Das Interesse an Headsets ist nach wie vor ungebrochen. Ihr Preis-Leistungs-Verhältnis ist hingegen katastrophal, denn die Industrie spekuliert auf die Unkenntnis der Käufer.
Wer statt des Headsets Kopfhörer und Mikrofon einzeln kauft, spart mit dieser Kombi einiges an Geld. Die Aussage, dass ein 30€-Kopfhörer von der Soundqualität mit einem 150€ teuren Headset mithalten kann, ist keine Übertreibung. Aus diesem Grund sollen hier auch einige Geräte vorgestellt werden.
[toc]
Kopfhörer
Bevor einige Modelle vorgeschlagen werden, müssen aber technische Details geklärt werden. Absätze, die sich auf Headsets beziehen, gelten auch für Kopfhörer.
Der Surround-Effekt
Mittels Surround-Sound lässt sich ermitteln, aus welcher Richtung das Geräusch kommt. So lassen sich Gegner in Shootern besser orten. Bei Headsets mit einem Lautsprecher (auch Treiber genannt) pro Seite wird der Effekt entweder gar nicht vorkommen oder simuliert. Surround bzw. 5.1-Headsets besitzen pro Seite mehrere Lautsprecher und sind natürlich teurer.
Wie schon erwähnt, spekuliert die Industrie auf Unwissenheit, denn es gibt keine echten Surround-Headsets. Tatsächlich ist der simulierte Effekt, für den ggf. eine Soundkarte benötigt wird, besser.

Das Ohr selbst nimmt keinen Surround-Sound wahr. Allerdings kann unser Gehirn diesen Effekt berechnen. Das Geräusch kommt in der Regel nicht zum selben Zeitpunkt im rechten und im linken Ohr an. Es handelt sich hierbei um Bruchteile von Sekunden, diese genügen aber dem Gehirn, um mittels diesen Zeitunterschiedes die Richtung bestimmen zu können. Ein 5.1-Lautsprechersystem, welches im Raum verteilt ist, funktioniert daher.
Das 5.1-Headset mit drei Lautsprechern pro Seite aber nicht. Denn diese sind nur leicht versetzt und der Abstand zwischen Lautsprecher und Ohr ist viel zu gering. Damit ist es dem Gehirn nicht möglich, den Surround-Effekt zu berechnen. Simuliert man ihn aber, werden die Geräusche zeitversetzt im linken bzw. rechten Lautsprecher ausgegeben.
USB-Anschluss und Soundkarte
Man hat die Wahl zwischen USB und Klinkenanschluss. Um den Unterschied zu verstehen, ist es wichtig zu wissen, dass ein digitales Signal in ein analoges umgewandelt werden muss. Diese Umwandlung nimmt nun entweder die Soundkarte wahr, dazu bedarf es des Klinkenanschlusses, oder ein im Headset verbauter Prozessor. Letzteres nutzt USB.
Hat man keine Soundkarte bzw. besitzt nur die OnBoard-Variante, ist ein USB-Headset die bessere Wahl. Wer eine Soundkarte eingebaut hat, sollte daher immer den Klinkenanaschluss vorziehen. Denn sie lässt sich nicht in Verbindung mit einem USB-Headset nutzen.
Wer das Budget besitzt, kann mit einem neuen Headset auch eine Soundkarte kaufen. Sie optimiert durchaus den Klang und ist bei Kopfhören wichtig, um einen Surround-Effekt zu ermöglichen. Allerdings macht die Karte nur einen verhältnismäßig kleinen Teil der Soundqualität aus. Wer also ein begrenztes Budget hat, investiert es lieber in bessere Kopfhörer.
Begriffe
[vc_row][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]Impedanz: Auch Nennscheinwiderstand genannt. Je geringer die Impedanz, desto empfindlicher ist der Kopfhörer. Das bedeutet, dass eine geringere Leistung erforderlich ist. Für mobile und damit leistungsschwache Geräte ist ein geringer Wert von z.B. 16 Ohm sinnvoll. Allerdings ist der Klang detailärmer im Vergleich zu Kopfhörern mit hoher Impedanz.
Kopfhörerverstärker: Es sind eigenständige oder in Soundkarten verbaute Geräte, die das Signal verstärken. Bei hoher Impedanz, 80 Ohm oder mehr, wird damit auch die Soundqualität weiter verbessert.
Schalldruck: Dieser Wert bestimmt, wie laut der Kopfhörer maximal sein kann. Angegeben wird der in Dezibel (dB). Geräusche über 85 dB sind gesundheitsschädigend.
Total Harmonic Distortion: Auch Klirrfaktor genannt. Er gibt die durch den Kopfhörer entstehende Verzerrung an. Die Angabe erfolgt in Prozent. Der Wert sollte möglichst gering gehalten werden.
[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=”1/2″][vc_column_text]Geschlossen: Diese sind schallisolierend. Somit dringt der Schall kaum nach außen und die Umwelt nimmt die Geräusche nicht wahr. Eine geschlossene Bauweise führt zu einem stärkeren Bass.
(Halb-)Offen: Durch Löcher im Gehäuse dringt der Schall nach außen. Dies verbessert den Surround-Effekt und verringert den Bass.
On-Ear: Der Kopfhörer liegt auf dem Ohr auf. Dadurch ist das Gerät kleiner, verringert aber auch den Tragekomfort.
Over-Ear: Der Kopfhörer umschließt das Ohr. Er ist größer und angenehmer zu tragen. Je nach Material, z.b. Kunstleder, kann es aber sehr warm werden.
In-Ear: Werden in das Ohr gestöpselt. Sie besitzen die beste Basswiedergabe. Allerdings muss dazu der Gehörgang luftdicht abgeschlossen werden. Für besseren Tragekomfort können durch einen Hörgeräteakustiker Otoplastiken angefertigt werden. Diese werden exakt an den eigenen Ohren angepasst.[/vc_column_text][/vc_column][/vc_row]
Dynamik: Auch Signalrauschabstand genannt. Es wird in Dezibel angegeben und stellt das Verhältnis zwischen dem lautesten und dem leisesten Teil eines Musiktitels dar. Die Titel erfordern etwa 20 Dezibel, Orchester mehr als 80 für optimalen Klang.
Kauf-Empfehlungen
Da jeder Mensch den Klang anders wahrnimmt, ist es durchaus sinnvoll, in einem Geschäft diese vorher zu testen. Es werden nur einige wenige Geräte genannt, das für einen selbst perfekte hängt von vielen Faktoren ab, etwa welche Musik man bevorzugt. Viele ziehen ein Gerät vor, welches einen hohen Bass besitzt.
Superlux HD-681 (~30€)
Hierbei handelt es sich um den anfangs erwähnten Kopfhörer für 30€ mit guter Soundqualität. Er ist ohrumschließend und halboffen. Die Materialien sind recht minderwertig und das Kunstleder führt zur Wärmebildung, wenn man es länger trägt.
Es gibt mehrere Modelle, ungefähr im selben Preisrahmen. HD-681 hat eine Badewannenabstimmung, das bedeutet höhere Bässe und Hochtöne. HD-681 B führt zu einer leicht nasalen Wiedergabe. HD-681 F besitzt geringeren Bass. Eine Soundkarte lohnt sich für dieses Gerät nicht.
Creative Aurvana Live! (~60€)
Mit etwa 60€ ist das Gerät doppelt so teuer wie das Superlux-Pendant. Qualitativ ist es aber dafür die bessere Wahl. Mit einer Impedanz von 32 Ohm ist es auch für mobile Geräte geeignet. Größter Nachteil dieses geschlossenen Kopfhörers ist dessen schlechte Isolierung. Dies ist aber erst bei einer hohen Lautstärken problematisch. Als Soundkarte ist die Asus Xonar DG für 30€ empfehlenswert.
Beyerdynamic DT-990 Pro (~150€)
Durch die offene Bauweise verbessert sich der Surround-Effekt. Es verfügt über eine Badewannenabstimmung und somit einen starken Bass. Das Gerät wird in mehreren Impedanz-Varianten verkauft. Bei 80 und 250 Ohm empfiehlt sich die Soundkarte Asus Xonar DX für ca. 60€.
Ein alternatives Modell ist Beyerdynamic DT-770 Pro. Er besitzt ebenfalls die Badewannenabstimmung hat aber eine geschlossene Bauweise und damit noch stärkeren Bass.
Die großen Drei (über 200€)
Mit den großen Drei sind AKG K701 (niedriger Bass, hoher Hochton), Beyerdynamic DT880 (weitestgehend neutral) und Sennheiser HD650 (Fokus auf Grundton und Bass) gemeint. Sie sind sich alle recht ähnlich, weshalb eine Hörprobe empfehlenswert ist. Für Sie ist der Kopfhörerverstärker für ein optimales Klangerlebnis nötig. Ermöglichen tut dies z.B. die Asus Xonar Essence STX Soundkarte für 160€.
Auf der nächsten Seite widmen wir uns den Mikrofonen.
Deine Meinung ist uns wichtig!
Gefällt dir der Artikel? Hast du irgendwelche Kommentare? Sag uns, was du denkst!








































