Durch ein Update in Fortnite können Entwickler nun mit ihren Spielmodi Geld verdienen. Bei der Fan-Map „Steal the Brainrot“ führt das zu einem Problem: Es gibt jetzt ein Glücksrad, das Glücksspiel-Elemente beinhaltet.
Update 15.01.2025, 12:45 Uhr: Wir haben den Artikel großflächig überarbeitet. So haben wir klargestellt, dass es sich um keinen offiziellen Modus von Fortnite handelt, und Details zu den Richtlinien von Epic sowie der Rezeption in den sozialen Medien ergänzt.
Was ist das für ein Spielmodus? In den letzten Wochen erfreute sich ein Spielmodus in Fortnite großer Beliebtheit: Steal the Brainrot. In dem Modus können sogenannte „Brainrots“ (zu Deutsch etwa: „Gehirnverrottung“), also Charaktere aus dem Internet, gesammelt und von anderen Spielern gestohlen werden.
Dabei handelt es sich um einen Modus, der im Rahmen des „Creator Island“-Programms von einem unabhängigen Entwickler erstellt wurde. „Steal the Brainrot“ ist also kein offizieller Modus von Fortnite, sondern stammt von dem Entwickler Ferins. Ähnliche Modi gibt es auch bei Roblox.
Dass der Modus nicht offiziell ist, mindert seinen Erfolg aber in keinster Weise: Auf fortnite.gg ist verzeichnet, dass es seit der Erstellung des Spiemodus’ einen Peak von 1.087.974 gleichzeitigen Spielern gab.
Im November 2025 veröffentlichte Fortnite ein neues Update: Entwickler von solchen Islands können nun mit dem Verkauf von Gegenständen Geld verdienen. Dabei fallen allerdings noch Store-Gebühren an, von 12 % für PC-Spieler über den Epic Games Store bis hin zu 30 % auf Konsolen.
In „Steal the Brainrot“ geschieht diese Monetarisierung nun in Form eines Glücksrads, welches viele kritisch sehen.
V-Bucks gegen zufällige Belohnungen
Was ist das für ein Glücksrad? Das Glücksrad in „Steal the Brainrot“ erlaubt es Spielern, einmal alle 4 Stunden daran zu drehen und eine zufällige Belohnung zu erhalten. Allerdings ist es auch möglich, diese Wartezeit zu überspringen, und zwar mit V-Bucks.
Wie beebom.com berichtet, setzen sich die Preise wie folgt zusammen:
- 1 Dreh entspricht 100 V-Bucks, das sind umgerechnet ca. 0,80 Euro
- 3 Drehs für 200 V-Bucks, was ungefähr 1,60 Euro entspricht
Außerdem gibt es noch einen zeitlich begrenzten Shop, in dem Brainrots erworben werden können. Dabei kostet ein einzelner Brainrot wohl 2.700 V-Bucks, was etwa 21 Euro entspricht und 2 Brainrots 4.900 V-Bucks, was umgerechnet ungefähr etwa 35 Euro sind.
Damit befindet sich das Bundle mit 2 Brainrots an der oberen Grenze des Höchstpreises, den Entwickler für Transaktionen auf ihren Islands verlangen können. Hier schreibt Epic ein Limit von 5.000 V-Bucks vor.
Das Blöde dabei: Bei den zu erwerbenden Brainrots aus den Shops handelt es sich nicht um permanente Gegenstände, sondern um solche Brainrots, die jederzeit ebenfalls gestohlen werden können. Ein Kauf garantiert somit nicht den ständigen Besitz.
Was sagt Epic dazu? Glücksspiel ist ausdrücklich gegen die Regeln für Entwickler in Fortnite. Bezahlte, zufällige Items sind hingegen erlaubt, allerdings müssen sich Creator dafür ebenfalls an Vorschriften halten:
- Entwickler müssen sicherstellen, dass Spieler ihre Chancen auf ein bestimmtes Item vor dem Kauf akkurat angezeigt bekommen. So sind zwar alle Felder des Glücksrads gleich groß, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, tatsächlich darauf zu landen wird aber in Form einer Prozentzahl innerhalb des Feldes angegeben.
- Die angebotenen Items müssen im Einklang mit lokalen Gesetzen sein. So dürfen in einigen Ländern ab März 2026 keine bezahlten Zufalls-Items mehr an minderjährige Nutzer angeboten werden.
Darüber hinaus stellt Epic Tools für Eltern bereit, mit denen sie die Erfahrung ihrer Kinder in Fortnite anpassen können. Über die Parental Controls lassen sich bezahlte Zufalls-Items abstellen, sodass Spieler keine solchen Gegenstände mehr mit V-Bucks kaufen können.
Was ist das Problem? Zwar sind zufällige Items, wie etwa auch Lootboxen oder eben ein Glücksrad, nach deutschem Recht nicht als Glücksspiel eingestuft, Experten und auch Verbraucherverbände warnen jedoch vor solchen Glückspiel-ähnliche Mechanismen (Quelle: Bericht der Verbraucherzentrale Bundesverband).
Auch in sozialen Medien sehen Nutzer die Änderungen äußerst kritisch. Auf X wird die Monetarisierung mehrfach als „wortwörtliches Glücksspiel“ bezeichnet, und insbesondere in dem Zusammenhang kritisiert, dass sich „Steal the Brainrot“ überwiegend an minderjährige Spieler richtet.
Fortnite ist besonders bei Kindern und Jugendlichen sehr beliebt. Kein Wunder also, dass bei einigen schon früh der Wunsch einer E-Sportler-Karriere reift. Ein 15-Jährige verließ extra die Schule, um Profi zu werden. Was mittlerweile aus ihm geworden ist, lest ihr hier auf MeinMMO: Mama nahm 15-Jährigen aus der Schule, damit er mehr Zeit für Fortnite hat – 6 Jahre später ist er erfolgreich, aber in einem anderen Shooter
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!










