt, als seien sie nie passiert. Es gibt zwar Entschädigung, aber viel Kritik brandet auf.
Das passierte bei Bless: Bei Bless verschwanden 18 Stunden Fortschritt der Spieler vom Vormittag des 20. Septembers an. Alles ist weg, was da gespielt wurde: Jeder Progress bis zur Notfall-Wartung aller Server bis in die Nacht des 21. Septembers unserer Zeit hinein.
So reagieren die Entwickler: Neowiz entschuldigt sich „zutiefst“ für diese Unannehmlichkeiten. Man unternehme Schritte, damit so etwas nicht mehr passiert. Außerdem wird man Spieler entschädigen. Wie genau, könnt Ihr hier auf Steam nachlesen.
So reagiert die Community: Bless ist in den sozialen Medien auf reddit und Steam ohnehin schon unter heftigem Feuer. Auch diese Entwicklung wird jetzt scharf kritisiert.
- Aufgebrachte Spieler sprechen vom “letzten Nagel im Sarg”
- Die “Entschädigung” von Neowiz wird von vielen als ungenügend abgetan
- Die härtesten Kritiker fordern nicht nur eine Entschädigung für die verlorenen 18 Stunden, sondern für alles, was sie in Bless an Zeit und Geld investiert haben
- Vereinzelt sprechen Spieler den Entwicklern aber auch Mut zu. Sie geben zu bedenken, dass Bless noch im Early Access stecke
Es geht beim Gros der Kritik nicht um den Rollback, sondern um die allgemeine Lage des Spiels. Es scheint, dass viele Kritiker selbst Bless schon nicht mehr spielen, sondern ihren Unmut äußern oder Häme auf Neowiz ausschütten, obwohl sie vom Rollback nicht betroffen sind.
Das Seltsame hier: Der Grund für den Rollback wird nirgendswo diskutiert, weder von den Spielern, noch von den Entwicklern.
Es ist wohl anzunehmen, dass da ein “Gold-Exploit” im Hintergrund lief, der so irreparable Schäden verursacht hat, dass Neowiz zum Rollback griff.
Ein Rollback ist ein äußerst seltener und ernster Vorfall in MMORPGs. Zu diesem Schritt ringen sich Entwickler eigentlich nur bei gravierenden Wirtschafts-Exploits durch.
Rollbacks in MMORPGs: Oft gefordert, selten gemacht
Was ist ein Rollback? Ein „Rollback“ ist sowas wie der absolute Notfallplan eines Online-Spiels. Es ähnelt einer „Systemwiederherstellung“ bei Windows. Die Server und alles darauf werden auf einen Stand vor „der Katastrophe“ zurückgesetzt.
Alles, was nach diesem Zeitpunkt geschah, ist dann verloren.
Beispiele für Rollbacks oder Forderungen nach ihnen: Generell werden „Rollbacks“ öfter von Spielern gefordert, als sie von den Entwicklern wirklich durchgezogen werden.
Spieler fordern „Rollbacks“, wenn Exploits auftreten, die jenen unfaire Vorteile verschaffen, die sie ausnutzen:
- So riefen Spieler von The Elder Scrolls Online nach einem Rollback nach dem Launch 2014, als „Gold-Dupes“ die Runde machten – Der kam aber nicht, Zenimax ließ durchblicken, man habe das im Griff und die Berichte wären übertrieben
- Bei ArcheAge wurden häufiger Rollbacks gefordert, etwa nachdem Server-Probleme die Verteilung von Festungen in Auroria im November 2014 unfair gestalteten. Auch da kam aber kein Rollback – Tatsächlich wurden einige ArcheAge-Server aber nach einem katastrophalen Neustart 2015 wirklich mal zurückgesetzt
- Bei Trove fand nach einem großen Wirtschafts-Exploit ein Rollback statt – das war erst vor wenigen Wochen. Trion Worlds schüttete hier großzügig Entschädigungen über alle Betroffenen aus
Darum sind Rollbacks so selten: Solche Rollbacks sind ein öffentliches Eingeständnis schwerer Fehler und werden daher nur selten vorgenommen. Bei Bless sah man wohl keinen anderen Ausweg.
Die Nachricht vom Rollback kommt jetzt, wo sich Bless ohnehin schon in einer seltsamen Lage befindet:
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