Beim Fantasy-MMORPG World of Warcraft (WoW) hat man 3 Millionen Bezahl-Spieler in wenigen Monaten verloren. Lead-Designer Ion “Watcher” Hazzikostas räumt bei der Analyse auch Fehler ein.
Im Interview mit venturebeat spricht Chef-Designer Hazzikostats vor allem von „Zyklen“, die dafür verantwortlich sind, dass die Zahlen aus dem ersten Quartal 2015 so ernüchternd sind. Von 10 Millionen Bezahlspielern ist man auf 7,1 Millionen heruntergerutscht.
Die 5er-Instanzen: Wir fanden es in MoP albern, nun haben wir es übertrieben
Als Ursache hat man intern auch die „Dungeons“ ausgemacht. Das ist wohl der Punkt der Erweiterung „Warlods of Draenor“ mit dem man bei Blizzard am unzufriedensten ist. „Wir haben eine Hadnvoll von Dungeons geschaffen, aber den Spielern keinen Anlass gegeben, diese nach den ersten Wochen auch weiter zu bestreiten“, so Hazzikostas.
„In Mists of Pandaria haben die Spieler die 5er-Inis für Tapferkeitspunkte immer wieder gemacht. Auch nach einem Jahr noch. Wir fanden das ein bisschen albern, den immer gleichen Content mit immer stärkerer Ausrüstung anzugehen und dabei die immer gleiche Belohnung zu erhalten. Also haben wir die Tapferkeitspunkte aus dem Spiel genommen. Ich denke, da haben wir es übertrieben.“
Mit dem mystischen Schwierigkeitsgrad für die 5er-Instanzen in 6.2. (der Lead-Designer spricht von “Mini-Raids”) und den Timewalker-Dungeons glaubt Blizzard hier schon im nächsten Patch gegensteuern zu können.
Die Garnison: Das 5 Minuten WoW steht in keiner Konkurrenz zum Rest
Die Garnison, die von Fans heftig kritisiert wird, sieht Hazzikostas hingegen nicht so negativ. Diese Garnisonen regten Spieler dazu an, nur kurz einzuloggen, in Sprints. Anstatt vielleicht an diesem Tag gar kein WoW zu spielen. Es sei nicht unüblich, vor der Arbeit 5 Minuten in WoW einzuloggen, die Anhänger-Missionen abzuschließen, neu zu starten und dann auszuloggen.
Er glaube nicht, dass dieses Spielerlebnis auf Kosten der größeren Aktivitäten wie Raids geht.
Warlocks waren früher Zwei-Tasten-Chars, WoW sei nicht heruntergedummt worden
Bei den raids sieht man eher eine Entwicklung, dass die “Veteranen” von WoW zwar im Kern noch Hardcore seien, mittlerweile aber Jobs und Familien hätten. Das stundenlange Raiden aus der Studien- oder Schulzeit sei durch “45 Minuten, nachdem die Kinder im Bett sind” ersetzt worden.
Dem versucht man bei Blizzard durch eine höhere Zugänglichkeit Rechnung zu tragen. Der Interviewer merkt an, heute würden manche Gilden nur zwei Abende oder 6 Stunden die Woche raiden und das trotzdem im höchsten Schwierigkeitsgrad mythisch.
Diese Entwicklung, zu Gilden mit weniger Raid-Tagen hin, könne man beobachten, da stimmt der Lead-Designer zu. Der widerspricht übrigens der These, früher sei WoW viel anspruchsvoller gewesen. Der Zerstörungs-Warlock zum Beispiel habe zu BC-Zeiten nur zwei Tasten gebraucht: einen Debuff oben gehalten und dann sehr schnell und sehr hart die Shadowbolt-Taste gedrückt. Im Vergleich zu damals sei das Spiel auf keinen Fall “heruntergedummt” worden, man habe sich lediglich darum bemüht, WoW “klar und konzentriert” zu halten. World of Warcraft habe ein hohes Skill-Cap.

Die Gründe für die verlorenen Spieler: Spieler wollen nicht mehr nur ein Game in ihrem Leben
Den Hauptgrund für die verlorenen Spieler sieht Hazzikostas allerdings woanders, nicht bei der Garnison oder bei den 5er-Instanzen: Es wäre zyklisches Verhalten.
Heute sei World of Warcraft kein „ganzjähriger Lebensstil mehr“, sondern etwas, das die Spieler zwar liebten, aber etwas, zu dem sie kommen, wo sie gucken, was läuft, den Patch spielen und danach wieder gehen, vielleicht ein anderes tolles Game zocken, das inzwischen erschienen ist.
Teil dieses Kreislaufs ist es dann, wenn man an einem Punkt ein sehr hohes Interesse hat, dass man danach auch wieder einen starken Abgang von Spielern verzeichnet.
Hazzikostas verweist auf den nächsten Patch 6.2., der sollte Spielern dann wieder Anlass geben, erneut einzuloggen. Die Einführung der WoW-Münze habe sich übrigens nicht „drastisch“ auf die Spielerzahlen ausgewirkt, wie er verrät.
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