MeinMMO-Dämon Cortyn hat wieder Freude am Schattenpriester in World of Warcraft. Der neue Patch hat alles richtig gemacht.
Wer mich und meine Artikel ein wenig kennt, weiß bereits, dass ich seit vielen Jahren mit großer Leidenschaft eine Schattenpriesterin spiele. Eine Leidenschaft, mit der ich mir manchmal selbst Steine in den Weg lege. Denn egal wie schlecht Schattenpriester in der jeweils aktuellen Meta waren oder wie wenig Spaß ich an Talent-Änderungen habe – ich bleibe bei ihr.
Den Trailer zum aktuellen Patch seht ihr hier:
Dabei haben mir gerade die letzten Saisons eher weniger gefallen. Die Heldentalente sind zwar auf dem Papier cool und sehen optisch auch schick aus, doch die Tier-Sets haben dazu geführt, dass man im Grunde in bestimmte Talent-Optionen „gezwungen“ wurde oder damit leben musste, deutlich weniger Schaden zu machen als andere.
Ich bin zwar durchaus Fan von „Spiele, was dir Spaß macht und nicht das, was die größte Leistung bringt“, aber wenn man in Dungeons und Raids am unteren Ende des Damage Meters rumgurkt, fühlt man sich eben nicht wie ein nützliches Mitglied der Gruppe.
Daher habe ich in den letzten Saisons öfter mal in den sauren Apfel gebissen und zumindest in Raids und Dungeons auch mal eine Talent-Verteilung gewählt, die mir eher wenig Spaß bereitete.
Schattengeschoss – die ewige Geißel des Shadows
Jetzt hat Blizzard den Schattenpriester mit Patch 11.2 Geister von K’aresh deutlich überarbeitet. Einige Talente wurden entfernt, andere sind gänzlich neu oder wurde in ihren Effekten verändert.
Die wohl größte Änderung ist, dass der Zauber „Schattengeschoss“ nur noch eine Abklingzeit von 15 Sekunden hat und über 2 Aufladungen verfügt.
Wer Schattenpriester nicht kennt: Schattengeschoss ist die einzige Möglichkeit, die beiden Dots („Damage over Time“-Effekte) des Shadows (Schattenwort: Schmerz und Vampirberührung) auf mehrere Ziele gleichzeitig zu verteilen.
Ohne Schattengeschoss muss man jeden Feind manuell dotten. Das ist nicht nur langweiliges Gameplay, sondern man kann sich auch darauf einstellen, in einem solchen Kampf kaum etwas beizutragen.
Daher war Schattengeschoss schon immer ungeheuer wichtig und hat zu nervigen Fragen geführt: Benutze ich das Schattengeschoss noch einmal, auch wenn ich weiß, dass der Kampf in einigen Sekunden vorbei ist oder riskiere ich, den Rest des Kampfes wenig Schaden zu machen? Habe ich das Schattengeschoss zum nächsten Pull wieder bereit oder bin ich gezwungen, jetzt alles manuell mit DotS zu belegen?
Dadurch, dass Schattengeschoss nun 2 Aufladungen und eine reduzierte Abklingzeit hat, passiert das im Grunde gar nicht mehr. Man darf beide Aufladungen noch immer nicht gänzlich gedankenlos raushauen, aber es gibt im Grunde keine Situation mehr, in der ich nicht eine Aufladung in der Hinterhand habe, um zumindest gut in den nächsten Kampf starten zu können. Da fällt es auch kaum ins Gewicht, dass das Geschoss nur noch 6 anstatt 8 Ziele mit Dots belegt.
Keine Auswahl mit nur noch einer Antwort
Aber das ist nicht die einzige Änderung. Blizzard hat mir sogar den Gefallen getan und die nervige Auswahl zwischen „Gedankenschinden“ und „Gedankenstachel“ entfernt, indem Gedankenstachel einfach aus dem Spiel entfernt wurde. Vorher war Gedankenstachel zumeist die mathematisch bessere Wahl, sah aber optisch weniger interessant aus. Es gibt kaum etwas, das mehr Spaß macht, als „Gesichter zu schmelzen“ – das machen Schattenpriester seit Classic und diesen Zauber abzugeben fühlte sich immer schlecht an.
Auch die verschiedenen Götzen – die finalen Talente im Schatten-Baum – sind nun deutlich interessanter. Gerade die Götze von N’Zoth ist da schick. Jeder eigene Zauber belegt Feinde nun mit Stapeln von „Verstörenden Visionen“, die zunehmend mehr Schaden verursachen und auch mit dem bekannten, fiesen Lachen von N’Zoth und seinem ikonischen Auge einhergehen.
Doch gerade optisch hat der neue Schattenpriester noch mehr zu bieten. Eine Verbesserung von Leerenstrom – dem Zauber, den man damals durch Xal’atath bekommen hat – sorgt nun dafür, dass man nach dem Leerenstrom noch einen Hagel an Leerenblitzen auf ein Ziel abfeuern kann. Das sieht stark aus und fühlt sich auch einfach gut bei der Benutzung an.
Nicht so gut wie in Legion – aber wenigstens nah dran
Ich habe nach langer, langer Zeit endlich mal wieder den Eindruck, dass jemand den Schattenpriester überarbeitet hat und sich dabei gefragt hat: „Was macht es eigentlich aus, ein Schattenpriester zu sein? Was macht es cool und interessant?“ Und dann hat diese Person genau das ins Spiel gebracht.
Nein, ich glaube noch nicht, dass Blizzard beim Schattenpriester den heiligen Gral des Gameplays gefunden hat. Von den euphorisierenden Hochzeiten zu Legion sind wir noch ein gutes Stück weit entfernt. Aber immerhin fühlt sich meine Priesterin nach langer, langer Zeit nicht mehr lästig und nervig an, sondern nach einer Klasse, die ich wieder gerne in Raids und Dungeons spielen möchte.
Ob die Leistung in Dungeons und Raids stimmt? Keine Ahnung. Aber es fühlt sich einfach wieder gut an.
Es bleibt nur zu hoffen, dass das neue Tier-Set mich nach einigen Wochen nicht in eine neue Talent-Verteilung „zwingt“, auf die ich gar keine Lust habe.
Aber zumindest im Augenblick sehe ich die Gefahr nicht – und schleudere Schattengeschosse kreuz und quer durch die Spielwelt, ohne jedes Mal zu bereuen, den Cooldown vielleicht doch falsch gesetzt zu haben und beim nächsten Pull erst einmal 15 Sekunden komplett nutzlos zu sein.
Da ist es fast ein wenig schade, dass andere Teile des Patches nicht so gut ankommen und die Fans enttäuschen.
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