Es ist mal wieder Mittwoch und mir gehen die Einleitungssätze so langsam aus. Zur Abwechslung meckere ich heute nicht über schreckliches Spieldesign, fragwürdige Verkaufsstrategien oder verschmortes PC-Zubehör.
Stattdessen will ich mich ein wenig über mich selbst aufregen – wobei ich mir sicher bin, dass einige sich in dem Thema wiederfinden werden. Es geht um…
“Randoms”, die Plage des 3. Jahrtausends
Man kann nicht so wirklich mit ihnen, aber ohne sie geht es auch nicht. Ich rede hier nicht von Mathematiklehrern oder der festen Aufgabeneinteilungen innerhalb einer WG, sondern von den vollkommen unbekannten Spielern, mit denen man regelmäßig in Onlinepartien zum Zusammenspiel gezwungen wird. Oder kurz: Randoms.

Meistens hasst man sie – gut, Hass ist so ein starkes Wort. Sagen wir stattdessen, man neigt deutlich schneller dazu, eine gewisse Antipathie gegen Unbekannte in Onlinespielen zu hegen, als man es in vergleichbaren Situationen tun würde.
Verkehrte Welt
Ich bin hinsichtlich dieser Problematik keinen Deut besser. Was mich aber besonders stört, ist der Umstand, dass sich im Internet alle Formen des gesellschaftlichen Umgangs verkehrt und irgendwie pervertiert haben.
[pullquote]Es sind ja nur “Randoms”[/pullquote]In der realen Welt versucht man sich bei “neuen” Fremden, welche dieselbe Tätigkeit ausüben (Arbeitskollegen, Mitschüler, Kommilitonen, etc.) von der besten Seite zu zeigen. Bei guten Freunden hingegen albert man herum, sagt sich auch mal gehörig die Meinung oder wirft sich “lockere” Beleidigungen an den Kopf – denn Freunde wissen nun mal besser, wie es wirklich aufzufassen ist.
Im Internet hat sich dieses Verhalten um 180° gedreht. Eine Runde in SMITE läuft nicht so gut? Nicht weiter schlimm! Es sind ja nur “Randoms”, da brauche ich niemandem etwas zu beweisen.
Der erste Eindruck zählt – stärker noch, als in der Realität
Es fällt mir oft schwer, einzelne Aktionen auch als solche zu bewerten. Viel zu oft neige ich dazu, einzelne Fehltritte direkt als Stempel für die ganze Person zu missbrauchen.
- “Was?! Die Random-Scylla hat gerade ihr Ultimate total versemmelt? Was für ein Noob!”
- “Der Support hat den Medic nicht geschildet, Idiot!”
Erste Eindrücke sind etwas Wichtiges und zugleich etwas ungeheuerlich Unfaires.

Ich erwische mich viel zu oft dabei, wie ich in Gedanken schon ein Urteil gefällt habe, obwohl ein Match noch keine 30 Sekunden läuft. Manchmal sollte man sich wohl erst einmal an die eigene Nase packen und sich bewusst machen, was genau man gerade eigentlich denkt – das gilt sogar für Dämonen.
Wie seht ihr das? Habt ihr schon einen “Random” richtig zusammengepfiffen und dann im Nachhinein vielleicht eingesehen, dass ihr vollkommen überreagiert habt? Oder meidet ihr Spiele mit unbekannten Spielern von vornherein?
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