Vor Tagen einigen wurde in einer mehr oder minder spannenden Präsentation die neuste Erweiterung von World of Warcraft enthüllt. Sie trägt den Namen “Legion” und befasst sich hauptsächlich mit der namensgebenden brennenden Legion, die ein weiteres Mal versucht, Azeroth zu vernichten. Doch was wissen wir bisher und was bedeutet das? Und wie durchdacht scheint das Ganze diesmal zu sein?
Wenn die Dämonen 3 Mal klingeln …
Die brennende Legion ist nicht nur der Name der Widersacher des neusten WoW-Addons, sondern auch ein sehr wichtiger Bestandteil der bestehenden Warcraft-Geschichte. Nach dem Krieg der Ahnen (vor 10.000 Jahren) und dem Angriff auf Nordrassil (Warcraft 3) versucht die Dämonenbrut unter Führung des dunklen Titanen Sargeras bereits zum dritten Mal, Azeroth zu vernichten.
Den Stein bringt Gul’dan ins Rollen, der von Draenor verbannt wurde und kurzerhand in unser Azeroth reist um aus dem ehemaligen Grab von Sargeras einen Portalknotenpunkt der brennenden Legion zu machen. Nebenbei erweckt er die gefangenen Überreste von Illidan und lässt andere finstere Kreaturen frei, welche die Nachtelfenwächter vor der Welt verschlossen hielten. Die bisher größte Invasion der brennenden Legion beginnt – und das ist eine Ansage, die hohe Erwartungen weckt.
Das neue Gebiet: Die verheerten Inseln
Generell klingen die Konzepte der verschiedenen Gebiete ziemlich spannend und es ist den Entwicklern wieder einmal gelungen, eine recht farbenfrohe Mischung zu erschaffen. Suramar wird den kleinen Lore-Freak in mir vermutlich zufriedenstellen, denn die alte Elfenstadt spielte schon in der Romanreihe eine wichtige Rolle und bietet sicherlich viele Informationen zur Kultur der hochgeborenen Nachtelfen.
Val’Sharah bietet Einblicke in den smaragdgrünen Traum und bildet somit wohl einen starken Gegensatz zwischen “gesunder Natur” und “Verderbnis”. Auch die anderen Gebiete klingen vielversprechend, haben sie doch unterschiedliche Thematiken; von der ursprünglichen Lore der Druiden, den Vrykul und den reinen Valkyren.
Da Blizzard noch mehr Wert auf das Storytelling legen will, bin ich guter Dinge, dass mich zumindest die Levelphase fesseln wird, vermutlich zwei Nächte lang ohne Schlaf.
Dämonenjäger und Artefaktwaffen
Sowohl die neue Heldenklasse als auch die Artefaktwaffen klingen spannend, aber die Informationen sind noch dünn. Mich interessiert vor allem der Grund, warum die Dämonenjäger sich der Horde und Allianz anschließen, denn ursprünglich gehörten sie zu den Illidari – einer treuen Eliteeinheit, die zudem noch unter dem Magiehunger leidet, den Illidan und Kael’thas mit Felmagien gestillt haben.
Spieltechnisch wirkt die Klasse spannend, vor allem neue Mechaniken wie der Doppelsprung oder die Möglichkeit, Feinde selbst in Unsichtbarkeit und durch Wände hindurch zu sehen. Wie viel davon sich aber in der finalen Version wiederfindet bleibt abzuwarten, denn für gewöhnlich werden während der Betaphase einige Aspekte gestrichen.
Die Artefaktwaffen scheinen auf den ersten Blick fantastisch zu sein, denn sie verbinden viele Aspekte, die lange gefordert wurden. Eine Waffe, die über lange Zeit an Kraft gewinnt, mit spannenden Klassenmissionen verbunden ist und zugleich noch optisch angepasst werden kann? Zumindest die Idee hat mich schon jetzt überzeugt.
Mich freut auch, dass sie trotz der Kritik an der Garnison gewisse Aspekte daraus übernehmen, wie etwa die neuen Champions in den Klassenhallen. Zwar ist dies ein weiterer Schritt in Richtung “Wir sind der absolute Superheld”, wenn selbst wichtige Charaktere wie Lady Liadrin sich von uns herumkommandieren lassen, aber das ist wohl nur eine logische Konsequenz nach all den Taten, die wir in der World of Warcraft bereits bewältigt haben.
Die Website verrät noch mehr …
Ein paar Details der offiziellen “Legion”-Website blieben bisher unerwähnt. Wer sich genau umschaut, erkennt nämlich einige Platzhalter, die Blizzard sicher in den nächsten Monaten füllen wird, um den Hype aufrechtzuerhalten und die Vorfreude weiter zu steigern. Neben einer vierteiligen Hörspielreihe zum neuen Addon wird es auch einige Comics und Videos geben, die hoffentlich mehr von der Geschichte verraten und die verschiedenen Hauptcharaktere beleuchten.
Denn wir wissen zwar, dass Sylvanas eine größere Rolle spielen wird, bisher wurde über ihr exaktes Handeln aber kein Sterbenswörtchen verloren. Auch auf die Naga-Widersacherin Gezeitenherrin Athissa setze ich große Stücke. Sie sollte mehr als nur die typische “Wegwerf-Naga” sein und mich interessiert brennend, warum ihre fanatische Hingabe gegenüber Azshara selbst noch die von Lady Vashj übertrumpft – denn die war zumindest in den Büchern an “Fangirligkeit” (und Eifersucht) nicht zu übertreffen.
Logiklöcher in der Lore
So spannend sich das meiste in der Präsentation auch anhörte, so verwirrt bin ich auch über einige Aspekte der Lore. Ein kleiner Kritikpunkt ist etwa Frostgram, dessen Splitter man als Frost-Todesritter sammeln muss, um daraus die Artefaktwaffe zu schmieden. Bisher hieß es, die Splitter seien sicher weggesperrt worden. Und jetzt liegen die einfach so in Eiskrone rum? Die Splitter der mächtigsten Todesritterwaffe überhaupt? … Wirklich?
Ein zweiter, wichtiger Aspekt ist der Schauplatz des Addon. Die “Broken Isles” existieren zwar in der Lore, allerdings wurden sie von Gul’dan (dem “Original”) erst vor relativ wenigen Jahren aus der Tiefe des Meeres gehoben. Wie kann also blühende Vegetation und sogar ein ganzer Weltenbaum in dieser kurzen Zeit entstanden sein? Bei den Elfen und ihrem Nightwell kann ich noch nachvollziehen, dass sie eventuell unter einer magischen Kuppel gelebt haben, aber wie haben die Vrykul das gemacht? Oder sind es vollkommen neue Inseln? Oder – wie ich befürchte – hat man dieses Detail komplett vergessen?
Ich bin gehyped! Aber …
Ich freue mich aus vielerlei Gründen auf das Addon. Es wird das Rad nicht neu erfinden, aber es gibt mir einige Anreize, wieder nach Azeroth zurückzukehren. Vor allem die Lore rund um das neue Elfenvolk oder auch verschiedene Rassen der Legion reizen mich sehr, ebenso alle Aspekte die mit den Naga und Königin Azshara zu tun haben. Vermutlich werde ich auch wieder in das PvP reinschauen, denn das neue System klingt deutlich motivierender, als das bisherige.
Gleichzeitig bin ich skeptisch. Nichts von den bisherigen Ankündigungen klingt nach dem großen “Gamechanger”, der langfristig die Motivationsprobleme von World of Warcraft beheben wird. Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass vieles noch im Unklaren liegt, was “Legion” betrifft. Ein zu schnelles Urteil würde einem Spiel also nicht gerecht, das es bereits 5 Mal geschafft hat, mich immer wieder aufs Neue zu begeistern.
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