Destiny: Die Hintergründe zur Shareplay-Troll-Geschichte sind noch trauriger als gedacht

In Destiny erregte in der letzten Woche die Geschichte eines 11jährigen, der über die Shareplay-Funktion der Playstation böse getrollt wurde, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit. Jetzt hat die Geschichte einen weiteren Akt, der Missetäter ist gefunden. Und es gibt noch mehr Opfer als gedacht.

Wir haben in der letzten Woche über das bitterböse Trolling berichtet, bei dem ein 11jähriger Spieler einem Fremden die Kontrolle über seine Playstation gab. Der Fremde („KirmittheFrog“) versprach, ihn über einen Glitch in Destiny zu pushen. Stattdessen löschte er zwei Hüter des Jungen und vom dritten die einzige exotische Waffe.

Vermeintlicher Troll ist selbst Opfer

Ein Journalist der US-Seite „Game Informer“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Hintergründe vollständig aufzuklären und die sind ziemlich kompliziert. Der Playstation-Account „Kirmit The Frog“ gehört einem 23jährigen jungen Mann, der nach einem Autounfall unter starken Schmerzmitteln in seinem Bett liegt, das noch im Elternhaus steht. Der junge Mann bekommt die meiste Zeit wohl gar nicht mit, was um ihn herum vor sich geht und wer da alles in seinem Zimmer ist oder an seiner Playstation herummacht.

Von der Aktion, für die er angeblich verantwortlich sein soll, hat er erst erfahren, als ihm eine Flut von Hass über das Playstationnetzwerk PSN in Form von anonymen Nachrichten entgegenschwappte. Einer drohte sogar, ihm das Haus anzuzünden. Andere wünschten ihm Krebs, umso schmerzlicher, da er in 2011 eine Schwester an die Krankheit verloren hatte.

Eklige Situation für alle Beteiligten.

Destiny-Plan-C-062

Es war das erste Mal … na gut, das dritte oder vierte Mal

Wie jetzt herauskam, war der eigentliche Troll ein 17jähriger Junge, der mit einem der zehn Geschwister des 23jährigen befreundet war und daher Zugang zu dem Haus und auch zur Playstation hatte. Er hat noch die Charaktere von wenigstens drei anderen Spielern gelöscht.

Der Journalist des Game Informer hat den 17jährigen nun zur Rede gestellt. Am Anfang sagt der, es sei das erste Mal gewesen, dass er sowas in Destiny gemacht habe. Mit anderen Beweisen konfrontiert, antwortete er: „Na ja, gut, es war das dritte oder vierte Mal. Ich dachte, es wäre lustig.“ Ein schlechtes Gewissen hat er nicht, er würde es wahrscheinlich schon, vielleicht auch nicht wiedertun. Käme auf die Situation an.

Den Ärger, die emotionale Belastung und den Stress, den er über den 23jährigen und dessen Familie gebracht hat, sieht er locker: „Das ist halt das Internet. Die Leute regen sich über alles Mögliche auf und sagen, was ihnen in den Sinn kommt.“

Für den 11jährigen hat er auch einen Rat: „Leb damit und mach weiter. Was gibt’s dazu sonst noch zu sagen?“

Autor(in)
Deine Meinung?
Level Up (0) Kommentieren (39)
Passwort vergessen

Bitte gib Deinen Benutzernamen oder Deine Email-Adresse ein. Du erhälst einen Link, um ein neues Passwort per Email zu erstellen.