The Elder Scrolls Online: Umbaumaßnahmen bei TESO

Beim Fantasy-MMO The Elder Scrolls Online, TESO, finden umfangreiche Umbaumaßnahmen statt. Das Spiel soll sich mehr in Richtung der erfolgreichen Singleplayer-Reihe bewegen. Jetzt sind die Pläne für die nächsten Monate klar.

Eine wahre Informations-Flut ging zwei Tage lang auf die Teilnehmer des Gildengipfels nieder. Zenimax hatte Vertreter von 20 Gilden und Communities ins Hauptquartier eingeladen und in stundenlangen Präsentationen jene Änderungen vorgestellt, die in den nächsten Monaten und vielleicht Jahren auf The Elder Scrolls Online zukommen werden. Dabei ist die Vision der Entwickler für TESO jetzt klarer zu erkennen.

The Elder Scrolls Online - Prüfung der Schlange

Die Zukunft in Stichworten

Wir fassen die wichtigsten der geplanten Änderungen für Euch zusammen:

  • Nach Stufe 50 sollen sich die Spieler mit dem Champion-System weiterentwickeln. Dazu wird man neue passive Skill-Bäume einführen, in die bis zu 2100 Champion-Punkte investiert werden können. Ein Champion-Punkt soll ungefähr in einer Stunde im Spiel zu verdienen sein.
  • Das Justiz-System wird umfangreich und soll neben neuen Skill-Linien auch eine Art „Räuber und Gendarm“-Open-World-PvP bringen.
  • Die Kaiserstadt wird eine riesige PvE-Zone (mit aktiviertem PvP) inmitten von Cyrodiil, in der die Fraktionen um die Vorherrschaft ringen.
  • Das Handwerkssystem soll logischer und klarer werden. Mit zwei neuen Crafting-Stilen und einem Schatzkarten-System hat man sich einiges vorgenommen.
  • Das Kampfsystem soll flüssiger und aufregender gestaltet werden.
  • Für die Verliese wird es schon bald tägliche Quests und Belohnungsstufen geben.
  • Für die Zukunft plant man mehr Trials, einen Hard-Mode für die Raids, Solo-Arenen und neue Verliese.
  • Die Welt soll interaktiver werden, es soll mit noch mehr Dingen in der Welt interagiert werden können – und das logischer, aus einem Korb mit Äpfeln sollen Äpfeln kommen, keine Birnen.
  • An neuen System möchte man unter anderem das Zauberweben, das Giftmischen und Pferde-Rennen einführen.

The Elder Scrolls Online Farbstation

Was steckt dahinter? Zenimax setzt auf drei Säulen

Wenn man die Informationen sacken lässt und einen roten Faden sucht, wird deutlich, dass sich Zenimax auf die Stärken der Singleplayer-Reihe besinnt und das mit „dem gewissen Etwas“ mischen möchte, das in MMOs dafür sorgt, dass Spieler kein Ende finden.

Säule 1 – Das gewisse Etwas: Eine Prise MMO

So will man die anfangs extrem engen Item-Grenzen auflockern, damit Spieler die Motivation finden, nach besseren Rüstungen und Waffen zu suchen. Mit Daily-Quests und mehr Aktivitäten in der Welt sollen Spieler immer etwas zu tun bekommen. Das sind die klassischen MMO-Mechanismen, die TESO am Anfang vermeiden wollte, von denen Zenimax nun aber zu glauben scheint, dass sie in ein MMO gehören.

Dazu gehört mit dem Champion-System ein weiterer Anreiz, damit Spieler das Gefühl haben, stetig „in der Welt voranzukommen“, auch wenn man keinen einzelnen „Hurra“-Moment an einem Tag erlebt wie durch das Finden eines neuen Gegenstand.

Säule 2 – Von Skyrim lernen, heißt Spieler begeistern

Auf der anderen Seite lenkt das Spiel deutlich in Richtung der Singleplayer-Teile. Die Welt soll interaktiver werden, die einzelnen Helden sich stärker in ihrer Ausrichtung unterscheiden. Hier ist das Justiz-System sicher der entscheidende Faktor.

Säule 3 – Bestehendes weiter ausbauen, Fehlendes ergänzen

Die dritte Säule ist die logische Weiterentwicklung dessen, was man schon hat. Die Kaiserstadt ist ein zentraler Bestandteil im PvP-Konzept von The Elder Scrolls Online, das bekanntlich auf Dark Age of Camelot basiert. Auch beim MMO Klassiker DAOC brauchte es mit „Darkness Falls“ damals ein chaotisches Element, das die Action in Bewegung hält und ein Erstarren der Fronten verhindert. Das soll nun mit der Kaiserstadt geliefert werden.

Ein Hinzufügen von einem Arena-Modus wird sicher einigen gefallen.

The Elder Scrolls Online in Kargstein

The Elder Scrolls Online beeindruckt mit Tatkraft

Das Beeindruckende an dem Umbruch ist es, wie entschlossen und klar er durchgeführt und kommuniziert wurde. Schon in den ersten Monaten nach dem Start, als alles noch drunter und drüber ging, müssen die Weichen für die jetzigen Entscheidungen gestellt worden sein. Man hat sich keine Zeit gelassen. Dabei blieb nichts heilig, auch die anfangs engen Item-Grenzen werden mittlerweile gelockert. Arenen, von denen man nichts hören wollte, werden eingeführt.

Der jetzige Gildengipfel zeigt, dass man bereit ist, die Karten offen auf den Tisch zu legen und den Spielern genau zu sagen, was man vorhat. Das zeugt von einem Vertrauen in die Pläne und der Fähigkeit, diese auch wirklich umzusetzen. Hier muss eine Wandlung in der Philosophie erfolgt sein. So transparent und offen ist kaum eine Entwickler-Firma. Dabei wirkte Zenimax vorm Release und kurz danach eher verschlossen und zugeknöpft.

The Elder Scrolls Online

Wie sieht der Zeitplan aus?

Entscheidend wird sein, wann die drei Schlüssel-Elemente des Umbruchs eingeführt werden. Das Champion-System könnte dabei den Anfang machen und vielleicht schon im Update 5 oder 6, zum Ende des Jahres, erscheinen. Vielleicht wäre dann im Februar/März nächsten Jahres die Zeit der Kaiserstadt gekommen. Und im Sommer 2015 wäre es vielleicht für das Justiz-System so weit.

Wenn diese drei Kern-Elemente im Laufe der nächsten sechs bis neun Monaten ins Spiel kämen, wäre schon einiges geschafft. Immerhin wären das Features von einem Umfang, die bei anderen Spielen ungefähr auf zwei kostenpflichtige AddOns verteilt würde. Und da ist von einigen „Wäre schön, wenn … aber na ja“-Systemen wie dem Zauberweben noch gar nicht die Rede. Das wäre dann was für später.

Und wann geht’s für The Elder Scrolls Online auf die Konsolen?

Der große Trumpf von TESO ist sicher der mögliche Port auf die Konsolen, der einer Art Neustart gleichkäme. Wenn man sich jetzt anschaut, was sich The Elder Scrolls Online noch alles vorgenommen hat, ist es nahezu ausgeschlossen, dass TESO wie geplant noch in diesem Jahr auf Playstation 4 und XBox One erscheint. Man wartet eigentlich nur auf ein offizielles Statement, dass man den Termin nicht halten können wird.

Auch ein Port im ersten Quartal 2015 – wie von Amazon angedacht – scheint mittlerweile eher unwahrscheinlich.


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Autor(in)
Quelle(n): ESO Guild Summit Coverage TFGuild Summit Day 2
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